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Coca-Cola Quartal Q4 2025: Umsatz-Miss, BODYARMOR-Abschreibung und vorsichtiger 2026-Ausblick verunsichern Anleger

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10.02.26 21:18 Uhr

The Coca-Cola Company

Das aktuelle Coca-Cola Quartal sorgt trotz solider Gewinnentwicklung für Unruhe an der Börse. Während der Konzern beim Ergebnis je Aktie leicht über den Erwartungen lag, verfehlte der Umsatz die Prognosen. Zusätzlich belastet eine fast milliardenschwere Abschreibung auf die Sportgetränkemarke BODYARMOR das operative Ergebnis deutlich. Anleger fragen sich nun, ob der vorsichtige Ausblick für 2026 ein Warnsignal ist – oder eher eine Chance für langfristig orientierte Investoren.

Coca-Cola Quartal: Wie fielen Umsatz und Gewinn aus?

The Coca-Cola Company meldete für das vierte Quartal 2025 Erlöse von 11,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 2 % gegenüber dem Vorjahr. Organisch – also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte – legte der Umsatz um solide 5 % zu. Dennoch blieb Coca-Cola beim Umsatz unter den Markterwartungen von rund 12,0 Milliarden Dollar, was das aktuelle Coca-Cola Quartal deutlich überschattet.

Auf der Ergebnissseite fällt das Bild freundlicher aus: Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 6 % auf 0,58 US-Dollar und lag damit leicht über den Konsensschätzungen von 0,56 bis 0,57 US-Dollar. Unterm Strich erzielte Coca-Cola einen Nettogewinn von rund 2,3 Milliarden Dollar beziehungsweise 0,58 Dollar je Aktie. Damit setzt der Konzern seine Serie kleiner, aber konstanter Gewinnüberraschungen fort, auch wenn der Umsatz-Miss das Sentiment dominiert.

Im Gesamtjahr 2025 kletterte der Umsatz auf 47,9 Milliarden Dollar (+2 %), organisch um 5 %. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 3,00 Dollar (+4 %), während der ausgewiesene Gewinn von 3,04 Dollar je Aktie dank geringerer Sonderbelastungen sogar um 23 % anzog.

Was steckt hinter der BODYARMOR-Belastung bei Coca-Cola?

Der größte Schock im Coca-Cola Quartal ist der Einbruch des operativen Ergebnisses: Es sank im Schlussquartal um 32 %. Hauptgrund ist eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 960 Millionen US-Dollar auf die Sportgetränkemarke BODYARMOR. Dieser Abschreiber drückt das berichtete Ergebnis massiv, ohne das laufende Cashflow-Profil des Kerngeschäfts zu verändern.

Bereinigt um Sondereffekte und auf währungsneutraler Basis zeigt sich ein deutlich stabileres Bild: Das vergleichbare operative Ergebnis legte um 13 % zu. Treiber waren das organische Umsatzwachstum, Preissteigerungen von im Schnitt rund 4 % sowie Kostenkontrolle. Zudem zeigen wichtige Marken Stärke: Das Absatzvolumen von Coca-Cola Zero Sugar stieg im Quartal um 13 %, Diet Coke und Coca-Cola Light legten leicht zu. In Nordamerika wuchsen Volumen und Preise zugleich – die Preise um 4 %, das Volumen um 1 %.

Belastend wirken dagegen mehrere internationale Märkte. In China und Indien bleibt die Nachfrage schwächer als erhofft, in Mexiko dämpft eine neue Softdrink-Steuer die Dynamik. Genau diese Unsicherheiten prägen auch den Ausblick.

The Coca-Cola Company Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Coca-Cola: Wie vorsichtig ist der Ausblick für 2026?

Für 2026 erwartet Coca-Cola ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 5 %. Das liegt leicht unter den rund 5 % Wachstum, die viele Analysten angesetzt hatten. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Management ein Plus von 7 bis 8 % an, nach 9 % Wachstum im Vorjahr. CEO James Quincey spricht von einem „realistischen, aber umsichtigen Ansatz“ angesichts der Unsicherheiten in wichtigen Auslandsmärkten.

An der Börse kommt diese Vorsicht schlecht an: Die Aktie, die seit Jahresbeginn bereits zweistellig zugelegt hatte und jüngst ein Allzeithoch markierte, korrigiert nun. Im US-Handel notiert Coca-Cola mit rund 76,69 Dollar etwa 1,65 % unter dem Vortag und gehört zu den schwächsten Werten im Dow Jones. In Europa liegen die Kurse je nach Handelsplatz rund 2 bis 4 % im Minus.

Dennoch bleibt die Kapitalrückgabe an die Aktionäre ein starkes Argument: 2025 zahlte Coca-Cola 8,8 Milliarden Dollar Dividenden und erhöhte diese zum 63. Mal in Folge. Für 2026 sind etwa 12,2 Milliarden Dollar freien Cashflows geplant, zudem besteht noch eine Aktienrückkauf-Ermächtigung von rund 5,2 Milliarden Dollar.

Wie reagieren Analysten auf das Coca-Cola Quartal?

Trotz der Kursreaktion sehen mehrere Häuser weiter Potenzial. Wells Fargo hebt das Kursziel auf 87 US-Dollar an, Jefferies sogar auf 88 Dollar. Beide verweisen auf die robuste Entwicklung der Kernmarken, den Fokus auf zuckerfreie Getränke und die starke Cashflow-Generierung, auch wenn das Coca-Cola Quartal beim Umsatz enttäuscht hat.

Auf der Wettbewerbsseite investiert PepsiCo verstärkt in gesündere Snacks und funktionale Getränke, während Coca-Cola sein Portfolio mit Protein- und Hydrationsmarken wie Fairlife und BODYARMOR verbreitert und neue Produkte wie prebiotische Limonaden testet. Entscheidend wird sein, ob der zum 31. März antretende neue CEO Henrique Braun die internationale Schwächephasen drehen und das Vertrauen in ein nachhaltiges mittelfristiges Wachstum zurückgewinnen kann.

Wir haben einen realistischen, aber umsichtigen Ansatz in Bezug auf internationale Märkte gewählt, bei denen wir im Laufe des Jahres 2026 Verbesserungen sehen müssen.
— James Quincey, CEO von Coca-Cola

Fazit

Für Anleger bleibt Coca-Cola damit ein klassischer Qualitätswert, der aktuell unter den Nachwirkungen des BODYARMOR-Abschreibers, dem Umsatz-Miss und dem vorsichtigen 2026-Ausblick leidet, zugleich aber mit stabilen Margen, einer attraktiven Dividende und einem defensiven Geschäftsmodell punktet.

Weiterführende Quellen