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Tesla Allzeithoch durch Robo-Taxis – Amazon & Nvidia

KURZ & KNAPP

Tesla erreicht an der Wall Street ein neues Allzeithoch, getragen von Erwartungen an Robo-Taxis und Full Self-Driving. Gleichzeitig droht in Kalifornien ein temporäres Verkaufsverbot wegen Streit um die Bezeichnung der Assistenzsysteme. Amazon sorgt mit möglichen Milliardeninvestitionen in OpenAI und dem Einsatz eigener Trainium-Chips für Gesprächsstoff. Der geplante Deal könnte die Kräfteverhältnisse im globalen KI-Cloud-Markt deutlich verschieben.

Im Tech-Sektor steht Nvidia wegen der KI-Infrastruktur-Dynamik und den anstehenden Zahlen von Micron im Mittelpunkt. Zudem bewegen die Fusionspläne von Netflix und Warner Bros. Discovery sowie Spekulationen um Paramount Skydance den Streaming-Markt. Kurznews reichen von Pfizer über Meta bis hin zu Palantir und Ford, die jeweils mit eigenen Unternehmensmeldungen Schlagzeilen machen.

In Europa rückt Rheinmetall mit dem diskutierten 50-Milliarden-Euro-Paket für die Bundeswehr und möglichen Großaufträgen in den Vordergrund. Der geplante Börsengang des Panzerbauers KNDS könnte den europäischen Rüstungssektor weiter verändern. Gleichzeitig bleiben strukturelle Verteidigungsinvestitionen und geopolitische Entwicklungen zentrale Themen für die europäischen Märkte.

AUSBLICK US-Märkte

  • Bank of America zu NVDA, AVGO, LRCX, ADI, CDNS: Die Analysten von Bank of America sehen den KI-Investitionszyklus erst im frühen bis mittleren Stadium und erwarten 2026 ein Wachstum der KI-Chip-Umsätze von über 50%. Sie empfehlen die Qualitätsführer Nvidia (NVDA, Kursziel $275), Broadcom (AVGO, Kursziel $500), Lam Research (LRCX, Kursziel $195), Analog Devices (ADI, Kursziel $320) und Cadence Design Systems (CDNS, Kursziel $400) als Kernprofiteure des strukturellen KI-Booms.
  • KBW zu HSBC: Das Analysehaus KBW hat HSBC aufgewertet und rechnet dank besserem Zinsumfeld, Kapitalstärke und Fortschritten bei der Neuausrichtung mit weiterem Kurspotenzial. Die Aktie reagierte mit einem Plus von fast +3% auf das neue Votum.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Tesla (TSLA) – Allzeithoch dank Robo-Taxis trotz Kalifornien-Drohung?

Tesla (TSLA, $487,06, +3,07%) hat an der Wall Street ein neues Allzeithoch markiert und ist im laufenden Jahr bereits rund +21% im Plus. Der Schlusskurs lag bei knapp $489, nachdem die Aktie im Tagesverlauf kurz über $488 gestiegen war. Treiber der Rally ist weniger das Kerngeschäft mit Elektroautos, dessen Absätze zuletzt unter Druck standen, sondern die Fantasie rund um Full Self-Driving (FSD) und ein künftiges Robo-Taxi-Netzwerk. Positive Einschätzungen von Analysten und optimistische Aussagen von Elon Musk zu den Fortschritten bei FSD haben Kursziele bis in den Bereich von $520–$540 befeuert.

Parallel forciert Tesla seine industrielle Basis in Europa: In Grünheide bei Berlin soll ab 2027 eine komplette Batteriezellfertigung mit einer Kapazität von bis zu 8 Gigawattstunden pro Jahr aufgebaut werden. Dafür sind Investitionen von rund 1 Milliarde Euro geplant, die gesamte Wertschöpfungskette von der Zelle bis zum Auto soll künftig weitgehend in Europa stattfinden, statt Zellen aus den USA zu importieren. Damit positioniert sich Tesla als Schlüsselinvestor in der europäischen Batteriewertschöpfung, in einem Markt, in dem Asien und die USA bislang dominieren. Für Anleger verstärkt dies die Story eines vertikal integrierten E‑Mobilitäts- und Softwarekonzerns, der nicht nur Autos verkauft, sondern eine Plattform für autonome Mobilität aufbaut.

Doch der Höhenflug kommt nicht ohne regulatorische Risiken: Die kalifornische Verkehrsbehörde DMV droht, den Verkauf von Tesla-Fahrzeugen im Heimatmarkt Kalifornien für 30 Tage auszusetzen, falls der Konzern seine Marketingpraxis für „Autopilot“ und „Full Self-Driving“ nicht anpasst. Behörden und Gerichte werfen Tesla irreführende Werbung vor, weil die Systeme trotz ihrer Bezeichnung nur Fahrerassistenz und kein vollautonomes Fahren bieten. Tesla hat nun rund 90 Tage Zeit, zu reagieren oder Berufung einzulegen; ein tatsächliches Verkaufsverbot im wichtigsten US-Bundesstaat wäre ein deutliches Warnsignal. Der Markt blendet dieses Risiko bisher aus, setzt aber klar darauf, dass Musk den Spagat zwischen aggressivem Technologiemarketing und regulatorischer Compliance schafft – eine Annahme, die in den kommenden Monaten auf die Probe gestellt werden dürfte.

Amazon (AMZN) – Bringt ein 10-Milliarden-Deal mit OpenAI die KI-Wende?

Amazon (AMZN, $225,09, +0,01%) rückt mit Berichten über einen möglichen Mega-Deal mit OpenAI in den KI-Fokus. Das KI-Unternehmen soll in Gesprächen stehen, mindestens 10 Milliarden Dollar von Amazon aufzunehmen – bei einer Bewertung von über 500 Milliarden Dollar. Im Gegenzug würde OpenAI in großem Stil die hauseigenen Trainium-Chips sowie Cloud-Kapazitäten von AWS nutzen. Für Amazon wäre das ein strategischer Coup: Der Konzern ist im klassischen Cloud-Geschäft zwar Marktführer, liegt bei KI-spezifischem Cloud-Computing aber hinter Microsoft und dessen Partnerschaft mit OpenAI zurück.

