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Cisco Quartal mit Rekordumsatz und KI-Boom – warum die Aktie trotz starker Zahlen um 11,7% einbricht

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12.02.26 20:09 Uhr

Cisco Systems, Inc.

Das aktuelle Cisco Quartal liefert auf den ersten Blick genau das, was Anleger von einem etablierten Profiteur des KI-Booms erwarten: Rekordumsatz, deutlich steigende Gewinne und kräftiges Orderwachstum im Datencenter-Geschäft. Dennoch rauscht die Aktie zweistellig in die Tiefe. Im Fokus steht nicht die Stärke der Nachfrage, sondern der Margendruck durch teure Speicherchips und ein vorsichtiger Ausblick auf die kurzfristige Entwicklung. Was steckt hinter dem Kurssturz – und wie ordnen Analysten die Zahlen ein?

Wie stark war das Cisco Systems Quartal wirklich?

Cisco Systems, Inc. hat für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 15,3 bis 15,35 Milliarden US‑Dollar gemeldet – ein Plus von 10 Prozent im Jahresvergleich und ein neuer Rekord. Der Markt hatte etwas weniger erwartet. Noch beeindruckender fällt der Gewinn aus: Der Nettogewinn steigt um 31 Prozent auf etwa 3,2 Milliarden US‑Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie liegt mit 1,04 US‑Dollar über den Konsensschätzungen von 1,02 US‑Dollar. Auf GAAP-Basis werden 0,80 US‑Dollar je Aktie erzielt.

Besonders positiv sticht im Cisco Quartal der Auftragseingang hervor. In allen Regionen und Kundensegmenten verzeichnet das Unternehmen ein zweistelliges Bestellwachstum, die Produktorders legen laut Management um rund 18 Prozent zu. Treiber sind vor allem Investitionen in KI-Rechenzentren: Allein die AI-Infrastruktur-Orders der Hyperscaler summieren sich auf etwa 2,1 Milliarden US‑Dollar, der Networking-Umsatz im Datencenter-Umfeld wächst um 21 Prozent. CEO Chuck Robbins spricht von der Positionierung für das „stärkste Jahr aller Zeiten“.

Warum stürzen die Aktien von Cisco Systems ab?

Trotz des starken Cisco Quartal fokussiert sich der Markt auf eine andere Kennzahl: die Bruttomarge. Diese lag im abgelaufenen Vierteljahr bei 67,5 Prozent und damit knapp unter den erwarteten 68,1 Prozent. Entscheidend ist jedoch der Ausblick: Für das laufende Quartal stellt Cisco eine weitere Verschlechterung der bereinigten Bruttomarge um 100 bis 200 Basispunkte in Aussicht. Grund sind drastisch gestiegene Preise für Speicherchips (High Bandwidth Memory), die für KI-Hardware und -Netzwerke unverzichtbar sind.

Die verhaltene Margenprognose sorgt dafür, dass Anleger die sonst guten Zahlen ignorieren. Im vor- und nachbörslichen Handel fällt die Aktie von Cisco Systems zwischenzeitlich um 7 bis knapp 12 Prozent und zählt damit zu den schwächsten Werten im S&P 500 und Nasdaq. Hinzu kommt, dass der Titel nach dem jüngsten Allzeithoch – Kursziele um 88 US‑Dollar wurden erreicht – als „price to perfection“ galt: In einem Umfeld, in dem viele Techwerte hohe Multiples rechtfertigen müssen, reicht ein kleiner Margendämpfer aus, um Gewinnmitnahmen auszulösen.

Cisco Systems, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Was sagt die Prognose von Cisco Systems aus?

Beim Blick über das einzelne Cisco Quartal hinaus wird das Bild differenzierter. Für das Gesamtjahr hebt das Management die Prognose an und erwartet nun einen Umsatz von 61,2 bis 61,7 Milliarden US‑Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 4,13 und 4,17 US‑Dollar liegen, ebenfalls etwas höher als zuvor in Aussicht gestellt. Gleichzeitig signalisiert Cisco, dass der Umsatz im laufenden Quartal eher stagnieren dürfte – also kein weiterer kurzfristiger Sprung, sondern ein Zwischenschritt in einem mehrjährigen Investitionszyklus rund um KI-Infrastruktur.

Analysten betonen, dass die Margenbelastung durch Speicherchips eine direkte Folge des KI-Booms ist: Die gleiche Nachfrage, die Ciscos Netzwerkausrüstung in die Rechenzentren treibt, treibt auch die Kosten für die benötigten Speicherkomponenten nach oben. Management und Investoren diskutieren zudem das Risiko, dass hohe Hardwarepreise zu Projektverzögerungen oder Bestellverschiebungen führen könnten. Gleichzeitig arbeitet Cisco bereits an Preiserhöhungen und Vertragsneuverhandlungen, um den Margendruck mittelfristig weiterzugeben.

