FOREXSIGNALE MAGAZIN

DAS ONLINE-MAGAZIN FÜR TRADER

Tesla Earnings Q4: 5 Fakten zum KI-Wendepunkt

Wie passen der erste Umsatzrückgang in der Geschichte von Tesla, Inc. und milliardenschwere Wetten auf Robotik und KI zusammen? Die aktuellen Tesla Earnings zeigen einen radikalen Strategiewechsel – doch was bedeutet das für Margen, Wachstum und Anleger?

Tesla Earnings mit Fokus auf schwächeres Autogeschäft und KI-Robotik-Wende in moderner Produktionshalle.
Erwähnte Aktien
TSLA Tesla
$442,60 +0.13%
Stand: 11:00 MEZ

Tesla Earnings: Warum sinkt der Umsatz erstmals?

Tesla setzte im vierten Quartal 2025 24,91 Milliarden US-Dollar um, rund drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf Jahressicht sanken die Erlöse um etwa drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar – der erste Rückgang in der Firmengeschichte. Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche im Autogeschäft: Die reinen Automotive-Umsätze brachen im Quartal um elf Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar ein, während die Fahrzeugauslieferungen 2025 insgesamt um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Einheiten fielen.

Trotzdem fielen die Tesla Earnings besser aus als befürchtet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,50 Dollar über den Erwartungen von 0,45 Dollar. Die operative Marge sank allerdings von 6,2 auf 5,7 Prozent, während die operativen Kosten um 39 Prozent anzogen – vor allem wegen höherer Ausgaben für KI, Robotik und Forschung. Der Free Cash Flow schrumpfte im Quartal um 30 Prozent auf 1,42 Milliarden Dollar.

Wie stützen Energie und Services die Tesla Earnings?

Während das Autogeschäft schwächelt, liefern andere Sparten zunehmend den Rückenwind für die Tesla Earnings. Der Bereich Energieerzeugung und -speicherung steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal um 25 Prozent auf 3,84 Milliarden Dollar. Auch das Service- und Sonstiges-Segment legte mit einem Plus von 18 Prozent auf 3,37 Milliarden Dollar zu. Die Konzernsicht zeigt: Tesla wird weniger zum reinen Autobauer, sondern entwickelt sich weiter in Richtung Energie- und Plattformanbieter.

Positiv sticht zudem die Bruttomarge hervor: Mit 20,1 Prozent lag sie deutlich über den erwarteten 17,1 Prozent und erreichte den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren. Analysten wie Morgan Stanley verweisen hier insbesondere auf eine Verbesserung der Automotive-Margen und den starken Beitrag des Energiegeschäfts. Dennoch bleibt das Bild gemischt, da unterm Strich der Nettogewinn im Quartal um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar einbrach und der Jahresgewinn 2025 um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar fiel.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Tesla, Inc. (TSLA) – 252-Tage-Chart

Schwenkt Tesla, Inc. wirklich von Autos zu Robotern?

Der Kern der aktuellen Tesla Earnings liegt weniger in den Zahlen als im Strategiewechsel. Elon Musk betont, dass die Zukunft von Tesla nicht mehr im klassischen Autoverkauf, sondern in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Optimus-Robotern liege. Im Zuge dessen stellt das Unternehmen die Produktion der traditionsreichen Modelle S und X im Werk Fremont ein. Die frei werdenden Kapazitäten sollen in eine Fabrik für Optimus-Roboter mit einem langfristigen Ziel von bis zu einer Million Einheiten pro Jahr umgewandelt werden.

Parallel treibt Tesla die Robotaxi-Offensive voran. In Austin und Kalifornien laufen Testflotten auf Basis des Model Y, in Austin zum Teil bereits ohne Sicherheitsfahrer. Für das speziell entwickelte Robotaxi-Fahrzeug Cybercab – ein zweisitziges Auto ohne Lenkrad und Pedale – startet die Produktion 2026, mit dem Anspruch, langfristig das volumenstärkste Modell im Konzern zu werden. Damit wird klar: Die Tesla Earnings werden künftig immer stärker von wiederkehrenden Software-Erlösen aus Full Self-Driving (FSD) und Robotaxi-Diensten abhängen.

Wie verändert der 2-Milliarden-xAI-Deal Tesla?

