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ServiceNow Quartal: 3 KI-Deals als Turbo-Wendepunkt

Kann ServiceNow, Inc. mit starken Quartalszahlen, KI-Zukäufen und Milliarden-Auftragsbestand den nächsten Wachstumsschub zünden? Und was bedeutet die neue Rolle als „AI Control Tower“ für Bewertung und Anleger?

ServiceNow Quartal mit Fokus auf AI Control Tower, Plattform, KI-Deals und starkem Wachstum
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Stand: 13:15 MEZ

ServiceNow Quartal: Wie stark sind Umsatz und Gewinn?

Im jüngsten ServiceNow Quartal steigerte ServiceNow, Inc. den Umsatz auf 3,57 Milliarden Dollar und lag damit über den erwarteten 3,53 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von gut 20 % gegenueber 2,96 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die zentralen Abo-Erlöse zogen um 21 % auf rund 3,47 Milliarden Dollar an und übertrafen damit die Konsensschätzungen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,92 Dollar über den erwarteten 0,88–0,89 Dollar. Der Nettogewinn stieg leicht auf 401 Millionen Dollar beziehungsweise 0,38 Dollar je Aktie. Besonders ins Auge faellt die Profitabilitaet: Die nicht-GAAP-Operating-Marge erreichte 31 % und lag damit einen Punkt über der eigenen Prognose. Der Free-Cashflow-Sprung im ServiceNow Quartal war noch beeindruckender: Die Marge kletterte auf 57 % und lag damit knapp 10 Prozentpunkte über dem Vorjahr; im Gesamtjahr erreichte die Free-Cashflow-Marge 35 %. CFO Gina Mastantuono betonte, dass das Unternehmen damit klar innerhalb seiner vielzitierten „Rule of 57“ bleibt – also Wachstum von über 20 % kombiniert mit Free-Cashflow-Margen deutlich über 35 %.

Was treibt bei ServiceNow Wachstum und Auftragsbestand?

Das ServiceNow Quartal zeigt, dass das Plattformgeschaeft weiter skaliert. Die Current Remaining Performance Obligations (CRPO), also der kurzfristig wirksame Auftragsbestand, stiegen um 25 % auf 12,85 Milliarden Dollar; währungsbereinigt lag das Plus bei 21 % und damit etwa zwei Punkte über der eigenen Guidance. Die Gesamt-RPO erreichten rund 28,2 Milliarden Dollar mit über 22 % Wachstum in konstanter Währung. Im Neugeschaeft meldete ServiceNow 244 Deals mit mehr als 1 Million Dollar an neuem Vertragswert (NNACV), während inzwischen 603 Kunden mehr als 5 Millionen Dollar jährlichen Vertragswert generieren. Kunden mit über 20 Millionen Dollar ACV wuchsen um mehr als 30 %. Zudem legte die Nutzung spuerbar zu: Monatlich aktive Nutzer stiegen um 25 %, Workflows und Transaktionen kletterten jeweils um mehr als ein Drittel auf rund 80 Milliarden Workflows und 6,4 Billionen Transaktionen. Ein besonderer Wachstumstreiber war das KI-Angebot Now Assist, dessen Annual Contract Value im Jahresverlauf auf über 600 Millionen Dollar anschwoll und sich damit mehr als verdoppelte. Die Zahl der Deals über 1 Million Dollar mit Now Assist verdreifachte sich im Quartal nahezu.

Wie zahlt die KI-Offensive von ServiceNow sich aus?

Strategisch setzt ServiceNow, Inc. auf eine dreigleisige KI-Offensive: eigene Plattform, Zukaeufe und Partnerschaften. Das Unternehmen schloss die knapp 3 Milliarden Dollar schwere Übernahme des KI-Spezialisten Moveworks ab, der nach Unternehmensangaben rund 100 Basispunkte zum Abo-Umsatzwachstum beitragen soll. Zusätzlich will ServiceNow den Cybersecurity-Anbieter Armis für 7,75 Milliarden Dollar übernehmen und die Identity-Security-Plattform Veza integrieren, um seine Sicherheits- und Asset-Visibility-Lösungen zu stärken. Praesident und Produktchef Amit Zavery verweist darauf, dass die zugekauften Produkte über ein „universal agentic network“ in die ServiceNow-Plattform eingebettet werden, gebaut auf der Workflow Data Fabric und modernen Agentenarchitekturen. Parallel baut ServiceNow sein oekosystemorientiertes KI-Modell aus: Nach einem Drei-Jahres-Deal mit OpenAI wurde eine mehrjaehrige Partnerschaft mit Anthropic vereinbart, deren Claude-Modelle als bevorzugter Baustein für Workflows und KI-Agenten in der ServiceNow AI Platform dienen. Das Unternehmen positioniert sich damit als „AI Control Tower“, der verschiedene Large Language Models orchestriert und Kunden die freie Modellwahl ermoeglicht.

Rückkauf, Bewertung, Ausblick: Was müssen Anleger wissen?

Neben operativer Stärke praegt Kapitaldisziplin das aktuelle ServiceNow Quartal. Der Vorstand genehmigte ein zusaetzliches Aktienrueckkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden Dollar, davon 2 Milliarden Dollar in Form eines beschleunigten Rueckkaufs. Bereits im Quartal wurden 3,6 Millionen Aktien zurueckgekauft; aus dem bisherigen Programm waren zum Stichtag noch rund 1,4 Milliarden Dollar übrig. CEO Bill McDermott bezeichnet die Aktie angesichts eines Kursrueckgangs von rund 45 % vom Hoch als unterbewertet und sieht im Rückkauf eine attraktive Möglichkeit, Shareholder-Value zu heben. Für Q1 2026 stellt ServiceNow Abo-Umsätze von 3,65 bis 3,66 Milliarden Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von rund 19 % entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 werden 15,53 bis 15,57 Milliarden Dollar Abo-Umsatz angepeilt, ebenfalls mit knapp 20 % Wachstum, bei einer erwarteten Operating-Marge von 32 % und einer Free-Cashflow-Marge von 36 %. Analystenhäuser wie Zacks Investment Research werten die Zahlen positiv, verweisen aber zugleich auf die jüngste Kursschwäche der Aktie.

Unsere Akquisitionen sind zu 100 % kein Pivot weg vom organischen Wachstum – sie beschleunigen es.
— Gina Mastantuono, CFO von ServiceNow
Fazit

Das aktuelle ServiceNow Quartal kombiniert starkes Wachstum, hohe Cashflows und eine klare KI-Strategie mit Moveworks, Armis und führenden Modellpartnern wie OpenAI und Anthropic. Für Anleger bedeutet das eine storygetriebene Wachstumsaktie, die trotz Rueckkaufprogramm und solider Guidance an der Börse unter Druck steht. Entscheidend wird, ob die nächsten ServiceNow Quartal-Zahlen zeigen, dass die milliardenschwere KI- und Security-Offensive tatsaechlich in dauerhaft beschleunigtes organisches Wachstum umschlaegt.