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NVIDIA KI-Infrastruktur: 3 Fakten zum -3,5% Drama

Droht der jüngste Kursrutsch der NVIDIA Corporation den KI-Boom auszubremsen – oder stärkt er nur den nächsten Aufschwung? Im Fokus stehen Milliardenaufträge für die NVIDIA KI-Infrastruktur, die neue Vera-Rubin-Plattform und frische Analystenprognosen.

NVIDIA KI-Infrastruktur visualisiert durch moderne Firmenzentrale und Datacenter-Anmutung
Erwähnte Aktien
NVDA NVIDIA
$179.51 -3.55%
Stand: 18:51 MEZ

Wie stark wächst die NVIDIA KI-Infrastruktur?

Der KI-Investitionszyklus der Hyperscaler erreicht 2026 eine neue Dimension. Schätzungen zufolge könnten Microsoft, Alphabet, Meta, Amazon und OpenAI zusammen bis zu 527 Milliarden Dollar an Capex in KI-Rechenzentren investieren. NVIDIA Corporation ist mit ihren GPU-Clustern und dem CUDA-Ökosystem klarer Hauptprofiteur: Der Auftragsbestand wird vom Management als exponentiell wachsend beschrieben, nachdem schon zuvor Volumina im Bereich von rund 500 Milliarden Dollar angedeutet wurden.

Besonders wichtig für die NVIDIA KI-Infrastruktur sind mehrjährige Verträge. Anthropic setzt künftig auf die neue Vera-Rubin-Architektur, Amazon Web Services stellt OpenAI in einem 38-Milliarden-Dollar-Deal NVIDIA-GPU-Cluster aus der Cloud bereit, und ein 20-Milliarden-Dollar-Lizenzabkommen mit Groq soll das Inferenzgeschäft stärken. An der Börse richtet sich der Blick vor allem auf das Datacenter-Segment: Nach 167 Milliarden Dollar Umsatz in den letzten zwölf Monaten traut die Wall Street NVIDIA für 2026 bis zu 320–330 Milliarden Dollar Datacenter-Erlöse zu.

Welche Rolle spielt Vera Rubin für NVIDIA?

Auf der Bühne in Las Vegas verkündete CEO Jensen Huang, dass die Vera-Rubin-Plattform in die Vollproduktion gegangen ist. Das System kombiniert eine speziell entwickelte Vera-CPU mit der Rubin-GPU, bietet laut NVIDIA die doppelte CPU-Leistung gegenüber der Vorgängergeneration und liefert bis zu 100 Petaflops KI-Rechenleistung – etwa das Fünffache des bisherigen Top-Systems. CPU und GPU sind von Grund auf für schnellen, kohärenten Datenaustausch mit niedriger Latenz ausgelegt und sollen komplette KI-Rechenzentren deutlich effizienter machen.

Vera Rubin folgt damit auf Hopper, Blackwell und GB300 und ist der nächste Baustein der NVIDIA KI-Infrastruktur. Parallel treibt das Unternehmen seine Vision von „Physical AI“ voran: Mit dem offenen Alpamayo-Modell für selbstfahrende Autos und einer Kooperation mit Caterpillar bringt NVIDIA KI direkt in Baumaschinen und Fahrzeuge – ein Hinweis darauf, dass die Infrastruktur nicht mehr nur aus Serverracks, sondern zunehmend auch aus Edge- und Industrieanwendungen besteht.

NVIDIA Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
NVIDIA Corporation (NVDA) – 252-Tage-Chart

Warum fällt die Aktie der NVIDIA Corporation?

Trotz dieser Dynamik steht die Aktie kurzfristig unter Druck. Auslöser sind vor allem die erneuten Zoll- und Handelsrisiken aus Washington. Pläne von US-Präsident Trump, neue Zölle auf mehrere NATO-Staaten zu verhängen, haben am Dienstag eine breite Tech-Selloff-Welle ausgelöst, bei der Schwergewichte wie NVIDIA Corporation die Indizes nach unten gezogen haben. Zudem belasten Unsicherheiten rund um Exportbeschränkungen und Sonderabgaben auf KI-Chips nach China.

Gleichzeitig weisen Marktbeobachter darauf hin, dass NVIDIA innerhalb der „Magnificent Seven“ zu den am stärksten volatilen Werten gehört und in den letzten Jahren mehrfach Rückgänge von 20 bis fast 40 % verkraftet hat. Historisch folgten auf solche Einbrüche jedoch meist neue Allzeithochs, sobald sich die politische Lage beruhigte und die KI-Nachfrage wieder in den Vordergrund rückte.

Wie bewerten Analysten die NVIDIA KI-Infrastruktur?

Trotz der jüngsten Konsolidierung bleiben Analysten überwiegend optimistisch für die NVIDIA KI-Infrastruktur. Jefferies hat das Kursziel im Januar von 250 auf 275 Dollar angehoben und das Rating „Buy“ bestätigt, mit Verweis auf anhaltend starkes Umsatzwachstum über die kommenden Jahre. Wolfe Research hält an „Outperform“ mit einem Kursziel von 250 Dollar fest und verweist auf die stark wachsende Nachfrage nach China-spezifischen H200-GPUs, auch wenn zusätzliche Zölle die Margen temporär belasten können.

Mehrere Häuser betonen, dass sich die Bewertung trotz des massiven Kursanstiegs der vergangenen Jahre normalisiert hat. Ein Forward-KGV im mittleren 20er-Bereich wirkt für ein Unternehmen, dessen Umsatz noch immer über 60 % pro Jahr wächst, nicht überzogen. Entscheidend wird sein, ob NVIDIA seinen hohen Marktanteil von teils über 60 % an den KI-Capex-Budgets der Tech-Giganten behaupten und die Release-Kadenz neuer Plattformen wie Vera Rubin beibehalten kann.

Die nächste Welle der KI-Rechenzentren wird durch Plattformen wie Vera Rubin definiert – wer hier die Infrastruktur stellt, prägt das gesamte Ökosystem.
— Jensen Huang (sinngemäß)
Fazit

Für langfristige Anleger bleibt der Investment-Case damit klar an die Frage geknüpft, ob sich die aktuelle Welle an KI-Investitionen in nachhaltige Produktivitätsgewinne verwandelt – und ob NVIDIA Corporation das Rückgrat dieser Entwicklung über mehrere Hardwaregenerationen hinweg stellt.