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Moderna Quartal mit +11,4% Rallye: Verlust schrumpft deutlich

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13.02.26 17:35 Uhr

Moderna, Inc.

Das jüngste Moderna Quartal zeigt, wie stark der US-mRNA-Spezialist im Spannungsfeld zwischen schrumpfendem Covid-Geschäft und neuer Wachstumsstory steht. Zwar brechen die Umsätze deutlich ein, doch die Ergebnisse liegen klar über den Erwartungen – und das Management hält an einem optimistischen Ausblick für 2026 fest. Anleger reagieren mit einem zweistelligen Kurssprung, stellen aber zugleich die Frage, wie belastbar die Prognosen angesichts regulatorischer Risiken und einer noch unbewiesenen Pipeline wirklich sind.

Moderna Quartal: Wie fielen Umsatz und Gewinn aus?

Im vierten Quartal 2025 erzielte Moderna, Inc. einen Umsatz von 678 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dennoch lagen die Erlöse über den Markterwartungen, die bei etwa 663 Millionen Dollar gelegen hatten. Der Rückgang reflektiert vor allem die nachlassende Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen, die bislang der wichtigste Umsatztreiber des Unternehmens war.

Auf Ergebnisebene weist Moderna für das abgelaufene Moderna Quartal einen Verlust von 2,11 Dollar je Aktie aus. Auch hier schnitt der mRNA-Spezialist besser ab als prognostiziert: Analysten hatten im Konsens mit einem Fehlbetrag von rund 2,60 bis 2,64 Dollar gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich damit der Quartalsverlust, was die Fortschritte bei Kostensenkungen und Effizienzmaßnahmen widerspiegelt.

Auf Jahressicht fielen die Erlöse 2025 auf knapp 1,9 bis 2,0 Milliarden Dollar, etwa 40 Prozent weniger als 2024. Der auf die Aktionäre entfallende Nettoverlust reduzierte sich gleichwohl deutlich auf rund 2,8 Milliarden Dollar nach 3,6 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die operativen Aufwendungen wurden um rund 30 Prozent beziehungsweise 2,2 Milliarden Dollar zurückgeführt, was die gesteigerte finanzielle Disziplin unterstreicht.

Moderna: Wie glaubwürdig ist der 10-%-Wachstumsausblick?

Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs hält Moderna, Inc. an seiner Prognose fest, die Erlöse im Jahr 2026 um bis zu 10 Prozent zu steigern. Das Management erwartet dabei eine starke Gewichtung auf das zweite Halbjahr: Rund 15 Prozent des Jahresumsatzes sollen im ersten Halbjahr anfallen, 85 Prozent in den letzten sechs Monaten. Etwa die Hälfte des Geschäfts soll aus den USA stammen, die andere Hälfte aus internationalen Märkten.

Besonders bemerkenswert: Der Ausblick berücksichtigt bereits sinkende Covid-Impfquoten und unterstellt keinerlei Beitrag möglicher zukünftiger Produkte wie des Grippeimpfstoffs mRNA-1010 oder der Kombi-Impfung mRNA-1083 (Flu+Covid). Die Rohstoff- und Produktionskosten für 2026 veranschlagt das Unternehmen auf etwa 900 Millionen Dollar, F&E-Aufwendungen auf rund 3 Milliarden Dollar und Vertriebs- und Verwaltungskosten auf 1 Milliarde Dollar, die damit weitgehend stabil bleiben sollen.

Am Jahresende 2025 verfügte Moderna über Barmittel und Investments von 8,1 Milliarden Dollar, inklusive einer ersten Inanspruchnahme eines Kreditrahmens von 600 Millionen Dollar. Für Ende 2026 peilt das Management trotz laufender Investitionen immer noch 5,5 bis 6,0 Milliarden Dollar an. Damit scheint das Unternehmen finanziell gut gerüstet, um seine Pipeline zu finanzieren und gleichzeitig mögliche Marktschwankungen abzufedern.

Moderna, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Moderna: Pipeline, FDA-Risiken und neue Märkte

Über das reine Moderna Quartal hinaus richtet sich der Blick der Investoren zunehmend auf die Produktpipeline. Im Covid-Bereich meldete Moderna in der ersten Ligasaison seines neuen Impfstoffs MNEXT Spike einen Marktanteil von 24 Prozent im gesamten US-Retail-Markt und 34 Prozent bei den über 65-Jährigen. Internationale Markteinführungen in Europa, Japan und Taiwan sind in Vorbereitung, zudem wurden mehrjährige Verträge unter anderem mit Mexiko und Recordati geschlossen; bestehende Vereinbarungen mit Großbritannien, Kanada und Australien sollen den Umsatz 2026 zusätzlich stützen.

