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IBM Quartal: 5 Fakten zum KI-Rekord-Wendepunkt

Wie schafft es International Business Machines Corp., im aktuellen IBM Quartal das stärkste Wachstum seit Jahren zu liefern und gleichzeitig den freien Cashflow auf ein Rekordniveau zu heben? Und welche Rolle spielen KI, Software-Deals und Mainframes dabei? Die spannendsten Kennzahlen im Überblick.

IBM Quartal mit starkem Aktienanstieg, KI-Wachstum und Rekord-Cashflow im Fokus eines dynamischen Börsencharts.
Erwähnte Aktien
IBM IBM
$317,48 +0.10%
Stand: 09:29 MEZ

IBM Quartal: Wie stark zieht das Wachstum an?

Im jüngsten IBM Quartal legte der Umsatz auf 19,69 bis 19,7 Milliarden Dollar zu und lag damit klar über den erwarteten rund 19,2 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von rund 9 bis 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der höchste Quartalszuwachs seit mehr als drei Jahren. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 4,52 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von etwa 4,30 Dollar deutlich.

Auf Jahressicht erzielte International Business Machines Corp. 2025 Erlöse von 67,5 Milliarden Dollar, ein Plus von rund sechs bis acht Prozent. Besonders beeindruckend fiel der freie Cashflow aus: 14,7 Milliarden Dollar bedeuten einen Anstieg um 16 Prozent und den höchsten Wert seit über einem Jahrzehnt. Allein im vierten Quartal lag der freie Cashflow bei 7,55 Milliarden Dollar und damit klar über den Prognosen.

Die Profitabilität zog im IBM Quartal ebenfalls an. Die operative Marge vor Steuern weitete sich um rund 100 Basispunkte aus, getrieben von höheren Segmentmargen in Software, Consulting und Infrastruktur. Das Management verweist zudem auf Produktivitätsgewinne mit einer jährlichen Einsparungsrate von 4,5 Milliarden Dollar, die bis Ende 2026 auf etwa 5,5 Milliarden Dollar steigen soll.

IBM: Was treibt Software- und KI-Geschäft wirklich?

Wachstumsmotor im aktuellen IBM Quartal ist klar die Software-Sparte. Der Software-Umsatz sprang im vierten Quartal um rund 11 bis 14 Prozent auf knapp über 9 Milliarden Dollar. Drei von vier Subsegmente erzielten zweistellige Zuwachsraten, besonders dynamisch entwickelten sich Data-Lösungen mit plus 19 Prozent und Automation mit plus 14 Prozent. Die wiederkehrenden Software-Erlöse (ARR) stiegen auf 23,6 Milliarden Dollar, gut zwei Milliarden mehr als im Vorjahr.

Das generative KI-Geschäft ist inzwischen fester Bestandteil der Wachstumsstory. Die kumulierten KI-Buchungen von IBM überstiegen seit Mitte 2023 die Marke von 12,5 Milliarden Dollar, davon mehr als 10,5 Milliarden im Consulting und über 2 Milliarden in der Software. Das spiegelt wider, dass Großkunden nicht mehr nur testen, sondern KI-Anwendungen im großen Stil ausrollen und dabei auf die Hybrid-Cloud- und Sicherheitskompetenz von IBM setzen.

Parallel stärkt IBM seinen Software-Fokus durch Übernahmen. Akquisitionen wie HashiCorp und Confluent bringen zwar kurzfristig mehrere Hundert Millionen Dollar Ergebnisdilution, sollen aber bereits im ersten vollen Jahr zur bereinigten EBITDA-Marge beitragen und ab dem zweiten Jahr den freien Cashflow erhöhen. Damit verschiebt sich der Geschäfts-Mix weiter zu margenstarken, wiederkehrenden Software-Umsätzen.

International Business Machines Corp. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
International Business Machines Corp. (IBM) – 252-Tage-Chart

IBM: Wie performen Infrastruktur und Consulting?

Neben Software lieferte auch die Infrastruktur-Sparte ein Rekordquartal. Die Erlöse stiegen im Gesamtjahr um rund 10 Prozent, im vierten Quartal sogar um bis zu 17 bis 21 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Dollar. Haupttreiber sind die IBM Z-Mainframes der z17-Generation, deren Umsatz im Quartal um 61 bis 67 Prozent zulegte – der höchste Jahresumsatz der Plattform seit etwa 20 Jahren. Viele Kunden nutzen die neuen Systeme, um KI-Workloads direkt in ihre geschäftskritischen On-Premise-Infrastrukturen zu integrieren.

Die Beratungssparte kehrte nach einem schwächeren ersten Halbjahr im vierten Quartal wieder auf Wachstumskurs zurück. Der Umsatz im Consulting erreichte rund 5,3 Milliarden Dollar, ein Plus von etwa einem Prozent, während der Auftragsbestand auf 32 Milliarden Dollar anwuchs. Bemerkenswert: GenAI macht mittlerweile über ein Drittel der Consulting-Buchungen und mehr als ein Viertel des Backlogs aus – ein solides Fundament für weiteres Wachstum.

Die Börse honorierte den breiten Wachstumsschub: Nach Vorlage des IBM Quartal schoss die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um rund 8 Prozent auf 318,94 Dollar nach oben. Aktuell wird IBM bei 317,48 Dollar gehandelt, was einem leichten Tagesplus von 0,10 Prozent entspricht und die Nähe zum Jahreshoch von 324,90 Dollar unterstreicht.

IBM: Welcher Ausblick bis 2026 für Anleger?

Für 2026 peilt International Business Machines Corp. ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent an und liegt damit über dem aktuellen Analystenkonsens, der bei rund 4,6 Prozent Wachstum veranschlagt wird. Die Software-Sparte soll sogar um etwa 10 Prozent zulegen. Gleichzeitig erwartet das Management einen Anstieg des freien Cashflows um rund 1 Milliarde Dollar gegenüber den 14,7 Milliarden Dollar des Vorjahres.

Strategisch setzt IBM weiterhin auf eine Kombination aus Hybrid-Cloud, generativer KI und – mit Blick auf die zweite Hälfte des Jahrzehnts – Quantentechnologie. Das Unternehmen skizziert eine Zukunft, in der Quantencomputer eng mit klassischen High-Performance-Systemen kooperieren und so neue Rechenmodelle für KI- und Simulationsanwendungen ermöglichen. Vorstandschef Arvind Krishna betont, dass IBM bis 2029 den ersten großskaligen Quantencomputer liefern will, was die technologische Langfriststory zusätzlich stützt.

Bewertungsseitig wird IBM derzeit mit rund dem 24-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – kein Schnäppchen, aber angesichts beschleunigten Wachstums, rekordhohen Cashflows und einer weiterhin attraktiven Dividende für viele Anleger ein vertretbares Niveau. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die anvisierte Wachstumsrate von über fünf Prozent halten und die Marge weiter ausbauen kann.

Fazit

Das aktuelle IBM Quartal bestätigt die erfolgreiche Neuausrichtung hin zu Software, Hybrid-Cloud und KI und untermauert die Rolle von IBM als solide, cashflow-starke Tech-Adresse. Für Anleger, die KI-Exposure mit geringerer Volatilität als bei klassischen High-Growth-Werten suchen, bleibt die Aktie damit interessant. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob IBM die hohe Dynamik im KI- und Softwaregeschäft halten und damit den Kurssprung nachhaltig absichern kann.