FOREXSIGNALE MAGAZIN

DAS ONLINE-MAGAZIN FÜR TRADER

Intel KI-Strategie: +10,5% Rallye als Wendepunkt?

Kann die Intel Corporation mit ihrer neuen KI-Strategie das Blatt im Chip-Wettlauf wenden? Nvidia- und Apple-Aufträge, 18A-Technologie und ein Kursplus von über 10 % sorgen für Aufsehen – doch reicht das für ein nachhaltiges Comeback?

Hightech-Halbleiterfertigung und Rechenzentrum im Fokus der Intel KI-Strategie
Erwähnte Aktien
INTC INTC
$48,55 +10.52%
Stand: 20:23 MEZ

Intel KI-Strategie: Startet jetzt die KI-Wende?

Unter CEO Lip-Bu Tan versucht Intel Corporation, seine Rolle im KI-Zeitalter neu zu definieren. Nach Jahren, in denen Wettbewerber wie AMD, Nvidia und TSMC technologisch vorbeizogen, setzt die Intel KI-Strategie nun auf eine Kombination aus eigenen KI-Chips, Foundry-Dienstleistungen und engen Partnerschaften mit Branchenführern. Der Markt honoriert diese Neuausrichtung: Die Aktie hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt und legt heute zweistellig zu.

Im Zentrum stehen neue GPU-Lösungen für Rechenzentren, ein auf KI ausgerichtetes PC-Ökosystem sowie der Ausbau der Fertigungskapazitäten in den USA und Europa. Gleichzeitig bleibt Intel operativ noch im Umbau: 2025 stagnierte der Umsatz bei rund 53 Milliarden US‑Dollar, unter dem Strich stand dennoch ein Verlust von 267 Millionen US‑Dollar. Dennoch sehen viele Investoren die aktuelle Schwächephase als Investitionszyklus, der die Basis für zukünftiges KI-Wachstum legen soll.

Intel und Nvidia/Apple: Wie stark sind die Aufträge?

Für Rückenwind sorgt ein Bericht, wonach Nvidia und Apple ab dem Ende dieses Jahrzehnts Teile ihrer Chipfertigung zu Intel verlagern wollen. Demnach könnten zunächst “low volume, low-tier, non-core” Chips sowie Packaging-Aufträge bei Intel landen, während TSMC Kernprodukte weiter fertigt. Speziell bei Nvidia ist von Arbeiten an der Nachfolgegeneration der Rubin-GPUs, den Feynman-Chips, die Rede – inklusive eines möglichen Intel-Anteils von bis zu 25 % bei Packaging und I/O-Die-Fertigung.

Parallel dazu hat Nvidia bereits rund 5 Milliarden US‑Dollar in Intel investiert, was als strategisches Signal zugunsten eines zweiten großen Foundry-Partners interpretiert wird. Börsianer werten diese Entwicklungen als Bestätigung dafür, dass die Intel KI-Strategie im Foundry-Bereich ernst genommen wird und das Unternehmen künftig eine wichtigere Rolle in globalen KI-Lieferketten spielen könnte.

Allerdings bleibt der finanzielle Effekt kurzfristig begrenzt: Größere Umsätze aus diesen Kooperationen werden eher nach 2027 erwartet. Analysten verweisen zudem darauf, dass Intel derzeit noch unprofitabel ist und weiterhin Cash verbrennt – ein Risiko, das Anleger im Blick behalten müssen.

Intel Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Intel Corporation (INTC) – 252-Tage-Chart

Intel 18A und AI-PCs: Reicht das für Wachstum?

Technologisch setzt die Intel KI-Strategie stark auf den neuen 18A-Prozess. Auf der CES in Las Vegas präsentierte Intel seine erste AI-PC-Plattform auf Basis dieser Technologie. Dank Backside-Power-Delivery-Architektur verspricht der Konzern einen Effizienzvorteil gegenüber Chips, die bei TSMC gefertigt werden. Ziel ist es, KI-Funktionen wie lokale Sprachmodelle, Bildgenerierung und Videobearbeitung direkt auf dem Endgerät zu beschleunigen – ein Markt, in dem Intel seine PC-Dominanz in die KI-Ära übertragen will.

Im Rechenzentrum adressiert Intel mit der GPU-Familie “Crescent Island” insbesondere KI-Inferenz-Workloads, also das Ausführen bereits trainierter Modelle. Die Kombination aus hoher Speicherbandbreite und energieeffizientem Design soll Hyperscaler ansprechen, die nach Alternativen zum Nvidia-Duopol suchen. Dennoch verliert Intel im klassischen CPU- und Servergeschäft weiter Marktanteile, während AMD und Nvidia im KI-Training dominieren. Ob die Intel KI-Strategie hier mittelfristig Boden gutmacht, hängt von der Akzeptanz der neuen Produkte und der Stabilisierung der Lieferketten ab, nachdem Kapazitätsengpässe zuletzt das Wachstum gebremst hatten.

Intel Aktie: Wie urteilen Anleger und Analysten?

Die heutige Kursrally von über 10 % reiht sich in eine Phase hoher Volatilität ein. Optionsdaten zeigen verstärkte Aktivität großer Adressen, die sowohl auf weiter steigende Kurse als auch auf Rücksetzer setzen. Für zusätzlichen Vertrauensschub sorgt ein Aktienkauf von CFO David Zinsner, der laut Meldungen rund 250.000 US‑Dollar in Intel-Papiere investiert hat. Insiderkäufe dieser Größenordnung werden häufig als positives Signal gewertet, dass das Management an die eigene Intel KI-Strategie glaubt.

Auf der Analystenseite bleiben die Einschätzungen gemischt. Truist Financial führt Intel mit einem Hold-Rating und signalisiert damit Zurückhaltung angesichts begrenzten Wachstums und anhaltender Verluste. Andere Häuser verweisen auf die im Branchenvergleich niedrige Bewertungskennzahl beim Kurs-Umsatz-Verhältnis, sehen aber operative Risiken, falls große Foundry-Aufträge von Nvidia oder Apple doch kleiner ausfallen oder sich verzögern. Insgesamt bewegt sich der Konsens derzeit zwischen “Halten” und selektiven Kaufempfehlungen für langfristig orientierte Investoren.

Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die Intel KI-Strategie in den kommenden Quartalen zu messbarem Umsatz- und Margenwachstum führt. Gelingt es, die 18A-Technologie zu skalieren, Foundry-Aufträge großer Kunden zu verankern und gleichzeitig im KI-CPU- und GPU-Markt wieder Marktanteile zu gewinnen, könnte der aktuelle Kursanstieg der Beginn einer nachhaltigen Neubewertung sein. Andernfalls droht nach der starken Rally eine längere Phase der Konsolidierung.

Fazit

Im Fazit zeigt sich: Die Intel KI-Strategie verbindet technologische Erneuerung mit strategischen Partnerschaften und macht den Konzern wieder zu einem ernstzunehmenden Spieler im globalen KI-Ökosystem. Für Anleger eröffnet sich damit ein chancenreiches, aber nicht risikofreies Turnaround-Szenario. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Intel die hohen Erwartungen erfüllt und die Aktie ihren neu gewonnenen Schwung halten kann.

Intel Quartal schockt: Aktie crasht nachbörslich 11,6 % auf 48 Dollar

Wie kann das Intel Quartal gleichzeitig Gewinnsprung und Kursrutsch auslösen? Das neue Zahlenwerk zeigt starke Nachfrage, aber auch einen kritischen Engpass in der eigenen Fertigung. Was das für Anleger im KI-Zyklus bedeutet, lesen Sie hier.

Volatiler Aktienchart vor Rechenzentrum symbolisiert Intel Quartal mit KI-Boom und Produktionsengpässen
Erwähnte Aktien
INTC INTC
$47,96 +0.13%
Stand: 07:50 MEZ

Was steckt wirklich hinter dem Intel Quartal?

Im abgelaufenen Intel Quartal Q4 2025 setzte der Konzern 13,7 Milliarden US‑Dollar um, ein Rückgang von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber leicht über den Markterwartungen von etwa 13,4 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie lieferte Intel Corporation mit 0,15 US‑Dollar deutlich mehr als die im Konsens erwarteten 0,08 US‑Dollar. Damit bestätigte der Chipriese den operativen Turnaround nach einem schwierigen Vorjahr und konnte die hohe Erwartungshaltung an die kurzfristige Profitabilität zunächst erfüllen.

Auf Segmentebene zeigte sich ein gemischtes Bild: Die für klassische PCs zuständige Client‑Computing‑Sparte erzielte 8,2 Milliarden Dollar und lag damit knapp unter den Schätzungen. Deutlich besser lief es im Bereich Data Center und KI, der auf 4,7 Milliarden Dollar Umsatz kam und die Analystenprognosen übertraf. Die Foundry‑Sparte steuerte 4,5 Milliarden Dollar bei, ein Plus von knapp vier Prozent im Jahresvergleich – ein wichtiger Baustein für die strategische Neupositionierung des Konzerns als Auftragsfertiger.

Warum fällt die Intel Aktie trotz Gewinnsprung?

Der Kurseinbruch nach dem Intel Quartal ist vor allem auf den enttäuschenden Ausblick für das erste Quartal 2026 zurückzuführen. Intel Corporation rechnet mit Erlösen zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden US‑Dollar. Der Mittelwert liegt damit unter den Konsenserwartungen von gut 12,5 bis 12,6 Milliarden Dollar. Noch deutlicher fiel die Lücke beim bereinigten Gewinn aus: Das Management stellt lediglich ein ausgeglichenes EPS in Aussicht, während der Markt zuvor mit rund 5 bis 8 Cent je Aktie kalkuliert hatte.

Finanzchef David Zinsner betonte, dass vor allem fehlende Produktionskapazitäten und schwache Fertigungsausbeuten (Yields) die Entwicklung im ersten Quartal bremsen. Man erwarte, dass das verfügbare Angebot im Q1 seinen Tiefpunkt erreiche und sich ab Q2 stufenweise verbessere. Die Nachfrage in den Kernmärkten – insbesondere bei Rechenzentren und KI‑Workloads – gelte dagegen als robust; die Bremse liege klar auf der Angebotsseite.

Intel Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Intel Corporation (INTC) – 252-Tage-Chart

Intel Quartal: Wie hart treffen KI-Lieferengpässe?

