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NVIDIA OpenAI-Investition: Kursrutsch & Mega-Deal

Die Diskussion um eine mögliche NVIDIA OpenAI-Investition in dreistelliger Milliardenhöhe sorgt an der Börse für Unruhe. CEO Jensen Huang bremst nun die Erwartungen deutlich – ohne jedoch den strategischen Schulterschluss mit OpenAI infrage zu stellen. Was bedeutet das für die Aktie und den KI-Markt insgesamt?

Jensen Huang vor NVIDIA-Zentrale im Fokus der NVIDIA OpenAI-Investition
Erwähnte Aktien
NVDA
Aktuell 189,90$ -1,36% 02.02.26 19:33 Uhr
NVIDIA

Was hat Jensen Huang zur NVIDIA OpenAI-Investition gesagt?

Am Wochenende stellte Jensen Huang in Gesprächen mit Journalisten in Asien klar, dass die viel diskutierte NVIDIA OpenAI-Investition über bis zu 100 Milliarden US‑Dollar „nie eine Verpflichtung“ gewesen sei. Man werde sich „Schritt für Schritt“ beteiligen und zwar mit einer sehr großen Summe, vermutlich der größten Investition der Unternehmensgeschichte – aber eben nicht in der kolportierten Größenordnung von 100 Milliarden Dollar. Auf die konkrete Nachfrage, ob die Marke überschritten werde, antwortete Huang mehrfach mit einem klaren Nein.

Intern gab es laut Berichten zuletzt wachsende Zweifel an der Dimension des Projekts. Kritisiert wurden sowohl ein Mangel an Disziplin in der Geschäftsstrategie von OpenAI als auch der zunehmende Wettbewerb durch Google und Anthropic, die eigene KI‑Modelle und Infrastruktur aufbauen. Der Kurs von NVIDIA reagiert darauf mit einem Rücksetzer, im vorbörslichen Handel lagen die Abschläge zeitweise bei knapp zwei Prozent.

NVIDIA: Strategische Neuausrichtung oder Signal an den Markt?

Die Relativierung der NVIDIA OpenAI-Investition fällt in eine Phase, in der Investoren sensibler auf Schlagzeilen rund um den KI‑Hype reagieren. Im Nasdaq mehren sich Stimmen, die vor einer Übertreibung warnen, während hohe Infrastrukturkosten und lange Amortisationszeiten die Frage nach der Profitabilität der massiven KI‑Ausgaben aufwerfen. Analysten deuten Huangs vorsichtigere Wortwahl daher auch als bewusste Botschaft an den Markt: NVIDIA wolle zeigen, dass trotz Wachstumseuphorie finanzielle Disziplin gewahrt bleibt.

Dass der Konzern sich dennoch klar zum OpenAI‑Engagement bekennt, unterstreicht Huang ebenfalls: Sam Altman schließe aktuell die neue Finanzierungsrunde, und NVIDIA werde „definitiv dabei“ sein. Die Mittel sollen schrittweise in Infrastruktur wie Rechenzentren und GPU‑Kapazität fließen. Damit bleibt NVIDIA im Zentrum der KI‑Wertschöpfungskette, reduziert aber das Risiko, sich einseitig und in extremer Höhe an einen einzelnen Partner zu binden.

NVIDIA Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie stark hängt NVIDIA vom OpenAI-Deal ab?

Operativ ist NVIDIA deutlich breiter aufgestellt, als es die Debatte um die NVIDIA OpenAI-Investition vermuten lässt. Der Konzern dominiert mit seinen GPUs den Markt für KI‑Beschleuniger, beliefert große Hyperscaler und profitiert von einem massiven Ausbau globaler Datenzentren. Laut aktuellen Einschätzungen treibt NVIDIA gemeinsam mit Partnern wie Broadcom und AMD einen regelrechten Server‑Boom an, der den Bedarf an KI‑fähiger Infrastruktur weiter nach oben treibt.

Gleichzeitig erweitert das Unternehmen seine Präsenz in Wachstumsfeldern jenseits von Chatbots. Ein Beispiel ist die Kooperation mit Pharmariesen wie Eli Lilly, um mithilfe von Simulationen und KI die Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen. Zudem investiert NVIDIA in den Ausbau seines Headquarters in Santa Clara; ein neues Gebäude soll Platz für rund 3.000 zusätzliche Mitarbeiter bieten und spiegelt den langfristigen Expansionskurs des Konzerns wider. Diese Projekte zeigen, dass die Story nicht an einer einzigen Transaktion hängt, selbst wenn diese so spektakulär diskutiert wird wie die mögliche Milliardenbeteiligung an OpenAI.

Wie bewerten Analysten die aktuelle Lage bei NVIDIA?

An der Wall Street bleibt die Grundstimmung gegenüber NVIDIA trotz der Unsicherheit rund um die NVIDIA OpenAI-Investition überwiegend positiv. Analysten von Zacks Investment Research verweisen auf die starke Historie positiver Gewinnüberraschungen und sehen das Unternehmen erneut gut positioniert, die Erwartungen im kommenden Quartal zu übertreffen. Auch andere Marktbeobachter werten die jüngsten Schlagzeilen eher als „Validierungsmoment“ für den KI‑Sektor: Dass Summen in der Größenordnung von 100 Milliarden Dollar überhaupt diskutiert werden, unterstreiche die strukturelle Bedeutung von KI‑Infrastruktur.

Gleichzeitig mahnen vorsichtigere Stimmen, dass die Kombination aus hoher Verschuldung bei einzelnen Cloud‑Anbietern und zurückgeruderten Investitionsplänen ein Hinweis darauf sein könnte, dass der Markt vom Modus „Geld spielt keine Rolle“ in eine Phase selektiverer Kapitalallokation übergeht. Für NVIDIA bedeutet das, dass die Qualität der Projekte und Partnerschaften noch stärker in den Vordergrund rückt – ein Umfeld, in dem der Marktführer mit seiner Technologie- und Margenstärke bislang gut zurechtkommt.

Wir werden eine große Menge Geld investieren, wahrscheinlich die größte Investition, die wir je getätigt haben – aber nichts in der Größenordnung von 100 Milliarden Dollar.
— Jensen Huang, CEO von NVIDIA
Fazit

Unterm Strich zeigt die Kursreaktion, wie sensibel Anleger aktuell auf jede Nuance bei der NVIDIA OpenAI-Investition reagieren. Langfristig wird jedoch entscheidend sein, ob NVIDIA seine Rolle als zentrale Infrastruktur des KI‑Zeitalters behaupten und zugleich ein ausgewogenes Risiko‑Profil wahren kann.