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Coinbase Quartal mit -$21 Einbruch: Kryptobörse kämpft sich zurück

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13.02.26 16:57 Uhr

Coinbase

Das aktuelle Coinbase Quartal zeigt, wie brutal die Schwankungen am Kryptomarkt auf die Bilanz der größten US-Kryptobörse durchschlagen. Nach einem massiven Gewinneinbruch und hohen Bewertungsverlusten auf das eigene Krypto-Portfolio musste Coinbase tiefrote Zahlen ausweisen – und dennoch legt die Aktie deutlich zu. Wie passt das zusammen und was bedeutet das für Anleger, die auf eine Erholung des Kryptomarktes setzen?

Coinbase Quartal: Wie schwach fiel Q4 wirklich aus?

Coinbase Global, Inc. musste im vierten Quartal 2025 einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Der Nettoumsatz sank im Jahresvergleich um rund 21 Prozent auf 1,78 Milliarden US‑Dollar und lag damit unter den Markterwartungen von etwa 1,85 Milliarden. Besonders ins Gewicht fiel der Einbruch im Kerngeschäft: Die transaktionsbezogenen Erlöse rutschten um fast 37 Prozent auf knapp 983 Millionen Dollar ab und blieben damit ebenfalls unter den Prognosen. Parallel dazu drehte das Ergebnis tief ins Minus – nach acht Quartalen in Folge mit Gewinnen meldete die Kryptobörse nun einen Nettoverlust von 667 Millionen Dollar, verglichen mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden im Vorjahr.

Auf bereinigter Basis kam Coinbase im Coinbase Quartal auf einen Gewinn je Aktie von 0,66 Dollar, deutlich unter Konsensschätzungen um die 0,90 bis 1,00 Dollar. Belastet wurde die Bilanz vor allem durch unrealisierte Verluste auf das eigene Krypto-Portfolio in Höhe von rund 718 Millionen Dollar sowie zusätzliche Abschreibungen auf strategische Beteiligungen von etwa 395 Millionen Dollar. Operativ blieb das Geschäft jedoch profitabel: Das bereinigte EBITDA lag bei 566 Millionen Dollar, wenn auch klar unter den Erwartungen.

Coinbase Global, Inc.: Was steckt hinter dem Gewinneinbruch?

Der Auslöser für das schwache Coinbase Quartal liegt in der heftigen Korrektur am Kryptomarkt. Bitcoin fiel im Schlussquartal 2025 von einem Rekordhoch um die 126.000 Dollar zeitweise um rund 30 Prozent auf unter 88.500 Dollar. Insgesamt schrumpfte die globale Marktkapitalisierung digitaler Assets binnen weniger Monate um weit über eine Billion Dollar. Die Folge: Die Handelsaktivität auf der Plattform blieb deutlich hinter dem Boomjahr 2025 zurück, das Quartalsvolumen sackte auf 215 Milliarden Dollar und damit rund 51 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Besonders schmerzhaft war der Einbruch im lukrativen Privatkunden-Segment, wo die Erlöse aus Consumer-Transaktionen im Quartalsvergleich um zweistellige Raten nachgaben. Viele Nutzer wichen auf günstigere Handelsangebote oder das Abo-Modell Coinbase One mit niedrigeren Gebühren aus. Gleichzeitig kletterten die operativen Aufwendungen im Vergleich zum Vorquartal um rund 9 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar, unter anderem durch höhere Technologie- und Marketingkosten sowie M&A-Aktivitäten. Damit trafen sinkende Erträge und steigende Kosten unglücklich zusammen.

Etwas Stabilität brachte dagegen das wachsende Geschäft mit Abonnements und Dienstleistungen, etwa rund um den Stablecoin USDC. Auf Jahressicht kletterten diese Erlöse auf 2,8 Milliarden Dollar und lagen damit 23 Prozent über dem Vorjahr. Im Coinbase Quartal selbst gaben sie zwar leicht um 3 Prozent auf 727 Millionen Dollar nach, blieben damit aber ein wichtiger Puffer gegen die zyklischen Schwankungen im Handelsgeschäft.

Coinbase Global, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Coinbase Quartal: Wie reagiert die Börse und was sagen Analysten?