Das Intel Quartal legt offen, wie sehr der Konzern unter der eigenen Fertigung hängt. CEO Lip‑Bu Tan räumte ein, dass die Produktionsausbeuten noch nicht seinen Ansprüchen genügen und man damit Chancen im Markt verpasst habe. Hinzu kommt ein branchenweiter Engpass bei Speicherchips, der die PC‑Produktion einschränkt und damit indirekt auch die Stückzahlen von Prozessoren mit Intel‑Technologie limitiert.

Im Data‑Center‑ und KI‑Geschäft profitiert Intel Corporation zwar von einer starken Nachfrage nach x86‑CPUs als Ergänzung zu spezialisierten Beschleunigern von Wettbewerbern wie Nvidia. Gleichzeitig muss das Unternehmen aber Prioritäten setzen und Kapazitäten vorrangig in dieses margenstärkere Segment lenken. Für das klassische PC‑Geschäft bedeutet das zumindest kurzfristig zusätzlichen Druck auf die Auslieferungen.

Positiv hervorzuheben ist, dass Intel im wachstumsstarken Bereich maßgeschneiderter ASIC‑Lösungen für Cloud‑ und Netzwerkkunden weiter Boden gutmacht und bereits auf einen jährlichen Umsatzlauf von rund einer Milliarde Dollar kommt. Dieses Feld eröffnet eine zusätzliche Chance, sich gegenüber Broadcom und Marvell neu zu positionieren.

Wie bewerten Analysten das Intel Quartal jetzt?

Nach dem Intel Quartal bleibt das Lager der Analysten gespalten. Häuser wie Zacks Investment Research werten die klaren Ergebnisüberraschungen bei Umsatz und EPS im vierten Quartal positiv, verweisen aber zugleich auf die hohe Bewertung nach dem vorangegangenen Kursanstieg von über 140 Prozent binnen eines Jahres. Andere Marktbeobachter betonen, dass die nun sichtbar gewordenen Lieferengpässe das ohnehin ambitionierte Turnaround‑Narrativ auf die Probe stellen.

Im Fokus steht dabei die Frage, ob Intel Corporation seine Roadmap in der Fertigung – inklusive der 18A‑ und späteren 14A‑Technologie – ohne weitere Verzögerungen umsetzen kann. Gelingt der Kapazitätsausbau wie angekündigt ab dem zweiten Quartal, könnte das aktuelle Kursminus vor allem ein Verdauungsschlag nach der Rally sein. Bleiben jedoch operative Rückschläge oder erneute Engpässe, droht den optimistischen Langfristprognosen ein deutlicher Dämpfer.

Unsere verfügbaren Kapazitäten werden im ersten Quartal ihren Tiefpunkt erreichen, bevor sie sich im zweiten Quartal und darüber hinaus verbessern.
— David Zinsner, CFO Intel
Fazit

Für Anleger bedeutet das: Das Intel Quartal liefert zwar den Beweis für intakte Nachfrage und bessere kurzfristige Profitabilität, legt aber gleichzeitig die größte Schwachstelle offen – die eigene Fertigung. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob der Konzern diesen Flaschenhals schnell genug beseitigt, um den aktuellen Bewertungsaufschlag im KI‑Zyklus zu rechtfertigen.

Intel Foundry: +3,3% Rallye und 65-$-Wendepunkt

Steht die Intel Corporation Foundry-Wende und Analysten-Upgrades vor einem echten Comeback im KI-Zeitalter? Die Aktie legt um +3,3 % zu, Analysten heben Kursziele deutlich an – doch traegt die neue Foundry-Strategie wirklich bis zum nächsten Hoch?

Intel Foundry Werk im Bau in Ohio als Symbol für strategischen Ausbau
Erwähnte Aktien
INTC Intel
$49.63 +3.34%
Stand: 07:54 MEZ

Wird die Intel Foundry zum strategischen Wendepunkt?

Nach zwei schwierigen Jahren mit Verzoegerungen, hohen Investitionen und maessiger Auslastung scheint sich die Lage für die Intel Foundry im Jahr 2026 spuerbar aufzuhellen. Das Management setzt weiter auf den Aufbau eines weltmarktfuehrenden Auftragsfertigers, der die Abhaengigkeit der USA von TSMC verringern soll. Besonders im Fokus stehen die neuen High-End-Knoten 18A und 14A sowie der lange verschobene Fabrikkomplex in Ohio, in den urspruenglich rund 28 Milliarden Dollar fliessen sollten.

Waerend Intel 18A in Arizona anlief und anfangs mit Ausbeuteproblemen kaempfte, berichten Analysten inzwischen von Yields jenseits von 60 Prozent – ausreichen, um den Start der neuen Panther-Lake-PC-Prozessoren zu stützen. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise, dass die nächste Generation Intel 14A nicht nur intern, sondern auch für externe Kunden zu einem Meilenstein werden könnte. CEO Lip-Bu Tan sprach kürzlich davon, man gehe „big time in 14A“ und sehe deutliche Fortschritte bei Erträgen und IP-Portfolio.

Neue Stellenausschreibungen beim Bauunternehmen der Ohio-Fabs lassen zudem vermuten, dass Intel versucht, den Zeitplan Richtung 2028/2029 vorzuziehen – ein wichtiger Baustein, damit die Intel Foundry rechtzeitig Kapazitaeten für potenzielle Grosskunden bereithalten kann.

Wie treiben Analysten-Upgrades die Intel-KI-Fantasie?

An der Wall Street hat der Stimmungsumschwung bereits begonnen. Seaport Research Partners vergab jüngst ein Kaufvotum und sieht Intel bei 65 Dollar, was einem Aufschlag von mehr als 30 Prozent entspricht. Die Analysten erwarten, dass die Panther-Lake-Prozessoren im PC-Markt wieder Marktanteile zurueckerobern und damit die Auslastung der Werke verbessern. Parallel dazu dürfte der KI-Boom für eine starke Nachfrage nach Server-CPUs sorgen.

Auch HSBC zeigte sich optimistischer und stufte die Aktie von „Reduced“ auf „Hold“ hoch, das Kursziel wurde nahezu verdoppelt und liegt nun im Bereich um 50 Dollar. HSBC-Analyst Frank Lee verweist insbesondere auf das Konzept der „Agentic AI“: Sobald KI-Systeme von simplen Assistenten zu autonomen Agenten werden, steige der Bedarf an klassischer Rechenleistung in Rechenzentren massiv. Lee erwartet daher, dass das Wachstum im Server-Geschäft 2026 deutlich über den bisher von vielen Prognosen unterstellten 4 bis 6 Prozent liegen könnte.

Zusammen mit den starken Kursgewinnen seit Jahresbeginn – rund 30 Prozent plus – hat Intel sich damit vom Schlusslicht zum Outperformer im Dow Jones gewandelt. Charttechnisch steht die Aktie in der Naehe eines wichtigen Widerstandsbereichs um 45 bis 50 Dollar, der frueher als Unterstützung fungierte. Ein nachhaltiger Ausbruch könnte den Weg in Richtung des frueheren Hochs bei etwa 70 Dollar öffnen, sofern die Intel Foundry Story verfaengt.

Intel Corporation Foundry-Wende und Analysten-Upgrades Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Intel Corporation Foundry-Wende und Analysten-Upgrades (INTC) – 252-Tage-Chart

Intel Foundry: Wie berechtigt ist die neue Bullenstimmung?

Nicht alle Beobachter teilen den neuen Optimismus. RBC Capital Markets hat Intel jüngst mit „Sector Perform“ und einem Kursziel von 50 Dollar eingestuft. Die Analysten erkennen zwar eine staerkere Bilanz und verbesserte PC- und Server-Nachfrage, pochen jedoch auf harte Belege für steigende Bruttomargen und eine nachhaltige operative Wende in der Intel Foundry, bevor sie eine klar positive Haltung einnehmen. Zudem warnen sie vor Gegenwind durch höhere Speicherpreise und mögliche Engpaesse auf der Lieferkette.

Auch einzelne Strategen verweisen darauf, dass die Aktie nach der Rally gemessen am erwarteten Gewinn mit einem Multiplikator von rund 26,5 über ihrem historischen Durchschnitt notiert. Der Titel werde damit zwar immer noch als moegliches Value-Play im Vergleich zu Hochbeta-Namen wie Nvidia oder AMD gesehen, sei aber zunehmend auf den Nachweis angewiesen, dass die Intel Foundry tatsaechlich zu einem profitablen Standbein avanciert.

Gleichzeitig waechst jedoch der Chor der Bullen, die Intels Fertigung erstmals seit einem Jahrzehnt wieder als ernsthaft wettbewerbsfähig oder zumindest klar lebensfaehig einstufen. Neue Packaging-Deals – unter anderem im Umfeld von Nvidia – sowie die politische Rueckendeckung aus Washington für mehr heimische High-End-Kapazitaeten erhöhen die Chance, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren konkrete Wafer-Vertraege mit Grosskunden abgeschlossen werden. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass gerade 2026 das Jahr der Ankuendigungen wird.

Vor diesem Hintergrund steigt die Spannung vor den anstehenden Q4-Zahlen am Donnerstag nach US-Boersenschluss. Optionen preisen bereits eine Kursbewegung von knapp 9 Prozent ein – ein Zeichen, wie entscheidend Investoren die kommenden Aussagen zum Agentic-AI-Geschäft und zur roadmap der Intel Foundry einschaetzen.

„Wir gehen big time in 14A – bei Erträgen und IP-Portfolio sehen wir grossartige Dynamik, um Kunden optimal zu bedienen.“
— Lip-Bu Tan, CEO von Intel
Fazit

Intel nutzt die aktuelle KI-Welle und die strategische Neuausrichtung der Intel Foundry, um sich als US-Chip-Champion neu zu positionieren. Für Anleger bleibt die Aktie ein spekulativer Wende- und Kapazitaets-Play, das stark von weiteren Foundry-Auftraegen und Margenfortschritten abhaengt. Die nächsten Quartalsupdates und mögliche Grosskunden-Deals werden zeigen, ob der Aufbruch nachhaltig ist und der Ausbruch über die Widerstandszone gelingen kann.

Intel Aktie: 52‑Wochen-Hoch – 3 Gründe, warum Intel jetzt wieder angreift

Die Intel Corporation meldet sich mit einem neuen 52‑Wochen-Hoch eindrucksvoll zurück. Die Intel Aktie profitiert von frischem KI-Fantasie, starken Analystenkommentaren und Spekulationen um eine mögliche Rückkehr von Apple als Partner.

