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Meta KI‑Investitionen: 910-$-Wende mit Turbo?

Werden die massiven Meta KI‑Investitionen zum teuren Risiko – oder zum Turbo für den nächsten Gewinnsprung? Anleger blicken auf steigende Umsätze, sinkenden Free Cashflow und ein ambitioniertes 910‑Dollar-Kursziel.

Hochmodernes Rechenzentrum symbolisiert Meta KI‑Investitionen und milliardenschwere Infrastrukturkosten.
Erwähnte Aktien
META Meta Platforms
$658,00 +1.72%
Stand: 22:06 MEZ

Meta KI‑Investitionen: Risiko oder Rendite-Turbo?

Meta arbeitet sich nach einer Kurskonsolidierung zurück auf die Kauflisten institutioneller Anleger. Die Aktie legte zuletzt um 1,72 % auf 658,00 US‑Dollar zu, bleibt aber deutlich unter dem Rekordniveau. Hauptgrund für die Skepsis vieler Investoren sind die massiven Meta KI‑Investitionen, die kurzfristig Margen und freien Cashflow belasten, langfristig aber die Basis für neue Produkte und Umsatzquellen legen sollen.

Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 26 % auf 51,2 Milliarden US‑Dollar, deutlich schneller als in den Vorquartalen mit 16 % bzw. 22 % Wachstum. Rund 98 % der Erlöse stammen weiterhin aus Werbung. Ad-Impressions über alle Apps legten um 14 % zu, der durchschnittliche Preis pro Anzeige kletterte um 10 %. Die täglich aktiven Nutzer erreichten über 3,5 Milliarden und wuchsen damit um 8 %.

Operativ erwirtschaftete Meta 20,5 Milliarden US‑Dollar Gewinn, doch die Kosten explodierten um 32 %, was die Marge von 43 % auf 40 % drückte. Besonders ins Gewicht fielen Investitionen in Rechenzentren, GPUs und Cloud-Kapazitäten für KI-Anwendungen. Die Kapitalausgaben summierten sich im Quartal auf 19,4 Milliarden US‑Dollar, der freie Cashflow fiel auf 10,6 Milliarden nach 15,5 Milliarden ein Jahr zuvor.

Meta Kursziel 910 Dollar: Wie realistisch ist das?

Auf Bewertungsbasis sehen mehrere Häuser die aktuelle Schwächephase als Einstiegsgelegenheit. Jefferies-Analyst Brent Thill bekräftigte sein Kaufrating und ein Kursziel von 910 US‑Dollar. Er verweist darauf, dass Meta mit dem 20,1‑fachen der erwarteten Gewinne notiert, während Alphabet mit dem 28,3‑fachen bewertet wird. Aus seiner Sicht sind die Sorgen um die Meta KI‑Investitionen überzogen, zumal neue KI-Modelle in der ersten Hälfte 2026 einen Wendepunkt markieren könnten.

Auch andere Research-Häuser heben die Kombination aus starkem Kerngeschäft und robuster Bilanz hervor. Der Markt bewertet Meta aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis im niedrigen 20er-Bereich, obwohl das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzwachstum, ein operatives Ergebnis von über 20 Milliarden US‑Dollar pro Quartal und einen Netto-Cash-Bestand von rund 44,5 Milliarden US‑Dollar bei langfristigen Schulden von 29 Milliarden US‑Dollar vorweisen kann.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Meta KI‑Investitionen in der erwarteten Geschwindigkeit in Umsatz und Gewinn umgemünzt werden können. Bleibt die Monetarisierung hinter den Erwartungen zurück, drohen anhaltender Margendruck und Enttäuschungen bei den Gewinnschätzungen. Für risikobewusste Langfrist-Anleger könnte genau diese Unsicherheit jedoch ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis eröffnen.

Meta Platforms, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Meta Platforms, Inc. (META) – 252-Tage-Chart

Threads vs. X: Zündet Metas KI‑Werbe-Turbo?

Parallel zur Debatte über die Meta KI‑Investitionen treibt das Unternehmen die Expansion seiner Plattform Threads voran. Die textbasierte App hat X bei der mobilen Nutzung überholt: Anfang Januar 2026 verzeichnete Threads laut Marktdaten rund 141,5 Millionen täglich aktive Nutzer auf iOS und Android, während X etwa 125 Millionen mobile Nutzer erreichte. Rückenwind liefern die enge Verzahnung mit Instagram und Facebook, neue Tools für Creator sowie Direktnachrichten und Communities.

Auf dem Desktop liegt X mit mehr als 150 Millionen täglichen Web-Besuchen zwar weiterhin klar vorne, doch Meta nutzt die starke Mobile-Basis, um einen entscheidenden Schritt in Richtung Monetarisierung zu gehen. Ab dem 26. Januar startet die weltweite Einführung personalisierter Werbung auf Threads. Dabei greift Meta auf denselben KI-gestützten Ad-Stack zurück, der bereits Facebook und Instagram antreibt. Zunächst sollen nur wenige Anzeigen erscheinen, später ist eine schrittweise Ausweitung geplant.

Für die Kapitalmarktdebatte rund um die Meta KI‑Investitionen ist diese Entwicklung ein wichtiges Puzzleteil. Je schneller Threads substanzielle Werbeerlöse liefert, desto klarer lässt sich der Return on Investment der gigantischen KI-Infrastruktur rechtfertigen. Branchenbeobachter sehen in der Skalierung der bestehenden Werbesysteme über eine zusätzliche große Plattform einen potenziellen Hebel für Margenverbesserungen in den kommenden Jahren.

Meta KI‑Investitionen: Welche Risiken bleiben?

Neben Wachstum und Profitabilität rücken regulatorische Fragen stärker in den Mittelpunkt. Meta hat den Zugang von Jugendlichen zu den eigenen KI-Charakteren in allen Apps weltweit vorübergehend gestoppt, um eine überarbeitete Version speziell für Teenager zu entwickeln. Damit reagiert das Unternehmen auf Bedenken rund um Jugendschutz, Datensicherheit und mögliche Fehlanreize durch generative KI.

Wir sind an einem spannenden Punkt, an dem wir unsere Kernservices weiter verbessern und gleichzeitig neue KI-gestützte Erlebnisse aufbauen können, die die Nutzung unserer Produkte grundlegend verändern.
— Susan Li, CFO von Meta
Fazit

Auch im klassischen Plattformgeschäft verschärft Meta seine Kontrollen, etwa auf Facebook Marketplace, wo Handelsrichtlinien den Verkauf gestohlener Waren untersagen. Unter wachsendem politischen Druck werden zusätzliche Verifizierungsmaßnahmen für bestimmte Händler eingeführt. Diese Schritte zeigen, dass Meta die gesellschaftlichen und politischen Risiken seiner Größenordnung ernst nehmen muss – ein Faktor, der bei der Bewertung der Meta KI‑Investitionen und künftiger Produktstarts stets mitgedacht werden sollte.