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10.02.26 17:36 Uhr
Commerzbank AG
Das Commerzbank Jahresergebnis für 2025 sorgt für Gesprächsstoff am Markt: Trotz hoher Restrukturierungskosten übertrifft die Bank ihr Gewinnziel klar, erhöht die Dividende deutlich und legt ein weiteres Aktienrückkaufprogramm auf. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob die Kombination aus Rekordüberschuss, hoher Kapitalrückgabe und strategischem Umbau die Aktie auf ein neues Bewertungsniveau heben kann – oder ob bereits zu viel Optimismus im Kurs eingepreist ist.
Commerzbank Jahresergebnis übertrifft Ziel: Was steckt dahinter?
Die Commerzbank AG hat für 2025 ein vorläufiges IFRS-Nettoergebnis von 2,63 Milliarden Euro ausgewiesen, nach 2,68 Milliarden Euro im Rekordjahr 2024. Damit liegt das Commerzbank Jahresergebnis rund 130 Millionen Euro über dem zuletzt kommunizierten Ziel von 2,5 Milliarden Euro – und das trotz erheblicher Restrukturierungskosten für den Stellenabbau. Bereinigt um diese Aufwendungen erreicht der Überschuss sogar 3 Milliarden Euro, was einem Plus von rund 13 Prozent gegenüber 2024 entspricht und einen neuen Bestwert markiert.
Die Umbaukosten stehen im Zusammenhang mit der im Rahmen der Strategie „Momentum” geplanten Streichung von rund 3.900 Vollzeitstellen bis Ende 2027, davon 3.300 in Deutschland. Für Abfindungen und weitere Strukturmaßnahmen waren einmalig etwa 700 Millionen Euro veranschlagt worden. Ohne diesen Sondereffekt zeigt das Commerzbank Jahresergebnis, dass das operative Geschäft deutlich an Profitabilität gewonnen hat.
Der Markt reagierte zunächst positiv: Zwischenzeitlich zählte die Aktie im DAX zu den stärkeren Werten, bevor die Gewinne im Tagesverlauf größtenteils wieder abgegeben wurden. Aktuell notiert das Papier bei 35,26 Euro und damit leicht unter dem Vortagesschluss von 35,45 Euro.
Commerzbank AG: Dividende steigt deutlich an
Für die Aktionäre der Commerzbank AG ist das Commerzbank Jahresergebnis vor allem wegen der kräftig erhöhten Ausschüttung interessant. Der Vorstand will der Hauptversammlung am 20. Mai 2026 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorschlagen. Im Vorjahr waren es noch 0,65 Euro je Anteilsschein. Das Ausschüttungsvolumen dürfte sich damit auf rund 1,2 Milliarden Euro summieren und liegt damit spürbar über den Markterwartungen, die im Konsens bei etwa 0,97 Euro je Aktie lagen.
Parallel zur Dividende setzt die Bank ihren eingeschlagenen Kurs einer umfassenden Kapitalrückgabe fort. In Summe sollen für das Geschäftsjahr 2025 rund 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner fließen – etwas mehr, als ursprünglich in der Strategie „Momentum” in Aussicht gestellt wurde. Darin enthalten ist ein bereits im Dezember 2025 abgeschlossenes Rückkaufprogramm über rund 1 Milliarde Euro.
Vorstandschefin Bettina Orlopp betont, man wolle die Investorinnen und Investoren am sehr erfolgreichen Jahr teilhaben lassen. Die Kapitalrückgabe entspricht 100 Prozent des Nettoergebnisses vor Restrukturierungsaufwendungen und nach Abzug der AT1-Kuponzahlungen und unterstreicht die aktuelle Ausschüttungspriorität des Hauses.

Commerzbank AG startet sechstes Aktienrückkaufprogramm
Zusätzlich zur Dividende hat der Vorstand einen weiteren Rückkauf eigener Aktien im Volumen von bis zu 540 Millionen Euro beschlossen. Das Programm startet am 12. Februar 2026 und soll spätestens bis zum 26. März 2026 abgeschlossen sein. Die dafür erworbenen Aktien der Commerzbank AG sollen zu einem späteren Zeitpunkt eingezogen werden, was den Gewinn je Aktie strukturell erhöhen dürfte.
Es handelt sich bereits um den sechsten Aktienrückkauf seit 2023 und ist ein zentraler Baustein, um den Kurs zu stützen und die Attraktivität der Aktie im Ringen mit Großaktionär UniCredit zu erhöhen. Die wöchentlichen Fortschritte des Programms will die Bank auf ihrer Website veröffentlichen. Im Zusammenspiel mit der Dividende ergibt sich eine für 2025 außergewöhnlich hohe Gesamtrendite für Anteilseigner.
Analysten hatten im Vorfeld mit einem soliden, aber weniger spektakulären Paket gerechnet. Während konkrete neue Kursziele von Häusern wie Citigroup, RBC Capital Markets oder Goldman Sachs im aktuellen Zahlenpaket noch nicht bekannt wurden, verweisen Marktbeobachter darauf, dass der Überschuss und der Dividendenvorschlag leicht über den Konsensschätzungen liegen. Beim Rückkaufvolumen hätten sich einige Investoren jedoch etwas mehr erhofft, was den verhaltenen Kursverlauf am Nachmittag mit erklärt.
Was bedeutet das Commerzbank Jahresergebnis für UniCredit?
Das starke Commerzbank Jahresergebnis ist auch im Kontext des schwelenden Übernahmekonflikts mit UniCredit zu sehen. Die italienische Bank hält inzwischen gut 26 Prozent direkt an der Commerzbank AG und hat sich über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere gut drei Prozent gesichert. Damit liegt UniCredit knapp unter der Schwelle von 30 Prozent, ab der ein Pflichtangebot fällig wäre. Die Bundesregierung, die rund 12 Prozent der Anteile hält, hat eine Komplettübernahme allerdings klar abgelehnt.
UniCredit-Chef Andrea Orcel betont, ein Zusammenschluss sei weiterhin eine Option, sofern Zeitpunkt und Konditionen passen. Gleichzeitig schreckt der hohe Commerzbank-Aktienkurs vor einem schnellen Vorstoß zurück. Für die Frankfurter Bankführung ist das Commerzbank Jahresergebnis daher auch ein Mittel, die Eigenständigkeit zu untermauern: höhere Profitabilität, attraktive Ausschüttungen und ein kontinuierlicher Abbau von Kosten sollen die Aktie für bestehende Investoren interessant halten und potenzielle Übernehmer bremsen.
Die vollständigen, detaillierten Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 will die Bank am morgigen Mittwoch vorlegen. Dann dürfte sich zeigen, ob die operative Ertragsbasis und die Risikovorsorge das aktuelle Bewertungsniveau rechtfertigen und wie nachhaltig der eingeschlagene Kurs tatsächlich ist.
2025 war für die Commerzbank ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr, und wir möchten unsere Investorinnen und Investoren an diesem Erfolg teilhaben lassen.
— Bettina Orlopp, Vorstandsvorsitzende der Commerzbank AG
Fazit
Das starke Commerzbank Jahresergebnis 2025, kombiniert mit einer deutlich erhöhten Dividende und einem weiteren Aktienrückkauf, unterstreicht die gestiegene Ertragskraft der Bank. Für Anleger ergibt sich damit ein äußerst attraktives Ausschüttungspaket, das die Aktie trotz nur moderater Kursreaktion fundamental stützt. Die nächsten Quartalszahlen und der weitere Umgang mit dem Großaktionär UniCredit werden zeigen, ob die Commerzbank AG ihren Momentum-Kurs erfolgreich fortsetzen kann.