Ein weiterer Fokuspunkt der Tesla Earnings ist der Einstieg in Musks KI-Unternehmen xAI. Tesla, Inc. investiert rund 2 Milliarden US-Dollar in Vorzugsaktien von xAI, eingebettet in ein breiteres Kooperationsmodell rund um KI-Software, Training und Infrastruktur. Ziel ist es, die Entwicklung von FSD, Robotaxis, Optimus und weiterer sogenannter “Physical AI” massiv zu beschleunigen. Der Konzern plant zugleich ein Rekord-Capex von über 20 Milliarden Dollar im Jahr 2026, unter anderem für sechs Fabriken, AI-Compute und eine eigene Chipfertigung.

Damit verschiebt sich die Wahrnehmung an der Börse: Tesla Earnings werden von vielen Investoren nicht mehr als klassische Auto-Bilanz, sondern als Zwischenstand einer KI- und Robotikstory gelesen. Häuser wie Morningstar haben ihr Bewertungsmodell bereits angepasst und einen größeren Anteil des fairen Werts aus Robotaxis, Abo-Software und humanoiden Robotern abgeleitet. Zugleich warnen Analysten von Citigroup, Goldman Sachs und RBC Capital Markets vor hohen Investitionsrisiken, politischem Gegenwind und harter Konkurrenz durch BYD, Waymo und chinesische Robotik-Anbieter.

Wir bewegen uns in eine Zukunft, die vollständig auf Autonomie und Physical AI ausgerichtet ist – Autos zahlen heute die Rechnungen, aber Roboter und Robotaxis sollen morgen den Wert schaffen.
— Elon Musk, CEO von Tesla
Fazit

Der Markt scheint den Kurswechsel zunächst zu akzeptieren: Die Aktie legte nachbörslich um rund zwei bis drei Prozent zu und notiert aktuell bei etwa 442,60 Dollar. Für Anleger bleiben die Tesla Earnings damit ein Spagat zwischen rückläufigem Autogeschäft und der Wette auf eine hochkapitalintensive, aber potenziell extrem margenstarke Zukunft im Bereich Robotik und KI.

Tesla Earnings Q4: 3 harte Fakten zum Wendepunkt

Stehen die Tesla, Inc. Earnings vor einem echten Wendepunkt – weg vom Autogeschaeft hin zu Software, Robotaxis und Robotik? Anleger fragen sich, ob schwache Margen und sinkende Auslieferungen bereits eingepreist sind oder ob Musk heute Abend eine neue Wachstumsstory zündet.

Tesla Earnings mit Fokus auf schwachem Autogeschäft, Robotaxis und Energiespeicher in futuristischer Werksszene
Erwähnte Aktien
TSLA Tesla
$434,16 +0.76%
Stand: 16:36 MEZ

Was erwarten Analysten von den Tesla Earnings?

Analysten rechnen für das Schlussquartal 2025 mit einem Rückgang des Umsatzes um rund 3,7 Prozent auf etwa 24,8 Milliarden US‑Dollar. Der Gewinn je Aktie duempelt den Prognosen zufolge bei 44 bis 45 Cent, nach 66 Cent im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2025 sank der bereinigte Gewinn je Aktie auf geschaetzte 1,61 Dollar, nach 2,42 Dollar 2024 – ein deutlicher Rückgang trotz weiterhin hoher Bewertung.

Operativ spürt Tesla, Inc. die Abkuehlung des US‑EV‑Marktes. Nach dem Auslaufen wichtiger Steueranreize Ende September sind die landesweiten Stromer-Neuzulassungen im vierten Quartal um rund 31 Prozent gegenueber dem Vorjahr eingebrochen. Tesla lieferte 2025 nur noch etwa 1,64 Millionen Fahrzeuge aus, ein Minus von 8 bis 8,6 Prozent. Die Marge im Autogeschaeft steht deshalb besonders im Fokus der heutigen Tesla Earnings.

Wie schwach ist das Autogeschaeft von Tesla wirklich?

Der Rückgang der Auslieferungen trifft Tesla in einer Phase, in der die Konkurrenz aggressiv auf den Markt draengt. Vor allem günstige Modelle asiatischer Hersteller haben Druck auf Preise und Marktanteile erzeugt. In Europa wurden zuletzt erhebliche Rückgänge bei den Verkaeufen gemeldet, während globale EV‑Verkäufe insgesamt weiter waechsen. Tesla verliert also nicht nur wegen des Marktumfelds, sondern auch an relativer Schlagkraft.

