Wie stark sind die Intuitive Surgical Quartalszahlen und Ausblick 2026 wirklich – und rechtfertigt das aktuelle Wachstum die hohe Bewertung der Aktie? Der Artikel beleuchtet Umsatzsprung, Systembasis, Margen und den vorsichtigen Ausblick des Robotik-Pioniers.

Wie stark war das Intuitive Surgical Quartal wirklich?
Im vierten Quartal 2025 steigerte Intuitive Surgical die Erlöse um 19 Prozent auf 2,87 Milliarden US‑Dollar. Damit lag der Robotik-Spezialist deutlich über den Konsensschätzungen von rund 2,75 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 2,53 Dollar und übertraf die erwarteten 2,25 bis 2,26 Dollar spürbar. Unterm Strich stieg der GAAP-Nettoertrag auf 795 Millionen Dollar, nach 686 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Das Intuitive Surgical Quartal zeigte damit operativ ein nahezu durchgängig zweistelliges Wachstum. Besonders wichtig für das Geschäftsmodell: Die weltweiten Eingriffe mit den Systemen nahmen im Q4 um 18 Prozent zu. Die da Vinci-Plattform legte bei den Prozeduren um 17 Prozent zu, während die Ion-Bronchoskopie-Eingriffe sogar um 44 Prozent wuchsen.
Wie entwickelt sich das Systemgeschäft von Intuitive Surgical?
Die Basis für weiteres Wachstum bleibt die wachsende installierte Flotte der OP‑Roboter. Im Intuitive Surgical Quartal wurden 532 da Vinci-Systeme neu platziert, ein Plus von acht bis zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr – je nach Vergleichsgröße. Darunter waren 303 Systeme des neuen da Vinci 5, von denen 43 außerhalb der USA installiert wurden. Über das Gesamtjahr 2025 erhöhte sich der da Vinci-Bestand um 12 Prozent auf 11.106 Systeme. Parallel dazu gewann die Ion-Plattform an Bedeutung: Ende 2025 lag die aktive Basis bei 995 Ion-Systemen, ein Zuwachs von 24 Prozent. Zwar fielen die Ion-Neuplatzierungen im Q4 mit 42 Systemen geringer aus als die 69 des Vorjahres, doch die deutlich gestiegene Nutzung unterstreicht die Akzeptanz bei Kliniken und Ärzten. Insgesamt erwirtschaftete Intuitive Surgical 2025 einen Umsatz von 10,1 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 21 Prozent. Wiederkehrende Erlöse aus Instrumenten, Zubehör und Service erreichten 7,6 Milliarden Dollar und machten rund drei Viertel des Gesamtumsatzes aus – ein zentraler Stabilitätsanker für das Geschäftsmodell.

Intuitive Surgical Quartal: Wie stark sind Margen und Cashflow?
Auch ergebnismäßig überzeugte das Intuitive Surgical Quartal. Die pro forma Bruttomarge lag im Gesamtjahr bei 67,6 Prozent, im vierten Quartal bei 67,8 Prozent. Gegenwind kam von Zöllen, höheren Standortkosten und einem stärkeren Mix des margenärmeren da Vinci 5 und Ion. Dennoch verbesserte sich die pro forma operative Marge 2025 auf 37 Prozent, ein Plus von 70 Basispunkten. Besonders eindrucksvoll war der Free Cashflow, der sich auf 2,5 Milliarden Dollar nahezu verdoppelte (Vorjahr: 1,3 Milliarden Dollar). Diese Finanzkraft nutzt Intuitive Surgical auch für die Aktionäre: 2025 flossen 2,3 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe zu einem durchschnittlichen Preis von 478 Dollar je Anteil. Die Bilanz bleibt zugleich äußerst solide mit rund 9 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und keinen Finanzschulden. Beim aktuellen Kurs von etwa 545 Dollar je Aktie signalisiert der Markt jedoch weiterhin eine sehr hohe Bewertung; das Papier wird mit rund 70‑fachem Gewinn gehandelt.
Was bedeutet der Ausblick 2026 für Intuitive Surgical Anleger?
Für 2026 peilt das Management ein Wachstum der da Vinci-Prozeduren von 13 bis 15 Prozent an – nach 18 Prozent im Jahr 2025. Damit fällt die Prognose bewusst vorsichtig aus und reflektiert mehrere Risiken: mögliche Einschnitte bei Gesundheitsbudgets in Japan und Großbritannien, intensiveren Wettbewerb durch lokale Anbieter in China, Kapitalengpässe in Teilen Europas sowie Effekte neuer Adipositas-Medikamente auf bestimmte OP‑Volumina. Die pro forma Bruttomarge soll 2026 trotz eines Zolleffekts von rund 1,2 Prozentpunkten bei soliden 67 bis 68 Prozent liegen. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen einen Anstieg der operativen Kosten um 11 bis 15 Prozent, getrieben von höheren F&E-Aufwendungen, dem Ausbau digitaler Angebote und Integrationskosten für Distributoren. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob das moderatere Wachstum ausreicht, um die Premium-Bewertung zu rechtfertigen. Der Fokus auf wiederkehrende Erlöse, neue Indikationen – etwa in der Herzchirurgie nach FDA-Freigabe für da Vinci 5 – und der Ausbau im ambulanten Bereich (ASCs) könnten die mittelfristige Wachstumsbasis jedoch weiter stärken.
Im Fazit unterstreicht das aktuelle Intuitive Surgical Quartal die dominante Marktstellung, die hohe Profitabilität und die starke Bilanz des Konzerns. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die Aktie damit ein qualitativ hochwertiger, aber hoch bewerteter Wachstumswert. Die nächsten Berichte werden zeigen, ob das Unternehmen seine Prognosen für 2026 übertreffen und damit den Bewertungsaufschlag bestätigen kann.