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Volkswagen Sparprogramm: 60 Milliarden Euro Einsparziel bis 2028

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16.02.26 17:38 Uhr

Volkswagen

Reicht das neue Volkswagen Sparprogramm mit 60 Milliarden Euro Einsparziel, um Renditedruck und Konkurrenz im E-Auto-Markt zu kontern?

Volkswagen AG: Wie hart trifft das neue Sparprogramm den Konzern?

Im Zentrum des neuen Volkswagen Sparprogramms steht das Ziel, die Gewinnschwelle deutlich zu senken. Laut internen Präsentationen an rund 120 Top-Führungskräfte sollen alle Marken und Kostenarten einbezogen werden. Das angestrebte Minus von 20 Prozent bei den Ausgaben summiert sich auf etwa 60 Milliarden Euro bis Ende 2028. Hintergrund sind Renditesorgen: In China schwächelt das Geschäft, in den USA belasten Zölle auf Importfahrzeuge, gleichzeitig steigt der Druck durch neue Wettbewerber im E-Auto-Segment.

Der DAX-Konzern weist zwar einen zuletzt überraschend starken freien Cashflow von rund sechs Milliarden Euro für 2025 aus, steht aber unter Beobachtung der Ratingagenturen. S&P hatte den Ausblick für die Volkswagen AG kurz vor Weihnachten auf „negativ“ gesenkt und damit die Gefahr einer Herabstufung betont. Um die Kennziffern zu stabilisieren, hat Finanzchef Antlitz zusätzliche liquide Mittel unter anderem über den Verkauf von Forderungen gehoben.

Volkswagen AG: Drohen Werksschließungen und weiterer Stellenabbau?

Für Unruhe in der Belegschaft sorgt, dass im Zuge des neuen Volkswagen Sparprogramms nun auch Werksschließungen nicht mehr ausgeschlossen werden. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass sämtliche Standorte und Strukturen auf den Prüfstand kommen könnten. Zudem steht im Raum, dass der bereits vereinbarte Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030 noch nicht das Ende der Personalmaßnahmen sein muss.

Der Betriebsrat widerspricht dem entschieden. Betriebsratschefin Daniela Cavallo bekräftigte im Intranet, mit ihr werde es „keine Werksschließungen“ geben. Sie verweist auf den sogenannten Dezember-Kompromiss 2024 zwischen Unternehmen und Gewerkschaft, der Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich ausschließt. Der Stellenabbau soll demnach weiterhin vor allem über Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen erfolgen. Auch die IG Metall in Niedersachsen pocht auf die Verbindlichkeit dieser Vereinbarung.

Volkswagen AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Volkswagen Sparprogramm: Wie reagiert der Markt auf den verschärften Sparkurs?

An der Börse fällt die unmittelbare Reaktion bislang verhalten aus. Die Vorzugsaktie der Volkswagen AG notiert am Montagnachmittag bei rund 102,30 US-Dollar beziehungsweise etwa 102,60 Euro und damit knapp 0,8 Prozent unter dem Vortag. Vom 52-Wochen-Hoch bei 114,20 Euro ist das Papier damit spürbar entfernt, aber zugleich weit vom Jahrestief bei 81,68 Euro entfernt. Der Bericht über das umfangreiche Volkswagen Sparprogramm löste keinen deutlichen Richtungswechsel aus, vielmehr scheint der Markt die Meldung als Fortsetzung des bekannten Effizienzpfades einzuordnen.

Analystenhäuser wie Citigroup, RBC Capital Markets oder Goldman Sachs sehen die gesamte Branche seit längerem im Spannungsfeld aus hohem Investitionsbedarf in Elektromobilität und Software sowie Margendruck in den Volumenmärkten. Für Investoren könnte das verschärfte Sparpaket ein Signal sein, dass der Konzern konsequenter auf Profitabilität achtet und damit seine Bewertung stützt – vor allem im Vergleich zu agilen Wettbewerbern aus den USA und China. Konkrete neue Einstufungen zu Volkswagen wurden heute jedoch noch nicht publik.

Volkswagen AG: Was bedeutet das Sparprogramm strategisch?

Strategisch setzt der Konzern damit seinen bereits 2023 gestarteten Effizienz- und Profitabilitätskurs fort. Für die Kernmarke VW war damals ein Programm über Ergebnisverbesserungen von rund elf Milliarden Euro beschlossen worden, Ziel ist eine operative Umsatzrendite von 6,5 Prozent. Dieser Zeithorizont wurde inzwischen auf 2029 verlängert, nachdem sich die Umsetzung verzögert hat. Das neue konzernweite Paket legt nun eine zusätzliche Kostenschicht frei, um in konjunkturell schwierigem Umfeld handlungsfähig zu bleiben.

Am 10. März will CEO Blume bei der Vorstellung der Bilanz 2025 einen Zwischenstand zu den laufenden Effizienzmaßnahmen präsentieren. Dann dürfte klarer werden, wo der Fokus der Einschnitte im Rahmen des Volkswagen Sparprogramms konkret liegt – etwa bei Verwaltung, Entwicklung oder Fertigungsnetzwerk. Für Anleger sind neben der Fortschrittsmeldung insbesondere der Ausblick auf Margen, Cashflow und Dividendenpolitik entscheidend.

„Wir müssen die Gewinnschwelle senken.“
— Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG

Fazit

Das Volkswagen Sparprogramm markiert einen weiteren, sehr deutlichen Schritt hin zu mehr Effizienz und geringerer Kostenbasis im gesamten Konzern. Für die Aktie von Volkswagen könnte ein konsequent umgesetzter Sparkurs mittel- bis langfristig stützend wirken, wenn er ohne gravierende Produktionsstörungen gelingt. Die kommende Bilanzpräsentation im März wird zeigen, ob der Konzern das Vertrauen des Kapitalmarkts zurückgewinnen und die Profitabilitätsziele nachhaltig untermauern kann.

Weiterführende Quellen