Können die aggressiven Meta KI-Investitionen den nächsten Wachstumsschub auslösen – oder droht ein Margen-Knick? Vor den Q4-Zahlen von Meta Platforms, Inc. fragen sich Anleger, ob die Milliarden-CapEx am Ende Rendite oder Risiko bedeuten.

Was treibt Meta Platforms vor den Q4-Zahlen an?
Meta gehört heute zu den wichtigsten Terminen der laufenden US-Berichtssaison: Gemeinsam mit Microsoft und Tesla wird der Konzern am Abend seine Quartalszahlen präsentieren. Für das vierte Quartal wird ein Umsatzsprung von rund 20 bis 21 % auf etwa 58,4 Milliarden US-Dollar erwartet, beim Gewinn je Aktie liegen die Prognosen um 8,1 bis 8,2 US-Dollar. Trotz dieses kräftigen Wachstums stand die Aktie zuletzt unter Druck, weil die geplanten Meta KI-Investitionen deutlich aggressiver ausfallen als bisher angenommen.
Im Fokus steht vor allem der Werbekern: Das Anzeigen-Geschäft wächst weiterhin mit mehr als 20 % pro Jahr, unterstützt durch KI-gestützte Optimierung von Targeting und Ausspielung. Steigende Ad-Preise von zuletzt gut 9 % unterstreichen die Preismacht der Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp. Gleichzeitig steigen die Erwartungen daran, dass generative KI künftig Kampagnen automatisiert entwirft, testet und optimiert – ein Hebel, der vor allem Kleinkunden und Agenturen zusätzliche Budgeteffizienz bringen soll.
Wie hoch sind die Meta KI-Investitionen wirklich?
Das beherrschende Thema bei den anstehenden Zahlen sind die massiven Meta KI-Investitionen. CEO Mark Zuckerberg hat die geplanten Kapitalausgaben (CapEx) für 2025 bereits auf 70 bis 72 Milliarden US-Dollar nach oben geschraubt. Für 2026 rechnen Analysten inzwischen mit einem weiteren Sprung auf über 100 bis 110 Milliarden US-Dollar, wovon ein Großteil in KI-Rechenzentren, Server, Netzwerktechnik und Dateninfrastruktur fließen soll. Über das Jahrzehnt hinweg stellt Zuckerberg Investitionen von bis zu 600 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Diese Dimensionen sorgen für Nervosität: Seit den letzten Zahlen ist die Aktie zwischenzeitlich um rund 12 % gefallen, weil Investoren fürchten, dass die Margen unter den hohen Abschreibungen leiden. Zugleich schließt Meta langfristige Zulieferverträge wie den jüngsten Deal über rund 6 Milliarden US-Dollar mit Corning für Glasfasern und Kabel ab, um den Ausbau seiner Rechenzentren abzusichern. Der Markt will nun konkrete Signale sehen, wie schnell sich diese CapEx-Welle in höherem Umsatz und Cashflow niederschlägt.

Wie bewerten Markt und Analysten Meta Platforms?
Technisch hat sich das Bild zuletzt aufgehellt. Nach einer Phase relativer Schwäche gegenüber anderen Mega-Caps wie Alphabet zeigen Relative-Stärke-Indikatoren wieder nach oben, und der Nasdaq 100 wird maßgeblich von KI-getriebenen Tech-Werten wie Meta gestützt. Mehrere Marktkommentare verweisen darauf, dass Meta nach dem jüngsten Rücksetzer wieder positives Alpha gegenüber dem Gesamtmarkt generieren könnte, sofern die anstehenden Zahlen die hohen Erwartungen an Wachstum und Profitabilität erfüllen.
Analystenhäuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und RBC Capital Markets betonen in ihren Einschätzungen immer wieder die Hebelwirkung der Meta KI-Investitionen auf das Werbegeschäft. Entscheidend sei, ob das Management belegen kann, dass KI-Funktionen in Werbung, Reels und Messaging die Monetarisierung beschleunigen und so den CapEx-Schub rechtfertigen. Bewertungsseitig wird Meta mit einem Forward-KGV um die niedrigen 20er gehandelt – für ein Unternehmen mit über 20 % Umsatzwachstum ist das für viele Analysten weiterhin attraktiv.
Welche Chancen bieten Meta KI-Investitionen Anlegern?
Über den Werbemarkt hinaus setzt Meta stark auf KI, um die Nutzung seiner Plattformen zu intensivieren. Generative Modelle sollen Creatorn helfen, Inhalte schneller zu produzieren und individueller auf Nutzer zuzuschneiden. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, KI-Assistenten in diversen Apps zu verankern und neue Interaktionsformen für Augmented- und Virtual-Reality-Geräte zu schaffen. Gerade im Wettbewerb mit Rivalen wie Snap, das seine Smart-Glasses-Aktivitäten ausbaut, will Meta bei Wearables und Mixed Reality mit KI-basierten Benutzeroberflächen die Standards setzen.
Die Meta KI-Investitionen sind damit mehr als ein vorübergehender CapEx-Zyklus: Sie zielen auf eine Infrastruktur, die Werbeplattform, Messaging, Metaverse-Geräte und neue Geschäftsmodelle zugleich tragen soll. Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob der Konzern den Spagat zwischen kurzfristigem Margendruck und langfristigem Wachstumsversprechen überzeugend verkauft.