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11.02.26 22:00 Uhr
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Micron Technology, Inc.
Die Micron Prognose sorgt an der Wall Street für Aufsehen: Der Speicher-Spezialist profitiert massiv vom KI-getriebenen HBM-Boom, die Aktie schießt zweistellig nach oben und Analysten überbieten sich mit neuen Kurszielen. Doch wie nachhaltig ist dieser Superzyklus wirklich – und welche Chancen und Risiken ergeben sich jetzt für Anleger?
Micron Technology: Wie stark wirkt der HBM-Boom?
Die Rallye von Micron Technology (MU) nimmt weiter Fahrt auf: Innerhalb eines Jahres hat sich der Kurs vervielfacht, allein seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf rund 30 Prozent. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 410,34 US‑Dollar nach 373,25 US‑Dollar am Vortag, ein Tagesgewinn von 9,94 Prozent. Treiber sind vor allem die dynamisch steigende Nachfrage nach HBM-Speicher für KI-Beschleuniger und der Eindruck, dass die Branche in eine neue Phase strukturell höherer Preise eintritt.
HBM-Chips gelten als Engpass beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Micron adressiert diesen Markt mit seiner neuesten HBM4-Generation und hat klargestellt, dass sich das Unternehmen nicht – wie teils befürchtet – im Verzug befindet, sondern die Massenfertigung bereits läuft. Das Management spricht von ausverkauften Kapazitäten für 2026 und berichtet von einer Nachfrage, die das Angebot deutlich übersteigt. Diese Aussagen bilden das Fundament der aktuellen Micron Prognose, die von weiter steigenden Margen und starkem freien Cashflow ausgeht.
Micron Prognose: Was sagt das Management?
Auf einer Branchenkonferenz von Wolfe Research skizzierte Finanzchef Mark Murphy ein ausgesprochen knappes Marktumfeld. Demnach dürfte das Angebot an DRAM und insbesondere HBM bis über das Jahr 2026 hinaus unter dem Nachfragewachstum liegen. Die Folge: anhaltend hohe Preise und eine starke Profitabilität für Anbieter wie Micron Technology. Bereits im jüngsten Quartal hatte das Unternehmen 57 Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr und nahezu verdreifachten Nettogewinn gemeldet.
Die operative Micron Prognose fußt zudem auf einem strategischen Schwenk weg vom volatilen Konsumgeschäft hin zu KI‑Infrastruktur. Datacenter‑Anwendungen, KI‑Training und -Inference benötigen enorme Mengen DRAM und NAND-Flash. Micron investiert daher in zusätzliche NAND-Kapazitäten in Singapur und baut HBM-Produktionslinien aus, die drei- bis viermal so viel Equipment erfordern wie klassische DRAM-Fertigung. Dadurch bindet HBM viel Produktionskapazität und verschärft die Knappheit weiter.

Micron Technology: Analysten drehen Kursziele hoch
Parallel zum bullischen Ausblick des Managements ziehen die Analysten die Kursziele im Wochentakt an. Morgan Stanley hat sein Kursziel von 350 auf 450 US‑Dollar erhöht und die Einstufung auf „Overweight“ bestätigt. Die Bank verweist insbesondere auf weiter steigende DRAM-Preise und die hartnäckige Knappheit bei HBM, die die Gewinnschätzungen nach oben treibt. Auch Deutsche Bank bleibt klar positiv und hat ihr Ziel von 300 auf 500 US‑Dollar angehoben, untermauert durch die Erwartung kräftiger Margen im KI‑Geschäft.
Weitere Häuser wie UBS, Mizuho, TD Cowen, Stifel und HSBC liegen ebenfalls im positiven Lager und haben ihre Bewertungen jüngst angepasst. Insgesamt ist der Konsens der Wall Street deutlich nach oben gerückt: Das durchschnittliche Kursziel ist in den letzten drei Monaten von rund 237 auf über 376 US‑Dollar gestiegen und wird vom aktuellen Kursniveau bereits wieder überholt. Zugleich notiert die Aktie auf Basis der Gewinnerwartungen für 2026 mit einem geschätzten KGV von etwa 11 bis 12 weiterhin in einem moderaten Bewertungsbereich.
Micron Technology: Chancen und Risiken für Anleger?
Die Diskussion unter Investoren dreht sich nun um die zentrale Frage, ob der aktuelle HBM-Superzyklus in einen klassischen Speicher-Bust münden wird oder ob eine „neue Normalität“ mit strukturell höheren Preisen entstanden ist. Analysten rechnen für Micron Technology im Jahr 2026 mit einem Gewinn je Aktie von rund 33,5 US‑Dollar und für 2027 mit fast 43 US‑Dollar. Über beide Jahre zusammengerechnet entspräche das etwa 76,5 US‑Dollar – nahe dem Aktienkurs von rund 90 US‑Dollar im Jahr 2021, als Micron noch als zyklischer Commodity-Wert galt.
Charttechnisch ist die Aktie nach ihrem Anstieg um mehr als 300 Prozent in zwölf Monaten deutlich heiß gelaufen. Auf Wochen- und Monatssicht signalisiert der Relative-Stärke-Index überkaufte Zustände, was Korrekturen jederzeit möglich macht. Kurzfristige Rückschläge würden jedoch wenig an der mittelfristigen Micron Prognose ändern, solange die Speichermärkte angespannt bleiben und der KI‑Ausbau weiter voranschreitet.
Fazit
Die Micron Prognose bleibt klar vom KI‑Boom und der anhaltenden HBM-Knappheit geprägt, was sich in stark steigenden Kurszielen und einem Kursfeuerwerk der Aktie widerspiegelt. Für Anleger bedeutet das ein attraktives, aber zunehmend schwankungsanfälliges Chance-Risiko-Verhältnis in einem strukturell wachsenden Markt. Entscheidend wird sein, ob die nächste Investitionswelle im Rechenzentrumsbereich die Knappheit bestätigt und der Höhenflug von Micron Technology damit eine weitere Etappe nehmen kann.
Weiterführende Quellen
- Micron Technology, Inc. (MU) Kursübersicht (Yahoo Finance)
- Micron Technology price target raised to $450 from $350 at Morgan Stanley (Investing.com)
- Micron rises as Morgan Stanley ups estimates amid continued supply shortages (Seeking Alpha)
- Why Micron Stock Is Skyrocketing Today (The Motley Fool)