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RTX Quartal: +4% Rallye nach Cashflow-Sprung

Wie schafft es die RTX Corporation, nach technischen Rückschlägen mit einem zweistelligen Umsatzplus und massivem Cashflow die Anleger zurückzugewinnen? Und was steckt wirklich hinter dem Rekord-Auftragsbestand und dem optimistischen Ausblick?

RTX Quartal mit starkem Cashflow-Sprung in der Luftfahrt- und Triebwerksfertigung
Erwähnte Aktien
RTX RTX
$201,85 +3.98%
Stand: 21:25 MEZ

RTX Quartal: Wie stark war das Jahresend-Ergebnis?

Im vierten Quartal 2025 steigerte die RTX Corporation den Umsatz um 12 Prozent auf 24,2 Milliarden US‑Dollar. Organisch legten die Erlöse sogar um 14 Prozent zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS, Non‑GAAP) erreichte 1,55 US‑Dollar und lag damit sowohl über den 1,47 US‑Dollar, die der Markt erwartet hatte, als auch leicht über dem Vorjahreswert von 1,54 US‑Dollar. Auf GAAP‑Basis erzielte der Konzern 1,19 US‑Dollar je Aktie, belastet durch akquisitionsbedingte Anpassungen und Restrukturierungen.

Der bereinigte Quartalsgewinn summierte sich auf 2,1 Milliarden US‑Dollar, rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark zeigte sich der Cashflow: Der operative Mittelzufluss belief sich auf 4,2 Milliarden US‑Dollar, woraus ein freier Cashflow von 3,2 Milliarden US‑Dollar resultierte – ein Sprung um mehr als das Fünffache gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Markterwartungen. Dieses RTX Quartal lieferte damit genau die Cash‑Story, auf die viele Investoren nach den technischen Problemen früherer Jahre gewartet hatten.

RTX Quartal: Welche Sparten treiben das Wachstum?

Die Zahlen des RTX Quartal verdeutlichen die Stärke aller drei Kerngeschäftsbereiche. Die Rüstungssparte Raytheon erhöhte den Umsatz im vierten Quartal um sieben Prozent auf 7,66 Milliarden US‑Dollar. Der operative Gewinn lag bei 885 Millionen US‑Dollar und damit klar über den Prognosen. Getrieben wurde das Geschäft von höheren Auslieferungen bei Luft- und Raketenabwehrsystemen wie Patriot, die angesichts geopolitischer Spannungen weiterhin stark nachgefragt werden.

Pratt & Whitney, der Triebwerkshersteller des Konzerns, wuchs im Quartal besonders dynamisch: Die Erlöse schossen um 25 Prozent auf 9,50 Milliarden US‑Dollar nach oben, der operative Gewinn kletterte um mehr als 50 Prozent auf 773 Millionen US‑Dollar. RTX profitierte von steigender Flugaktivität und kräftigen Auslieferungen von GTF‑Triebwerken an Flugzeugbauer wie Airbus. Trotz der anhaltenden Belastungen durch Materialfehler an einigen Turbinen steigt damit die Ertragskraft der Sparte.

Collins Aerospace steuerte 7,74 Milliarden US‑Dollar bei, ein Plus von rund drei Prozent auf bereinigter Basis und acht Prozent organisch. Der operative Gewinn von 1,40 Milliarden US‑Dollar lag etwa 27 Prozent über dem Vorjahr. Die Kombination aus wachsendem zivilen Flugverkehr und robustem Verteidigungsgeschäft macht das RTX Quartal damit zu einem breit abgestützten Wachstumstreiber.

RTX Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
RTX Corporation (RTX) – 252-Tage-Chart

RTX Corporation: Auftragsbestand, Gesamtjahr und Ausblick

Auf Jahressicht erzielte die RTX Corporation 2025 einen Umsatz von 88,6 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von zehn Prozent, bei elf Prozent organischem Wachstum. Der Überschuss stieg um 41 Prozent auf 6,7 Milliarden US‑Dollar. Das bereinigte EPS legte um zehn Prozent auf 6,29 US‑Dollar zu. Der freie Cashflow sprang auf 7,9 Milliarden US‑Dollar und lag damit 3,4 Milliarden US‑Dollar über dem Vorjahr – ein zentraler Vertrauensfaktor für Investoren.