Intel Zentrale bei Abendlicht, Symbolbild für die Intel Aktie auf 52‑Wochen-Hoch
Erwähnte Aktien
INTC Intel
$48,37 +0.10%
Stand: 22:46 MEZ

Warum steigt die Intel Aktie so stark?

Die Aktien von Intel Corporation (INTC) haben am Donnerstag ein neues 52‑Wochen-Hoch erreicht. Vom Tiefpunkt im Vorjahr bei rund 20 US-Dollar hat sich der Kurs zeitweise in Richtung 50 US-Dollar nahezu verdoppelt, bevor er zuletzt bei 48,37 US-Dollar schloss. Charttechnisch ist Intel damit aus einem langfristigen Abwärtstrend seit dem Hoch 2021 nach oben ausgebrochen – für viele Marktteilnehmer ein klares Signal, dass der Markt an eine nachhaltige Erholung glaubt.

Ein wesentlicher Kurstreiber ist die wiederentdeckte Rolle von Intel im KI-Zeitalter. Laut aktuellen Marktkommentaren gehört der Konzern wieder zu den Chip-Werten, die Investoren “auf alle Fälle im Auge behalten müssen”, nachdem Intel lange als abgeschlagen gegenüber Wettbewerbern wie NVIDIA, AMD und Qualcomm galt. Die Intel Aktie profitiert davon, dass der Markt die Sanierungsbemühungen zunehmend ernst nimmt.

Gleichzeitig sorgt die Neubewertung durch Analysten für zusätzliche Aufmerksamkeit: Die Citigroup hat ihr Kursziel für Intel auf 50 US-Dollar angehoben und unterstreicht damit den jüngsten Aufwärtstrend. Dies nährt die Hoffnung, dass die Intel Aktie mittelfristig weiteres Potenzial besitzt – auch wenn nicht alle Häuser so optimistisch sind.

Intel Aktie und KI-Laptop-Chip: Was steckt dahinter?

Ein zentraler Grund für die aktuelle Rally ist der neue Hochleistungs-Laptop-Chip, der auf der diesjährigen Technologie-Messe CES vorgestellt wurde und die Fantasie der Anleger anheizt. Dieser Prozessor ist der erste Chip, den Intel auf seiner neuen 18A-Plattform auf den Markt bringt – einer Schlüsseltechnologie, an der der Konzern seit Jahren arbeitet und die als Herzstück der laufenden Sanierung gilt.

Besonders hervorstechend sind die Leistungsdaten, die kommuniziert wurden: Intel spricht von bis zu 27 Stunden Akkulaufzeit in entsprechenden Geräten. Das wäre besser als das, was Nutzer derzeit typischerweise von einem MacBook Air oder MacBook Pro kennen. Apple hat das Zusammenspiel aus Performance und langer Akkulaufzeit in den vergangenen Jahren geprägt, AMD und Qualcomm haben nachgezogen – Intel hingegen galt hier als zurückgefallen.

Der neue Chip soll diese Lücke schließen. Erste Hands-on-Eindrücke beschrieben die Spieleleistung als “überwältigend” – eine Performance, die man bisher von keinem Intel-Chip und auch keinem anderen Notebook-Prozessor erwartet hätte. Parallel dazu hebt etwa eine Analyse von Zacks hervor, dass Intel seine Position bei AI-PCs mit neuen Core-Ultra-Chips und On-Device-KI-Funktionen ausbaut und so versucht, das PC-Geschäft neu zu beleben.

Kommt Apple zur Intel Corporation zurück?

Für zusätzliche Spekulationen rund um die Intel Aktie sorgen Berichte über eine potenzielle Wiederannäherung an Apple. Intel war früher Zulieferer für die MacBook-Prozessoren, verlor diesen prestigeträchtigen Auftrag jedoch, weil Apple mehr Kontrolle über das Chip-Design wollte und auf eigene M‑Chips wechselte. Nun wird darüber berichtet, dass Intel und Apple wieder im Gespräch sein könnten.

Hintergrund ist die Kombination aus Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz des neuen Intel-Chips, die Apple theoretisch wieder attraktiv finden könnte – sei es als Kunde oder sogar in Form einer strategischen Beteiligung. Ergänzt werden diese Gerüchte durch eine beiläufige Bemerkung des früheren US-Präsidenten Donald Trump bei einem Medienauftritt, wonach Intel Apple helfen könnte. Konkrete Vereinbarungen sind bislang nicht bekannt, doch allein die Möglichkeit eines Apple-Comebacks wird vom Markt als gewaltiger Hebel für das Image und die Auftragslage von Intel interpretiert.

Hinzu kommt: Ein aktueller Beitrag von Invezz argumentiert, dass eine jüngste Warnung von TSMC gegenüber Großkunden wie NVIDIA und Broadcom die strategische Attraktivität von Intel als alternativen Fertiger unterstreicht. Vor diesem Hintergrund könnte eine Rückkehr von Apple zu Intel über den PC-Bereich hinaus Signalwirkung für weitere Großkunden haben – ein Szenario, das die Intel Aktie zusätzlich befeuert.

Wie bewerten Analysten die Intel Aktie aktuell?

Die Analystenlage zu Intel ist allerdings gespalten. Auf der einen Seite steht die Citigroup, die das Kursziel jüngst auf 50 US-Dollar angehoben hat und damit das aktuelle Kursniveau faktisch bestätigt. Die Citigroup verweist auf den laufenden Turnaround und den Ausbruch aus dem Abwärtstrend, der aus Bewertungssicht weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen könnte.

Auf der anderen Seite bleibt RBC Capital Markets trotz der operativen Fortschritte skeptisch. Analyst Srini Pajjuri argumentiert, dass sich das Geschäft von Intel zwar verbessere und die Aktie auf einem Zwei-Jahres-Hoch notiere, die aktuelle Bewertung aber zu ambitioniert sei. Aus Sicht von RBC Capital Markets sollten Anleger trotz 18A-Ausbau und Ambitionen im Foundry-Geschäft vorerst an der Seitenlinie bleiben.

Zusätzliche Unterstützung erhält die optimistische Fraktion durch Zacks Research, das Intel im Kontext von AI-Infrastruktur und AI-PCs betrachtet und dem Konzern Chancen bei Rechenzentrums- und PC-KI-Chips attestiert – auch wenn im direkten Vergleich etwa Broadcom oder Qualcomm in einigen Analysen derzeit als attraktivere Investments bezeichnet werden. Für kurzfristig orientierte Trader steht damit fest: Die Intel Aktie bleibt ein heiß diskutierter Titel zwischen Turnaround-Fantasie und Bewertungsrisiko.

Vom Tief von letztem Jahr bei 20 US-Dollar jetzt auf 50 – eine wirkliche Auferstehung, verbunden mit dem Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend seit dem Hoch 2021.
— Marktkommentar zu Intel
Fazit

Unterm Strich ist der Aufschwung der Intel Aktie auf das neue 52‑Wochen-Hoch auf drei Kerngründe zurückzuführen: Erstens der technologische Sprung mit dem neuen KI-Laptop-Chip auf Basis der 18A-Plattform, zweitens die Spekulationen um ein mögliches Apple-Comeback, und drittens die wieder zunehmende Aufmerksamkeit großer Analystenhäuser wie Citigroup und RBC Capital Markets, die den Titel in den Fokus institutioneller Investoren rücken.

Intel: NVIDIA bremst 18A-Plaene aus – Sanofi & Novo

KURZ & KNAPP

Intel geraet unter Druck, weil NVIDIA Tests des neuen 18A-Prozesses stoppt und damit Zweifel am Turnaround in der Chipfertigung schuert. Zugleich bleibt der Wettlauf mit TSMC um High-End-KI-Chips offen. Der zweite Aufreger: Sanofi kauft Dynavax und richtet seine Impfstoffstrategie neu aus. Parallel verpasst ein MS-Mittel die FDA-Zulassung und bringt die Pipeline-Planung durcheinander.

Neben diesen Schwergewichten bewegt die Zulassung der oralen Wegovy-Variante den Kurs von Novo Nordisk, waehrend BP mit dem Milliardendeal um Castrol seine Bilanz und Strategie schaerft. ServiceNow setzt mit der Armis-Uebernahme auf KI-getriebene Cybersicherheit. Kurznews drehen sich um Tesla, Bitcoin, Edelmetalle, Palantir und weitere US-Titel.

Makroseitig stehen starke US-BIP-Daten, Arbeitslosenantraege und Anleiheauktionen im Mittelpunkt, waehrend Strategen ueber eine moegliche Neubewertung des KI-Booms und die weitere Linie der Federal Reserve streiten. In Europa und Asien ruecken vor allem KI-getriebene Produktivitaetseffekte und Lieferkettenanpassungen von Konzernen wie Mattel in den Vordergrund. Die Diskussion um Inflationsziele, Zinsen und Regulierung – etwa im Kryptobereich – duerfte die Bewertungen an den Boersen auch 2026 praegen.