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Wettbewerber ihre EV‑Strategie nur mit hohen Verlusten aufrechterhalten können. Ford etwa schreibt im Elektrosegment Milliardenverluste und musste seine Pläne zur Ausweitung der Produktion zurueckfahren. Tesla bleibt trotz Rückgang weiterhin profitabel und profitiert von Skaleneffekten sowie vom hauseigenen Supercharger‑Netzwerk, das sich als wichtiger Wettbewerbsvorteil erweist. Dennoch ist klar: Die aktuellen Tesla Earnings werden vor allem bestaetigen, dass das reine Autogeschaeft seinen Zenit zunächst überschritten hat.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Tesla, Inc. (TSLA) – 252-Tage-Chart

Werden Robotaxis zur neuen Tesla Earnings Story?

Mit Blick nach vorn verschiebt CEO Elon Musk die Erzaehlung konsequent weg vom Auto hin zu autonomem Fahren und Robotik. In Austin betreibt Tesla bereits einen Robotaxi‑Dienst, der kürzlich die ersten Fahrten ganz ohne Sicherheitsfahrer im Fahrzeug aufgenommen hat – ein wichtiger technologischer Meilenstein. Parallel laeuft ein begrenzter Betrieb in der Bay Area, weitere US‑Märkte wie Las Vegas, Phoenix, Dallas, Houston und Miami sollen folgen.

Die Full‑Self‑Driving‑Software FSD (Supervised) könnte zudem bald in Europa starten. Die niederlaendische Zulassungsbehoerde prüft derzeit eine Freigabe, die innerhalb der EU als Blaupause dienen könnte. Auch ein Start in China steht auf der Agenda, auch wenn die politischen Rahmenbedingungen hier unsicher bleiben. Sollte FSD tatsaechlich in mehreren Regionen als Abo-Dienst ausgerollt werden, könnte das mittelfristig ein hochmargiges Software‑Revenue-Modell etablieren, das weit über die heutigen Tesla Earnings hinausreicht.

Wie wichtig werden Optimus und Energiespeicher für Tesla?

Neben Robotaxis spielt der humanoide Roboter Optimus eine immer größere Rolle in Musks Vision. Erste Prototypen arbeiten bereits in Tesla‑Fabriken, und bis Ende 2027 soll Optimus auch für externe Kunden verfügbar sein. Musk spricht davon, dass Robotik kuenftig bis zu 80 Prozent des Unternehmenswertes ausmachen könnte – Aussagen, die Anleger faszinieren, aber auch hohe Erwartungen schuehren.

Nahe am Hier und Jetzt ist dagegen das Energiespeichergeschaeft. Teslas Megapack‑ und Powerwall‑Lösungen verzeichnen starkes Wachstum, die ausgelieferten Megawattstunden steigen deutlich. Besonders bemerkenswert: Die operativen Margen in diesem Segment liegen inzwischen nahe 30 Prozent und haben sich zuletzt weiter verbessert. Waechst dieser Bereich in aehnlichem Tempo weiter, könnte er einen immer größeren Beitrag zu kuenftigen Tesla Earnings leisten und die Schwankungen im Autogeschaeft abfedern.

Am Markt schwankt die Aktie aktuell in einer Spanne zwischen rund 420 und 455 US‑Dollar. Der Kurs von 434,16 US‑Dollar signalisiert eine abwartende Haltung; die Notierung über den mittelfristigen gleitenden Durchschnitten zeigt jedoch, dass der übergeordnete Aufwaertstrend intakt bleibt. Optionenhaendler verweisen auf ein technisches “Cluster” wichtiger Durchschnitte – ein Hinweis auf potenziell starke Bewegungen nach der Zahlenvorlage.

Fazit

Die heutigen Tesla Earnings werden vor allem bestaetigen, wie stark das klassische Autogeschaeft unter Druck steht – entscheidend für Anleger ist aber, ob Musk auf der Konferenz belastbare Perspektiven für Robotaxis, Optimus und Energiespeicher liefert. Gelingt es, diese Wachstumsstory glaubhaft zu untermauern, könnte Tesla trotz schwacher Gegenwart bei EV‑Verkaeufen seine Bewertungsstory verteidigen. Für investierte und potenzielle Aktionäre bleibt der Call heute Abend damit ein Schluesseltermin für die nächste Kursrichtung.

3 Tesla Earnings Fakten: Bewertung im Drama-Modus

Stehen die Tesla, Inc. Earnings vor einem gefährlichen Spagat zwischen schwachem Autogeschäft und hochfliegenden KI-Träumen? Anleger fragen sich, ob Robotaxis und Optimus die ambitionierte Bewertung wirklich tragen können – oder ob die Story erste Risse zeigt.

