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NVIDIA: KI-Boom unter der Lupe – Oracle & Pfizer

KURZ & KNAPP

NVIDIA bleibt das Aushängeschild des KI-Booms, doch erste Zweifel an der Nachhaltigkeit der gigantischen Rechenzentrumsinvestitionen kommen auf. Parallel ringt Oracle mit hohem KI-Capex, negativem Free Cashflow und wachsender Verschuldung. Auch Pfizer gerät nach schwachem Ausblick und nachlassendem COVID-Sonderboom unter Druck. Der Artikel beleuchtet, wie diese Entwicklungen die Stimmung an Wall Street und in Tech-Sektoren prägen.

Daneben zeigen die Märkte ein gemischtes Bild mit leichten Rücksetzern bei S&P 500 und Nasdaq 100 sowie Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresverlauf. US-Konjunkturdaten zu Arbeitsmarkt, Löhnen und Konsum deuten auf nachlassenden Inflationsdruck hin und verschieben Zinssenkungserwartungen. Kurznews zu Tesla, Amazon, Alphabet, Zscaler, Micron und weiteren Werten runden den Marktüberblick ab.

In Deutschland rutscht der DAX, während Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt auf Waffenstillstands-Signale reagieren. Zugleich melden sich Zykliker wie Tui und Klöckner & Co mit Erholungsbewegungen zurück. Blick nach vorn: Wichtige Termine wie die US-Verbraucherpreise (CPI) und die anstehenden Quartalszahlen von Micron und Lennar könnten neue Impulse für Aktien und Zinsen liefern.

RÜCKBLICK Handelstag

Die Wall Street schloss schwächer, der S&P 500 gab um 0,46% auf 6.802 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,04% auf 25.127 Punkte. Belastet wurde die Stimmung durch anhaltende Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms und die Korrektur bei einzelnen Highflyern wie Oracle, obwohl der jüngste US-Arbeitsmarktbericht die Erwartung perspektivisch sinkender Zinsen eher stützte. Anleger realisierten nach dem starken Jahresverlauf vermehrt Gewinne und positionierten sich zurückhaltend vor den anstehenden Zahlen von Micron und wichtigen Konjunkturdaten.

In Europa drehte der Markt nach dem freundlichen Wochenstart wieder ins Minus. Der DAX 40 schloss 0,6% tiefer bei 24.076,87 Punkten, aktuell stehen im Späthandel 24.139 Punkte zu Buche, während trübe Einkaufsmanagerindizes die Sorgen um die deutsche Konjunktur untermauerten. Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt gerieten nach Signalen möglicher Fortschritte in Richtung Waffenstillstand in der Ukraine mit Kursverlusten von bis zu rund viereinhalb Prozent unter Druck. Auf der Gewinnerseite standen dagegen Erholungskandidaten wie Tui mit weiterem Aufschlag nach einem Chartausbruch sowie Klöckner & Co dank anhaltender Übernahmefantasie.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

NVDA – KI-Boom trifft auf erste Ermüdungserscheinungen im Compute-Rausch

Die Aktie von Nvidia (NVDA) legte im US-Handel leicht um 0,10% auf 177,39 Dollar zu und behauptete sich damit trotz eines schwächeren Gesamtmarktes. Der KI-Sektor steckt mitten in einem massiven Investitionszyklus, in dem die großen Hyperscaler zusammen über 200 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur pumpen. Nvidia bleibt mit einem geschätzten Marktanteil von rund 80% bei spezialisierten KI-Chips der zentrale Profiteur dieses Booms, während ein liquider Spotmarkt für H200-Chips zunehmend als Referenz für die Preisentwicklung dient.

Unternehmenschef Jensen Huang spricht von einer neuen industriellen Revolution, die durch generative KI und beschleunigtes Rechnen ausgelöst werde und quer durch Branchen zu Produktivitätsgewinnen führen soll. Neben Nvidia versucht auch AMD verstärkt, mit eigenen KI-Chips Marktanteile zu gewinnen, während TSMC als Auftragsfertiger von der hohen Nachfrage nach modernsten Produktionskapazitäten profitiert. Gleichzeitig mahnen Marktbeobachter, dass der Compute-Ausbau teils hoch verschuldet erfolgt und die zugrunde liegenden Assets – teure KI-Beschleuniger – rasch abschreiben, was die Kapitaldisziplin der Branche in den Fokus rückt.