AUSBLICK US-Märkte

  • Wedbush zu NVDA: Dan Ives bleibt für NVIDIA extrem bullish und geht davon aus, dass die aktuellen Konsensschätzungen für 2026 um mindestens 15–20% zu niedrig liegen, mit einem Best-Case-Kursziel von 250 Dollar bis Ende 2026. Er verweist auf die zentrale Rolle von NVIDIA-Chips in der globalen KI-Infrastruktur und die potenzielle Wiederöffnung des chinesischen Marktes als unterschätzten Katalysator.
  • Wedbush zu TSLA: Dan Ives bezeichnet 2026 als Schicksalsjahr für Tesla, in dem der Start von Robotaxis in rund 30 US-Städten den Wert der autonomen und Robotik-Initiativen freilegen soll. Im Basisszenario sieht er eine Marktkapitalisierung von etwa 2 Billionen Dollar, im Bull-Case sogar bis zu 3 Billionen Dollar.
  • Wedbush zu PLTR: Für Palantir erwartet Dan Ives eine Entwicklung in Richtung eines Software-Schwergewichts à la Salesforce oder Oracle und hält eine Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar in den nächsten zwei bis drei Jahren für möglich. Er betont die Disruption durch Palantirs KI-Plattform und das unkonventionelle Vertriebsmodell ohne klassische Sales-Teams als Vorteil gegenüber traditionellen Softwareanbietern.
  • Strategen zum Halbleitersektor: Marianne Bartels sieht Halbleiter seit 2012 in einem strukturellen Wachstumszyklus, der durch KI-getriebene Nachfrage bis Ende des Jahrzehnts anhalten dürfte. Für 2026 warnt sie jedoch vor erhöhter Volatilität und einem möglichen “Reset”, da die Gewinnerwartungen mit etwa 15% Wachstum sehr hoch sind und Enttäuschungen bei inoffiziellen “Whisper Numbers” Korrekturen auslösen könnten.
  • Strategen zu S&P 500 / KI-Blase: Michael O’Rourke von Jones Trading bezeichnet den US-Aktienmarkt angesichts eines KGV von etwa 40 bei den Top-20-Titeln im S&P 500 als Blase und warnt insbesondere vor überzogenen Erwartungen im KI-Segment. Er verweist darauf, dass Wettbewerber wie Google mit Gemini 3 gezeigt haben, dass bessere KI-Ergebnisse mit günstigeren Chips möglich sind, was den aktuellen KI-Trade anfällig für eine Neubewertung macht.
  • Makro-Strategen zur Federal Reserve: Mehrere Marktstrategen sehen das größte unterschätzte Risiko derzeit in der Zinspolitik der Federal Reserve und halten es für möglich, dass es zu keiner weiteren Zinssenkung, sondern eher zu einer erneuten Erhöhung kommt. Begründet wird dies mit robusten BIP-Daten, einer hartnäckigen Kern-PCE-Inflation von im Schnitt 2,8% und einer eher falkenhaften Zusammensetzung des FOMC im kommenden Jahr.
  • Fed-Beobachter zur Inflationsziel-Debatte: Finanzminister Scott Bessent regt an, das starre 2%-Inflationsziel der Fed künftig flexibler zu interpretieren und in eine Zielspanne zu überführen, sobald die Marke nachhaltig erreicht ist. Vor dem Hintergrund solider Wirtschaftsdaten und politischer Forderungen nach niedrigeren Zinsen könnte diese Debatte mittelfristig Einfluss auf die Geldpolitik und damit auf die Bewertung von Aktien und Anleihen gewinnen.
  • KI-Optimisten zu Europa: Führende Marktstrategen bezeichnen KI als die tiefgreifendste Technologie unserer Zeit und schätzen das freisetzbare Produktivitätswachstum allein für Europa auf rund 1,2 Billionen Euro. Sie erwarten, dass trotz möglicher Arbeitsplatzverlagerungen nur etwa 7% der Jobs verdrängt werden, während zwei Drittel der Beschäftigten KI-Tools zur Steigerung ihrer täglichen Effizienz nutzen werden.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Intel (INTC) – Wie gefährlich ist NVIDIAs Ausstieg für den 18A-Traum?

Die Aktien von Intel (INTC, $35,16, -0,05%) geraten unter Druck, nachdem Berichte bekannt wurden, dass NVIDIA die Tests von Intels neuem 18A-Fertigungsprozess für hochmoderne Chips gestoppt hat. Dieser Schritt gilt als herber Rückschlag für die Strategie von Intel, sich als führender Auftragsfertiger für modernste KI-Chips zu etablieren und damit dem dominierenden Wettbewerber TSMC Marktanteile abzunehmen. Die 18A-Technologie wurde von Investoren und der US-Politik als Schlüsselbaustein gesehen, um die heimische Chipproduktion zu stärken und die Abhängigkeit von Taiwan zu verringern. Dass ausgerechnet NVIDIA – das Herzstück des globalen KI-Booms – bei diesem Testprogramm vorerst auf die Bremse tritt, untergräbt kurzfristig die Glaubwürdigkeit von Intels Turnaround-Story. Gleichzeitig bleibt unklar, ob es sich um eine endgültige Absage oder lediglich um eine taktische Pause handelt, was die Unsicherheit für Aktionäre zusätzlich erhöht.

Hintergrund der Entwicklung ist der brutale Wettbewerb um die technologische Spitze in der Halbleiterfertigung, in dem TSMC bislang klar vorne liegt und die meisten High-End-KI-Chips von NVIDIA produziert. Die US-Regierung versucht über den CHIPS Act, Intel als nationalen Champion zu fördern, doch die nun bekannt gewordenen Probleme mit der Akzeptanz des 18A-Prozesses illustrieren die technischen Hürden auf diesem Weg. Neben NVIDIA testet auch Broadcom (AVGO, $350,95, +2,30%) die neue Intel-Technologie, wobei bislang nicht klar ist, ob diese Tests unverändert weiterlaufen. Für den Markt ist entscheidend, ob Intel in der Lage ist, ein verlässliches, kosten- und leistungsseitig konkurrenzfähiges Angebot zu TSMC aufzubauen – gerade in einer Phase, in der der KI-Infrastrukturboom die Nachfrage nach modernsten Chips, Rechenzentren und damit verbundenen Industriemetallen wie Kupfer stark nach oben treibt.

Der Schritt von NVIDIA wird von Marktbeobachtern auch als Signal gewertet, dass Intel die extrem hohen Qualitäts- und Effizienzanforderungen im KI-Segment noch nicht vollständig erfüllt. Zugleich zeigt der Vorgang, wie abhängig die großen US-Tech-Konzerne weiterhin von taiwanesischen Fertigungskapazitäten bleiben, was die strategischen Sorgen in Washington verstärkt. Für Anleger verschärft sich damit die Debatte, ob Intel den Abstand zu TSMC und den führenden KI-Playern tatsächlich schließen kann – oder ob das Unternehmen trotz milliardenschwerer Subventionen in der zweiten Reihe verharrt. Kurzfristig dürften der Abbruch der NVIDIA-Tests und die Diskussion um eine mögliche KI-Blase, die einige Strategen angesichts enormer Bewertungen und spekulativer Übertreibungen anführen, die Volatilität im gesamten Chipsektor hoch halten. Langfristig bleibt der Halbleitermarkt aber strukturell getrieben, sodass jeder glaubwürdige Beweis von Intel für einen technologischen Sprung beim 18A-Prozess wieder erhebliches Aufholpotenzial bei der Aktie freisetzen könnte.

Sanofi (SAN.PA) – Wie passt die Dynavax-Übernahme zur Impfstoffstrategie?

Sanofi (SAN.PA, $81,61, -0,74%) wagt mit der Übernahme von Dynavax Technologies einen Milliarden-Schwenk hin zu einem stärkeren Fokus auf Erwachsenen-Impfstoffe. Der französische Pharmakonzern zahlt rund 2,2 Milliarden Dollar in bar beziehungsweise 15,50 Dollar je Aktie, um sich den US-Impfstoffspezialisten und dessen etablierten Hepatitis-B-Impfstoff einzuverleiben. Die Nachricht ließ die Aktie von Dynavax im vorbörslichen Handel um 37% anspringen und unterstreicht, wie wichtig zusätzliche Umsatzquellen für Sanofi im Vakzinbereich geworden sind. Parallel traf das Unternehmen jedoch ein Rückschlag, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung eines experimentellen Multiple-Sklerose-Medikaments überraschend verweigerte.

Analysten hatten dem MS-Präparat ein mögliches jährliches Spitzenumsatzpotenzial von bis zu 1,7 Milliarden Dollar zugetraut, was die strategische Bedeutung des Projekts für das künftige Wachstum von Sanofi unterstreicht. Die Kombination aus der Dynavax-Transaktion und der MS-Absage zeigt, wie der Konzern versucht, sich gegen absehbare Einnahmeausfälle durch auslaufende Patente – etwa beim Blockbuster Dupixent – zu wappnen und sein Portfolio in weniger regulierungsanfällige, aber stetig wachsende Impfstoffmärkte zu verlagern. Für Investoren stellt sich nun die Frage, ob die Stärkung im Impfstoffsegment die verpassten Chancen im hochlukrativen MS-Markt mittel- bis langfristig kompensieren kann und wie schnell Synergien aus der Integration von Dynavax realisiert werden.

Novo Nordisk (NVO) – Wie viel Schub bringt die Wegovy-Pille im US-Markt?

Novo Nordisk (NVO, $52,64, +7,30%) profitiert kräftig von der US-Zulassung einer oralen Version seines Abnehmmedikaments Wegovy. Der dänische Pharmakonzern erhält damit grünes Licht für die erste hochwirksame Tablettenform eines GLP-1-Gewichtsverlustmittels, die nach Unternehmensangaben im Schnitt einen Gewichtsverlust von rund 17% ermöglicht – vergleichbar mit der injizierbaren Variante. Die Markteinführung in den USA ist bereits Anfang Januar geplant, wobei Novo Nordisk vor allem auf Selbstzahlerkanäle und große Einzelhandelsapotheken wie CVS und Walmart setzt.

Parallel dazu will der Konzern seine Vertriebsstrategie über eigene Plattformen und Partner wie Costco und Weight Watchers ausrollen, um die wachsende Nachfrage nach GLP-1-Präparaten möglichst breit abzuschöpfen. Die neue Darreichungsform verstärkt den Wettbewerb mit Eli Lilly im globalen Abnehm-Markt, der zu den am schnellsten wachsenden Segmenten der Pharmaindustrie gehört. Für Anleger erhöht die Wegovy-Pille die Visibilität weiterer Umsatz- und Margensteigerungen, während gleichzeitig die Frage in den Vordergrund rückt, wie nachhaltig sich der aktuelle Abnehm-Boom und die damit verbundenen Bewertungen der GLP-1-Anbieter entwickeln.

BP (BP) – Was steckt hinter dem Milliardenverkauf von Castrol?

BP (BP, $34,55, +1,29%) treibt seinen strategischen Umbau mit einem Großdeal im Schmierstoffgeschäft voran. Der britische Energiekonzern verkauft eine 65%-Mehrheitsbeteiligung an seiner Traditionsmarke Castrol an die US-Investmentfirma Stonepeak Partners und bewertet die Sparte damit mit einem Unternehmenswert von rund 10 Milliarden Dollar. BP erwartet Nettoerlöse von etwa 6 Milliarden Dollar, die vollständig in den Schuldenabbau fließen sollen. Der Schritt ist Teil eines größeren Veräußerungsprogramms über 20 Milliarden Dollar bis Ende 2027, von dem bereits 11 Milliarden Dollar realisiert wurden.

