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Disney -5%: Quartal mit Streaming-Coup

Die Aktie von The Walt Disney Company rutscht nach den aktuellen Quartalszahlen deutlich ins Minus – trotz Rekorden in den Parks und erstmals profitabler Streaming-Sparte. Anleger fragen sich nun, ob die operative Entwicklung und der Ausblick die jüngste Rally rechtfertigen oder ob nach dem Rücksetzer weiteres Abwärtspotenzial droht.

The Walt Disney Company Quartal mit starken Parks, erstmals profitabler Streaming-Sparte und nervöser Aktienreaktion
Erwähnte Aktien
DIS
Aktuell 105,86$ -5,13% 02.02.26 15:59 Uhr
The Walt Disney Company

Wie stark war das The Walt Disney Company Quartal operativ?

The Walt Disney Company meldet für das erste Geschäftsquartal 2026 einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf rund 26 Milliarden US-Dollar. Damit lag der Konzern leicht über den Markterwartungen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) erreichte 1,63 US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 1,57 US-Dollar. Der Gewinn vor Steuern stagnierte bei 3,7 Milliarden US-Dollar, während der Gesamtbetriebsgewinn um neun Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar zurückging. Unterm Strich sank der verwässerte Gewinn je Aktie von 1,40 auf 1,34 US-Dollar, auch der bereinigte Wert lag mit 1,63 US-Dollar unter den 1,76 US-Dollar des Vorjahres.

Die Reaktion an der Börse fällt gemischt aus: Nach einem initialen Kurssprung handeln die Aktien zuletzt bei 105,86 US-Dollar und damit rund 5,1 Prozent unter dem Freitagsschlusskurs von 111,58 US-Dollar. Anleger honorieren zwar, dass das The Walt Disney Company Quartal die Schätzungen auf der Umsatz- und bereinigten Ergebnisebene übertrifft, zeigen sich aber nervös wegen der rückläufigen Marge und hoher kurzfristiger Investitionen.

Disney: Parks liefern Rekord, Entertainment schwächelt

Das Experiences-Segment mit Freizeitparks, Resorts und Kreuzfahrten war erneut der Wachstumsmotor von The Walt Disney Company. Erstmals überstiegen die Erlöse hier die Marke von 10 Milliarden US-Dollar in einem Quartal. Das Betriebsergebnis kletterte auf 3,3 Milliarden US-Dollar und machte damit etwa den dreifachen operativen Beitrag des Entertainment-Bereichs aus. In den US-Parks stieg das Betriebsergebnis um acht Prozent, getragen von einem einprozentigen Besucherplus und vier Prozent höheren Pro-Kopf-Ausgaben.

Im Segment Unterhaltung legte der Umsatz zwar um sieben Prozent auf 11,6 Milliarden US-Dollar zu, das Betriebsergebnis fiel jedoch um 0,6 Milliarden auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Hauptgründe sind höhere Programm-, Produktions- und Marketingkosten – unter anderem für Blockbuster wie „Avatar: Fire and Ash“ und „Zootopia 2“, die 2025 gemeinsam mit „Lilo & Stitch“ jeweils mehr als eine Milliarde Dollar an den Kinokassen einspielten. Die operative Marge im Entertainment-Segment liegt nur noch bei 9,5 Prozent und schürt Sorgen, dass trotz besserer Streaming-Zahlen der Margendruck anhält.

The Walt Disney Company Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

The Walt Disney Company Quartal: Streaming erstmals profitabel

Ein zentrales Highlight im The Walt Disney Company Quartal ist die Entwicklung im Streaming. Die Umsätze im Abonnement-Video-on-Demand erhöhten sich um elf Prozent auf rund 5,4 Milliarden US-Dollar, trotz eines leichten Gegenwinds durch Änderungen im Asien-Geschäft. Das Betriebsergebnis drehte von einem Verlust im Vorjahr auf einen Gewinn von 450 Millionen US-Dollar, ein Plus von 189 Millionen US-Dollar. Die Marge im Streaming-Segment erreichte 8,4 Prozent. Managementseitig ist das Ziel klar: Im Gesamtjahr soll eine zweistellige operative Marge von etwa zehn Prozent erreicht werden.

Als Treiber nennt The Walt Disney Company Preiserhöhungen, ein stärkeres Bundle aus Disney+, Hulu und ESPN sowie hohe Abrufzahlen für Kinohits wie „Zootopia 2“ und „Avatar: Fire and Ash“ auf Disney+. Gleichzeitig stellt der Konzern die Berichterstattung um: Statt einer detaillierten Aufschlüsselung nach linearem TV, Streaming und Kino wird das Entertainment-Geschäft nun als Einheit geführt, Abonnentenzahlen werden nicht mehr separat ausgewiesen.

