RIVN
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12.02.26 22:00 Uhr
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13.02.26 01:59 Uhr
Rivian Automotive, Inc.
Das jüngste Rivian Quartal sorgt für Gesprächsstoff an der Wall Street: operative Fortschritte, erstmals ein positiver Bruttobeitrag – aber weiterhin hohe Verluste und massiver Investitionsbedarf. Während die Aktie zuletzt deutlich unter Druck stand, setzt das Management auf eine ambitionierte 2026-Guidance und den Marktstart des R2 als Wendepunkt. Was steckt hinter den Zahlen, wie viel davon ist Software- und JV-Effekt – und was bedeutet das für Anleger, die auf eine nachhaltige Erholung der Rivian-Aktie hoffen?
Rivian Quartal: Wie fielen die Kennzahlen aus?
Rivian Automotive, Inc. (RIVN) hat im jüngsten Rivian Quartal die Erwartungen der Wall Street geschlagen. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,54 US‑Dollar und damit deutlich besser als der Konsens von 0,68 bis 0,69 US‑Dollar. Der Umsatz kletterte auf 1,29 Milliarden US‑Dollar und übertraf damit leicht die Schätzung von 1,26 Milliarden US‑Dollar. Auf Jahressicht erzielte Rivian 2025 Erlöse von rund 5,37 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von etwa 8 % gegenüber 2024.
Besonders beachtet wurde der Bruttogewinn: Erstmals wies Rivian einen positiven Bruttobeitrag aus – 144 Millionen US‑Dollar im Gesamtjahr, davon 120 Millionen im vierten Quartal. Allerdings stammt dieser Erfolg im Wesentlichen aus dem Bereich Software und Services, insbesondere aus dem Joint Venture mit Volkswagen. Das reine Automotive-Geschäft blieb mit einem Bruttoverlust von 432 Millionen US‑Dollar deutlich in den roten Zahlen, was zeigt, dass die Skalierung der Fahrzeugproduktion weiterhin eine Herausforderung ist.
Unter dem Strich stand 2025 ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden US‑Dollar, nach 4,75 Milliarden US‑Dollar im Vorjahr. Im vierten Quartal belief sich der Fehlbetrag auf 804 Millionen US‑Dollar, belastet durch rückläufige Erlöse aus regulatorischen Credits nach der politischen Kehrtwende in der US‑EV‑Förderung.
Rivian Automotive: Was bedeutet die 2026-Guidance?
Für 2026 legt Rivian Automotive, Inc. eine ehrgeizige Prognose vor. Das Unternehmen erwartet Auslieferungen zwischen 62.000 und 67.000 Fahrzeugen. Damit liegt die Spanne klar über den aktuellen 2025er Niveaus und leicht über den Markterwartungen von rund 63.400 Einheiten. Wesentlicher Treiber soll der neue R2-SUV werden, der im zweiten Quartal an Kunden ausgeliefert werden soll und Rivian in den Massenmarkt – vergleichbar mit einem elektrischen Toyota RAV4 – führen soll.
Trotz der Wachstumsfantasie bleibt die Profitabilität ein Knackpunkt. Rivian rechnet für 2026 mit einem bereinigten EBITDA-Verlust zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden US‑Dollar – also kaum besser als die rund 2,1 Milliarden US‑Dollar des Vorjahres. Gleichzeitig sollen die Investitionsausgaben auf 1,95 bis 2,05 Milliarden US‑Dollar steigen, nach etwa 1,7 Milliarden US‑Dollar in 2025. Der Konzern investiert massiv in Kapazitäten, Plattformen und den Markthochlauf des R2, was kurzfristig die Bilanz belastet, aber mittelfristig Skaleneffekte ermöglichen soll.
Am Markt kamen vor allem die besseren Kennzahlen des jüngsten Rivian Quartal und die klar über Konsens liegende Delivery-Guidance gut an: Die Aktie sprang im nachbörslichen Handel zeitweise um über 10 %, auch wenn der Kurs im laufenden Jahr zuvor bereits deutlich unter Druck stand.

Rivian Automotive: R2, EV-Schwäche und Software-Power
Strategisch steht Rivian Automotive, Inc. an einem Wendepunkt. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den USA ist nach dem Wegfall der 7.500‑Dollar-Steuergutschrift und der politischen Rolle rückwärts deutlich eingebrochen; laut Branchendaten gingen die EV-Verkäufe im Jahresvergleich um rund ein Drittel zurück. Während Rivian wegen Batterieregeln ohnehin nicht von der Förderung profitierte, litt das Sentiment in der gesamten Branche. Gleichzeitig ziehen sich Wettbewerber wie Ford bei reinen BEV-Modellen zurück und fokussieren stärker auf Hybride, was Rivian in Segmenten wie elektrischen Pick-ups und SUVs Luft verschaffen könnte.
Das Rivian Quartal unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung von Software und Services. Diese Sparte legte 2025 um mehr als 300 % zu und kompensierte einen Teil der operativen Schwächen im Fahrzeugbau. CEO RJ Scaringe spricht von einem operativen Wendepunkt: Mit dem R2, der auf einer kostengünstigeren Plattform basiert, sollen Stückkosten deutlich sinken und die Bruttomargen perspektivisch in den grünen Bereich drehen.
An der Börse wird die Story zunehmend langfristig gelesen: Mit einem Forward-Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 2,9 scheint der Markt bereits einen Teil der Risiken eingepreist zu haben. Entscheidend wird sein, ob der R2-Start reibungslos gelingt, die Produktionsziele des nächsten Jahres erreicht werden und künftige Rivian Quartal-Berichte eine klare Verbesserung der Automotive-Bruttomargen zeigen.
Fazit
Im Fazit bleibt das aktuelle Rivian Quartal damit ein wichtiger Zwischenschritt: operative Fortschritte, Software als Stütze und eine starke Wachstums-Guidance treffen auf anhaltend hohe Verluste und ein schwieriges EV-Umfeld. Für risikobewusste Anleger könnte die Aktie interessant sein, wenn sie an einen erfolgreichen R2-Hochlauf und weitere Effizienzgewinne glauben, denn die kommenden Quartale werden zeigen, ob Rivian den Sprung vom Nischenanbieter zum profitablen Volumenhersteller schafft.
Weiterführende Quellen
- Rivian Automotive, Inc. (RIVN) bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)
- Rivian Automotive (RIVN) Reports Q4 Loss, Beats Revenue Estimates (Zacks Investment Research)
- Rivian was saved by software in 2025 (TechCrunch)
- Rivian Automotive, Inc. (RIVN) Q4 2025 Earnings Call Transcript (Seeking Alpha)