Für OpenAI ist der Deal Teil einer klaren Diversifizierungsstrategie. Bislang stützt sich der Konzern bei Hochleistungschips fast vollständig auf NVIDIA-GPUs, hat aber bereits angekündigt, auch AMD-Hardware einzusetzen. Ein Einstieg von Amazon würde die Abhängigkeit von NVIDIA weiter reduzieren, die Einkaufsmacht von OpenAI stärken und die massiven Infrastrukturverpflichtungen – zuletzt summierten sich Zusagen an Cloud- und Chip-Partner auf mehr als 1,4 Billionen Dollar – besser verteilen. Für Amazon bietet eine solche Partnerschaft nicht nur Volumen für die eigene Chip-Sparte, sondern vor allem ein starkes Signal an KI-Kunden, dass Trainium und AWS in der ersten Liga der KI-Inbieter mitspielen.

Nvidia (NVDA) – Hält Micron den KI-Infrastruktur-Boom am Laufen?

Nvidia (NVDA, $177,06, +0,81%) bleibt der dominante Profiteur des KI-Chip-Booms, steht aber zunehmend unter Beobachtung: Nach eher verhalten aufgenommenen Zahlen von Oracle und Broadcom fragen Investoren, ob der enorme KI-Infrastrukturzyklus in dieser Schlagzahl weitergehen kann. Besonders wichtig wird daher heute Abend der Quartalsbericht von Micron Technology, einem der Schlüsselanbieter von High Bandwidth Memory für moderne KI-Systeme. Die Aktie von Micron ist in diesem Jahr um mehr als 170% gestiegen – ein Kursverlauf, der bereits sehr viel künftiges Wachstum eingepreist hat.

Analysten erwarten bei Micron Umsätze von 12,5–12,8 Milliarden Dollar, was einem Plus von rund 45% gegenüber dem Vorjahr entspräche, sowie einen Gewinn je Aktie von knapp $3,80–$3,90. Liefert Micron diese Zahlen und einen robusten Ausblick, wäre das eine indirekte Bestätigung, dass die Nachfrage nach KI-Hardware – und damit nach Nvidia-GPUs – hoch bleibt und die zuletzt gesehene Konsolidierung eher eine Verschnaufpause ist. Enttäuschungen dagegen könnten eine breitere Neubewertung des Sektors anstoßen, gerade weil Investoren zunehmend genauer hinschauen, ob die extremen Investitionsausgaben der Hyperscaler in Rechenzentren bereits in entsprechend hohe Umsätze und Margen umschlagen. Für Nvidia wird der Micron-Report damit zum Stimmungsbarometer für die nächste Etappe der KI-Rally.

Rheinmetall (RHM) – Profitiert der Rüstungsboom vom 50-Milliarden-Bundeswehrpaket?

Die Aktien von Rheinmetall (RHM, $1544,50, +2,83%) legen deutlich zu, nachdem der Bundestag ein neues Rüstungspaket von mehr als 50 Milliarden Euro für die Bundeswehr berät. Rund 20 Milliarden Euro davon entfallen auf Spezialausrüstung und Bekleidung, der Rest auf Großprojekte wie Schützenpanzer vom Typ Puma, Munition und Satellitensysteme, bei denen Rheinmetall und Partner zum Zuge kommen dürften. Nach deutlichen Kursabschlägen in den letzten Tagen, ausgelöst durch die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine, nutzen Anleger die neuen Haushaltszahlen für einen Wiedereinstieg in den Sektor.

Der jüngste Rücksetzer hatte gezeigt, wie sensibel die Bewertungsniveaus von Rüstungswerten auf geopolitische Schlagzeilen reagieren. Mittelfristig stützen jedoch strukturelle Trends: Viele NATO-Staaten wollen ihre Verteidigungsausgaben dauerhaft deutlich oberhalb von 2% des BIP etablieren, und Europa baut seine Munitions- und Fahrzeugkapazitäten nach Jahren der Unterinvestition massiv aus. Für Rheinmetall und auch den Sensorik-Spezialisten Hensoldt bedeutet das eine gut gefüllte Pipeline – allerdings mit erhöhter politischer und regulatorischer Abhängigkeit.

Netflix (NFLX) & Warner Bros. Discovery (WBD) – Wer gewinnt den Streaming-Showdown?

Im Übernahmekrimi um Warner Bros. Discovery (WBD, $28,55, -2,73%) zeichnet sich eine klare Wendung ab: Der Verwaltungsrat bereitet sich darauf vor, das feindliche Barangebot von Paramount Skydance über $30 je Aktie abzulehnen. Ausschlaggebend sind massive Zweifel an der Finanzierung, nachdem Jared Kushners Investmentfirma Affinity Partners als wichtiger Eigenkapitalgeber ausgestiegen ist und sich die zugesagte Ellison-Finanzierung als „undurchsichtiger widerruflicher Trust“ entpuppt hat. Stattdessen favorisiert Warner den bereits vereinbarten Fusionsplan mit Netflix, der aus Sicht des Boards mehr Bargeld, höhere Abschluss-Sicherheit und eine hohe Kündigungsgebühr bietet.

Die Aktie von Netflix (NFLX, $96,19, +0,85%) reagierte mit Kursgewinnen, da der Markt die Wahrscheinlichkeit eines Deals mit Warner wieder höher einschätzt. Ein Zusammenschluss von Netflix mit den Warner-Studios und HBO würde einen globalen Streaming-Giganten schaffen, der in vielen Märkten eine dominante Content- und Distributionsmacht hätte – entsprechend heikel wären die kartellrechtlichen Prüfungen, vor allem in den USA und Europa. Dennoch sieht der Warner-Vorstand das regulatorische Risiko im Vergleich zu Paramount nicht als wesentlich höher an. Für die Branche steht viel auf dem Spiel: Die Entscheidung, ob Inhalte in einem Plattform-Ökosystem wie bei Netflix gebündelt oder zwischen mehreren Studios fragmentiert bleiben, dürfte den Wettbewerb im Streaming für Jahre prägen.