Was plant Disney für das weitere Jahr?

Für das zweite Geschäftsquartal 2026 erwartet The Walt Disney Company im Streaming-Geschäft ein operatives Ergebnis von rund 500 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von etwa 200 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Entertainment-Segment insgesamt soll das Betriebsergebnis in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Bei den Erlebnissen rechnet das Management mit nur moderatem Ergebniswachstum, da rückläufige Besucherzahlen in den US-Parks sowie Anlaufkosten für neue Kreuzfahrtschiffe (Disney Adventure) und die „World of Frozen“-Erweiterung in Disneyland Paris belasten.

Auf Jahressicht stellt der Konzern dennoch ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht. Das Entertainment-Segment soll im Gesamtjahr ein zweistelliges Plus beim Betriebsergebnis liefern, vor allem dank eines starken Filmstarts in der zweiten Jahreshälfte. Die Streaming-Marge soll auf zehn Prozent steigen, das Experiences-Segment ein hohes einstelliges Gewinnwachstum erzielen. Hinzu kommt ein geplanter operativer Cashflow von rund 19 Milliarden US-Dollar und ein Aktienrückkaufprogramm über sieben Milliarden US-Dollar.

CEO-Frage bei The Walt Disney Company Quartal im Fokus

Zusätzliche Spannung im The Walt Disney Company Quartal bringt die mögliche Ablösung von Langzeit-CEO Bob Iger. Der Verwaltungsrat tagt in dieser Woche und könnte nach übereinstimmenden Berichten bereits in den kommenden Tagen über einen Nachfolger abstimmen. Favorit ist Josh D’Amaro, Chef der profitablen Erlebnis-Sparte, die seit 2020 den Großteil der Konzerngewinne liefert. Als weitere Kandidatin gilt Dana Walden, Co-Vorsitzende von Disney Entertainment. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen; Iger dürfte nach der Ernennung mehrere Monate zur Einarbeitung an Bord bleiben.

Analystenhäuser wie Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley beobachten insbesondere den Fortschritt bei der Streaming-Profitabilität, die Entwicklung der Entertainment-Marge sowie den Kurswechsel in der Chefetage. Für Anleger steht damit nicht nur die operative Stärke der Parks und der Streaming-Turnaround im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, ob ein CEO aus der Freizeitparksparte die komplexe Medien- und Plattformstrategie von The Walt Disney Company erfolgreich weiterentwickeln kann.

Unsere Parks und Erlebnisse liefern Rekordergebnisse, während wir unser Streaming-Geschäft nachhaltig in die Profitabilität führen.
— Robert A. Iger, CEO von The Walt Disney Company
Fazit

Das aktuelle The Walt Disney Company Quartal zeigt einen Konzern zwischen Rekordparks, erstarkendem Streaming und Margendruck im Kerngeschäft, während die CEO-Nachfolge kurz vor der Entscheidung steht. Für Anleger bleiben die Perspektiven attraktiv, sofern die versprochene Ergebnisdynamik in der zweiten Jahreshälfte eintritt und der Führungswechsel Vertrauen schafft. Die kommenden Quartale werden entscheiden, ob Disney den eingeschlagenen Turnaround-Kurs nachhaltig bestätigen kann.

Netflix Merger: 5 Fakten zum spektakulären Coup

Kann der geplante Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery den Streaming-Markt komplett umkrempeln? Der Milliarden-Deal über 82,7 Milliarden US-Dollar, neue Sportrechte und Podcasts könnten Netflix, Inc. zum dominierenden Content-Giganten machen – doch der Preis ist hoch.

Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery im Fokus globaler Streaming- und Content-Strategie
Erwähnte Aktien
NFLX $83.49 +0.40% Schluss 30.01. 22:00 MEZ
Netflix $83.35 -0.17% außerbörslich 31.01. 01:59 MEZ

Was steckt konkret hinter dem Netflix Merger?

Im Kern des Deals steht eine All-Cash-Transaktion im Volumen von rund 82,7 Milliarden US-Dollar. Netflix zielt auf das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Marken HBO und Warner Bros. Studios. Die klassischen Kabelsender sollen in eine separate Einheit ausgelagert werden, wodurch sich Netflix konsequent auf digitale Distribution und Content-Produktion konzentriert. Mit Abschluss des Netflix Merger würde der Streaming-Pionier schlagartig zu einem der größten Content-Produzenten weltweit aufsteigen.