Tesla Earnings im Fokus: Elektroautos bei Nacht, Robotaxi-Szene mit KI-Fantasie und Finanzdistrikt im Hintergrund.
Erwähnte Aktien
TSLA Tesla
$444,84 -0.07%
Stand: 11:46 MEZ

Wie schwach sind die Tesla Earnings im Kerngeschäft?

Im Vorfeld der Tesla Earnings für das Schlussquartal 2025 rechnen Analysten mit einem spürbaren Rückgang im klassischen Autogeschäft. Gegenüber dem Vorjahresquartal wird mit einem Umsatzminus von rund 3 % auf knapp 25 Milliarden US‑Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie liegt die Konsensschätzung bei etwa 0,40 bis 0,45 US‑Dollar – ein Rückgang um rund 40 % im Jahresvergleich. Hintergrund sind vor allem schwächere Auslieferungen, aggressive Preissenkungen sowie steigende Anreize, etwa Rabatte von zeitweise bis zu 13 % auf das Model Y.

Bereits 2025 sind die weltweiten Fahrzeugauslieferungen von Tesla um rund 9 % gefallen, während die Automobilumsätze in den ersten neun Monaten des Jahres im selben Umfang zurückgingen. Gleichzeitig verliert das Unternehmen in vielen internationalen Märkten Marktanteile, obwohl Tesla in den USA nach wie vor etwa 50 % des Elektroautomarkts dominiert. Die Tesla Earnings müssen daher Antworten liefern, wie das Management den Margendruck und den wachsenden Wettbewerb abfedern will.

Wie trägt die Tesla Bewertung die aktuelle Schwäche?

Trotz der operativen Schwäche bleibt die Bewertung der Aktie außergewöhnlich hoch. Verschiedene Kennzahlen wie das erwartete KGV 2026 von deutlich über 200 und ein Kurs-Gewinn-Wachstum, das ein Mehrfaches des Branchendurchschnitts beträgt, machen Tesla zu einem typischen “Story-Stock”. Kritiker verweisen darauf, dass die aktuelle Bewertung kaum noch vom heutigen Geschäft mit Elektroautos getragen wird, sondern fast vollständig von Hoffnungen auf künftige Erlösquellen abhängt.

Genau deshalb werden die kommenden Tesla Earnings stärker als sonst auf den Ausblick und weniger auf die rückwärtsgewandten Zahlen fokussiert sein. Entscheidend wird, ob Elon Musk einen glaubhaften Pfad aufzeigt, wie Tesla von einem zyklischen Autohersteller zu einem Anbieter hochmargiger KI-Dienstleistungen rund um autonomes Fahren, Robotaxis und humanoide Roboter werden kann. Bleiben konkrete Meilensteine und Zeithorizonte vage, dürfte es für die Aktie schwierig werden, die hohe Bewertung zu verteidigen.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Tesla, Inc. (TSLA) – 252-Tage-Chart

Was erwarten Anleger von Tesla Earnings bei Robotaxis?

Ein zentrales Thema der Tesla Earnings ist das Robotaxi-Programm. Musk spricht seit Jahren davon, eine globale Flotte autonomer Fahrzeuge aufzubauen, die “quasi unendliche” Nachfrage bedienen soll. In ersten Städten wie Austin und im Raum San Francisco sind bereits Robotaxi-Fahrten ohne Sicherheitsfahrer möglich, was den technologischen Fortschritt unterstreicht. Dennoch liegt Tesla bei gefahrenen vollautonomen Meilen im Vergleich zu einigen Wettbewerbern weiterhin zurück, während regulatorische und sicherheitsrelevante Hürden bestehen.

Die Börse erwartet nun klarere Aussagen zu Skalierungsplänen, Kosten pro Meile und den Zeitzielen für eine breitere Einführung des Robotaxi-Angebots. Zudem beobachten Investoren, wie sich die Abkehr vom klassischen Autopilot hin zu stärker monetarisierbaren Software-Paketen wie “Full Self-Driving” in den Zahlen niederschlägt. Die Tesla Earnings könnten hier erste Hinweise liefern, ob die Strategie, weniger Hardware-Margen und mehr Software-Umsätze, bereits anfängt zu tragen oder noch weitgehend Zukunftsmusik bleibt.

Welche Rolle spielt Tesla Optimus für die Story?