Auf der regulatorischen Seite steht das Unternehmen allerdings vor Gegenwind. Während die Grippeimpfung mRNA-1010 und die Kombi-Impfung mRNA-1083 bereits in Europa, Kanada und Australien zur Prüfung angenommen wurden, erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Refusal-to-File-Mitteilung zur Flu-Anmeldung. CEO Stéphane Bancel sprach von erheblicher Unsicherheit in der US-Regulierungslandschaft, was kurzfristig auf die Fantasie bezüglich neuer Respiratory-Produkte in den USA drückt.

Wachstumsfantasie liefert insbesondere die Onkologie-Pipeline. Der personalisierte Krebsimpfstoffkandidat mRNA-4157, gemeinsam mit Merck entwickelt, zeigte in einer Phase-2-Studie bei adjuvant behandeltem Melanom eine etwa 50-prozentige Reduktion von Rückfällen oder Todesfällen über fünf Jahre. Drei späte Studien – in Melanom, Nierenzellkarzinom und muskelinvasivem Blasenkrebs – sind voll rekrutiert, wichtige Daten werden für 2026 erwartet. Zusätzlich ist eine Phase-3-Studie zum Norovirus-Impfstoff voll besetzt, ebenso ein Registrierungsprogramm zur seltenen Stoffwechselerkrankung Propionazidämie.

Moderna: Reaktion der Börse und Analysten

An der Börse drehte die Stimmung im Tagesverlauf deutlich. Nachdem die Aktie im vorbörslichen Handel zunächst schwächer tendierte, zog der Kurs im regulären Handel kräftig an. Aktuell notiert das Papier bei 44,67 Dollar, verglichen mit 40,11 Dollar am Vortag, was einem Plus von rund 11,4 Prozent entspricht. Charttechnisch behauptet der Titel damit die viel beachtete 40-Dollar-Marke und bewegt sich wieder deutlicher in einem intakten Aufwärtstrendkanal.

Mehrere Research-Häuser hatten im Vorfeld des Berichts bereits auf die Bedeutung des aktuellen Moderna Quartal und des 10-Prozent-Wachstumsziels hingewiesen. Institutionelle Adressen wie Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley fokussieren sich vor allem auf die Frage, ob Moderna die Covid-Abhängigkeit rasch genug durch neue Impfstoffe und Krebsprogramme reduzieren kann. Zacks Investment Research hob nach den Zahlen hervor, dass sowohl Umsatz- als auch Ergebnisentwicklung die Konsensschätzungen übertrafen, während Reuters die besser als erwarteten Covid-Verkäufe in den USA betonte.

Mit Blick auf die kommenden Quartale wird entscheidend sein, ob Moderna regulatorische Hürden – insbesondere bei der FDA – überwinden und gleichzeitig die internationale Expansion von MNEXT Spike sowie potenziellen Grippe- und Kombi-Impfstoffen vorantreiben kann. Gelingt dies, könnte das Unternehmen seine Prognose eines moderaten Umsatzwachstums in 2026 trotz des strukturellen Rückgangs im Covid-Geschäft erfüllen.

Unsere Umsatzprognose für 2026 berücksichtigt bereits rückläufige Covid-Impfquoten und enthält keinerlei Beitrag potenzieller Grippe- oder Kombinationsimpfstoffe.
— James Mock, CFO von Moderna, Inc.

Fazit

Im Fazit zeigt das aktuelle Moderna Quartal, dass der Konzern Umsatzrückgänge und Verluste besser als befürchtet managen und dennoch einen glaubwürdigen Wachstumskurs für 2026 skizzieren kann. Für Anleger bleibt Moderna, Inc. damit eine spekulative, aber chancenreiche Wette auf die Breite der mRNA-Plattform jenseits von Covid. Wer investiert ist oder einen Einstieg plant, sollte die nächsten Daten aus Onkologie, Norovirus-Programm und die nächsten Moderna Quartal-Zahlen genau verfolgen.

Weiterführende Quellen