Strategisch bedeutet der Verkauf eine klare Fokussierung von BP auf das Kerngeschäft mit Öl und Gas, nachdem der Konzern zuletzt seine Übergangsstrategie weg von fossilen Energieträgern neu justiert hat. Stonepeak will Castrol eigenständig weiterentwickeln und insbesondere im Zukunftsfeld der Flüssigkeitskühlung für KI-Rechenzentren wachsen lassen, während BP einen Minderheitsanteil behält. Der Deal fällt zudem in eine Phase des Führungswechsels, da Meg O’Neill im April 2026 den CEO-Posten übernehmen soll – Investoren erhalten damit erste Hinweise, wie die künftige Chefin die Bilanz stärken und die Kapitalallokation zwischen traditionellen und neuen Energiefeldern ausbalancieren will.

ServiceNow (NOW) – Wie groß ist die Wette auf KI-Cybersicherheit mit Armis?

ServiceNow (NOW, $154,30, -1,48%) baut sein Sicherheitsgeschäft mit der größten Übernahme der Firmengeschichte massiv aus. Der Cloud-Software-Spezialist kauft das Cybersicherheitsunternehmen Armis für insgesamt 7,75 Milliarden Dollar in bar, finanziert über vorhandene Mittel und neue Schulden. Armis erzielt derzeit einen Jahresumsatz von rund 340 Millionen Dollar und ist auf den Schutz physischer und digitaler Assets spezialisiert – von vernetzten Geräten über industrielle Anlagen bis hin zu IoT-Infrastruktur. Ziel von ServiceNow ist es, die Armis-Technologien tief in die eigene Plattform zu integrieren und so eine umfassende, KI-gestützte Sicherheitsautomatisierung für Unternehmenskunden anzubieten.

Der COO von ServiceNow betont, dass Kunden damit besser auf aufkommende Risiken durch “Physical AI” und Robotik vorbereitet werden sollen, indem Sicherheitsprozesse stärker automatisiert und übergreifend gesteuert werden. Das Sicherheitssegment von ServiceNow hat bereits die Umsatzschwelle von einer Milliarde Dollar überschritten und gilt als zentraler Wachstumstreiber in den kommenden Jahren. Nach Abschluss der Armis-Transaktion plant das Unternehmen vorerst keine weiteren großen Zukäufe in diesem Bereich, was darauf hindeutet, dass der Fokus nun auf Integration, Cross-Selling und Margenhebel durch Skalierung der kombinierten Plattform liegen wird.

KURZNEWS

  • NVDA – NVIDIA: Analyst Dan Ives sieht NVIDIA als zentralen Treiber der KI-Revolution und rechnet damit, dass die Markterwartungen für 2026 um mindestens 15 bis 20 Prozent zu niedrig sind. Im Best-Case-Szenario verortet er ein Kursziel von 250 Dollar bis Ende 2026 und verweist auf den potenziell wieder öffnenden chinesischen Markt sowie die führende Stellung von NVIDIA-Chips in KI-Rechenzentren.
  • TSLA – Tesla: Dan Ives beschreibt das Jahr 2026 als das wichtigste in der Geschichte von Tesla, da dann das Kapitel vollautonomer Robotaxis in rund 30 US-Städten beginnen soll. Er erwartet, dass innerhalb von drei bis vier Jahren etwa 20% der Fahrzeuge autonom unterwegs sein könnten und bewertet Teslas Robotik-Initiativen konservativ mit rund 1 Billion Dollar, was einen Börsenwert von bis zu 3 Billionen Dollar im Bullenszenario stützen könnte.
  • TSLA – Tesla: In China gewinnt Tesla mit dem familienorientierten Modell YL wieder Marktanteile zurück, steht aber unter starkem Preisdruck durch lokale Anbieter wie BYD und Xiaomi, die E-Autos zu etwa einem Drittel des Tesla-Preises anbieten. Analysten kritisieren zudem die vergleichsweise langsame Einführung neuer Modelle speziell für den chinesischen Markt.
  • 1810.HK – Xiaomi: Xiaomi hat sich in kurzer Zeit zu einer der meistverkauften E-Auto-Marken in China entwickelt, indem der Konzern seine Stärke in Software und Benutzeroberflächen konsequent in den Fahrzeugbereich überträgt. Durch das Smartphone-ähnliche Nutzererlebnis differenziert sich Xiaomi von klassischen Autoherstellern und erzielt damit höhere Margen als viele reine Hardware-Wettbewerber.
  • BTC – Bitcoin: Europäische Banken bauen ihre Krypto-Angebote massiv aus und bieten zunehmend Spot-Handel in Bitcoin, Ethereum und Solana an, um Kundenabwanderungen zu reinen Krypto-Plattformen zu verhindern. Institutionelle Investoren planen derweil Allokationen von 1–5% in Bitcoin als Teil des sogenannten “Debasement Trades”, also der Flucht aus dem US-Dollar in alternative Sachwerte.
  • BRK.A – Berkshire Hathaway: Anfang 2026 übernimmt Greg Abel den CEO-Posten von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway, während Buffett als Chairman an Bord bleibt. Mit einem Bargeldberg von über 380 Milliarden Dollar richten Investoren ihren Blick darauf, ob Abel eher auf große Übernahmen, verstärkte Aktienrückkäufe oder möglicherweise erstmals eine Dividende setzt und wie sich der Wegfall der sogenannten “Buffett-Prämie” auf die Bewertung auswirkt.
  • BRK.A – Berkshire Hathaway: Beobachter verweisen auf die gefestigte Unternehmenskultur bei Berkshire Hathaway, warnen aber zugleich, dass der Kultstatus von Warren Buffett ein eigenes Bewertungsprämium geschaffen hat. Nach dem Tod von Charlie Munger und dem absehbaren Rückzug Buffetts fragen sich viele Kernaktionäre, ob sie eher in die Person Buffett oder in die Fundamentaldaten des Konglomerats investiert sind, zumal die Aktie zuletzt nur rund zwei Drittel der Marktperformance erreichte.
  • GOLD – Goldpreis: Gold hat erstmals die Marke von 4.500 Dollar je Feinunze durchbrochen und verzeichnet im laufenden Jahr ein Plus von mehr als 70%, während Silber über 150% zugelegt hat – die beste jährliche Performance beider Metalle seit 1979. Getrieben wird die Rallye von einem schwächeren US-Dollar, Erwartungen auf weitere Zinssenkungen der Federal Reserve sowie geopolitischen Spannungen, etwa in Venezuela und der Ukraine.
  • GOLD – Gold/Silber: Mehrere Analysten sehen Gold und Silber in einem neuen säkularen Bullenmarkt, der durch anhaltende Zentralbankkäufe und industrielle Nachfrage – insbesondere aus KI-Infrastruktur und grünen Energieprojekten – unterstützt wird. Zugleich warnen sie vor der Gefahr eines Rücksetzers, sollte Gold die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Dollar erreichen und Gewinnmitnahmen einsetzen.
  • COPPER – Kupfer: Die Preise für Kupfer sind auf über 12.000 Dollar je Tonne gestiegen, angetrieben durch den weltweit boomenden Ausbau von KI-Rechenzentren und die Energiewende außerhalb der USA. Zusätzlich verschärfen Minenausfälle in Chile und Indonesien sowie Spekulationen über mögliche US-Zölle die Angebotsknappheit und führen zu Lageraufbauten entlang der Lieferkette.
  • META – Meta Platforms (indirekt): Große Tech-Unternehmen wie Meta, XAI und CoreWeave haben rund 120 Milliarden Dollar an Schulden für KI-Rechenzentren in spezielle Zweckgesellschaften (SPVs) ausgelagert, um ihre Bilanzen zu entlasten. Experten warnen jedoch, dass diese Strukturen die tatsächlichen Risiken verschleiern könnten, falls das Wachstum der KI-Nachfrage hinter den extrem hohen Erwartungen zurückbleibt.
  • ASTS – AST SpaceMobile: AST SpaceMobile hat seinen bisher größten Satelliten erfolgreich von Indien aus gestartet und geht damit in direkte Konkurrenz zu Starlink von SpaceX. Das Unternehmen will weltraumgestützte Mobilfunkverbindungen direkt für Standard-Smartphones anbieten und plant, 2026 weitere 60 Satelliten der nächsten Generation zu starten, um eine nahezu globale Abdeckung zu erreichen.
  • BAC – Bank of America: Brian Moynihan, CEO der Bank of America, zeigt sich für 2026 optimistisch und erwartet ein US-BIP-Wachstum von rund 2,4%, getrieben insbesondere durch KI-Investitionen und positive Effekte der Steuergesetzgebung. Die Kartendaten der Bank zeigen, dass die Konsumausgaben der 70 Millionen Kunden im laufenden Quartal um 4–4,5% steigen, während die Kreditqualität trotz leicht nachlassenden Lohnwachstums solide bleibt.
  • PLTR – Palantir: Dan Ives sieht Palantir als extrem disruptiven Player im Unternehmenssoftwaremarkt und traut der Firma zu, in zwei bis drei Jahren in Richtung einer Billion Dollar Bewertung vorzustoßen. Er vergleicht Palantirs Rolle im KI-Zeitalter mit der von Salesforce oder Oracle in früheren Softwarezyklen und betont, dass das unkonventionelle Vertriebsmodell ohne klassische Sales-Teams traditionelle Anbieter wie Salesforce oder ServiceNow unter Druck setzen könnte.
  • CRYPTO – Digital Assets: Für 2026 richtet sich der Blick im Kryptobereich auf den geplanten US-“Market Structure Bill“, der die Regulierung digitaler Vermögenswerte neu ordnen soll. Experten erwarten, dass ein klarer regulatorischer Rahmen den Ton für die Weiterentwicklung des Kryptomarktes vorgibt und die Grundlage für breitere institutionelle Adoption schaffen könnte, auch wenn viele Blockchain-Initiativen bisher langsamer vorankommen als erhofft.
  • AAL – American Airlines: Robert Isom, CEO von American Airlines, zeigt sich optimistisch für das Weihnachtsgeschäft und das erste Quartal 2026 und verteidigt die Premium-Strategie der Airline gegenüber Kritik von Wettbewerbern wie United und Delta. Zugleich kritisiert er die Nutzung der Luftverkehrskontrolle als politisches Druckmittel in Haushaltsverhandlungen und fordert eine verlässliche Finanzierung der Flugsicherung.
  • MAT – Mattel: Mattel-CEO Ynon Kreiz treibt eine breite Diversifizierung der Lieferketten voran und will bis Ende 2027 sicherstellen, dass kein einzelnes Land mehr als 25% der weltweiten Produktion stellt, während China derzeit noch bei etwa 35% liegt. Damit reagiert das Unternehmen auf drohende Zölle und geopolitische Risiken und erwartet trotz dieser Umstellungen eine starke Weihnachtssaison.
  • H1B – US-Tech-Sektor (Meta, Microsoft, Amazon, Tesla): Ein US-Bundesrichter hat die von der Trump-Administration eingeführte Gebühr von 100.000 Dollar pro Antrag für neue H-1B-Visa bestätigt, was als schwerer Schlag für Tech-Giganten wie Meta, Microsoft, Amazon und Tesla gilt. Die US-Handelskammer warnt, dass die drastisch erhöhten Kosten das Programm faktisch zum Erliegen bringen könnten, während die Regierung dies als Erfolg im Bemühen sieht, Zuwanderung zu begrenzen und mehr Jobs für US-Arbeitskräfte zu sichern.
  • SPACE – Sammler/Alternatives: Alternative Anlagen wie seltene Pokémon-Karten und Sport-Memorabilia gewinnen an Bedeutung, da erste spezialisierte Fonds diese illiquiden, aber renditestarken Sachwerte bündeln. Langfristige Analysen zeigen, dass bestimmte Pokémon-Serien in den vergangenen 20 Jahren Renditen erzielt haben, die den Aktienmarkt um ein Vielfaches übertreffen, was das Segment als Diversifikationsbaustein für wohlhabende Investoren attraktiv macht.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

    • USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe: Wöchentliche Jobless Claims wurden mit 214.000 gemeldet, nach 224.000 in der Vorwoche und unter der Konsensschätzung von 225.000.
    • USA – 7-jährige US-Staatsanleihe: Auktion einer neuen Tranche 7-jähriger Treasuries um 11:30 Uhr ET.
    • USA – Baker Hughes Rig Count: Wöchentliche Daten zur Zahl der aktiven Bohrplattformen in Nordamerika und den USA um 13:00 Uhr ET, nach zuletzt 727 Rigs in Nordamerika und 542 in den USA.
    • USA – BIP Q3 2025: Das US-Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal 2025 um 4,3% und damit so schnell wie seit zwei Jahren nicht mehr, getragen von starkem privaten Konsum und Exporten.

    IM BLICKPUNKT

    • Wedbush zu NVDA: Dan Ives bleibt für NVIDIA extrem bullish und geht davon aus, dass die aktuellen Konsensschätzungen für 2026 um mindestens 15–20% zu niedrig liegen, mit einem Best-Case-Kursziel von 250 Dollar bis Ende 2026. Er verweist auf die zentrale Rolle von NVIDIA-Chips in der globalen KI-Infrastruktur und die potenzielle Wiederöffnung des chinesischen Marktes als unterschätzten Katalysator.
    • Wedbush zu TSLA: Dan Ives bezeichnet 2026 als Schicksalsjahr für Tesla, in dem der Start von Robotaxis in rund 30 US-Städten den Wert der autonomen und Robotik-Initiativen freilegen soll. Im Basisszenario sieht er eine Marktkapitalisierung von etwa 2 Billionen Dollar, im Bull-Case sogar bis zu 3 Billionen Dollar.
    • Wedbush zu PLTR: Für Palantir erwartet Dan Ives eine Entwicklung in Richtung eines Software-Schwergewichts à la Salesforce oder Oracle und hält eine Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar in den nächsten zwei bis drei Jahren für möglich. Er betont die Disruption durch Palantirs KI-Plattform und das unkonventionelle Vertriebsmodell ohne klassische Sales-Teams als Vorteil gegenüber traditionellen Softwareanbietern.
    • Strategen zum Halbleitersektor: Marianne Bartels sieht Halbleiter seit 2012 in einem strukturellen Wachstumszyklus, der durch KI-getriebene Nachfrage bis Ende des Jahrzehnts anhalten dürfte. Für 2026 warnt sie jedoch vor erhöhter Volatilität und einem möglichen “Reset”, da die Gewinnerwartungen mit etwa 15% Wachstum sehr hoch sind und Enttäuschungen bei inoffiziellen “Whisper Numbers” Korrekturen auslösen könnten.
    • Strategen zu S&P 500 / KI-Blase: Michael O’Rourke von Jones Trading bezeichnet den US-Aktienmarkt angesichts eines KGV von etwa 40 bei den Top-20-Titeln im S&P 500 als Blase und warnt insbesondere vor überzogenen Erwartungen im KI-Segment. Er verweist darauf, dass Wettbewerber wie Google mit Gemini 3 gezeigt haben, dass bessere KI-Ergebnisse mit günstigeren Chips möglich sind, was den aktuellen KI-Trade anfällig für eine Neubewertung macht.
    • Makro-Strategen zur Federal Reserve: Mehrere Marktstrategen sehen das größte unterschätzte Risiko derzeit in der Zinspolitik der Federal Reserve und halten es für möglich, dass es zu keiner weiteren Zinssenkung, sondern eher zu einer erneuten Erhöhung kommt. Begründet wird dies mit robusten BIP-Daten, einer hartnäckigen Kern-PCE-Inflation von im Schnitt 2,8% und einer eher falkenhaften Zusammensetzung des FOMC im kommenden Jahr.
    • Fed-Beobachter zur Inflationsziel-Debatte: Finanzminister Scott Bessent regt an, das starre 2%-Inflationsziel der Fed künftig flexibler zu interpretieren und in eine Zielspanne zu überführen, sobald die Marke nachhaltig erreicht ist. Vor dem Hintergrund solider Wirtschaftsdaten und politischer Forderungen nach niedrigeren Zinsen könnte diese Debatte mittelfristig Einfluss auf die Geldpolitik und damit auf die Bewertung von Aktien und Anleihen gewinnen.
    • KI-Optimisten zu Europa: Führende Marktstrategen bezeichnen KI als die tiefgreifendste Technologie unserer Zeit und schätzen das freisetzbare Produktivitätswachstum allein für Europa auf rund 1,2 Billionen Euro. Sie erwarten, dass trotz möglicher Arbeitsplatzverlagerungen nur etwa 7% der Jobs verdrängt werden, während zwei Drittel der Beschäftigten KI-Tools zur Steigerung ihrer täglichen Effizienz nutzen werden.

    Intel plant SambaNova-Deal: KI-Schub für Tesla & NVIDIA

    KURZ & KNAPP

    Intel arbeitet an der Übernahme von SambaNova Systems und schärft damit seine KI-Strategie im Wettbewerb mit NVIDIA. Die Aktie stabilisiert sich nach starken Quartalszahlen und Spekulationen um Governance-Fragen. Parallel treibt Tesla mit Robotaxi- und FSD-Fantasien Diskussionen um eine mögliche Billionen-Bewertung. Der Nasdaq 100 und der S&P 500 zeigen sich zum Wochenstart trotz Tech-Schwerpunkt leicht schwächer.

    Im Halbleitersektor dominieren NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron die Schlagzeilen rund um den KI-Investitionszyklus. Bitcoin gerät unter Druck, während MicroStrategy weiter zukauft und Debatten über Verwässerung anheizt. Gleichzeitig testen Gold, Silber und Kupfer neue Höhen und ziehen Kapital aus dem Krypto-Sektor an.

    Der DAX 40 schließt leicht im Minus, belastet von der Wall Street und der Unsicherheit vor den US-Konjunkturdaten. Anleger blicken nun auf die nach dem Government Shutdown verzögerten US-Arbeitsmarktzahlen sowie den CPI-Bericht, die entscheidend für den künftigen Fed-Zinspfad sein dürften. Ökonomen diskutieren zunehmend, ob das 2%-Inflationsziel realistisch bleibt, während Märkte mit möglichen Inflationswerten um 3% bis 2026 rechnen.

    RÜCKBLICK Handelstag

    An der Wall Street überwogen zum Wochenauftakt leichte Gewinnmitnahmen, der S&P 500 gab um 0,22% auf 6.831 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,54% auf 25.128 Punkte. Im Fokus standen erneut Technologiewerte rund um künstliche Intelligenz, darunter Intel, NVIDIA, Tesla und Halbleiter-Zulieferer wie KLA Corp und Teradyne. Zudem sorgten defensive Konsumtitel wie Costco sowie Bewegungen im Krypto- und Rohstoffsektor für Gesprächsstoff.

    In Europa schloss der DAX 40 mit einem Minus von 0,18% bei 24.222 Punkten, belastet von der schwächeren Wall Street und der vorsichtigen Stimmung vor der US-Datenflut. Der europäische Gesamtmarkt blieb ebenfalls leicht unter Druck, während einzelne Sektoren wie Halbleiter und Luxus-/Reisetitel von positiven Analystenkommentaren profitierten. Rohstoffwerte standen zudem im Schatten der stark gestiegenen Preise für Gold, Silber und Kupfer.

    Am Makro-Horizont richten sich die Blicke der Anleger nun auf den wegen des Government Shutdowns verzögerten US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November am Dienstag sowie den CPI-Inflationsbericht am Donnerstag. Die Daten gelten als richtungsweisend für die Zinspfad-Erwartungen an die Fed im neuen Jahr und könnten in einer ohnehin dünner werdenden Liquidität zum Jahresende für erhöhte Volatilität sorgen.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    INTC – Intel visiert SambaNova-Übernahme an und schärft KI-Strategie

    Intel-Aktien legten im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über fortgeschrittene Gespräche zur Übernahme des KI-Chip-Start-ups SambaNova Systems die Runde machten. Der Preis soll bei rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden liegen, ein deutlicher Abschlag gegenüber der Bewertung von 5 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2021. Für Intel, dessen Aktie im laufenden Jahr bereits um 89% gestiegen ist, wäre dies ein strategischer Schritt, um das eigene KI-Portfolio zu stärken und sich im Wettbewerb mit NVIDIA besser zu positionieren.