Strategisch besonders brisant ist der Zugriff auf das umfangreiche geistige Eigentum des Warner-Konzerns. Franchises wie DC Comics, Harry Potter und Game of Thrones könnten künftig exklusiv oder bevorzugt auf Netflix laufen und die Plattform deutlich aufwerten. Parallel dazu steht Netflix im Wettbewerb mit anderen Bietern: Paramount hatte mit Skydance ein 108,4-Milliarden-Dollar-Angebot für das Gesamtunternehmen Warner Bros. Discovery in den Raum gestellt, fokussiert sich jedoch auf eine andere Struktur als der Netflix Merger.

Welche Risiken birgt der Netflix Merger für den Markt?

Der Netflix Merger steht unter dem Vorbehalt umfangreicher kartellrechtlicher Prüfungen. Wettbewerbsbehörden in den USA und Großbritannien analysieren, ob die Kombination aus einer dominanten Streaming-Plattform und einer der stärksten Content-Bibliotheken den Wettbewerb spürbar einschränken könnte. Eine hohe Konzentration von Premium-Serien, Filmen und Sportrechten in einer Hand weckt Bedenken bei Konkurrenten und Regulierern gleichermaßen.

An der Börse hat der Fusionsplan Spuren hinterlassen. Die Aktie von Netflix markierte am 30. Januar 2026 ein 52-Wochen-Tief bei 81,93 US-Dollar, bevor sie sich zuletzt auf 83,49 US-Dollar (+0,40 % gegenüber dem Vortag) erholte. Investoren sorgen sich vor allem um die hohe Barbelastung und die künftige Bilanzstruktur. Parallel hat Principal Financial Group seine Beteiligung reduziert und 26.056 Netflix-Aktien veräußert, hält mit über 1,14 Millionen Papieren aber weiterhin eine signifikante Position. Charttechnisch sehen einige Marktbeobachter nach dem jüngsten Rücksetzer die Chance auf eine technische Gegenbewegung, nachdem der Kurs zuvor rund 40 % unter seinem Hoch eingebrochen war.

Netflix Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026
Netflix (NFLX) – 252-Tage-Chart

Wie passt der Netflix Merger in die Netflix-Strategie?

Operativ setzt Netflix nicht nur auf den Netflix Merger, sondern verbreitert seine Inhaltebasis an mehreren Fronten. Das Unternehmen expandiert in den Markt für Video-Podcasts und hat sich Formate von Spotify, iHeartMedia und Barstool Sports gesichert. Podcasts gelten als deutlich kostengünstiger als aufwendig produzierte Serien, können aber dennoch die Verweildauer erhöhen und neue Zielgruppen anziehen. Gleichzeitig baut Netflix sein werbefinanziertes Angebot aus und erwartet, dass sich die Werbeerlöse in diesem Jahr auf rund 3 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

Ein weiterer Wachstumstreiber ist Live-Content. Netflix prüft eine Ausweitung ins Sportsegment und könnte über die Integration der Warner-Streamingrechte sogar eine Option auf die Übertragung der Olympischen Spiele, insbesondere der Spiele 2028 in Los Angeles, erhalten. Das würde die Plattform im Wettbewerb mit klassischen TV-Sendern und anderen Streaming-Rivalen deutlich aufwerten. Ergänzt wird dieser Mix durch internationale Produktionen aus Korea und Lateinamerika sowie interaktive Formate, die das Ökosystem von Netflix über klassische Serien und Filme hinaus erweitern.

Was bedeutet der Netflix Merger für Anleger?

Fundamental steht Netflix vor einem Balanceakt. Auf der einen Seite stehen schwächere Wachstumsprognosen – der Umsatz soll 2026 nur noch um 12 bis 14 % zulegen, nach 16 % im Vorjahr – sowie die massive Cash-Komponente des Deals. Auf der anderen Seite locken potenzielle Synergien aus der Integration der Warner-Assets: eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Werbekunden, ein breiteres Angebot für Abonnenten und die Möglichkeit, ikonische Marken plattformweit zu verwerten.

Analystenseitig bleibt der Tenor insgesamt konstruktiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Niveau, mehrere Häuser führen Netflix weiterhin mit einer „Buy“- oder „Moderate Buy“-Einschätzung. Nach einem jahrelangen Kursanstieg und der anschließenden Korrektur sprechen einige Strategen von einer attraktiven Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Investoren, die bereit sind, die Integrations- und Regulierungsrisiken des Netflix Merger mitzutragen.

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery könnte den Konzern zum dominierenden globalen Content-Ökosystem machen, verlangt der Bilanz jedoch einen hohen Preis ab. Für Anleger bedeutet dies eine Phase erhöhter Unsicherheit, aber auch erheblicher Chance, sollte die Integration gelingen. Die nächsten Monate, insbesondere die regulatorische Entscheidung und erste Synergie-Signale, werden entscheidend dafür sein, ob sich der aktuelle Bewertungsabschlag bei Netflix in nachhaltige Kursgewinne verwandelt.