KURZNEWS

  • PFIZER – Pfizer: Pfizer senkt seinen Ausblick für das kommende Jahr, da die Umsätze mit Covid-Impfstoffen weiter zurückgehen und hohe Investitionen in neue Produkte drücken. Das Ergebnis je Aktie soll zurückgehen, die Erlöse stagnieren – die Aktie reagierte mit einem Rückgang von mehr als 3%, auch die Titel von Moderna und Biontech gaben zeitweise rund 2% nach.
  • MU – Micron Technology: Vor den Zahlen nach US-Börsenschluss steht Micron im Zentrum der KI-Diskussion. Analysten erwarten Umsätze von rund 12,5–12,8 Milliarden Dollar und ein Gewinnplus von etwa 45% gegenüber dem Vorjahr; die Aktie ist im laufenden Jahr bereits um rund 180% gestiegen, was die Latte für positive Überraschungen hoch legt.
  • ORCL – Oracle: Nach dem jüngsten Quartalsbericht von Oracle wächst die Sorge, dass die KI-Investitionen des Konzerns die Ertragskraft überstrapazieren. Laut CDS-Preisen sieht ein Analyst eine implizite Insolvenz-Wahrscheinlichkeit von gut 12%, zudem soll Finanzierer Blue Owl den Support für ein geplantes 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum zurückgezogen haben, das primär OpenAI dienen sollte.
  • META – Meta Platforms: Meta verfehlte jüngst die Erwartungen und verlor an einem Tag rund 11–12% an Börsenwert. Anleger kritisieren, dass die extrem hohen KI- und Infrastrukturinvestitionen bisher nicht ausreichend Ertrag liefern, während die CapEx der Hyperscaler inzwischen bei etwa 60% des operativen Cashflows liegen – ähnlich wie in Spitzenzeiten der Ölindustrie.
  • PLTR – Palantir: Palantir wird heute nach Handelsschluss mit Spannung erwartet, nachdem ein Broker das Potenzial für eine Billionen-Dollar-Bewertung skizziert hat. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass die Firma aktuell nur rund 1 Milliarde Dollar Umsatz pro Quartal erzielt und mit einem Vielfachen von rund 250x Umsatz bewertet ist – ein Setup, bei dem jede Enttäuschung beim Wachstum hart bestraft werden könnte.
  • LEN – Lennar: Der US-Hausbauer Lennar hat die Gewinnschätzungen im vierten Quartal verfehlt; die Aktie sackte vorbörslich um etwa 5% ab. Das Management verweist auf hohe Kosten, verunsicherte Käufer und eine Erosion der Kaufkraft – Zinssenkungen allein reichen demnach nicht, um die Nachfrage im von hohen Preisen und Lebenshaltungskosten belasteten US-Häusermarkt wieder kräftig anzuschieben.
  • F – Ford: Ford vollzieht eine strategische Kehrtwende und schichtet Kapazitäten von reinen Elektrofahrzeugen zurück zu benzinbetriebenen Trucks und Hybridkonzepten. Ein großer EV-Batterievertrag mit LG im Volumen von mehr als einem Drittel des LG-Jahresumsatzes wurde gekündigt, insgesamt fallen bei Ford Sonderbelastungen von rund 19,5 Milliarden Dollar an.
  • WBD – Warner Bros. Discovery: Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery rät den Aktionären, das feindliche 30-Dollar-All-Cash-Gebot von Paramount Skydance abzulehnen. Hauptkritikpunkt sind fehlende, bedingungslose Finanzierungszusagen der Familie Ellison und eine komplexe Struktur über einen widerruflichen Trust, während man den bestehenden Fusionsvertrag mit Netflix als finanziell und operativ überlegen ansieht.
  • PARA – Paramount Global: Paramount Skydance steht mit seinem Übernahmeangebot für Warner Bros. vor dem Scheitern, nachdem Finanzier Affinity Partners von Jared Kushner ausgestiegen ist. Paramount beklagt einen unfairen Prozess und verweist auf insgesamt sechs Gebote, während der Warner-Board der Gegenseite Irreführung bei der Darstellung der Ellison-Finanzierung vorwirft.
  • SPOT – Spotify: Spotify gerät wegen möglicher US-Gegenmaßnahmen zur europäischen Digitalsteuer ins Visier der Trump-Regierung. Bloomberg-Analysten rechnen mit einem potenziellen Gegenwind von rund 200 Millionen Dollar, was die Aktie bereits im US-Handel belastet hat.
  • HSBC – HSBC: Die Aktie von HSBC legte um fast +3% zu, nachdem KBW die Bank hochgestuft hat. Analysten würdigen das verbesserte Zinsumfeld, die Kapitalstärke und die fortschreitende Restrukturierung als Treiber für höhere Erträge und Ausschüttungen.
  • GSK – GSK: GSK meldet eine US-Zulassung für ein neues Medikament zur Behandlung von schwerem Asthma, das nur zweimal jährlich verabreicht werden muss. Die Firma sieht in dem Mittel einen potenziellen Blockbuster, der in den kommenden Jahren maßgeblich zum Wachstum beitragen könnte.
  • KNDS – KNDS (nicht börsennotiert, IPO-Planung): Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS bereitet einen Börsengang vor, der ab 2026 mit einer möglichen Dual-Listung in Paris und Frankfurt erfolgen könnte. Die anvisierte Bewertung von rund 20 Milliarden Euro würde KNDS auf einen Schlag zu einem der größten Werte im europäischen Aerospace-&-Defense-Sektor machen.
  • HASH – Hashkey: Die lizenzierte Kryptobörse Hashkey ist in Hongkong erfolgreich an die Börse gegangen, notiert aber trotz hoher Erwartungen zeitweise leicht im Minus. Das Unternehmen ist in mehreren Jurisdiktionen reguliert, schreibt jedoch noch Verluste und will die IPO-Erlöse in den Ausbau der Infrastruktur und die Expansion auf neue Märkte investieren.
  • QSR – Restaurant Brands International: Restaurant Brands International (u.a. Burger King, Tim Hortons) gehört laut mehreren Analysten zu den Top-Ideen im Schnellrestaurantsektor, die Konsens-Kursziele signalisieren bis zu +36% Aufwärtspotenzial. Nach Einschätzung von RBC und Argus stützen bessere Preise im Inflationsumfeld, die laufende Burger-King-Sanierung in den USA und eine aggressive Expansion in China die Investmentstory.
  • CRH – CRH plc: Der Baustoffkonzern CRH gilt als einer der Favoriten im Infrastrukturzyklus und könnte laut Jefferies zusätzlich von einem möglichen Aufstieg in den S&P 500 profitieren. Das Kursziel von $140 entspricht einem Aufschlag von rund 30%, getragen von starken US-Infrastrukturinvestitionen, einem möglichen Nachfrage-Comeback in Europa und potenziellen M&A-Chancen.
  • WTW – Willis Towers Watson: Willis Towers Watson bleibt trotz leichter Zielsenkung durch Wells Fargo mit einem Kursziel von $356 auf „Overweight“. Neben organischem Wachstum sollen Akquisitionen wie der Zukauf des britischen Pensionsspezialisten Cushon – mit 4 Milliarden Pfund Assets under Management und 730.000 Kunden – die Marktposition im Bereich betrieblicher Altersvorsorge ausbauen.
  • FRNT – Frontier Group: Die Aktie von Frontier Airlines sprang vorbörslich um bis zu +9%, nachdem neue Fusionsgespräche mit der angeschlagenen Spirit Airlines bekannt wurden. Ein Zusammenschluss würde die fünftgrößte US-Airline formen und könnte rund 5% Kapazität aus dem Markt nehmen, was in überfüllten Discount-Strecken tendenziell stützend auf Ticketpreise wirken dürfte.
  • JPM – JPMorgan Chase: J.P. Morgan hat seit 2023 fast 350 Milliarden Dollar an Überschussliquidität von seinem Konto bei der Federal Reserve abgezogen und in US-Staatsanleihen umgeschichtet. Die Bank sichert sich damit höhere Renditen in Erwartung von Zinssenkungen und sendet zugleich ein Vertrauenssignal in die Funktionsfähigkeit und Liquidität des US-Anleihemarktes.