Besonders beeindruckend ist der Auftragsbestand: Ende 2025 standen 268 Milliarden US‑Dollar in den Büchern, davon 161 Milliarden im zivilen Luftfahrtbereich und 107 Milliarden im Verteidigungssegment. Die Book‑to‑Bill‑Ratio von 1,56 im Konzern unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage. Dieses Polster bildet das Fundament für den optimistischen 2026‑Ausblick.

Für 2026 peilt RTX einen bereinigten Umsatz von 92 bis 93 Milliarden US‑Dollar an, was einem organischen Wachstum von fünf bis sechs Prozent entspricht. Das bereinigte EPS soll auf 6,60 bis 6,80 US‑Dollar steigen, der freie Cashflow auf 8,25 bis 8,75 Milliarden US‑Dollar. CEO Chris Calio spricht von „großem Schwung“ zum Start in das neue Jahr und verweist auf hohe Investitionen von mehr als zehn Milliarden US‑Dollar in Kapazitätsausbau, Automatisierung und Forschung.

RTX Quartal: Was bedeutet das für Aktie und Anleger?

Die Börse honorierte das starke RTX Quartal und den Ausblick mit Kursgewinnen: Die Aktie legte im US‑Handel zuletzt rund vier Prozent auf 201,85 US‑Dollar zu und notiert nahe ihrem Rekordniveau. Auf Zwölfmonatsbasis steht ein Plus von etwa 55 Prozent zu Buche. Institutionelle Investoren wie Red Cedar Investment Management haben ihre Positionen ausgebaut, was auf anhaltendes Vertrauen in das Geschäftsmodell schließen lässt.

Gleichzeitig verweisen einige Analysten auf die ambitionierte Bewertung gemessen am freien Cashflow, während andere Häuser das Chancen‑Risiko‑Profil positiv sehen. Entscheidend wird sein, ob RTX die im RTX Quartal gezeigte Margen- und Cashflow‑Dynamik halten und gleichzeitig operative Risiken – etwa bei Pratt & Whitney – weiter eindämmen kann.

RTX erzielte 2025 einen starken Umsatz, ein bereinigtes EPS und einen freien Cashflow, was durch unsere kontinuierliche Fokussierung auf die operative Leistung und Umsetzung ermöglicht wurde.
— Chris Calio, CEO RTX Corporation
Fazit

Das RTX Quartal bestätigt den Turnaround des Konzerns mit starkem Wachstum, Rekord‑Backlog und robustem Cashflow. Für Anleger bleibt die Aktie ein zentraler Hebel auf steigende Verteidigungs- und Luftfahrtbudgets, auch wenn die hohe Bewertung Disziplin bei Neueinstiegen verlangt. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob RTX den eingeschlagenen Wachstumspfad verstetigt und damit weiteres Kurspotenzial eröffnet.

3 PPG Earnings-Fakten: Margen mit Turbo

Wie schafft es PPG Industries, Inc., trotz schwacher Konjunktur die Margen zu steigern und gleichzeitig das Portfolio radikal zu verschlanken? Die aktuellen PPG Earnings geben spannende Einblicke in Strategie, Wachstumstreiber und Kapitalrückflüsse – doch was steckt wirklich dahinter?

Hochmoderne Autolackierwerkstatt symbolisiert starke PPG Earnings im Refinish- und Automotive-Geschäft
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PPG PPG
$112,64 +0.32%
Stand: 23:38 MEZ

Wie stark waren die letzten PPG Earnings wirklich?

PPG Industries, Inc. hat für das Gesamtjahr 2024 ein adjustiertes Ergebnis je Aktie von 7,87 US‑Dollar aus fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Organisch lagen die Umsätze zwar im niedrigen einstelligen Minusbereich, doch das Unternehmen verbesserte seine Profitabilität deutlich: Die Segment-EBITDA-Margen der Bereiche Global Architectural Coatings und Performance Coatings erreichten 2024 Niveaus von rund oder über 20 Prozent, während Industrial Coatings trotz schwacher Konjunktur bei 16 Prozent lag. Im ersten Quartal 2025 setzten sich diese positiven PPG Earnings‑Trends fort. Bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden US‑Dollar, belastet durch Währungseffekte und Desinvestitionen, erzielte PPG eine Segment-EBITDA-Marge von 19,4 Prozent und ein adjustiertes EPS von 1,72 US‑Dollar. Gleichzeitig nutzte das Management die starke Bilanz, um rund 400 Millionen US‑Dollar in eigenen Aktien zurückzukaufen.

Wie verändert PPG Industries seine Portfolio-Strategie?

