Wie schafft es die RTX Corporation, nach technischen Rückschlägen mit einem zweistelligen Umsatzplus und massivem Cashflow die Anleger zurückzugewinnen? Und was steckt wirklich hinter dem Rekord-Auftragsbestand und dem optimistischen Ausblick?

RTX Quartal: Wie stark war das Jahresend-Ergebnis?
Im vierten Quartal 2025 steigerte die RTX Corporation den Umsatz um 12 Prozent auf 24,2 Milliarden US‑Dollar. Organisch legten die Erlöse sogar um 14 Prozent zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS, Non‑GAAP) erreichte 1,55 US‑Dollar und lag damit sowohl über den 1,47 US‑Dollar, die der Markt erwartet hatte, als auch leicht über dem Vorjahreswert von 1,54 US‑Dollar. Auf GAAP‑Basis erzielte der Konzern 1,19 US‑Dollar je Aktie, belastet durch akquisitionsbedingte Anpassungen und Restrukturierungen.
Der bereinigte Quartalsgewinn summierte sich auf 2,1 Milliarden US‑Dollar, rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark zeigte sich der Cashflow: Der operative Mittelzufluss belief sich auf 4,2 Milliarden US‑Dollar, woraus ein freier Cashflow von 3,2 Milliarden US‑Dollar resultierte – ein Sprung um mehr als das Fünffache gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Markterwartungen. Dieses RTX Quartal lieferte damit genau die Cash‑Story, auf die viele Investoren nach den technischen Problemen früherer Jahre gewartet hatten.
RTX Quartal: Welche Sparten treiben das Wachstum?
Die Zahlen des RTX Quartal verdeutlichen die Stärke aller drei Kerngeschäftsbereiche. Die Rüstungssparte Raytheon erhöhte den Umsatz im vierten Quartal um sieben Prozent auf 7,66 Milliarden US‑Dollar. Der operative Gewinn lag bei 885 Millionen US‑Dollar und damit klar über den Prognosen. Getrieben wurde das Geschäft von höheren Auslieferungen bei Luft- und Raketenabwehrsystemen wie Patriot, die angesichts geopolitischer Spannungen weiterhin stark nachgefragt werden.
Pratt & Whitney, der Triebwerkshersteller des Konzerns, wuchs im Quartal besonders dynamisch: Die Erlöse schossen um 25 Prozent auf 9,50 Milliarden US‑Dollar nach oben, der operative Gewinn kletterte um mehr als 50 Prozent auf 773 Millionen US‑Dollar. RTX profitierte von steigender Flugaktivität und kräftigen Auslieferungen von GTF‑Triebwerken an Flugzeugbauer wie Airbus. Trotz der anhaltenden Belastungen durch Materialfehler an einigen Turbinen steigt damit die Ertragskraft der Sparte.
Collins Aerospace steuerte 7,74 Milliarden US‑Dollar bei, ein Plus von rund drei Prozent auf bereinigter Basis und acht Prozent organisch. Der operative Gewinn von 1,40 Milliarden US‑Dollar lag etwa 27 Prozent über dem Vorjahr. Die Kombination aus wachsendem zivilen Flugverkehr und robustem Verteidigungsgeschäft macht das RTX Quartal damit zu einem breit abgestützten Wachstumstreiber.

RTX Corporation: Auftragsbestand, Gesamtjahr und Ausblick
Auf Jahressicht erzielte die RTX Corporation 2025 einen Umsatz von 88,6 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von zehn Prozent, bei elf Prozent organischem Wachstum. Der Überschuss stieg um 41 Prozent auf 6,7 Milliarden US‑Dollar. Das bereinigte EPS legte um zehn Prozent auf 6,29 US‑Dollar zu. Der freie Cashflow sprang auf 7,9 Milliarden US‑Dollar und lag damit 3,4 Milliarden US‑Dollar über dem Vorjahr – ein zentraler Vertrauensfaktor für Investoren.
Besonders beeindruckend ist der Auftragsbestand: Ende 2025 standen 268 Milliarden US‑Dollar in den Büchern, davon 161 Milliarden im zivilen Luftfahrtbereich und 107 Milliarden im Verteidigungssegment. Die Book‑to‑Bill‑Ratio von 1,56 im Konzern unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage. Dieses Polster bildet das Fundament für den optimistischen 2026‑Ausblick.
Für 2026 peilt RTX einen bereinigten Umsatz von 92 bis 93 Milliarden US‑Dollar an, was einem organischen Wachstum von fünf bis sechs Prozent entspricht. Das bereinigte EPS soll auf 6,60 bis 6,80 US‑Dollar steigen, der freie Cashflow auf 8,25 bis 8,75 Milliarden US‑Dollar. CEO Chris Calio spricht von „großem Schwung“ zum Start in das neue Jahr und verweist auf hohe Investitionen von mehr als zehn Milliarden US‑Dollar in Kapazitätsausbau, Automatisierung und Forschung.
RTX Quartal: Was bedeutet das für Aktie und Anleger?
Die Börse honorierte das starke RTX Quartal und den Ausblick mit Kursgewinnen: Die Aktie legte im US‑Handel zuletzt rund vier Prozent auf 201,85 US‑Dollar zu und notiert nahe ihrem Rekordniveau. Auf Zwölfmonatsbasis steht ein Plus von etwa 55 Prozent zu Buche. Institutionelle Investoren wie Red Cedar Investment Management haben ihre Positionen ausgebaut, was auf anhaltendes Vertrauen in das Geschäftsmodell schließen lässt.
Gleichzeitig verweisen einige Analysten auf die ambitionierte Bewertung gemessen am freien Cashflow, während andere Häuser das Chancen‑Risiko‑Profil positiv sehen. Entscheidend wird sein, ob RTX die im RTX Quartal gezeigte Margen- und Cashflow‑Dynamik halten und gleichzeitig operative Risiken – etwa bei Pratt & Whitney – weiter eindämmen kann.
RTX erzielte 2025 einen starken Umsatz, ein bereinigtes EPS und einen freien Cashflow, was durch unsere kontinuierliche Fokussierung auf die operative Leistung und Umsetzung ermöglicht wurde.— Chris Calio, CEO RTX Corporation
Das RTX Quartal bestätigt den Turnaround des Konzerns mit starkem Wachstum, Rekord‑Backlog und robustem Cashflow. Für Anleger bleibt die Aktie ein zentraler Hebel auf steigende Verteidigungs- und Luftfahrtbudgets, auch wenn die hohe Bewertung Disziplin bei Neueinstiegen verlangt. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob RTX den eingeschlagenen Wachstumspfad verstetigt und damit weiteres Kurspotenzial eröffnet.