IM BLICKPUNKT

  • Bank of America zu NVDA, AVGO, LRCX, ADI, CDNS: Die Analysten von Bank of America sehen den KI-Investitionszyklus erst im frühen bis mittleren Stadium und erwarten 2026 ein Wachstum der KI-Chip-Umsätze von über 50%. Sie empfehlen die Qualitätsführer Nvidia (NVDA, Kursziel $275), Broadcom (AVGO, Kursziel $500), Lam Research (LRCX, Kursziel $195), Analog Devices (ADI, Kursziel $320) und Cadence Design Systems (CDNS, Kursziel $400) als Kernprofiteure des strukturellen KI-Booms.
  • KBW zu HSBC: Das Analysehaus KBW hat HSBC aufgewertet und rechnet dank besserem Zinsumfeld, Kapitalstärke und Fortschritten bei der Neuausrichtung mit weiterem Kurspotenzial. Die Aktie reagierte mit einem Plus von fast +3% auf das neue Votum.


Meta dreht am Metaverse-Sparturbo – Nvidia als geopolitischer Kursgewinner

KURZ & KNAPP

Meta schockt den Markt mit möglichen Kürzungen von bis zu 30% beim verlustreichen Metaverse-Bereich und lenkt Kapital in profitablere KI-Projekte um. Anleger werten das als klares Margen- und Cashflow-Signal. Parallel bleibt Nvidia im Fokus, weil abgeschwächte Exportkontroll-Pläne die geopolitischen Risiken vorerst entschärfen. Beide Stories prägen heute das Bild bei US-Tech und Wachstumswerten.

Daneben steht Snowflake mit schwächerem Margenausblick stellvertretend für den Druck auf Software- und AI-Anbieter. Die starken Updates von Dollar General und Dollar Tree unterstreichen den Boom im Value-Retail-Segment. Alphabet setzt mit Gemini und eigenen TPUs den nächsten Akzent im KI-Megatrend.

In Europa sorgen ASML, Schneider Electric, Siemens Energy und STMicroelectronics für Rückenwind bei Industrie- und Halbleiterwerten, während Roche schwächelt. Zugleich richten sich die Blicke auf schwächere US-Jobdaten und die bevorstehende Fed-Zinsentscheidung. Die Kombination aus Arbeitsmarkt-Signalen und erwarteter Zinssenkung könnte die nächste Marktbewegung auslösen.

RÜCKBLICK Handelstag

US-Handelstag

Die US-Märkte schlossen überwiegend höher, getragen von starken Bewegungen in den großen Technologie- und Konsumwerten; der Dow Jones legte dabei mehr als 400 Punkte zu, während S&P 500 und Nasdaq ebenfalls zulegten und die «Magnificent Seven» weiter das Bild bestimmen. Die Marktstimmung war von der wachsenden Erwartung an eine Fed-Zinssenkung in der kommenden Woche und gemischten Unternehmensberichten geprägt. Anleger reagierten besonders auf Gewinnmitteilungen und Tech-spezifische Nachrichten zu KI-Chips und Kostensenkungen.

Meta Platforms: Ein Bloomberg-Bericht, wonach Meta bis zu 30% der Mittel für Reality Labs/Metaverse streichen oder Personal reduzieren könnte, trieb die Aktie deutlich nach oben; die Märkte bewerten den Schritt als Retour zur Profitabilität, da Reality Labs seit Jahren hohe Verluste verursacht.
Nvidia: CEO-Besuche in Washington und Gespräche über Exportkontrollen sorgten für Schlagzeilen; Berichte deuten allerdings darauf hin, dass restriktive Maßnahmen im kürzlich diskutierten Gesetzesentwurf nicht enthalten sind, was Sorgen über Zulieferbeschränkungen entschärfte.
Snowflake: Trotz solider Quartalszahlen belastete ein enttäuschender Ausblick für die operative Marge den Kurs deutlich, Anleger sehen hier Risiken für die Profitabilität neuer AI-Angebote.
Dollar General / Dollar Tree: Beide Discounter präsentierten robuste Ergebnisse und angehobene Ausblicke, was die Titel in der Vorbörse kräftig nach oben brachte und das Thema „Value-Retail“ erneut in den Fokus rückte.
Alphabet (Google) / AI-Chips: Die Marktreaktion auf Googles Gemini-Entwicklung und TPUs fiel weiter positiv aus; Partnerschaften (z. B. mit Replit) und die wachsende Verbreitung eigener KI-Chips erhöhen die Aufmerksamkeit für Alphabet.

Auf Makroebene drückten gemischte Arbeitsmarktdaten – darunter schwächere ADP-Zahlen und rückläufige Initial Jobless Claims in einigen Berichten – zusätzlich auf die Stimmung, wobei die Wette auf eine Fed-Zinssenkung nächste Woche die Aktien stützte.

Deutschland Europa

Europäische Leitindizes präsentierten sich gemischt bis freundlich: Der DAX zeigte sich stabil, der Euro Stoxx 50 wurde von Industrie- und Halbleitern gestützt, und der CAC 40 blieb in Reichweite der Vortagsniveaus. Gewinnwarnungen oder -überraschungen einzelner Sektoren prägten das Bild, während Broker-Notizen zu Kapitalgütern und Halbleitern Rückenwind gaben.

