Wie schafft es SK Hynix Rekordquartal, Gewinn und Umsatz im KI-Boom so drastisch zu steigern? Im Fokus stehen High-Bandwidth-Memory, starke Margen und ein überraschend großzügiges Aktionärsprogramm. Was steckt wirklich hinter dem Höhenflug der Aktie?

Wie stark war das SK Hynix Quartal wirklich?
Im vierten Quartal 2025 erzielte SK Hynix einen operativen Gewinn von 19,2 Billionen Won, der sich damit im Jahresvergleich mehr als verdoppelte und den Analystenkonsens um rund 15 Prozent übertraf. Der Umsatz kletterte auf 32,8 Billionen Won, was einem Plus von etwa zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unter dem Strich sprang der Nettogewinn um 90 Prozent auf 15,2 Billionen Won. Das SK Hynix Quartal bestätigt damit eindrucksvoll, wie stark der KI-Zyklus die gesamte Speicherbranche transformiert.
Der Aktienkurs von SK Hynix (000660.KS) reagierte prompt: In Seoul legten die Papiere am Mittwoch um 5,12 Prozent auf 841.000 Won zu. Seit Herbst haben sich die Aktien des Konzerns im Zuge der KI-Euphorie bereits etwa verdreifacht. Anleger honorieren vor allem die deutlich verbesserte Profitabilität im ehemals stark zyklischen Speichergeschäft.
Was treibt das Wachstum bei SK Hynix im KI-Boom?
Herzstück des aktuellen Booms ist die Rolle von SK Hynix als führender Anbieter von High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. Das Unternehmen gilt als zentraler Lieferant für die HBM-Module in den Beschleunigern von Nvidia und beliefert laut Branchenberichten exklusiv Microsofts maßgeschneiderten KI-Chip Maia 200 mit HBM3E. Die starke Nachfrage nach diesen Speichern sorgt für einen knappen Markt und verleiht Herstellern wie SK Hynix erhebliche Preissetzungsmacht.
Parallel dazu hat der Konzern die Fertigung der nächsten Generation HBM4 in großem Stil gestartet. Im direkten Wettbewerb mit Samsung arbeitet SK Hynix an der Zertifizierung für HBM4-Lieferungen an führende Hyperscaler und KI-Plattformen. Branchenanalysten erwarten, dass insbesondere HBM-Kapazitäten in den kommenden Jahren einen Großteil der verfügbaren Wafer-Produktionsvolumina binden und damit den Angebotsengpass im DRAM- und NAND-Markt verlängern.
Wie profitieren Aktionäre von SK Hynix konkret?
Neben den starken operativen Ergebnissen sticht im SK Hynix Quartal vor allem der umfangreiche Aktionärs-Reward hervor. Das Unternehmen erhöht die Dividende deutlich: Pro Aktie sollen inklusive einer Sonderausschüttung insgesamt 3.000 Won an die Anteilseigner fließen. Zusätzlich plant der Konzern, eigene Aktien im Wert von 12,2 Billionen Won zurückzukaufen und einzuziehen, was rund zwei Prozent der ausstehenden Aktien entspricht.
Darüber hinaus kündigte SK Hynix an, eigene Wachstumsvorhaben in den USA voranzutreiben. Geprüft wird ein Börsengang in den Vereinigten Staaten, auch wenn eine endgültige Entscheidung noch aussteht. Parallel dazu soll in den USA eine auf KI-Rechenzentrums-Lösungen spezialisierte Einheit aufgebaut werden, die auf der übernommenen Speicher-Tochter Solidigm basiert und mit einem Kapitalrahmen von rund 10 Milliarden US-Dollar ausgestattet wird.
Was sagen Analysten zum SK Hynix Ausblick?
Investmentbanken sehen SK Hynix als einen der Hauptprofiteure des globalen KI-Hypes. Analysten der Citigroup rechnen mit einem Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise von DRAM um etwa 120 Prozent und bei NAND um rund 90 Prozent im laufenden Jahr und haben ihr Kursziel für SK Hynix deutlich um 56 Prozent angehoben. Hintergrund ist die Erwartung anhaltend knapper Kapazitäten und hoher Zahlungsbereitschaft von Hyperscalern für HBM-Speicher.
Branchenexperten gehen davon aus, dass der Markt für HBM bis 2030 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 25 Prozent zulegen könnte. SK Hynix investiert entsprechend aggressiv in zusätzliche Kapazitäten, etwa in eine große Chipverpackungsanlage in Cheongju im Volumen von 19 Billionen Won. Für Anleger bleibt das SK Hynix Quartal damit ein Signal, dass der Konzern seine Marktführerschaft in einem strukturell wachsenden Segment weiter ausbaut.
Das SK Hynix Quartal unterstreicht die neue Ertragsstärke des Unternehmens im Zeitalter der KI, unterstützt von Rekordmargen im HBM-Geschäft und einem großzügigen Ausschüttungspaket. Für Investoren sind die Kombination aus Dividendenplus, Aktienrückkauf und wachstumsstarken KI-Umsätzen ein attraktives Gesamtpaket. Entscheidend wird nun, ob SK Hynix den HBM-Vorsprung gegenüber Wettbewerbern wie Samsung halten und den KI-Superzyklus über die nächsten Quartale hinweg in weiteres Gewinnwachstum übersetzen kann.