Für Anleger bleibt entscheidend, wie lange der aktuelle Investitionszyklus in dieser Intensität anhält und ob die KI-Projekte der Hyperscaler tatsächlich die erwarteten Renditen liefern. Ein sinkender Spotpreis für H200-Chips würde zwar auf eine Entspannung der Angebotsknappheit hindeuten, könnte aber auch auf nachlassenden Preissetzungsspielraum und Margendruck hinweisen. Schlechte Zahlen oder Zurückhaltung bei Bestellungen – etwa von Speicherherstellern wie Micron – wären ein Warnsignal für die Nachhaltigkeit des KI-Booms und könnten die bisherige Dominanz von Nvidia an der Börse kurzfristig ins Wanken bringen.

ORCL – Hoher KI-Capex, negativer Cashflow: Oracle gerät unter Druck

Die Aktie von Oracle (ORCL) setzte ihre Korrektur fort und fiel um 0,85% auf 188,11 Dollar, nachdem bereits in den vergangenen Tagen ein deutlicher Abgabedruck eingesetzt hatte. Im jüngsten Quartal erzielte Oracle zwar einen Umsatz von 16,058 Milliarden Dollar mit einem kräftigen Plus von 14,2%, wobei die Cloud-Infrastruktur mit 4,079 Milliarden Dollar Umsatz um beeindruckende 67,6% zulegte. Gleichzeitig blieb der operative Cashflow mit nur 2 Milliarden Dollar deutlich hinter den massiven Investitionen in Rechenzentren von 12 Milliarden Dollar zurück, was zu einem negativen Free Cashflow von fast 10 Milliarden Dollar führte.

Die aggressive Ausbau-Strategie schlägt sich auch in der Bilanz nieder, denn die Nettoschulden von Oracle sind inzwischen auf rund 88,309 Milliarden Dollar angewachsen. Ein Bloomberg-Bericht, wonach der Bau mehrerer Rechenzentren für OpenAI angeblich von 2027 auf das Jahr 2088 verschoben worden sei, schürte zusätzlich Zweifel an der Tragfähigkeit der KI-Investitionen, zog die Aktie von Oracle sowie zeitweise auch Nvidia und den S&P 500 nach unten. Obwohl Oracle diesen Bericht dementierte und einen Teil der Verluste wieder aufholen konnte, blieben Anleger misstrauisch, nicht zuletzt weil die Renditen auf Oracle-Anleihen inzwischen über typischen Ramsch-Anleihen liegen und so die Skepsis des Kreditmarkts gegenüber dem massiven Capex signalisieren.

Aus Analystensicht überwiegen derzeit die Risiken der hoch verschuldeten KI-Ausbaustrategie von Oracle, weshalb auf Basis der aktuellen Trends klar zu Gewinnmitnahmen beziehungsweise Verkäufen geraten wird. Die Kombination aus negativem Free Cashflow, steigender Verschuldung und einem zunehmend kritischer beäugten KI-Hype erhöht die Anfälligkeit der Aktie für weitere Rückschläge, falls sich Wachstumsziele verzögern oder Margen unter Druck geraten. Sollte sich die bisherige Euphorie um KI-getriebene Rechenzentren weiter abkühlen, könnte Oracle vom Markt gezwungen werden, seine Investitionspläne zu straffen und stärker auf Kapitaldisziplin statt Wachstum um jeden Preis zu setzen.

RHM & Co. – Waffenstillstands-Hoffnung drückt deutsche Rüstungswerte

Deutsche Rüstungsaktien gerieten heute stark unter Druck, nachdem neue Signale aus Berlin und Kiew Hoffnungen auf Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands im russisch-ukrainischen Krieg nährten. Papiere von Unternehmen wie TKMS, Rheinmetall, Renk und Hensoldt verloren in der Spitze bis zu rund 4,5%, während der DAX insgesamt moderat nachgab. Anleger nahmen nach dem starken Lauf der Branche in den vergangenen Monaten vermehrt Gewinne mit, da ein Ende der akuten Kriegsphase kurzfristig als Belastungsfaktor für die Auftragsfantasie wahrgenommen wird.