    SambaNova, 2017 gegründet, entwickelt kundenspezifische KI-Chips und konkurriert damit direkt mit Branchengrößen im High-End-Beschleuniger-Markt. Brisant ist die Governance-Struktur: Der Intel-CEO fungiert gleichzeitig als Vorsitzender von SambaNova und war über seine Risikokapitalfirma Walden International ein früher Investor und Finanzierungsführer im Jahr 2018. Fundamental befindet sich Intel nach besser als erwarteten Q3-Zahlen mit einem Umsatz von 13,65 Milliarden Dollar (Konsens: 13,14 Milliarden Dollar) und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,23 Dollar in einer Phase der operativen Stabilisierung, auch wenn der Bereich Rechenzentren und KI zuletzt noch 1% Umsatzrückgang verzeichnete.

    Mit dem potenziellen Deal würde sich Intel eine lange gesuchte, schlüsselfertige KI-Plattform sichern, und das zu einem deutlich reduzierten Preisniveau im Vergleich zum Hype-Jahr 2021. Der Schritt könnte den schwächelnden Datacenter- und KI-Umsatz in den kommenden Jahren beleben und Intel stärker in Richtung hochmargiger KI-Lösungen verschieben. Anleger werden genau beobachten, wie Interessenkonflikte rund um die Doppelrolle des CEOs adressiert werden und ob Regulatoren die Transaktion durchwinken. Charttechnisch pendelt die Aktie aktuell um den 50-Tage-Durchschnitt, nachdem sie sich von einem jüngsten Hoch bei 44 Dollar zurückgezogen hat; Nachrichten zur Transaktion könnten hier kurzfristig als Katalysator wirken.

    TSLA – Tesla-Fantasie: Milliarden-Bewertung durch Robotaxis und FSD

    Tesla gehörte zu den größten Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und legte im Tagesverlauf zeitweise um rund 3,5% zu. Die Aktie näherte sich damit einem möglichen neuen Allzeithoch-Schlusskurs, verfehlte diesen jedoch knapp. Treiber der Kursfantasie ist die Einschätzung von Dan Ives, Global Head of Technology Research bei Wedbush, der Tesla weiterhin als einen seiner Top-Picks führt und eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen bis potenziell 3 Billionen Dollar bis Ende 2026/Anfang 2027 in Aussicht stellt.

    Ives sieht die Haupttreiber in physikalischer KI, Robotaxis, sogenannten Cybercabs, Volumenproduktion und vollautonomem Fahren. Besonders im Fokus steht Full Self-Driving (FSD), das nach seiner Einschätzung das Margenprofil von Tesla grundlegend verändern könnte. Er erwartet, dass die FSD-Durchdringung von derzeit rund 15% auf über 50% steigen könnte, was sich stark positiv auf die Profitabilität auswirken würde. Zudem rechnet er damit, dass Tesla langfristig 70–80% des globalen Marktes für autonomes Fahren beherrschen könnte, während Wettbewerber wie Waymo nur als „Rundungsfehler“ wahrgenommen würden.

    Regulatorisch blickt der Analyst auf eine mögliche präsidentielle Executive Order, die einen bundesweiten Rechtsrahmen für autonomes Fahren in den USA schaffen soll und damit den Markthochlauf der Technologie erleichtern könnte. Er prognostiziert, dass sich die Gewinne von Tesla in den nächsten 3–4 Jahren verfier- bis verfünffachen, primär getrieben durch Software-Margen aus FSD. Die potenzielle Teil-IPO von SpaceX im Jahr 2026 wird von ihm als Erweiterung des Musk-Ökosystems gesehen, ohne dass dies seine Einschätzung ändert, dass Tesla die zentrale Investment-Story in der autonomen Zukunft bleibt. Vor diesem Hintergrund dürfte jede Nachricht zu regulatorischen Fortschritten und FSD-Rollouts an den Kapitalmärkten besonders sensibel aufgenommen werden.

    NVDA & Halbleiter – KI-Boom trägt NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron

    Im Halbleitersektor bleibt NVIDIA das Maß der Dinge: Das Unternehmen hat China in seinen Finanzprognosen bereits auf null gesetzt, sodass jegliche Verkäufe in dieser Region als reines Aufwärtspotenzial gelten. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot weiterhin deutlich, NVIDIA verkauft praktisch alles, was es produzieren kann und plant, die Auslieferungen der Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr massiv zu steigern. Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar, während Lieferengpässe bei Wafern, Packaging und Speicher die Angebotsseite begrenzen.

    Auch Halbleiter-Zulieferer profitieren: KLA Corp wurde bei Jefferies von Hold auf Buy hochgestuft, die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise sogar 5% im Plus. Analyst Blaine Curtis sieht kräftigen KI-Rückenwind für den Hersteller von Equipment für die Halbleiterfertigung bis mindestens 2026 und zählt Broadcom, NVIDIA und KLA zu seinen besten Chip-Ideen. Broadcom hingegen sah nach den jüngsten Zahlen eine Kurskonsolidierung, doch Analystenreaktionen blieben deutlich positiv mit Anhebungen der Kursziele durch JP Morgan auf 475 Dollar und durch Barclays auf 500 Dollar.

    Bei Broadcom verweisen Analysten auf neue Aufträge, etwa von Anthropic und einem fünften Datacom-Kunden, sowie auf angehobenes Umsatzwachstum und steigende EBITDA-Margen im kommenden Jahr, während der jüngste Kursdruck eher mit KI-Nervosität als mit Fundamentaldaten erklärt wird. Teradyne erhielt von Goldman Sachs ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy mit einem neuen Kursziel von 230 Dollar (zuvor 148 Dollar), da die Bank mit einem KI-getriebenen Nachfrageschub für Chip-Testgeräte rechnet. Zudem steht Micron im Fokus, das am Mittwoch nach Börsenschluss Quartalszahlen vorlegt: Die Messlatte gilt als „extrem hoch“, nachdem unter anderem Stifel und Wedbush ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, angehoben und auf stark steigende Speicherpreise sowie höhere durchschnittliche Verkaufspreise hingewiesen haben. Der gesamte Sektor bleibt damit eng mit den Erwartungen an den weiteren KI-Investitionszyklus verknüpft.

    BTC & Gold – Saylor kauft den Dip, während Edelmetalle neue Höhen testen

    Im Kryptomarkt bleibt der Druck hoch: Bitcoin (BTC) fiel um 0,19% auf 86.052,65 und liegt damit rund 30% unter dem Allzeithoch von etwas über 126.000 aus dem Oktober. Trotz der Schwäche setzt MicroStrategy-Gründer Michael Saylor seine aggressive Kaufstrategie fort und erwarb in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin. Dabei wurden jeweils mehr als 10.000 BTC hinzugekauft, finanziert durch Verkäufe der Class A-Stammaktien – ein Vorgehen, das Kritiker wegen Verwässerung der Altaktionäre skeptisch sehen.

    Die Strategie von MicroStrategy hat Spekulationen ausgelöst, das Unternehmen könne aus wichtigen Aktienindizes entfernt werden, doch der Nasdaq 100 entschied sich bei seiner jährlichen Rekonstitution, den Titel im Index zu belassen. Die Aktie von MicroStrategy geriet dennoch unter Druck und verlor zuletzt rund 7%, während Bitcoin die Tiefs des Jahres testet. Auffällig ist, dass die Krypto-Schwäche in einem Umfeld stattfindet, in dem Aktien als Risk-Assets weiterhin gefragt sind, was die Debatte um die Rolle von Bitcoin als „digitales Gold“ neu anheizt.

    Parallel dazu erlebt der Edelmetallsektor einen deutlichen Aufschwung: Gold nähert sich mit Kursen um 4.343 einem neuen Hoch und zeigt sich im Jahresverlauf „unstoppable“, während Silber mit einem Plus von über 115% seit Jahresbeginn glänzt. Auch Kupfer profitiert von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Hamsterkäufen in den USA sowie vom erwarteten Strom- und Rechenzentrumsbedarf durch KI-Anwendungen. Viele Strategen an der Wall Street bleiben für Gold in das nächste Jahr hinein bullisch und sehen in der Kombination aus Währungsabwertung, Geopolitik und dem sich abzeichnenden Vergleich zwischen Krypto und realen Assets einen Rückenwind für Edelmetalle. Damit zeichnet sich eine Divergenz ab: Während digitale Assets straucheln, gewinnen physische Wertaufbewahrungsmittel an Attraktivität.

    US-MAKRO – Verzögerte Jobdaten, CPI und Fed-Pfad im Fokus

    Die anstehende Woche bringt eine regelrechte Datenflut, nachdem mehrere Berichte aufgrund des US-Government Shutdowns verschoben werden mussten. Im Zentrum steht der kombinierte US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November, der am Dienstag vor Handelsstart veröffentlicht wird und erstmals seit dem Shutdown wieder ein umfassenderes Bild der Beschäftigungslage liefern soll. Für November erwarten Goldman Sachs und der Marktkonsens rund 50.000 bis 55.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,5% gesehen wird; der „Sweet Spot“ für den Aktienmarkt wird in einer Spanne von 40.000–80.000 neuen Jobs verortet.

    Der Bericht dürfte allerdings durch Sondereffekte verzerrt sein, insbesondere im Oktober, wo der Abgang von Bundesbediensteten nach Abfindungsangeboten Anfang 2025 zu einem erwarteten Verlust von etwa 85.000 Jobs führen soll. Die Folge sind „komische Daten“, wie Marktbeobachter es nennen, da etwa die wichtige Haushaltsumfrage und damit die offizielle Arbeitslosenrate teilweise fehlen oder nachgeliefert werden. Parallel dazu rückt der Inflationsbericht (CPI) am Donnerstag in den Vordergrund, der nach Ansicht vieler Investoren sogar noch wichtiger ist als die Jobdaten, weil er unmittelbarer mit dem weiteren Zinspfad der Fed verknüpft wird. Fed-Chef Jay Powell hatte zuletzt betont, dass sowohl der Arbeits- als auch der Inflationsauftrag der Notenbank unter Druck stehen.

    Innerhalb des geldpolitischen Diskurses wächst die Frage, ob die 2%-Inflationszielmarke in absehbarer Zeit realistisch erreichbar ist, zumal seit 2015 die Prognose für das Erreichen des Ziels immer wieder um zwei Jahre nach hinten verschoben wurde. Fed-Gouverneur Stephen Myron, von Präsident Trump berufen, argumentierte jüngst, dass die Preise nach einem Inflationsschub zwar nun wieder stabil, aber auf höherem Niveau seien und die Politik dies reflektieren müsse. Ökonomen, etwa bei BNP, rechnen angesichts von Zöllen und verzögerten Güterpreiseffekten mit einer Beschleunigung der Inflation in Richtung 3% bis 2026, was die Spielräume für weitere Zinssenkungen begrenzen könnte. Die Märkte werden daher in den kommenden Tagen genau darauf achten, ob die neuen Daten das Bild eines abkühlenden Arbeitsmarktes bei zugleich hartnäckiger Inflation bestätigen – ein Szenario, das die Fed zu schwierigen Priorisierungsentscheidungen zwischen Beschäftigungs- und Preisstabilitätsmandat zwingen würde.