Wie reagieren Analysten auf Cisco Systems?

Trotz des Kurssturzes bewerten viele Experten das Cisco Quartal überwiegend positiv und sehen die Schwächephase eher als Bewertungskorrektur. Die Citigroup hebt ihr Kursziel auf 90 US‑Dollar an und verweist auf eine anhaltende Multiple-Expansion bei KI-Profiteuren. Insgesamt liegt das durchschnittliche Analystenziel laut Marktübersichten bei knapp unter 95 US‑Dollar, bei überwiegend „Buy“- oder „Outperform“-Einstufungen. Einige Research-Häuser verweisen jedoch darauf, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 20 auf Basis der erwarteten Gewinne 2026 angesichts stagnierender GAAP-Ergebnisse ambitioniert sei.

Ein halber Prozentpunkt Bruttomarge weniger reicht aus, um eine vormals auf Perfektion eingepreiste Aktie wie Cisco zweistellig abstürzen zu lassen.
— Marktbeobachter eines US-Brokerhauses

Fazit

Bewertungsdienste wie Zacks stellen die Frage, ob der zweistellige Einbruch eine Einstiegsgelegenheit ist, und verweisen auf das im Branchenvergleich moderate KGV von etwa 19 bis 21 für die kommenden Jahre. Plattformen wie Seeking Alpha betonen, dass die Verengung der Margen den Earnings-Beat überlagert, die Aktie aber in der Nähe ihres fairen Werts gehandelt werde. Kurzfristig dürfte der Markt genau verfolgen, ob Cisco die angekündigten Preiserhöhungen durchsetzen und die Bruttomarge stabilisieren kann, während der Rückenwind durch KI-Rechenzentren anhält.

Weiterführende Quellen

Cisco Quartal Q2 2026: Starkes KI-Wachstum und Rekordumsatz, doch Margendruck drueckt die Aktie leicht ins Minus

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Cisco Systems, Inc.

Das juengste Cisco Quartal liefert starke Wachstumszahlen, getrieben von KI-Infrastruktur und einem boomenden Networking-Geschäft. Dennoch reagiert die Aktie mit leichten Kursverlusten. Entscheidend sind diesmal weniger Umsatz und Gewinn, sondern vor allem die Margenentwicklung und der Ausblick auf die kommenden Quartale. Was hinter den Zahlen steckt und wie sich Cisco im KI-Wettlauf gegen NVIDIA und Broadcom positioniert, analysieren wir in diesem Artikel.

Wie stark war das Cisco Quartal operativ?

Im zweiten Geschäftsquartal 2026 steigerte Cisco Systems, Inc. den Gesamtumsatz um 10 % auf 15,3 Milliarden US-Dollar. Der Produktumsatz legte sogar um 14 % zu, angetrieben von hoher Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Campus-Netzwerklösungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) kletterte auf 1,04 US-Dollar, ein Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und leicht über den Markterwartungen.

Unter dem Strich erhöhte sich der Nettogewinn auf 3,2 Milliarden US-Dollar, was einem Sprung von rund 31 % entspricht. Besonders stark entwickelte sich das Kerngeschäft Networking: Der Bereich wuchs um 21 % auf 8,3 Milliarden US-Dollar, mit zweistelligen Zuwachsraten bei Campus- und Rechenzentrums-Switching, Wireless, Service-Provider- und Enterprise-Routing sowie Compute.

Gleichzeitig schwächelte die Sicherheits-Sparte: Security-Umsätze gingen um 4 % zurück, belastet durch rückläufige Legacy-Produkte und die Umstellung der Splunk-Angebote von On-Premise-Lizenzen auf Cloud-Abonnements. Dennoch blieb das Cisco Quartal insgesamt deutlich über den ursprünglichen Unternehmensprognosen.

Wie stark treibt KI das Cisco Quartal?

Der eigentliche Wachstumstreiber im Cisco Quartal ist klar die künstliche Intelligenz. Die KI-Infrastrukturaufträge von Hyperscalern – also den großen Cloud- und Plattformanbietern – schossen im zweiten Quartal auf 2,1 Milliarden US-Dollar nach oben, nach 1,3 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Damit hat Cisco bereits das gesamte KI-Auftragsvolumen des letzten Geschäftsjahres binnen sechs Monaten erreicht.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 peilt das Management nun KI-Aufträge von über 5 Milliarden US-Dollar an. Davon sollen mehr als 3 Milliarden US-Dollar als KI-Umsatz allein aus Hyperscaler-Projekten in die Bücher gehen. Zu den Treibern zählen Siliziumsysteme und optische Komponenten rund um die Silicon-One-Plattform. Cisco meldet die Auslieferung des einmillionsten Silicon-One-Chips und die Vorstellung des neuen G300-Chips mit 102,4 Terabit pro Sekunde, der das Unternehmen in einen exklusiven Kreis von Anbietern mit Schaltgeschwindigkeiten jenseits von 100 Terabit bringt.