Neben Robotaxis ist der humanoide Roboter Optimus die zweite grosse Wette, mit der Musk Tesla zu einem führenden Player in “physischer KI” machen will. Nach Unternehmensangaben sind bereits erste Optimus-Einheiten in den eigenen Fabriken im Einsatz, weitere interne Aufgaben sollen bis Ende des Jahres folgen. Perspektivisch stellt Musk in Aussicht, Optimus ab Ende 2025 an externe Kunden zu verkaufen.

Auch wenn Optimus in den aktuellen Tesla Earnings nur marginale finanzielle Beiträge liefert, ist das Projekt zentral für die langfristige Investmentstory. Gelingt es Tesla, die bei Fahrzeugen erprobten Fertigungstechniken wie Mega- oder Gigacasting auch in der Robotik zu nutzen, könnten Kostenvorteile entstehen, die einen frühen Markteintritt ermöglichen. Für Anleger bleibt jedoch das Risiko hoch, dass sich diese Vision deutlich verzögert oder regulatorische und sicherheitstechnische Anforderungen den Rollout bremsen.

Wie reagiert Tesla auf Konkurrenz und Handelspolitik?

Parallel zu den Tesla Earnings steht der globale EV-Markt unter dem Eindruck zunehmender Konkurrenz aus China und einer zunehmend fragmentierten Handelspolitik. Elon Musk warnt selbst, dass westliche Hersteller ohne Handelsbarrieren von chinesischen Anbietern überrollt werden könnten, die Elektroautos teilweise günstiger als Verbrenner anbieten. Zugleich könnten neue Handelsabkommen Chancen eröffnen: Eine geplante Senkung der Importzölle Indiens auf aus der EU eingeführte Fahrzeuge würde es Tesla etwa erlauben, den Subkontinent von der Gigafactory in Berlin aus besser zu bedienen – auch wenn Elektroautos dort zunächst noch ausgespart sind.

In den USA belasten zusätzlich politische Risiken und das Ende von Steueranreizen die Nachfrage. Wettbewerber wie Lucid setzen derweil stärker auf lokale Fertigung in Märkten wie Saudi-Arabien, um sich langfristig zu positionieren. Für Tesla wird es entscheidend sein, die eigene Lieferkette – etwa über Nickel-Lieferverträge aus den USA – weiter zu diversifizieren und die Kostenbasis zu senken, um im anhaltenden Preiswettbewerb bestehen zu können.

Fazit

Im Fazit lassen sich die anstehenden Tesla Earnings als Stresstest für eine ambitionierte Zukunftsvision lesen: Kurzfristig schwache Zahlen treffen auf eine extrem hohe Bewertung, die grosse Wetten auf Robotaxis und Optimus voraussetzt. Für Anleger bleibt Tesla damit ein polarisierender Titel, bei dem sich Skepsis gegenüber dem Kerngeschäft und Vertrauen in Musks KI- und Robotik-Agenda scharf gegenüberstehen. Die kommenden Quartalsberichte und Updates zu Tesla Earnings werden zeigen, ob das Unternehmen den Spagat zwischen Gegenwart und Zukunft glaubhaft meistern kann.

Tesla Robotaxi: 4% Kursrutsch und Autonomie-Drama

Kann das Tesla Robotaxi die Schwäche im Kerngeschäft von Tesla, Inc. wirklich auffangen? Zwischen Absatzrückgang, Robotaxi-Vision und Optimus-Roboter stellt sich die Frage, wie viel Zukunftsfantasie im aktuellen Kurs noch steckt.

Tesla Robotaxi Symbolbild: autonomes E-Auto in moderner Stadt bei Abenddämmerung
Erwähnte Aktien
TSLA Tesla
$423.74 -4.18%
Stand: 07:27 MEZ

Wie steht Tesla, Inc. operativ wirklich da?

Hinter der Vision vom Tesla Robotaxi steckt derzeit ein angeschlagenes Kerngeschaeft. Die globalen Auslieferungen sind 2025 um bis zu 50 % eingebrochen, der Absatz sank von 1,789 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2024 auf 1,636 Millionen Einheiten. In wichtigen Märkten verliert Tesla Marktanteile an chinesische Hersteller wie BYD, die deutlich guenstigere Einstiegsmodelle anbieten. Ein eigenes Low-Cost-Modell fehlt bislang, während gleichzeitig aggressive Preissenkungen die Marge belasten.

Nettoergebnis und Profitabilitaet stehen entsprechend unter Druck: Der jüngst gemeldete Quartalsgewinn lag rund 37 % unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von deutlich über 100 gehandelt – eine Bewertung, die für einen reinen Autobauer kaum zu rechtfertigen ist und fast vollstaendig von zukünftigen KI- und Robotik-Einnahmen lebt. Der aktuelle Kursrueckgang von über 4 % spiegelt damit vor allem die steigende Risikoaversion am Markt wider.