Ein Kern der aktuellen PPG Earnings‑Story ist die Portfoliobereinigung. 2024 trennte sich PPG sowohl vom Silicas-Geschäft als auch vom margenschwachen Geschäft mit Architectural Coatings in den USA und Kanada. Diese Bereiche werden nun als aufgegebene Geschäftsaktivitäten geführt. Das Management um CEO Tim Knavish betont, dass diese Schritte die operative Marge anheben und das Unternehmen fokussierter machen. Pro forma wären die Volumenentwicklung sowie die Margen in den verbleibenden Segmenten über die vergangenen Jahre sichtbar besser ausgefallen. Parallel laufen ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm mit vorgesehenen Einsparungen von rund 175 Millionen US‑Dollar und strukturelle Anpassungen in Europa. Das Ziel: nachhaltige organische Wachstumsfähigkeit bei gleichzeitig „Top‑Tier“-EBITDA-Margen. Für 2025 peilt PPG einen adjustierten Gewinn je Aktie von 7,75 bis 8,05 US‑Dollar an, wobei ein Großteil des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte erwartet wird.

PPG Earnings: Wo entstehen die wichtigsten Wachstumsfelder?

Hinter den PPG Earnings stehen deutliche Unterschiede nach Regionen und Segmenten. In Q1 2025 legten die organischen Umsätze weltweit zu, getragen von steigenden Volumina und Preisen. Besonders dynamisch entwickelte sich Asien mit kräftigem Wachstum in China, Indien und Vietnam. In den USA gelang nach sechs schwachen Quartalen ein organisches Plus von 4 Prozent, vor allem dank Marktanteilsgewinnen und besserer Industrieproduktion. Lateinamerika zeigte leichtes Wachstum, gebremst durch eine Projektpause in Mexiko, während Europa mit minus 1 Prozent zwar noch schrumpfte, aber eine klare Stabilisierungstendenz aufwies. Auf Segmentebene bleibt Performance Coatings der Wachstumstreiber: Aerospace lieferte zweistellige organische Zuwächse und Rekordumsätze bei einem stabilen Auftragsbestand von rund 300 Millionen US‑Dollar, Protective & Marine Coatings verbuchte bereits das achte Quartal in Folge zweistellige organische Zuwächse. Refinish profitierte in den USA von mittleren einstelligen Volumensteigerungen, und im Traffic‑Solutions‑Geschäft sorgten Infrastrukturprogramme für Umsatzplus.

Welche neuen Partnerschaften treiben PPG Industries an?

Die jüngsten Nachrichten unterstreichen, dass die PPG Earnings zunehmend von strukturellem Wachstum in Kernmärkten getragen werden. So wurde PPG als alleiniger Lieferant von Autoreparaturlacken für das Netzwerk von Quality Collision Group mit mehr als 95 Karosserie- und Lackierbetrieben in 13 US‑Bundesstaaten ausgewählt. Neben Premium-Lacken liefert PPG digitale Tools, technisches Know‑how und Schulungen, was die Position im margenstarken Refinish-Geschäft festigt. Ergänzend bringt die Tochter SEM Products gemeinsam mit 4PLASTIC ein neues System zur Texturaufbereitung von Kunststoffoberflächen auf den Markt, das Werkstätten eine schnellere, OEM‑gerechte Reparatur ermöglicht. Solche Initiativen stärken die Preissetzungsmacht und stützen damit künftige PPG Earnings. Auf Investorenseite bleibt das Bild gemischt: Während neue Investoren wie Rakuten Investment Management Positionen im dreistelligen Millionenbereich aufbauen, reduzieren andere Adressen und auch CFO Vincent Morales durch Aktienverkäufe ihre Exponierung geringfügig – ein Hinweis auf selektive, aber keineswegs panische Umschichtungen.

Fazit

Insgesamt zeigen die jüngsten PPG Earnings eine Kombination aus steigenden Margen, fokussiertem Portfolio und gezielten Wachstumsinvestitionen. Für Anleger bleibt PPG Industries, Inc. damit ein klassischer Qualitätswert, bei dem stabile Dividenden und Aktienrückkäufe die Seitwärtsphasen der Aktie abfedern. Die nächsten PPG Earnings werden entscheidend sein, ob organisches Wachstum und Margen auf dem hohen Niveau gehalten oder sogar ausgebaut werden – wer auf defensive Industrie-Exposure mit Dividendenschwerpunkt setzt, sollte den Titel aufmerksam weiterverfolgen.