ASML: Nach einer Aufstufung und positiven Analystenkommentaren zog die Aktie an und wirkte unterstützend für den Halbleitersektor in Europa.
Schneider Electric: JP Morgan zeigte sich sehr bullisch für europäische Kapitalgüter, was Schneider und ähnliche Titel heute höher führte.
Siemens Energy: Ebenfalls von der positiven Einschätzung für Kapitalgüter profitierend, zeigte Siemens Energy deutliche Kursgewinne.
STMicroelectronics: Der Halbleiterwert legte rund drei Prozent zu und gehörte zu den stärkeren Titeln in Europa, gestützt von der Chip-Nachfrage.
Roche: Im Gegenzug stand Roche unter Druck und trug zur sektoriellen Divergenz im Gesundheitssektor bei.

Makro

Die makroökonomische Agenda stand ganz im Zeichen der US-Geldpolitik und Arbeitsmarktdaten: ADP meldete eine deutlich schwächere Entwicklung der privaten Stellen im November als erwartet, und Initial Jobless Claims kamen in einigen Berichten niedriger aus, was die Interpretation der Daten komplizierter macht. Parallel ist der Markt stark auf eine bevorstehende Fed-Zinssenkung eingestellt; das CME-FedWatch-Tool signalisiert hohe Wahrscheinlichkeiten für eine Kürzung in der nächsten Woche.

Warum relevant: Schwächere Beschäftigungsdaten stützen die Erwartung für eine geldpolitische Lockerung, was Bond- und Aktienmärkte bewegt; zugleich erzeugen widersprüchliche Signale Unsicherheit über die Geschwindigkeit weiterer Zinssenkungen und darüber, wie nachhaltig die Risikoaversion gegenüber bestimmten Sektoren (z. B. AI-Datacenter) bleibt.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Meta: Rückzug vom Metaverse, Fokusverschiebung auf KI und Sparprogramm

Ein Bloomberg-Bericht, wonach Meta plant, die Mittel für Reality Labs/Metaverse im Zuge der Budgetplanung 2026 deutlich zu kürzen — teilwiese von bis zu 30% —, löste eine starke Marktreaktion aus. Vorbörslich und im regulären Handel sprang die Aktie spürbar an, da Investoren den Schritt als signalhafte Abkehr von verlustreichen Zukunftsexperimenten hin zu profitableren Prioritäten und AI-Investitionen werteten. Mark Zuckerberg hatte bereits konzernweit Einsparungen von rund 10% gefordert; die Metaverse-Einheit soll deutlich härter getroffen werden als der Rest des Konzerns. Hintergrund ist die jahrelange Belastung durch Reality Labs und der wachsende Druck, Kapital in Bereiche mit direkterer Ertragswirkung — vor allem KI — zu verlagern.

Die Entwicklung verlief in Etappen: Zuerst die Berichte über Management-Anweisungen und mögliche Stellenkürzungen, dann die Marktreaktion mit einem spürbaren Kurssprung; Analysten und Marktteilnehmer bewerten das als kurzfristig positiv für die Margenperspektive. Für Anleger ist das wichtig, weil ein klarer Shift weg von kapitalintensiven Metaverse-Projekten die Cash-Generierung und Bewertung von Meta entlasten kann. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie schnell frei werdende Mittel in AI-Strategien fließen und ob diese Reallokation die Profitabilität nachhaltig verbessert. Kurzfristig haben die Nachrichten bereits Milliarden an Marktkapitalisierung freigesetzt; mittel- bis langfristig wird Anlegerinteresse davon abhängen, ob Meta die angekündigten Einsparungen in echte Ergebnisverbesserungen umsetzt und zugleich im KI-Wettbewerb Anschluss hält.

Nvidia in Washington: Exportkontrollen, Lobbying und die politische Dimension der Chips

Nvidia sorgte erneut für Schlagzeilen: CEO-Besuche in Washington und Gespräche mit Präsident und Gesetzgebern wurden berichtet, und Quellen deuten an, dass ein ursprünglich radikalerer Vorschlag zu Exportbeschränkungen nicht in die jüngste Gesetzgebung aufgenommen wurde. Das nahm den Druck von einer schnellen und weitreichenden Beschränkung der Chip-Exporte nach China, gleichzeitig bleibt die politische Risikoagenda präsent. Finanzvorstands-Kommentare von Nvidia betonen zudem, dass von einer AI-Spekulationsblase bislang nicht gesprochen werden sollte, was die Narrative um nachhaltiges Geschäftsmodell und Nachfrage nach GPUs stützt.

Für Anleger bedeutet das: Kurzfristig mildert die Aussicht auf weniger strikte Exportbeschränkungen das operative Risiko für Nvidia und seine Zulieferkette; politisch bleibt das Thema jedoch latent und kann bei erneuter Eskalation schnell die Bewertung belasten. Zudem unterstreicht die Debatte die strategische Rolle von GPUs im KI-Ökosystem und die daraus resultierende geopolitische Bedeutung des Halbleitersektors.

Snowflake: Solide Zahlen, aber Margenausblick belastet die Aktie

Snowflake lieferte erneut Quartalszahlen, die zwar in vielen Kennziffern solide erschienen — etwa beim Ertrag pro Aktie —, doch der Ausblick zur operativen Marge enttäuschte die Anleger. Managementhinweise, dass die bereinigte operative Marge im kommenden Quartal deutlich unter den Erwartungen der Street liegen wird, lösten einen starken Kursrückgang aus. Marktteilnehmer interpretierten die verhaltene Marge als Hinweis darauf, dass das schnelle Wachstum bei Produktumsätzen und AI-Angeboten nicht unmittelbar in hohe Profitabilität übersetzt wird.

Die Relevanz für den Handelstag liegt darin, dass Snowflake stellvertretend für das Spannungsfeld vieler Software- und AI-lastiger Anbieter steht: Wachstum bleibt vorhanden, aber Investitionen und Margendruck dämpfen kurzfristig die Bewertung. Anleger werden genau beobachten, ob Snowflake seine Produktumsätze wieder beschleunigen oder weitere Effizienzmaßnahmen ankündigen kann, um die Margenerwartungen zu erfüllen.

Dollar Stores profitieren: Dollar General und Dollar Tree als Gewinner im Konsumklima

Dollar General und Dollar Tree lieferten positive Quartalsberichte und hoben jeweils ihre Ausblicke an, was die Aktien in der Vorbörse kräftig nach oben brachte. Die Titel profitieren von anhaltenden makroökonomischen Tailwinds, bei denen auch mittlere Einkommen verstärkt zu Discount-Anbietern greifen. Marktkommentare sehen Dollar General als Self-Help-Story nach jahrelanger Schwäche, während Dollar Tree nach der Abspaltung von Family Dollar auf eigenen Füßen steht und vom derzeitigen Konsumverhalten profitiert.