Wie realistisch ist das Tesla Robotaxi aktuell?

Auf der technologischen Seite setzt Tesla alles auf das Thema Autonomie. Herzstueck ist Full Self-Driving (FSD), das im Dezember in Version 13 als “Supervised”-System ausgerollt wurde. Die Software nutzt End-to-End-Machine-Learning, um immer mehr Entscheidungslogik an KI zu übergeben. Nutzer berichten von fluessigerem Verhalten im Stadtverkehr, etwa beim vorsichtigen Heranfahren an Kreuzungen. Dennoch bleibt FSD rechtlich ein Level-2-System, das ständige menschliche Überwachung verlangt.

Elon Musk haelt dennoch daran fest, dass vollautonome Tesla Robotaxi-Dienste nur wenige Monate entfernt seien – ein Zeitplan, den er seit fast einem Jahrzehnt immer wieder nach hinten schiebt. Kritiker verweisen darauf, dass Wettbewerber wie Waymo auf LIDAR und Radar setzen, während Tesla ausschliesslich mit Kameras arbeitet und weiterhin mit unvorhersehbaren Fehlern kämpft, etwa Bordstein-Kollisionen. Ob und wann ein regulatorisch genehmigtes, wirklich unbeaufsichtigtes Tesla Robotaxi im grossen Stil fahren darf, ist damit hoch unsicher.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Tesla, Inc. (TSLA) – 252-Tage-Chart

Sind Tesla Robotaxi, CyberCab und Optimus Gamechanger?

Trotz der offenen Fragen treibt Tesla die Robotaxi-Strategie aggressiv voran. Der für 2026 angekuendigte Tesla Robotaxi-Dienst soll mit dem speziellen “CyberCab” starten. Elon Musk stellte klar, dass die Produktion der CyberCab-Flotte und des humanoiden Roboters Optimus zunächst “agonizingly slow” anlaufen werde, bevor sie deutlich hochgefahren werden soll. Für 2026 visiert Tesla interne Pilotanwendungen und erste industrielle Kunden an, mit einer geplanten Jahresproduktion von 5.000 bis 10.000 Optimus-Einheiten.

Experten sehen diese Pläne kurzfristig jedoch eher als Sci-Fi-nahe Vision denn als belastbares Geschaeftsmodell. Gleichzeitig setzen prominente Investoren genau darauf: Cathie Wood rechnet damit, dass ein skalierter Robotaxi- und Software-Betrieb langfristig Bruttomargen von 70 bis 80 % ermoeglichen könnte. Andere Marktteilnehmer wie Gary Black erwarten zwar kein “Winner-take-all”-Szenario in der Autonomie, sehen aber einen drastischen Bruch für OEMs, die den Wettlauf um autonomes Fahren verschlafen.

Wie wirken China-Druck, Zölle und Bewertung auf Tesla?

Operativ geraet Tesla zusätzlich durch chinesische Hersteller unter Zugzwang, die trotz US- und EU-Zoellen stark wachsen. In den USA sollen hohe Importzoelle US-Hersteller wie Ford, GM und Tesla schuetzen und Zeit verschaffen, bei Autonomie und Robotik aufzuholen. In Europa und in Schwellenlaendern bleibt der Preiskampf jedoch hart. Parallel dazu verschiebt Musk den Konzernfokus immer stärker von “nachhaltigem Transport” hin zu “Real-World-AI” und Robotik – ein Strategiewechsel, der an der Wall Street zwiespaeltig aufgenommen wird.

Die Bewertung von Tesla haengt inzwischen fast vollstaendig daran, ob es gelingt, aus FSD, Tesla Robotaxi und Robotik ein skalierbares Software- und Servicegeschaeft zu formen.
— Redaktion Boersenblog
Fazit

Viele Analysten warnen, dass bei der aktuellen Bewertung bereits ein erheblicher Erfolg des Tesla Robotaxi und der KI-Offensive eingepreist ist, obwohl die Verkaufszahlen rückläufig und die Gewinne sinkend sind. Tesla-Anteile werden damit zu einer hochspekulativen KI-Wette: Gelingt der Durchbruch bei Autonomie, Robotaxis und Optimus, könnte das Upside enorm sein; bleibt der Konzern aber überwiegend ein Autobauer, droht eine deutliche Neubewertung nach unten.