Wie passt ein Rekordjahr mit zweistelligem Gewinnsprung zu einem Kursrutsch von 7,4 Prozent? Im Fokus steht die GE Aerospace Gewinnprognose 2026 nach Rekordjahr – und die Frage, warum Anleger trotz starker Zahlen Kasse machen.

GE Aerospace Quartal: Wie stark war das Rekordjahr?
GE Aerospace hat für das jüngste GE Aerospace Quartal und das Gesamtjahr eindrucksvolle Zahlen vorgelegt. Der Konzernumsatz kletterte 2025 um 18 Prozent auf 45,9 Milliarden US-Dollar, nachdem die Nachfrage nach Triebwerken und Wartungsleistungen deutlich angezogen hatte. Der Überschuss sprang um 31 Prozent auf 10 Milliarden Dollar und unterstreicht die hohe operative Hebelwirkung des Luftfahrtgeschäfts.
Besonders stark entwickelte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS): Es legte um 38 Prozent auf 6,37 Dollar zu und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen. Hintergrund sind vor allem Rekordauslieferungen bei Triebwerken für die Mittelstreckenjets Airbus A320neo und Boeing 737 Max, bei denen GE Aerospace mit seinem Joint Venture CFM und Partner Safran die gefragten Leap-Triebwerke liefert.
Damit bestätigt das GE Aerospace Quartal den langfristigen Erholungstrend in der zivilen Luftfahrt. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Flugreisen stützt sowohl den Markt für neue Flugzeuge als auch das lukrative Wartungs- und Ersatzteilgeschäft, das mit zunehmenden Flugstunden weiter wächst.
GE Aerospace Gewinnprognose: Was plant der Konzern?
Nach dem Rekordjahr zieht Konzernchef Larry Culp die Erwartungen für 2026 an. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis je Aktie soll im laufenden Jahr auf 7,10 bis 7,40 US-Dollar steigen. Damit peilt GE Aerospace ein zweistelliges Gewinnwachstum gegenüber dem bereits sehr starken Vorjahr an.
Branchenbeobachter hatten beim bereinigten EPS zuvor eher mit einem Wert am unteren Ende dieser Spanne gerechnet. Dass Culp nun eine Bandbreite oberhalb der bisherigen Konsensschätzungen ausgibt, wird als klares Signal gewertet, dass das Management von einer weiterhin robusten Nachfrage ausgeht. Insbesondere die anhaltend hohe Auslastung der Airlines und der Nachholbedarf bei Flottenmodernisierungen sollen die Geschäfte tragen.
Gleichzeitig setzt GE Aerospace auf Effizienzsteigerungen in der Produktion, um Lieferverzögerungen zu verringern und Margen zu stabilisieren. Nach den pandemiebedingten Störungen in Lieferketten und Zuliefernetzwerken bleibt die operative Umsetzung aber ein entscheidender Risikofaktor – ein Aspekt, den Investoren beim Blick auf das GE Aerospace Quartal und den Ausblick genau im Auge behalten.

GE Aerospace Aktie: Warum folgt nach Rekord ein Rutsch?
Am Aktienmarkt sorgten die starken Daten des GE Aerospace Quartal nur kurzfristig für Begeisterung. Im Handel an der New York Stock Exchange liegen die Papiere zuletzt rund 7,4 Prozent im Minus bei 295,00 US-Dollar. Zuvor hatten sie im Jahr 2025 allerdings bereits einen beeindruckenden Kursanstieg von rund 85 Prozent verzeichnet.
Viele Marktteilnehmer werten die Korrektur daher als klassische Gewinnmitnahme nach einer außergewöhnlich starken Rallye. Zwar übertrafen die Ergebnisse im GE Aerospace Quartal wie auch der Gewinnausblick auf 2026 die durchschnittlichen Schätzungen, doch die Erwartungen waren nach dem Kursfeuerwerk entsprechend hoch. Der nun präsentierte Ausblick gilt als solide, aber nicht spektakulär genug, um auf diesem Bewertungsniveau für weiteren kurzfristigen Kaufdruck zu sorgen.
Analysten großer Investmenthäuser wie Citigroup, RBC Capital Markets und Goldman Sachs hatten die Aktie im Vorfeld des Berichts bereits positiv eingeschätzt und den starken strukturellen Rückenwind im Triebwerks- und Servicegeschäft hervorgehoben. Nach dem Kursrutsch dürften nun viele Investoren neu abwägen, ob das Gewinnwachstum der kommenden Jahre die bereits hohe Bewertung rechtfertigt.
Für langfristig orientierte Anleger bleibt GE Aerospace mit seinem fokussierten Luftfahrtprofil ein Kernwert im Sektor. Das aktuelle GE Aerospace Quartal bestätigt die Ertragskraft des Geschäftsmodells, auch wenn kurzfristige Rücksetzer nach der Rallye Teil des normalen Marktverlaufs sind.