Zusätzliche Fantasie weckt ein Joint Venture mit AMD und HUMAIN, das bis 2030 bis zu 1 Gigawatt an KI-Infrastruktur aufbauen soll, beginnend mit 100 Megawatt in Saudi-Arabien im Jahr 2026. Für viele Investoren ist das Cisco Quartal damit ein weiterer Beleg, dass Cisco sich als Nummer drei hinter NVIDIA und Broadcom im KI-Infrastrukturmarkt etabliert.

Cisco Systems, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warum reagiert die Cisco-Aktie trotzdem negativ?

Trotz der starken Zahlen und des angehobenen Jahresausblicks geriet die Aktie von Cisco (CSCO) nachbörslich um rund 6–7 % unter Druck und notiert aktuell bei etwa 85,54 US-Dollar, rund 0,8 % unter dem Vortagesschluss. Der Markt fokussiert sich weniger auf den Umsatz- und Gewinnanstieg, sondern auf die Margenentwicklung und die bereits ambitionierte Bewertung nach dem Rekordlauf der vergangenen Monate.

Die bereinigte Bruttomarge lag im Cisco Quartal bei 67,5 % und damit unter den Erwartungen. Für das dritte Quartal stellt das Management nur 65,5 bis 66,5 % in Aussicht – klar unter dem bisherigen Street-Konsens von rund 68,2 %. Hauptgrund sind drastisch gestiegene Preise für Speicherchips, die viele Hardware-Hersteller treffen. Cisco versucht, den Druck mit Preiserhöhungen, angepassten Vertragsbedingungen und seiner Verhandlungsmacht in der Lieferkette abzufedern, doch kurzfristig bleibt die Marge belastet.

Hinzu kommt, dass die Aktie zuletzt auf Rekordniveaus gehandelt wurde und auf Basis der erhöhten Gewinnprognose von 4,13 bis 4,17 US-Dollar je Aktie für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Aufschlag auf die eigene Historie bewertet ist. In einem Umfeld, in dem Investoren bei KI-Profiteuren zunehmend auf exakte Margen- und Cashflow-Pfade achten, reichte das starke Cisco Quartal daher nicht, um Gewinnmitnahmen zu verhindern.

Wie lautet der Ausblick für Cisco Systems?

Für das Gesamtjahr 2026 hebt Cisco Systems, Inc. die Umsatzprognose auf 61,2 bis 61,7 Milliarden US-Dollar an, was einem Wachstum von rund 8,5 % entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 4,13 bis 4,17 US-Dollar liegen. Für das laufende dritte Quartal erwartet Cisco Erlöse zwischen 15,4 und 15,6 Milliarden US-Dollar sowie ein EPS von 1,02 bis 1,04 US-Dollar – jeweils im Rahmen oder leicht über dem Konsens.

Finanziell bleibt der Konzern solide aufgestellt: Rund 15 bis 16 Milliarden US-Dollar an Barmitteln, ein Rückkaufprogramm mit Restvolumen von 10,8 Milliarden US-Dollar und eine um 2 % auf 0,42 US-Dollar je Aktie erhöhte Quartalsdividende unterstreichen den Fokus auf Aktionärsrendite. Im zweiten Quartal flossen 3 Milliarden US-Dollar in Dividenden und Aktienrückkäufe.

Analystenhäuser wie Zacks Investment Research heben hervor, dass Cisco sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertroffen hat und vom KI-Infrastruktur-Boom klar profitiert. Gleichzeitig verweisen Marktbeobachter – etwa bei MarketWatch und Chartmill – auf die gesunkene Bruttomarge und den im Vergleich zur hohen Bewertung nur moderat verbesserten Ausblick als Erklärung für die Kursschwäche nach dem ansonsten starken Cisco Quartal.

„Wir sehen eine starke Nachfrage nach unseren Silicon-One-Systemen und Optiken und erwarten im Geschäftsjahr 2026 KI-Aufträge von über 5 Milliarden US-Dollar sowie mehr als 3 Milliarden US-Dollar KI-Umsatz von Hyperscalern.“
— Chuck Robbins, CEO von Cisco Systems, Inc.

Fazit

Das Cisco Quartal bestätigt den Konzern als wichtigen Profiteur des globalen KI-Ausbaus, doch steigende Speicherpreise drücken auf die Marge und sorgen trotz erhöhter Prognosen für Nervosität. Für langfristige Anleger bleiben der wachsende KI-Auftragsbestand, die starke Networking-Position und die verlässliche Dividende zentrale Argumente. Entscheidend wird sein, ob Cisco in den kommenden Quartalen die Bruttomargen stabilisieren und den KI-Boom weiter in profitables Wachstum ummünzen kann.

Weiterführende Quellen