    KURZNEWS

    • INTC – Intel: Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über eine geplante Übernahme von SambaNova Systems für rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden publik wurden. Das 2017 gegründete KI-Chip-Startup war 2021 noch mit 5 Milliarden Dollar bewertet; Intels CEO ist zugleich SambaNova-Vorsitzender und Frühinvestor über Walden International.
    • TSLA – Tesla: Die Papiere gehörten zu den Top-Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und stiegen zeitweise um etwa 3,5%, verpassten jedoch knapp ein neues Allzeithoch beim Schlusskurs. Analyst Dan Ives von Wedbush sieht Tesla als Top-Pick und hält eine Marktkapitalisierung von 2–3 Billionen Dollar bis 2026/27 für möglich, getrieben durch Robotaxis und FSD.
    • NVDA – NVIDIA: NVIDIA hat China in seinen Prognosen bereits auf null gesetzt, sodass alle potenziellen Verkäufe dort reines Upside wären. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot deutlich, das Unternehmen plant eine massive Ausweitung der Lieferungen von Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr; Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar.
    • KLAC – KLA Corp: Die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise rund 5% im Plus, nachdem Jefferies den Titel von Hold auf Buy hochgestuft hatte. Analyst Blaine Curtis nennt KLA einen der besten Chip-Stock-Ideen für 2026 und verweist auf kräftigen KI-Rückenwind im Bereich Halbleiter-Equipment.
    • AVGO – Broadcom: Nachzahlen-bedingter Kursdruck steht im Kontrast zu sehr positiven Analystenkommentaren, die mehrfach höhere Kursziele hervorbrachten. JP Morgan sieht Broadcom als Top-Halbleitertitel für das kommende Jahr mit Kursziel 475 Dollar, während Barclays auf 500 Dollar anhob und auf neue KI-Aufträge, unter anderem von Anthropic, sowie steigende EBITDA-Margen verweist.
    • MU – Micron: Micron legt am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen vor, wobei die Erwartungen der Analysten als extrem hoch gelten. Häuser wie Stifel und Wedbush hoben ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, an und verweisen auf weiter steigende Memory-Preise und höhere durchschnittliche Verkaufspreise.
    • TER – Teradyne: Goldman Sachs hob die Aktie gleich doppelt von Sell auf Buy an und erhöhte das Kursziel von 148 auf 230 Dollar. Die Analysten rechnen mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub für die Testausrüstung von Halbleiterchips.
    • LDOS – Leidos: Leidos wird als attraktives Investment im Technologiebereich herausgestellt, insbesondere nach der Ernennung eines neuen CTO. Der verstärkte Fokus auf künstliche Intelligenz wird als zentrale Chance gesehen, um vom Trend zur KI-Integration in sicherheits- und behördlichen Anwendungen zu profitieren.
    • COST – Costco: Im Einzelhandelssektor geriet Costco unter Druck, nachdem Roth Capital die Aktie auf Sell herabstufte. Die Titel gaben daraufhin um rund 3% nach und sorgten im defensiven Konsumsektor für Gesprächsstoff.
    • VIK – Viking: Kreuzfahrtanbieter Viking profitierte von einer Hochstufung auf Buy bei Jefferies. Die Analysten setzen auf eine anhaltend robuste Nachfrage im Kreuzfahrtsegment, wovon Viking als Premiumanbieter besonders profitieren soll.
    • IRBT – iRobot: Der Roomba-Hersteller hat Insolvenz nach Chapter 11 beantragt und plant, die Kontrolle an seinen chinesischen Hauptlieferanten zu übergeben. Nach Jahren sinkender Verkaufszahlen, Lieferkettenproblemen und einer gescheiterten Amazon-Übernahme droht den Aktionären damit nahezu ein Totalverlust.
    • LAZR – Luminar Technologies: Die Aktie brach um mehr als 60% ein, nachdem das Unternehmen Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hatte. Luminar einigte sich darauf, seine Halbleiter-Tochter für 110 Millionen Dollar in bar an Quantum Computing Inc. zu verkaufen, vorbehaltlich höherer Angebote; 91% der First-Lien-Gläubiger unterstützen den Schritt.
    • MSTR – MicroStrategy (Strategie): Das Unternehmen kaufte in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin, während die Kryptowährung deutlich fiel. Finanziert wurden die Käufe durch den Verkauf von Class-A-Aktien, was Kritik an der Verwässerung bestehender Aktionäre auslöste; die Aktie verlor zuletzt etwa 7%, während Bitcoin rund 30% unter seinem Allzeithoch notiert.
    • TLRY – Tilray: Tilray-Aktien sprangen um über 40%, nachdem Berichte aufkamen, dass Präsident Trump Marihuana als Schedule-III-Droge reklassifizieren könnte. CEO Irwin Simon sieht darin eine große Chance für das medizinische Cannabisgeschäft in den USA und beziffert den Markt auf etwa 10 Milliarden Dollar.
    • CGC – Canopy Growth & Cannabis-Sektor: Die geplante Umstufung von Marihuana von Schedule 1 auf Schedule 3 löste eine massive Rallye im Sektor aus, große Produzenten wie Canopy Growth und Tilray legten um rund 50% zu. Haupttreiber ist der erwartete Wegfall des Steuerparagrafen 280E, der bisher normale Betriebsausgaben nicht abzugsfähig machte und effektive Steuersätze von bis zu 80% verursachte; ein Cannabis-ETF verzeichnete mit über 54% seinen besten Handelstag überhaupt.
    • XAU – Gold & Silber: Gold notiert mit rund 4.343 nahe eines neuen Hochs, während Silber im laufenden Jahr um mehr als 115% gestiegen ist. Anleger setzen auf den „Debasement-Trade“ und nutzen Edelmetalle als Absicherung gegen Währungsabwertung und makroökonomische Unsicherheiten.
    • HG – Kupfer: Auch Kupfer zeigt sich stark, getrieben von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Lageraufbau in den USA. Zusätzlich befeuert der erwartete Strom- und Rechenzentrumsbedarf für KI-Anwendungen die Story, da der Ausbau von Stromnetzen und Infrastruktur kupferintensiv ist.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • LENNAR (LEN): Q4-Zahlen – Dienstag nach US-Börsenschluss
    • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwoch nach US-Börsenschluss

    MAKRO

    • US-ARBEITSMARKTBERICHT OKTOBER/NOVEMBER: USA – Dienstag vor US-Börsenöffnung
    • US-RETAIL SALES OKTOBER: USA – Dienstag im Laufe des Tages
    • US-CPI (VERBRAUCHERPREISE): USA – Donnerstag im Laufe des Tages
    • WEITERE US-ARBEITSMARKTDATEN ANFANG JANUAR: USA – nachgelagerte Veröffentlichung, sofern kein weiterer Shutdown

    IM BLICKPUNKT

    • Goldman Sachs zu LVS: Las Vegas Sands wird von Neutral auf Buy hochgestuft, das Kursziel steigt von 64 auf 80 Dollar. Goldman sieht den Casino-Betreiber als bevorzugten Namen im Sektor dank starker Bilanz und der Exponierung in Macau und Singapur, wobei das Wachstum in Macau ab 2026 an Dynamik gewinnen soll.
    • KeyBank zu TT: Trane Technologies wird auf Overweight hochgestuft, mit einem Kursziel von 500 Dollar. Die Analysten sehen den jüngsten Kursrückgang als seltene Einstiegschance in einen qualitativ hochwertigen HLK-Betreiber und erwarten starke Nachfrage aus Rechenzentren mit KI-Fokus, auch wenn der genaue Marktanteil noch unklar ist.
    • Goldman Sachs zu TER: Teradyne erhält ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy, das Kursziel wird von 148 auf 230 Dollar angehoben. Goldman rechnet mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub nach Chip-Testequipment und sieht Teradyne entsprechend gut positioniert.
    • Bank of America zu BMY: Bristol-Myers Squibb wird von Neutral auf Buy hochgestuft. BofA verweist auf die Stärke der F&E-Pipeline und ein attraktives Chance-Risiko-Profil, da das Unternehmen auf ein katalysatorreiches Jahr 2026 zusteuert.
    • Goldman Sachs zu MAR/HLT/LVS: Goldman wird für mehrere konsumnahe Titel bullischer und stuft Marriott, Hilton und Las Vegas Sands von Neutral auf Buy hoch. Marriott profitiert laut Einschätzung von einer hohen Exponierung zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft, Hilton gilt als Profiteur eines weiterhin starken Hochpreiskonsumenten, und Las Vegas Sands soll in Macau anhaltend steigende Brutto-Spielerlöse bis 2026 sehen.
    • Jefferies zu KLAC: KLA Corp wird von Hold auf Buy hochgestuft. Analyst Blaine Curtis sieht KLA neben Broadcom und NVIDIA als eine der besten Chip-Aktienideen für 2026, getrieben von strukturellem KI-Rückenwind im Halbleiter-Equipment-Markt.
    • JP Morgan/Barclays/Bernstein zu AVGO: Broadcom erhält mehrere Kurszielanhebungen, unter anderem setzt JP Morgan das Ziel auf 475 Dollar und nennt die Aktie Top-Pick im Halbleitersektor für das kommende Jahr, während Barclays auf 500 Dollar erhöht. Bernstein betont, der jüngste Kursdruck sei auf KI-Nervosität und nicht auf Fundamentaldaten zurückzuführen, die weiterhin als solide gelten.
    • Ariel Investments zu ORCL: Charlie Bobrinskoy von Ariel Investments bleibt trotz zwischenzeitlicher Überbewertung grundsätzlich positiv für Oracle. Nach einem Anstieg von 118 auf 350 Dollar hatte er zum Trimmen geraten, sieht nun aber bei zurückgekommenem Kurs und einem vervierfachten KI-Auftragsbestand zweistelliges Gewinnwachstum bis 2026 und eine starke Position im KI-Markt durch Oracles Unternehmensdaten-Software.