Für Investoren ist das wichtig, weil die Outperformance der Discount-Kategorie eine klare Sektorrotation im Einzelhandel widerspiegelt — Anleger suchen Qualität in einem Umfeld, in dem Konsumenten zunehmend preissensitiv agieren.

Alphabet legt nach: Gemini, TPUs und Partnerschaften treiben Momentum

Alphabet profitiert weiter von der starken Resonanz rund um Gemini 3 und der Ausweitung seiner TPU-Chips: Marktkommentare heben hervor, dass TPUs in bestimmten Anwendungsfällen Marktanteile gegenüber GPUs gewinnen und Alphabet dadurch ein starkes Werkzeug für die Integration von KI in Produkte und Entwickler-Workflows hat. Partnerschaften wie jene mit Replit schaffen eine direkte Brücke, damit Gemini-Modelle in der praktischen Softwareentwicklung genutzt werden können.

Die Bedeutung für Anleger besteht darin, dass Alphabet sowohl auf Hardware- als auch auf Softwareseite aktiv ist — eine Doppelstrategie, die das Unternehmen in eine günstige Position für die weitere Monetarisierung von KI bringen könnte. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb mit OpenAI, Anthropic und anderen ein zentraler Unsicherheitsfaktor.

KURZNEWS

  • META – Meta Platforms: Bloomberg-Berichte über mögliche Kürzungen von bis zu 30% in Reality Labs/Metaverse ließen die Aktie deutlich steigen; der Markt wertet das als Schritt zur Profitabilitätsverbesserung.
  • NVDA – Nvidia: CEO-Besuche in Washington und Gespräche über Exportkontrollen sowie Berichte, dass ein restriktiver Vorschlag nicht Teil jüngster Gesetzesvorhaben ist, beeinflussten die Stimmung rund um den Chipkonzern.
  • SNOW – Snowflake: Quartalszahlen zeigten solide Erträge, doch ein enttäuschender Ausblick für die operative Marge belastete den Kurs deutlich.
  • DG – Dollar General: Starkes Quartal und Anhebung des Ausblicks führten zu einem Vorbörs-Pop; die Aktie profitiert vom anhaltenden Trend zu Discount-Anbietern.
  • DLTR – Dollar Tree: Ebenfalls positive Zahlen und angehobene Guidance, nach Abspaltung von Family Dollar nun als eigenständiger Gewinner im Discount-Segment.
  • GOOGL – Alphabet: Gemini 3 und TPUs sorgen weiter für Momentum; Partnerschaften (z. B. mit Replit) stärken die Position im AI-Entwickler-Ökosystem.
  • AMZN – Amazon: Erwähnungen neuer Produkte und Chip-Initiativen unterstreichen Amazons Doppelrolle bei Hardware- und Cloud-Ausrichtung für AI.
  • CRM – Salesforce: Besser als erwartete Quartalszahlen und eine wachsende Zahl von Kunden für das AI-Agent-Angebot stützten den Titel.
  • COST – Costco: Shares reagieren negativ, nachdem die November-komps schwächer als erwartet ausfielen und geringere Kundenfrequenz signalisierten.
  • NFLX – Netflix: Im Medienbieterwettbewerb um Warner Bros. Discovery wird Netflix als führender Bieter berichtet; die Aktie reagierte anfänglich negativ auf die Unsicherheit.
  • ORCL – Oracle: Oracle meldet Ergebnisse nach dem Closing am Mittwoch; Investoren achten auf Remaining Purchasing Obligations (RPOs) und Cashflow-Perspektiven.
  • HPE – Hewlett Packard Enterprise: Ergebnismeldungen werden nach Börsenschluss erwartet; HPE steht zusammen mit Ulta auf der Agenda.
  • ULTA – Ulta Beauty: Berichtete Quartalsergebnisse erscheinen nach Börsenschluss und gehören zu den heutigen wichtigen Nachbörs-Terminen.
  • WMT – Walmart: Äußerte, dass die Weihnachtsumsätze gemäß Erwartungen verlaufen, was die Einschätzung zur Konsumnachfrage stützt.
  • RIO – Rio Tinto: Kostensenkungsmaßnahmen und Reduzierung im Lithium-Engagement wurden angekündigt; das Unternehmen plant Produktivitätsgewinne und mögliche Kapitalmaßnahmen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
nachbörslichUlta Beauty (—)Ergebnisse (nachbörslich)Ulta Beauty berichtet die Quartalszahlen nach Börsenschluss
nachbörslichHewlett Packard Enterprise (HPE)Ergebnisse (nachbörslich)HPE veröffentlicht Zahlen nach dem Handelsschluss
nachbörslichOracleOracle Qx EarningsErgebnisse werden am Mittwoch nach dem Close erwartet; Fokus auf RPOs und verfügbaren Cashflow
nachbörslichBroadcomBroadcom Qx EarningsErgebnisse am Donnerstag nach dem Close; hohe Erwartungen an Umsatzwachstum

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
USAUS Initial Jobless ClaimsWichtig für die Arbeitsmarktbeurteilung vor der Fed-Sitzung
USAADP Employment Change (November)Daten zur Privatbeschäftigung, relevant für Fed-Erwartungen
USAPCE (Personal Consumption Expenditures) – HinweisZentrale Inflationskennzahl, wichtig für Fed-Entscheidungen
USAFederal Reserve – erwartete Zinsentscheidung (Markterwartung)Markt preist hohe Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung ein; größte Relevanz für Renditen und Risikoassets

IM BLICKPUNKT

  • ROBINHOOD – Robinhood: Mizuho bestätigt Outperform und hebt das Kursziel von 145 auf 172.
  • TJX – The TJX Companies: Barclays hat das Kursziel auf 172 angehoben (genannte Bank: Barclays).
  • LLY – Eli Lilly: BMO Capital erhöhte das Kursziel auf 1.200 (genannte Bank: BMO Capital).
  • PYPL – PayPal: JP Morgan stuft auf Neutral ab und senkt das Kursziel von 85 auf 70 (genannte Bank: JP Morgan).
  • MARV – Marvell Technology: Barclays hat das Kursziel angehoben (neues Ziel in der Aussage genannt), Analystenstimme: Barclays.
  • COMMERZBANK – Commerzbank / SOCGEN – Societe Generale: Upgrade durch Goldman Sachs verzeichnet, was die Papiere heute stützte (genannte Bank: Goldman Sachs).