Auslöser für die Kursabgaben waren Berichte über Gespräche in Berlin, in denen beteiligte Seiten die Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges als Fortschritt bezeichneten. Im Fokus stehen Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands, nachdem sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar damit abgefunden hat, dass ein rascher NATO-Beitritt unrealistisch ist. Ein Sprecher aus dem Rüstungsumfeld argumentierte allerdings, dass gerade ein solcher Waffenstillstand mittel- bis langfristig zu verstärkten Investitionen in Rüstung durch Deutschland und andere NATO-Länder führen könnte, da Russland nicht verschossene Waffen für spätere Konflikte horten könnte.

Für Anleger zeichnet sich damit ein Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Abwärtsdruck und langfristig intakten strukturellen Treibern ab. Kurzfristig dominiert die Erwartung eines Abwärtstrends bei deutschen und europäischen Rüstungsaktien, da politische Entspannungssignale die unmittelbare Kriegsprämie in den Bewertungen reduzieren. Mittel- bis langfristig könnten jedoch höhere Verteidigungsbudgets und eine verstärkte Sorge um die Sicherheit in Europa dafür sorgen, dass die Branche trotz der momentanen Korrektur ein zentraler Pfeiler in vielen Portfolios bleibt.

F – Ford vollzieht Kehrtwende bei E-Autos und setzt auf günstige EVs und Hybride

Die Aktie von Ford (F) bewegte sich nur leicht und schloss 0,2% im Minus, obwohl das Management eine tiefgreifende Neuausrichtung der Elektrostrategie bekanntgab. Der Autokonzern nimmt eine Abschreibung von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar auf sein Elektrofahrzeug-Geschäft vor, die sich bis 2027 über mehrere Jahre erstreckt, und reagiert damit auf massive Verluste in diesem Segment. So verlor Ford zwischen 2021 und 2024 im EV-Geschäft insgesamt rund 13 Milliarden Dollar und kam zeitweise auf einen Verlust von etwa 132.000 Dollar pro verkauftem Elektrofahrzeug.

Vor acht Jahren hatte Ford noch eine „All-in“-Strategie für Elektrofahrzeuge ausgerufen, doch die Realität von hohen Kosten, schleppender Nachfrage und sich ändernden regulatorischen Rahmenbedingungen zwingt den Konzern nun zum Kurswechsel. CEO Jim Farley erklärte, dass man sich künftig auf einen preisgünstigeren 30.000-Dollar-EV-Pickup sowie auf ein deutlich erweitertes Angebot an Hybriden konzentrieren wolle, da große, teure EVs sich als nicht profitabel erwiesen hätten. Gleichzeitig plant Ford trotz der scharfen Einschnitte, bis 2030 rund 50% seines globalen Absatzvolumens über Hybride und Elektrofahrzeuge abzuwickeln, was einen Spagat zwischen Verbrennern, Hybriden und EVs erfordert.

Die Wall Street reagierte erleichtert darauf, dass Ford in einem schwierigen Umfeld konsequent durchgreift, zumal die EBITDA-Prognosen für 2025 trotz der Abschreibungen leicht angehoben wurden. Kritiker bezweifeln jedoch, ob der Konzern den Balanceakt zwischen der Profitabilität klassischer Verbrenner, dem wachsenden Hybridmarkt und dem globalen EV-Wettlauf gegen aggressive chinesische Wettbewerber erfolgreich meistern kann. Für Anleger bleibt die Frage, ob die Neuausrichtung Ford langfristig wieder auf einen profitableren Wachstumspfad bringt oder ob die Marke in der Transformation zwischen zwei Welten – Verbrenner und vollelektrisch – zerrieben wird.

PFE – Pfizer kämpft mit Wachstumsflaute nach dem COVID-Boom

Die Aktie von Pfizer (PFE) stand erneut unter Druck und verlor im Tagesverlauf rund 3,4% bis gut 5%, nachdem der Pharmariese einen enttäuschenden Ausblick für das kommende Jahr vorgelegt hatte. Für das nächste Jahr rechnet Pfizer nur mit geringem oder gar keinem Umsatzwachstum und peilt Erlöse von lediglich 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar an, deutlich unter den hohen Niveaus aus der Pandemiezeit. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen für das kommende Jahr lediglich 2,80 bis 3,00 Dollar in Aussicht und plant parallel Einsparungen von mehr als 7 Milliarden Dollar bis 2027, um die Profitabilität zu stabilisieren.