Trotz der enttäuschenden Zahlen zeigte die Aktie von Coinbase (COIN) nach anfänglichen Turbulenzen eine volatile Erholung. Nach einem Rutsch auf ein Zweijahrestief um 135 Dollar und Zwischenverlusten von fast 40 Prozent seit Jahresbeginn notiert der Titel am Freitag-Nachmittag wieder bei 162,14 Dollar, ein Plus von knapp 15 Prozent zum Vortag. Marktteilnehmer honorieren vor allem den robusten Cash-Bestand von 11,3 Milliarden Dollar sowie das laufende Aktienrückkaufprogramm, über das 2025 bereits 1,7 Milliarden Dollar in eigene Papiere geflossen sind und das um weitere 2 Milliarden ausgeweitet wurde.

Die Wall Street bleibt jedoch gespalten. JPMorgan hat das Kursziel für Coinbase nach dem Quartalsbericht von 290 auf 252 Dollar reduziert, hält aber an der Einstufung „Overweight“ fest. Zur Begründung verweisen die Analysten auf das schwächere Handelsvolumen, steigende operative Kosten und eine sinkende Take-Rate durch den Trend zu günstigeren Produkten. Etwas optimistischer zeigt sich Canaccord, das sein Ziel von 400 auf 300 Dollar senkte, die Aktie jedoch weiter zum Kauf empfiehlt und insbesondere die Fortschritte bei der internationalen Expansion und im Derivategeschäft hervorhebt.

Kurzfristig dominieren laut mehreren Research-Häusern die Risiken: Die Guidance für das laufende erste Quartal sieht Transaktionserlöse von bislang rund 420 Millionen Dollar vor, während die wiederkehrenden Erträge aus Abos und Services auf 550 bis 630 Millionen Dollar zurückgehen sollen. Vor allem der anhaltende Druck auf Krypto-Preise, geringere Staking-Rewards und regulatorische Unsicherheit in den USA könnten die Margen 2026 weiter belasten.

Coinbase Global, Inc.: Trägt die „Everything Exchange“-Strategie?

CEO Brian Armstrong versucht, den Fokus der Investoren weg von der Schwäche des jüngsten Coinbase Quartal hin zur langfristigen Story zu lenken. Kern ist die Vision der „Everything Exchange“: Über eine Plattform sollen Kunden künftig nicht nur Kryptos, sondern auch Aktien, ETFs, Rohstoffe, Derivate und Prognosekontrakte handeln können. Laut Management hat sich das globale Handelsvolumen und der Marktanteil im vergangenen Jahr bereits verdoppelt, vor allem dank stark wachsender Derivateumsätze und der Integration der übernommenen Deribit-Börse.

Zugleich setzt Coinbase stärker auf Stablecoins und seine eigene Layer‑2‑Blockchain Base, auf der unter anderem AI‑Agenten stabile Wallets nutzen. Nach Unternehmensangaben lag Ende 2025 bereits rund 12 Prozent der weltweiten Krypto-Bestände auf der Plattform – ein wichtiger Burggraben, der sich mit jedem neuen Produkt vergrößern soll. CFO Alesia Haas betont, man wolle die Kosten für Technologie, Vertrieb und Marketing im laufenden Quartal weitgehend stabil halten und Investitionen strikt an klaren Renditechancen ausrichten.

Wir haben schon viele Zyklen wie diesen erlebt, die Adoption wächst weiter und mit der Everything Exchange sind unsere Erlösquellen deutlich breiter aufgestellt als noch im letzten Krypto-Boom.
— Brian Armstrong, CEO von Coinbase Global, Inc.

Fazit

Damit bleibt Coinbase ein zyklischer Profiteur jedes neuen Krypto-Zyklus, versucht sich aber gleichzeitig über Stablecoins, Services und Multi-Asset-Trading unabhängiger von reinen Preisbewegungen zu machen. Ob diese Strategie aufgeht, werden die kommenden Quartale zeigen – beginnend mit dem nächsten Coinbase Quartal im laufenden Jahr, in dem sich der Markt erst noch von der jüngsten Korrektur erholen muss.

Weiterführende Quellen