NVIDIA-Probleme in China: KI-Risiko für Salesforce & Snowflake – 5 heiße Investment-Chancen

KURZ & KNAPP

NVIDIA steht im Zentrum der geopolitischen KI-Schlacht: Gespräche in Washington zu Exportbeschränkungen für China-Chips könnten den gesamten Sektor drehen. Der Markt bewertet, ob mögliche Lockerungen den Absatz von KI-Prozessoren stützen oder neue Hürden die Rallye bremsen. Gleichzeitig meldet Salesforce unerwartet starke Nachfrage nach KI-Agenten und liefert einen optimistischen Ausblick. Das sorgt für Kursphantasie bei ausgewählten Softwarewerten, während andere Tech-Titel unter Druck bleiben.

Parallel belasten schwächere Margenperspektiven bei Snowflake die KI-Euphorie und zeigen, wie sensibel Investoren auf Profitabilität reagieren. Boeing kämpft weiter mit Lieferkettenproblemen und einer möglichen Übernahme von Spirit Aerosystems, während Microsoft durch Berichte zu KI-Verkaufszielen verunsichert. Im Fokus stehen zudem Tesla, Amazon und Netflix, deren Strategien von Supercharger-Netzwerk über Drohnen bis Content-Deals das Sentiment im Wachstumssegment beeinflussen.

In Asien rückt der Immobilienstress mit Country Garden und dem breiteren China-Sektor ins Zentrum, was die Wachstumsprognosen für die Region eintrübt. Der geplante Batterieausbau von BYD in Chile und die Debatte um Chiles Lithium-Politik zeigen, wie stark Rohstoffe und Geopolitik die Märkte verzahnen. Wichtige Makro- und Gerichtstermine in China/Hongkong sowie die heutigen US-Daten können die Risikoaversion weiter verschärfen oder kurzfristig für Entspannung sorgen.

RÜCKSPIEGEL

US-Nachbörse

Die Futures signalisierten eine riskantere Stimmung nach US-Handelsschluss: Risikobereitschaft und ein deutlich schwächerer Dollar prägten die Reaktion, während Bitcoin parallel spürbar zulegte. Marktteilnehmer werteten vor allem überraschende Konjunkturhinweise und Gewinnmeldungen als Treiber der Volatilität. Die Hoffnung auf Zinssenkungen stützte zeitweise die Stimmung.

SNOW (Snowflake): Die Aktie stürzte im späten Handel ab, nachdem der Ausblick für die operative Marge die Erwartungen verfehlte und Bedenken zur Rentabilität neuer KI-Produkte aufkamen. Anleger reagierten sensibel auf die Prognose und Abwärtsrisiken für die Profitabilität.
CRM (Salesforce): Nachbörslich legte die Aktie zu, nachdem das Unternehmen einen besseren Ausblick für das laufende Quartal meldete und eine stärkere Adoption von KI-Agenten hervorhob. Der optimistischere Umsatzpfad dämpfte Sorgen über eine schwächere KI-Nachfrage.
MSFT (Microsoft): Die Aktie geriet unter Druck, nachdem Berichte über reduzierte KI-Verkaufsziele kursierten; das Unternehmen widersprach später einigen Darstellungen, doch die Unsicherheit belastete die Stimmung. Analysten und Investoren beobachten nun die Nachfrage nach Microsofts KI-Tools besonders genau.
BA (Boeing): Boeing-Aktien fielen nach Berichten über FTC-Forderungen im Zusammenhang mit der möglichen Übernahme von Spirit Aerosystems; zugleich laufen Gespräche, um Produktionsprobleme in der Lieferkette zu beheben.


Asien-Übernacht

Die asiatischen Leitindizes zeigten ein gemischtes Bild: Trotz eines starken Jahresverlaufs der Märkte in Asien blieb die Reaktion getrübt durch schwächere China-Daten und anhaltende Sorgen um den Immobiliensektor. Der Nikkei profitierte von globaler Risikoneigung, während der Hang Seng empfindlich auf Nachrichten zu China-Immobilien und Restrukturierungen reagierte. Der Shanghai Composite zeigte weiterhin Volatilität, nachdem offizielle Zahlen und S&P-PMI unterschiedliche Signale zur chinesischen Wirtschaft sendeten.

BYD: Der chinesische EV-Riese plant eine Kathodenproduktionsanlage in Chile und sichert sich Vorzugsbehandlungen bei Lithiumkarbonat; das unterstreicht Chinas aggressive Globalisierung der Batterie-Wertschöpfungskette.
Country Garden: Für heute wird erwartet, dass ein Gericht in Hongkong dem Offshore-Schuldenplan zustimmt, ein entscheidender Schritt nach mehr als zwei Jahren Umstrukturierungsgespräche und ein Gradmesser für Stabilität im Immobiliensektor.
China Immobiliensektor: Marktteilnehmer zeigen sich besorgt über eine sich beschleunigende Verlangsamung; S&P-Global-PMI sank nominal von 51,8 auf 51,2 und offizielle Zahlen signalisierten bereits Schrumpfung – ein Risiko für Chinas Wachstumsaussichten.
Taiwan / Investitionsgespräche: In Washington wird über große Investitionszusagen aus Taiwan diskutiert; die Frage nach Rahmenbedingungen und Einwanderungsprozessen für Fabrikbauer wie TSMC bleibt Thema in den Gesprächen.

Makro/Geopolitik: Zudem belastete Chiles Vorschlag zu größerer staatlicher Rolle in der Lithiumindustrie die Rohstoffaktien, da Investoren die Aussicht auf stärkere staatliche Eingriffe und geopolitische Wettbewerbsszenarien, auch mit Blick auf China, bewerteten.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

NVIDIA und die China-Saga: Politische Gespräche, Chip-Restriktionen und Marktfolgen

NVIDIA steht erneut im Zentrum geopolitischer und marktlicher Aufmerksamkeit: CEO Jensen Huang traf sich mit US-Gesetzgebern und konnte eine geplante Verschärfung in einem Verteidigungsgesetz abwenden, die Exporte fortschrittlicher KI-Chips nach China weiter eingeschränkt hätte. Die Gespräche auf Capitol Hill zeigen die enge Verzahnung von Technologiepolitik und Unternehmensstrategie und haben unmittelbare Bedeutung für die globale Lieferfähigkeit von KI-Prozessoren. Anleger beobachten nun, ob die Administration ältere Chipmodelle (etwa H200) künftig wieder zur Ausfuhr zulassen wird, nachdem bereits niedrigere Generationen in begrenztem Umfang genehmigt wurden. Huang selbst gab zu bedenken, dass unklar sei, ob China die angebotenen Chips tatsächlich akzeptieren würde, was die Unsicherheit über die Absatzchancen in einem wichtigen Markt erhöht.