Seit dem Höhepunkt des COVID-Booms hat die Aktie von Pfizer inzwischen rund 50% an Wert verloren, da die temporären Impfstoff- und Medikamentenerlöse wegbrechen und neue Blockbuster in der Pipeline bislang nicht im selben Tempo nachrücken. Um die Produktpipeline zu erneuern, hat Pfizer in den vergangenen Jahren eine Reihe kostspieliger Übernahmen gestemmt, was zwar die langfristigen Forschungs- und Entwicklungsoptionen verbreitern soll, kurzfristig aber die Bilanz belastet. Die nun kommunizierte Bandbreite der erwarteten Einnahmen für 2026 von 5,5 bis 26,5 Milliarden Dollar liegt zudem unter dem Mittelwert der Analystenschätzungen, was bei Investoren Zweifel an der Wachstumsdynamik verstärkt.

Der Konzern versucht, mit dem Sparprogramm und der Integration der akquirierten Assets die Basis für eine profitablere Zeit nach der Pandemie zu legen. Entscheidend wird sein, ob die neuen Medikamente und Therapien aus der erweiterten Pipeline rechtzeitig und in ausreichender Breite auf den Markt kommen, um die Lücke der schrumpfenden COVID-Umsätze zu schließen. Bis dahin dürfte die Aktie von Pfizer vor allem von der Visibilität künftiger Cashflows, regulatorischen Meilensteinen und möglichen weiteren Restrukturierungsschritten abhängen.

