Der iShares Silver Trust Crash hat Anleger auf dem falschen Fuß erwischt: Nach einer Rekordrallye folgte ein heftiger Rückschlag – und nun zieht SLV im vorbörslichen Handel wieder deutlich an. Viele Investoren fragen sich, ob der Absturz nur eine überfällige Korrektur in einem laufenden Bullenmarkt ist oder den Beginn einer längeren Schwächephase markiert. Im Folgenden beleuchten wir die wichtigsten Auslöser, die Rolle von Zinsen und Risiko-Stimmung sowie Angebot und Nachfrage am Silbermarkt – und ordnen ein, wie Anleger jetzt mit dem iShares Silver Trust umgehen können.

iShares Silver Trust Crash: Was löste den Absturz aus?
Der iShares Silver Trust Crash kam nach einem nahezu parabolischen Kursanstieg, der den ETF zeitweise mehr als 100 % über seine 200-Tage-Linie katapultierte. Technische Analysten sprechen in diesem Umfeld von einem klassischen „Blow-off-Top“: Über Monate aufgestaute Kursdynamik entlädt sich in einem finalen Spike nach oben – gefolgt von einem abrupten Einbruch. Genau dieses Muster war beim iShares Silver Trust zu beobachten.
Fundamental wurde die Bewegung von einer stark überkauften Lage am Terminmarkt begleitet. Analysten von JP Morgan verwiesen bereits vor dem Einbruch darauf, dass Silber-Futures extrem überkauft seien. Dazu kam politische Dynamik: Die Ankündigung von Ex-Präsident Donald Trump, Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell für den Fed-Vorsitz nominieren zu wollen, nahm vielen Marktteilnehmern die Angst vor einer aus dem Ruder laufenden Geldpolitik. In der Folge brach ein Teil der zuvor aufgebauten „Angst-Prämie“ bei Gold und Silber weg, Gewinnmitnahmen setzten ein und verstärkten den iShares Silver Trust Crash.
iShares Silver Trust: Rolle von Zinsen und Risiko-Stimmung
Der iShares Silver Trust Crash fiel in eine Phase erhöhter Volatilität über mehrere Anlageklassen hinweg. Analysen auf Derivatemärkten zeigen, dass die implizite Volatilität bei Aktien, Gold und Silber parallel anzog. Studien auf Plattformen wie Seeking Alpha heben hervor, dass Silber in Phasen politischer Unsicherheit und geldpolitischer Wendepunkte oftmals stärker schwankt als Gold. Genau das bestätigte sich erneut: Silber reagierte überproportional auf die veränderten Erwartungen an die künftige Fed-Politik.
Gleichzeitig deuten Marktberichte an, dass der Abverkauf zumindest kurzfristig auf Käuferinteresse stößt. Laut aktuellen Marktkommentaren steigt die Nachfrage nach physischem Silber und entsprechenden ETFs wieder an, seitdem die Preise deutlich vom Hoch zurückgekommen sind. Publikationen wie MarketWatch und das Wall Street Journal berichten über eine Erholung der Notierungen bei Gold und Silber nach der scharfen Korrektur – ein Hinweis darauf, dass der iShares Silver Trust Crash zwar massiv war, aber nicht zwangsläufig das Ende des Silber-Booms markieren muss.

iShares Silver Trust: Struktur, Nachfrage und Angebot
Der iShares Silver Trust Crash betrifft einen ETF, der nahezu eins zu eins den Silberpreis nachbildet, indem er physisches Silber hinterlegt. Damit ist der Fonds ein direkter Hebel auf die Entwicklung des Spotpreises. Die fundamentale Nachfrageseite wirkt weiterhin robust: Die US-Regierung stufte Silber Ende 2025 offiziell als „kritischen Rohstoff“ ein, unter anderem wegen seines Einsatzes in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.
Hinzu kommt der Solarboom: In der EU wird ab diesem Jahr die Ausstattung neuer Gebäude mit Solaranlagen verpflichtend; jede Modulfläche benötigt mehrere Gramm Silber. Auch in den USA gilt Solarstrom bis mindestens 2027 als wichtigster Wachstumstreiber in der Stromerzeugung. Parallel verzeichnet der globale Silbermarkt bereits das fünfte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit. Diese Gemengelage erklärt, warum Citigroup-Analysten Silber trotz des Crashs bullish einschätzen und kurzfristig Preise von bis zu 150 US-Dollar je Unze für möglich halten – ausgehend von Niveaus unter 82 US-Dollar nach der jüngsten Korrektur.
Wie sollten Anleger den iShares Silver Trust Crash einordnen?
Der iShares Silver Trust Crash trifft vor allem kurzfristig orientierte Trader, die auf weiter steigende Kurse gesetzt hatten. Für langfristig denkende Anleger stellt sich die Frage, ob der Rückgang eher Panik oder eine gesunde Bereinigung überzogener Erwartungen widerspiegelt. Stimmen aus dem professionellen Handel, etwa bei StoneX, verweisen darauf, dass in Silber traditionell ein überdurchschnittlich hoher Risikoaufschlag steckt und die Schwankungsbreite deutlich über der von Gold liegt. Das Potenzial für schnelle Gewinne geht also mit hohem Drawdown-Risiko einher.
Gleichzeitig zeigen Marktberichte von Kitco, Barron’s und anderen etablierten Finanzmedien, dass nach der Korrektur neues Kaufinteresse in den Markt zurückkehrt. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich der iShares Silver Trust Crash im Nachhinein als heftige, aber temporäre Marktbereinigung erweist – vorausgesetzt, die Story steigender industrieller Nachfrage und anhaltender Angebotsengpässe bleibt intakt.
„Die Art und Weise, wie Silber sich derzeit bewegt, ist übertrieben – der Markt ist in einer Reihe von Disconnects faktisch gebrochen.“— Maximilian Tomei, Galena Asset Management
Der iShares Silver Trust Crash markiert eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie brutal sich Übertreibungen an Rohstoffmärkten entladen können. Für kurzfristige Spekulanten bleibt SLV ein hochvolatiles Instrument, während langfristig orientierte Anleger die Korrektur als Einstiegschance in einen strukturell knappen Zukunftsrohstoff betrachten können. Entscheidend wird, ob sich die derzeitige Erholung bei Silberpreisen festigt und damit den Weg für eine nachhaltige Stabilisierung des iShares Silver Trust ebnet.