Der regulatorische Fahrplan hat direkte wirtschaftliche Konsequenzen: Nachfrage bleibt extrem stark und Angebot begrenzt, was zu einem anhaltenden Bewertungsaufschlag für führende Chiphersteller führt. Für Investoren bedeutet das: kurzfristig politische Volatilität, mittelfristig aber anhaltende Nachfrage nach KI-Hardware. Sollte Washington weitere Beschränkungen lockern, könnte dies die Absatzperspektiven für NVIDIA verbessern — bleibt aber abhängig von bilateralen Genehmigungen und Pekings Nachfrageentscheidung. Die Episode unterstreicht, dass geopolitische Ereignisse heute unmittelbare Gewinn- und Risikoquellen für Tech-Titel darstellen.


Salesforce: KI-Agenten tragen zu positivem Ausblick und nachbörslichem Kursgewinn

Salesforce überraschte die Märkte positiv: Das Unternehmen meldete eine stärkere Adoption seiner KI-Agenten und gab einen Ausblick für das vierte Quartal, der über den Schätzungen lag. Die Kombination aus robustem Umsatzpfad und schnellerer KI-Nutzung dämpfte frühere Sorgen über eine schwächere Nachfrage nach KI-Produkten. Anleger honorierten das mit Kursgewinnen im nachbörslichen Handel, was die Frage aufwirft, ob andere Softwareanbieter folgen können.

Für den Handelstag bedeutet das: Softwarewerte mit glaubwürdiger KI-Monetarisierung könnten weiter profitieren, während Titel ohne klare Nachfragebelege unter Druck bleiben. Beobachter werden nun auf die Umsetzung und Kundenbindungsraten achten, um zu beurteilen, wie nachhaltig der positive Trend ist.


Chinas Immobilienstress: Country Garden, Vanke und ein wachsender Wachstumsrisiko

Der chinesische Immobiliensektor bleibt ein zentraler Risikofaktor für die Region: Für heute wird erwartet, dass Country Garden in Hongkong über seinen Offshore-Schuldenplan abstimmt — ein Ergebnis, das als Barometer für weitere Restrukturierungen gilt. Gleichzeitig signalisieren Quellen Widerstand bei Investoren gegenüber Rückzahlungsverschiebungen in Vanke-Anleihen, was die Fragmentierung der Gläubigerbasis zeigt. Das Zusammenspiel aus Gerichtsentscheidungen, Gläubigerverhalten und schwächeren PMI-Daten erhöht das Abwärtsrisiko für das chinesische Wachstum im kommenden Jahr.

Für Anleger ist das relevant, weil eine anhaltende Verlangsamung im Immobiliensektor nicht nur finanzielle Verwerfungen in China auslösen, sondern auch globale Lieferketten und Rohstoffnachfrage beeinträchtigen könnte. Strategisch sinnvoll ist jetzt eine genaue Selektion von Engagements in China-exponierten Branchen und Aufmerksamkeit auf Signalereignisse aus den Restrukturierungsfällen.


Snowflake: Margen-Ausblick trübt KI-Hoffnungen

Snowflake geriet im späten Handel unter Druck, nachdem der Ausblick für die operative Marge die Erwartungen verfehlte und damit Zweifel an der Rentabilität neu eingeführter KI-Tools schürte. Die Reaktion zeigt, dass Anleger nicht nur Wachstum, sondern auch nachhaltige Profitabilität bei KI-Investitionen erwarten. Die kurzfristige Kursreaktion verdeutlicht die Sensitivität des Sektors gegenüber Margen- und Kapitalbindungsfragen.

Für Trader heißt das: Volatilität bleibt hoch, und Aktien mit hohem KI-Exposure werden stärker auf Margenaussagen reagieren. Langfristanleger sollten prüfen, ob Snowflakes Wachstumspfad die Margenprobleme mittelfristig kompensieren kann.


Boeing und Spirit Aerosystems: Lieferkette, FAA-Beschränkungen und Übernahmegedanken

Boeing steht in Gesprächen über eine mögliche Übernahme von Spirit Aerosystems, um anhaltende Produktions- und Qualitätsprobleme in der Lieferkette zu beheben. Die FAA hat die Produktion der 737 MAX gedeckelt, und Spirit hat bereits Stellenabbau angekündigt; für Boeing wäre ein Rückkauf ein Schritt, um Fertigungsengpässe direkt zu kontrollieren. Allerdings rücken auch kartell- und regulatorische Bedenken in den Fokus, was die strategische Komplexität erhöht.

KURZNEWS

  • NVDA – NVIDIA: CEO traf sich mit Gesetzgebern; mögliche Lockerung von Exportbeschränkungen bleibt unsicher.
  • CRM – Salesforce: Nachbörslich besserer Umsatzausblick dank stärkerer KI-Agenten-Adoption.
  • SNOW – Snowflake: Später Handelsverfall nach enttäuschendem Margenausblick und KI-Profitabilitätssorgen.
  • MSFT – Microsoft: Aktie belastet durch Berichte über reduzierte KI-Verkaufsziele, Firma widersprach Teilen der Berichterstattung.
  • TSLA – Tesla: Elon Musk entließ das Supercharger-Team; öffnet Netzwerk für Ford und GM, Wettbewerb in China wächst.
  • AMZN – Amazon: Prime Air-Ziele verfehlt; Drohnen-Projekt läuft hinter den Erwartungen zurück.
  • NFLX – Netflix: Aktie unter Druck wegen Spekulationen über Gebot für Teile von Warner Bros. Discovery.
  • BA – Boeing: Gespräche über Übernahme von Spirit Aerosystems zur Lösung von Produktionsproblemen.
  • BYD – BYD Company Ltd: Plant Kathodenfabrik in Chile; sichert sich Vorzugspreise für Lithiumkarbonat.
  • CG – Country Garden: Gericht in Hongkong soll heute über Offshore-Schuldenplan entscheiden.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Earnings

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  • William Blair zu Medtronic (MDT) – Analystenschätzung: schätzt etwa 150.000 US-CGM-Nutzer; hebt relative Rückstände gegenüber Dexcom und Abbott hervor.