KURZNEWS

  • US-ARBEITSMARKT – Makro: Die US-Wirtschaft schuf im November 64.000 neue Stellen und lag damit über den erwarteten 50.000, während die Arbeitslosenquote auf 4,6% stieg und damit etwas schlechter als prognostiziert ausfiel. Im Oktober gingen die Nonfarm Payrolls um 105.000 zurück, belastet durch den Abbau von insgesamt 167.000 Stellen im Regierungssektor über Oktober und November, was vermutlich den Anstieg der Arbeitslosigkeit mittrieb.
  • FED/ZINSEN – Makro: Ökonomen werten den Arbeitsmarktbericht als eher taubenhafte Entwicklung, da die durchschnittlichen Stundenlöhne im Monatsvergleich lediglich um 0,1% zulegten und damit weniger Inflationsdruck signalisieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Januar liegt laut Markterwartung nur bei rund 24% (zuvor 22%), sodass weiter von einer Pause ausgegangen wird und größere Zinssenkungen in den USA tendenziell nach hinten verschoben werden.
  • RETAIL SALES – Makro: Die US-Einzelhandelsumsätze blieben im Oktober insgesamt flach, nachdem ein Rückgang der Autoverkäufe von rund 1,6–1,9% die Gesamtzahlen belastete. Bereinigt um Auto- und Autoteile stiegen die Umsätze jedoch um 0,4% und lagen damit über den erwarteten 0,2%.
  • US-KONSUM – Makro: Daten des Einzelhandelsverbands zeigen, dass die Umsätze im November gegenüber dem Vormonat weitgehend unverändert blieben, im Jahresvergleich aber um +4,7% zulegten. Besonders gefragt waren Bekleidung, Geschenkkarten und Spielzeug, während digitale Produkte um rund +15% gewannen, und Analysten sprechen von einer K-förmigen Wirtschaft, in der vor allem Haushalte mit höherem Einkommen die Ausgaben treiben.
  • NASDAQ – Marktstruktur: Die Nasdaq hat bei der US-Börsenaufsicht SEC beantragt, an Werktagen eine zusätzliche Sitzung nach dem regulären Nachbörsenhandel einzuführen und den Handel auf nahezu 24 Stunden auszuweiten. Hintergrund ist die starke Nachfrage von Privatanlegern, die bereits rund um die Uhr auf Plattformen wie Robinhood und im Kryptohandel aktiv sind, sowie von internationalen Investoren, die US-Aktien außerhalb der Kernhandelszeiten handeln wollen.
  • NASDAQ 24H – Marktstruktur: Ein weiterer Antrag der Nasdaq sieht konkret vor, den Aktienhandel ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf 23 Stunden täglich, fünf Tage pro Woche, auszuweiten. Marktteilnehmer diskutieren, inwieweit sich dadurch die Liquidität über den Tag strecken und ob es in den neuen Randzeiten zu wenig aussagekräftigen Kursschwankungen kommen könnte.
  • AMZN – Amazon: BMO Capital stufte Amazon mit einer Kaufempfehlung ein und setzte das Kursziel auf 304 Dollar fest. Die Analysten erwarten, dass das Wachstum im Cloud-Geschäft Amazon Web Services erneut an Dynamik gewinnt und im abgelaufenen Quartal bei rund 39% lag, mit einem ähnlichen Tempo von knapp 40% im ersten Quartal des kommenden Jahres.
  • GOOGL – Alphabet/Google: Auch Google wird von BMO zum Kauf empfohlen, mit einem auf 343 Dollar angehobenen Kursziel. Neben einem beschleunigten Wachstum im Cloud-Geschäft profitiert Alphabet von Chancen bei Waymo sowie von Ambitionen im Immobilienbereich, die unter anderem die Aktie von Zillow zuletzt belasteten.
  • ZS – Zscaler: Die Analysten von Mizuo stuften Zscaler auf Outperform hoch und setzten ein Kursziel von 310 Dollar. Sie sehen Rückenwind durch die starke Nachfrage nach Cloud-Security-Lösungen und gehen davon aus, dass das Unternehmen beim Wachstum über den bisherigen Erwartungen liegen kann.
  • TSLA – Tesla: Tesla erreichte zuletzt ein neues Rekordhoch, gestützt von optimistischen Einschätzungen zu Robotik und autonomem Fahren. Mitsuo hob das Kursziel auf 530 Dollar an, während Wedbush sogar 600 Dollar in Aussicht stellt und den Start der Robotaxi-Testphase ohne Begleitpersonen in Austin, Texas, sowie eine geplante Ausweitung auf weitere Städte als neue Ära für das Unternehmen bezeichnet.
  • F – Ford (Konsensreaktion): Trotz der Ankündigung massiver Abschreibungen auf das EV-Geschäft fiel die Aktie von Ford lediglich um 0,2%. Die Wall Street zeigte sich erleichtert, dass das Management konsequent reagiert und die EBITDA-Prognose für 2025 leicht anhebt, während es den Fokus auf günstigere Elektrofahrzeuge und Hybride verlagert.
  • CMCSA – Comcast: Die Aktie von Comcast sprang um 4,6% nach oben und war damit der Top-Gewinner im S&P 500. Auslöser waren Spekulationen von CNBC-Journalist David Faber über ein mögliches aktivistisches Engagement, gestützt auf auffällige Aktivitäten im Swaps- und Optionsmarkt, obwohl der Titel im laufenden Jahr trotz des Anstiegs noch rund 21% im Minus liegt.
  • NVDA – Nvidia (Intraday-Reaktion): Die Aktien von Nvidia zogen nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts kurzfristig um rund 0,4–0,5% an. Marktteilnehmer werten dies als Zeichen für anhaltende Stärke bei der Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Hardware, trotz wachsender Diskussionen über die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms.
  • NFLX – Netflix/Warner Bros. Discovery: Netflix steht im Fokus, seit Pläne für eine mögliche Übernahme der Streaming- und Studio-Sparte von Warner Bros. Discovery bekannt wurden, die die Aktie zeitweise belasteten. Neue Berichte von Semaphore deuten nun auf wachsenden Widerstand in Washington gegen einen solchen Deal hin, was bei einem Scheitern der Transaktion die Netflix-Aktie tendenziell stützen könnte.
  • NAVAN – Navan: Die Papiere des Geschäftsreise- und Spesenplattform-Anbieters Navan gaben nach der Vorlage des ersten Quartalsberichts als börsennotiertes Unternehmen deutlich nach. Für Verunsicherung sorgte zusätzlich die überraschende Ankündigung des CFO-Abgangs, während der Broker Needham die ausgegebene Prognose als sehr konservativ einstufte.
  • LEN – Lennar: Lennar gehört zu den größten Positionen im Fonds von Goodhaven Capital Management, dessen Manager Patkowski langfristig optimistisch für den US-Einfamilienhausmarkt ist. Das Unternehmen hat seine Bilanz durch die Auslagerung eines Großteils des Landes in die Gesellschaft Milrose gestrafft, um über den gesamten Zyklus hinweg höheren freien Cashflow und bessere Kapitalrenditen zu erzielen, auch wenn die kurzfristigen Quartalszahlen eher verhalten ausfallen könnten.
  • MU – Micron (Ausblick/Erwartungen): Für Micron werden starke Zahlen erwartet, da Analysten von einem Übertreffen der Umsatz- und Gewinnprognosen ausgehen. Steigende Speicherpreise und ein bis voraussichtlich 2027 anhaltender Angebotsengpass, getrieben durch KI-Nachfrage, stützen den Optimismus, auch wenn eine vorübergehende Abkühlung durch Lageraufbau bei Kunden zu Beginn des nächsten Jahres möglich erscheint.
  • ZF – Zscaler (zweite Referenz, nur Kontext): Die positive Einschätzung zu Zscaler spiegelt die zunehmende Bedeutung von Cloud-Security in einer Welt wider, in der Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen verstärkt in Richtung Zero-Trust-Architekturen transformieren. Analysten sehen Spielraum für weiteres Wachstum, da sich Sicherheitsbudgets trotz makroökonomischer Unsicherheiten als relativ widerstandsfähig erweisen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

  • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwochabend, nach US-Börsenschluss
  • LENNAR (LEN): Quartalszahlen – heute Abend, nach US-Börsenschluss

MAKRO

  • USA VERBRAUCHERPREISE (CPI): Donnerstag, 14:30 Uhr MEZ – vor Eröffnung der Wall Street

IM BLICKPUNKT

  • BMO Capital zu AMZN: Bestätigt Kaufempfehlung für Amazon und hebt das Kursziel auf 304 Dollar an, gestützt auf die Erwartung, dass das Wachstum bei Amazon Web Services im Cloud-Bereich auf rund 39–40% anziehen wird.
  • BMO Capital zu GOOGL: Stuften Google erneut mit „Kaufen“ ein und erhöhten das Kursziel auf 343 Dollar, da sie mit einer Beschleunigung des Cloud-Wachstums sowie zusätzlichen Impulsen durch Waymo und neue Initiativen im Immobilienbereich rechnen.
  • Mizuo zu TSLA: Hebt das Kursziel für Tesla auf 530 Dollar an und verweist auf den Beginn einer neuen Ära durch Robotaxis und autonome Fahrfunktionen, die zunächst in Austin, Texas, und perspektivisch in weiteren Städten ohne Sicherheitsfahrer getestet werden sollen.
  • Wedbush zu TSLA: Setzt ein Street-High-Kursziel von 600 Dollar für Tesla und betont die strategische Bedeutung von Robotics und Full Self-Driving als nächste Wachstumswelle für den Konzern.
  • Mizuo zu ZS: Stuften Zscaler von einer neutralen Einstufung auf Outperform hoch und sehen mit einem neuen Kursziel von 310 Dollar weiteres Aufwärtspotenzial, da die Nachfrage nach Cloud-Security und Zero-Trust-Lösungen hoch bleibt.
  • Morgan Stanley zu ROKU: Vergab ein doppeltes Upgrade für Roku von Underweight auf Overweight, da sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2025 beschleunigt, die Nutzerbasis zunimmt und die Partnerschaften im Streaming-Ökosystem vertieft werden.
  • Bank of America zu EL: Setzt für Estee Lauder ein neues Street-High-Kursziel von 130 Dollar bei einer Kaufempfehlung und sieht das Unternehmen als Top-Pick im Beauty-Sektor für 2026, getragen vom „Beauty reimagined“-Plan und einer erwarteten Erholung des Beauty-Marktes in den USA und China.
  • Jefferies zu OPRA/OPTA: Jefferies stuft Opta von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöht das Kursziel von 90 auf 125 Dollar, da eine bessere Go-to-Market-Ausführung, eine Stabilisierung im Kundendaten-Geschäft und wachsende Nachfrage nach agentic AI das Wachstum über den aktuellen Konsens treiben könnten.
  • Unbenannter Broker zu ORCL: Ein Sprecher rät angesichts des negativen Free Cashflows, der auf fast 10 Milliarden Dollar im letzten Quartal anwuchs, und der auf 88,309 Milliarden Dollar gestiegenen Nettoverschuldung klar zum Verkauf der Oracle-Aktie.
  • Marktkommentar zu NVDA/AI-Sektor: Analysten verweisen darauf, dass Nvidia mit einem Marktanteil von rund 80% an KI-Chips der größte Profiteur eines Investitionszyklus von über 200 Milliarden Dollar im Hyperscaler-Sektor bleibt, warnen jedoch vor zunehmender Hebelung und potenziell ineffizientem Kapitaleinsatz im KI-Bereich insgesamt.

