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Deutsche Börse Übernahme: 5,3 Mrd.-Coup mit 3% Rallye

Wie verändert die geplante Übernahme von Allfunds den Kurs der Deutsche Börse AG – operativ wie an der Börse? Der Rekord-Deal über 5,3 Milliarden Euro sorgt für einen deutlichen Kurssprung und könnte das Geschäftsmodell des Börsenbetreibers langfristig verschieben.

Deutsche Börse Übernahme: moderne Konzernzentrale in Frankfurt bei Abendlicht
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€215,70 +3.06%
Stand: 13:37 MEZ

Was steckt hinter der Deutsche Börse Übernahme?

Die Deutsche Börse AG hat nach Börsenschluss die geplante Übernahme der Fondsplattform Allfunds konkretisiert. Der Konzern bietet den Allfunds-Aktionären 8,80 Euro je Aktie, davon 6 Euro in bar, der Rest in eigenen Aktien sowie einer Bardividende. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf rund 5,3 Milliarden Euro und markiert damit die größte Akquisition in der Geschichte des Börsenbetreibers.

Nach Unternehmensangaben sind bereits rund 49 Prozent der Allfunds-Aktien angedient. Die Annahmeschwelle liegt bei 75 Prozent, bevor die Deutsche Börse Übernahme vollständig umgesetzt werden kann. Vorbehaltlich der Freigabe durch die Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden wird der Vollzug der Transaktion in der ersten Jahreshälfte 2027 erwartet.

Allfunds betreibt eine Plattform, über die Fondsanbieter und -vertriebe Investmentfonds handeln und ausführen können. Ergänzt wird das Geschäftsmodell um Datenanalyse-Tools und Compliance-Dienstleistungen. Das über die Plattform verwaltete Vermögen belief sich Ende 2025 auf rund 1,7 Billionen Euro, was die strategische Bedeutung des Ziels für den Ausbau des Buy-Side-Geschäfts der Deutschen Börse unterstreicht.

Wie reagiert die Deutsche Börse Aktie auf den Deal?

Die Aktie der Deutsche Börse AG reagiert am Donnerstag mit einem kräftigen Kursplus. Das Papier notiert zuletzt bei etwa 215,70 Euro, was einem Tagesanstieg von rund 3 Prozent entspricht. Damit gelingt der Aktie nach Monaten der Schwäche ein spürbarer Rebound. Seit Mai hatte der Wert rund ein Drittel verloren und war zwischenzeitlich von knapp unter 300 Euro auf etwas über 200 Euro gefallen.

Operativ erwartet der Konzern aus der Deutsche Börse Übernahme von Allfunds jährliche Kosteneinsparungen von rund 60 Millionen Euro vor Steuern, sobald die Integration vollständig umgesetzt ist. Darüber hinaus soll eine harmonisierte Plattform mit globaler Reichweite entstehen, die es Privatanlegern erleichtern soll, ihre Ersparnisse in Investmentfonds und andere Kapitalanlagen zu investieren. Damit stärkt der Konzern seine Position entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Handel über Clearing und Nachhandel bis hin zu daten- und plattformgetriebenen Services.

Analysten verweisen seit Längerem auf die Robustheit des Geschäftsmodells. Besonders die stabilen Erträge aus Handels-, Clearing- und Nachhandelsaktivitäten gelten als Schutzschild in volatilen Marktphasen. Der jüngste Kursrückgang wurde von Marktbeobachtern vor allem auf Stimmungsfaktoren und eine zeitweise Vernachlässigung im Vergleich zum restlichen europäischen Finanzsektor zurückgeführt.

Deutsche Börse AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Deutsche Börse AG (DB1) – 252-Tage-Chart

Deutsche Börse Übernahme: Was sagen Analysten?

Die Reaktion der Analysten auf die Deutsche Börse Übernahme von Allfunds fällt überwiegend positiv aus. Die US-Bank JPMorgan bestätigt ihre Einstufung für die Aktie der Deutschen Börse mit “Overweight” und belässt das Kursziel bei 298 Euro. Analyst Enrico Bolzoni rechnet mit einem prozentual hohen einstelligen Gewinnbeitrag durch die hinzugekaufte Fondsplattform. Aus seiner Sicht stärkt der Deal die Ertragsbasis des Konzerns und eröffnet mittelfristig zusätzliche Wachstumspfade im Fondsvertrieb.

Auch von anderer Seite wird die Bewertung der Aktie weiterhin als attraktiv eingestuft. Benjamin Goy von der Deutschen Bank betont die anhaltende Stärke des hochwertigen Geschäftsmodells und verweist darauf, dass die Aktie derzeit etwa mit dem 16-fachen des erwarteten Gewinns je Aktie gehandelt wird. Damit liegt die Bewertung rund zehn Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt – aus Sicht des Analysten ein historisch interessanter Einstiegszeitpunkt.

Goy sieht die bisherige Abwertung maßgeblich durch Sentiment getrieben und nicht durch eine Verschlechterung der Fundamentaldaten. Vor diesem Hintergrund könnte die Deutsche Börse Übernahme von Allfunds für viele Investoren als Katalysator wirken, der die Fantasie in der Aktie zurückbringt und den Fokus wieder stärker auf die strukturellen Wachstumschancen legt.

Die robusten Wettbewerbsvorteile im Handels-, Clearing- und Nachhandelsgeschäft bleiben unverändert bestehen.
— Benjamin Goy, Deutsche Bank
Fazit

Unterm Strich unterstreicht die Transaktion den Anspruch der Deutsche Börse AG, sich von einem klassischen Börsenbetreiber zu einem breit aufgestellten Infrastrukturanbieter und Datenhaus zu entwickeln. Gelingt die Integration von Allfunds wie geplant, dürfte der Konzern seine Position im globalen Wettbewerb deutlich stärken.