Intel plant SambaNova-Deal: KI-Schub für Tesla & NVIDIA

KURZ & KNAPP

Intel arbeitet an der Übernahme von SambaNova Systems und schärft damit seine KI-Strategie im Wettbewerb mit NVIDIA. Die Aktie stabilisiert sich nach starken Quartalszahlen und Spekulationen um Governance-Fragen. Parallel treibt Tesla mit Robotaxi- und FSD-Fantasien Diskussionen um eine mögliche Billionen-Bewertung. Der Nasdaq 100 und der S&P 500 zeigen sich zum Wochenstart trotz Tech-Schwerpunkt leicht schwächer.

Im Halbleitersektor dominieren NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron die Schlagzeilen rund um den KI-Investitionszyklus. Bitcoin gerät unter Druck, während MicroStrategy weiter zukauft und Debatten über Verwässerung anheizt. Gleichzeitig testen Gold, Silber und Kupfer neue Höhen und ziehen Kapital aus dem Krypto-Sektor an.

Der DAX 40 schließt leicht im Minus, belastet von der Wall Street und der Unsicherheit vor den US-Konjunkturdaten. Anleger blicken nun auf die nach dem Government Shutdown verzögerten US-Arbeitsmarktzahlen sowie den CPI-Bericht, die entscheidend für den künftigen Fed-Zinspfad sein dürften. Ökonomen diskutieren zunehmend, ob das 2%-Inflationsziel realistisch bleibt, während Märkte mit möglichen Inflationswerten um 3% bis 2026 rechnen.

RÜCKBLICK Handelstag

An der Wall Street überwogen zum Wochenauftakt leichte Gewinnmitnahmen, der S&P 500 gab um 0,22% auf 6.831 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,54% auf 25.128 Punkte. Im Fokus standen erneut Technologiewerte rund um künstliche Intelligenz, darunter Intel, NVIDIA, Tesla und Halbleiter-Zulieferer wie KLA Corp und Teradyne. Zudem sorgten defensive Konsumtitel wie Costco sowie Bewegungen im Krypto- und Rohstoffsektor für Gesprächsstoff.

In Europa schloss der DAX 40 mit einem Minus von 0,18% bei 24.222 Punkten, belastet von der schwächeren Wall Street und der vorsichtigen Stimmung vor der US-Datenflut. Der europäische Gesamtmarkt blieb ebenfalls leicht unter Druck, während einzelne Sektoren wie Halbleiter und Luxus-/Reisetitel von positiven Analystenkommentaren profitierten. Rohstoffwerte standen zudem im Schatten der stark gestiegenen Preise für Gold, Silber und Kupfer.

Am Makro-Horizont richten sich die Blicke der Anleger nun auf den wegen des Government Shutdowns verzögerten US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November am Dienstag sowie den CPI-Inflationsbericht am Donnerstag. Die Daten gelten als richtungsweisend für die Zinspfad-Erwartungen an die Fed im neuen Jahr und könnten in einer ohnehin dünner werdenden Liquidität zum Jahresende für erhöhte Volatilität sorgen.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

INTC – Intel visiert SambaNova-Übernahme an und schärft KI-Strategie

Intel-Aktien legten im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über fortgeschrittene Gespräche zur Übernahme des KI-Chip-Start-ups SambaNova Systems die Runde machten. Der Preis soll bei rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden liegen, ein deutlicher Abschlag gegenüber der Bewertung von 5 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2021. Für Intel, dessen Aktie im laufenden Jahr bereits um 89% gestiegen ist, wäre dies ein strategischer Schritt, um das eigene KI-Portfolio zu stärken und sich im Wettbewerb mit NVIDIA besser zu positionieren.

SambaNova, 2017 gegründet, entwickelt kundenspezifische KI-Chips und konkurriert damit direkt mit Branchengrößen im High-End-Beschleuniger-Markt. Brisant ist die Governance-Struktur: Der Intel-CEO fungiert gleichzeitig als Vorsitzender von SambaNova und war über seine Risikokapitalfirma Walden International ein früher Investor und Finanzierungsführer im Jahr 2018. Fundamental befindet sich Intel nach besser als erwarteten Q3-Zahlen mit einem Umsatz von 13,65 Milliarden Dollar (Konsens: 13,14 Milliarden Dollar) und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,23 Dollar in einer Phase der operativen Stabilisierung, auch wenn der Bereich Rechenzentren und KI zuletzt noch 1% Umsatzrückgang verzeichnete.

Mit dem potenziellen Deal würde sich Intel eine lange gesuchte, schlüsselfertige KI-Plattform sichern, und das zu einem deutlich reduzierten Preisniveau im Vergleich zum Hype-Jahr 2021. Der Schritt könnte den schwächelnden Datacenter- und KI-Umsatz in den kommenden Jahren beleben und Intel stärker in Richtung hochmargiger KI-Lösungen verschieben. Anleger werden genau beobachten, wie Interessenkonflikte rund um die Doppelrolle des CEOs adressiert werden und ob Regulatoren die Transaktion durchwinken. Charttechnisch pendelt die Aktie aktuell um den 50-Tage-Durchschnitt, nachdem sie sich von einem jüngsten Hoch bei 44 Dollar zurückgezogen hat; Nachrichten zur Transaktion könnten hier kurzfristig als Katalysator wirken.

TSLA – Tesla-Fantasie: Milliarden-Bewertung durch Robotaxis und FSD

Tesla gehörte zu den größten Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und legte im Tagesverlauf zeitweise um rund 3,5% zu. Die Aktie näherte sich damit einem möglichen neuen Allzeithoch-Schlusskurs, verfehlte diesen jedoch knapp. Treiber der Kursfantasie ist die Einschätzung von Dan Ives, Global Head of Technology Research bei Wedbush, der Tesla weiterhin als einen seiner Top-Picks führt und eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen bis potenziell 3 Billionen Dollar bis Ende 2026/Anfang 2027 in Aussicht stellt.

Ives sieht die Haupttreiber in physikalischer KI, Robotaxis, sogenannten Cybercabs, Volumenproduktion und vollautonomem Fahren. Besonders im Fokus steht Full Self-Driving (FSD), das nach seiner Einschätzung das Margenprofil von Tesla grundlegend verändern könnte. Er erwartet, dass die FSD-Durchdringung von derzeit rund 15% auf über 50% steigen könnte, was sich stark positiv auf die Profitabilität auswirken würde. Zudem rechnet er damit, dass Tesla langfristig 70–80% des globalen Marktes für autonomes Fahren beherrschen könnte, während Wettbewerber wie Waymo nur als „Rundungsfehler“ wahrgenommen würden.

Regulatorisch blickt der Analyst auf eine mögliche präsidentielle Executive Order, die einen bundesweiten Rechtsrahmen für autonomes Fahren in den USA schaffen soll und damit den Markthochlauf der Technologie erleichtern könnte. Er prognostiziert, dass sich die Gewinne von Tesla in den nächsten 3–4 Jahren verfier- bis verfünffachen, primär getrieben durch Software-Margen aus FSD. Die potenzielle Teil-IPO von SpaceX im Jahr 2026 wird von ihm als Erweiterung des Musk-Ökosystems gesehen, ohne dass dies seine Einschätzung ändert, dass Tesla die zentrale Investment-Story in der autonomen Zukunft bleibt. Vor diesem Hintergrund dürfte jede Nachricht zu regulatorischen Fortschritten und FSD-Rollouts an den Kapitalmärkten besonders sensibel aufgenommen werden.

NVDA & Halbleiter – KI-Boom trägt NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron

Im Halbleitersektor bleibt NVIDIA das Maß der Dinge: Das Unternehmen hat China in seinen Finanzprognosen bereits auf null gesetzt, sodass jegliche Verkäufe in dieser Region als reines Aufwärtspotenzial gelten. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot weiterhin deutlich, NVIDIA verkauft praktisch alles, was es produzieren kann und plant, die Auslieferungen der Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr massiv zu steigern. Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar, während Lieferengpässe bei Wafern, Packaging und Speicher die Angebotsseite begrenzen.

Auch Halbleiter-Zulieferer profitieren: KLA Corp wurde bei Jefferies von Hold auf Buy hochgestuft, die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise sogar 5% im Plus. Analyst Blaine Curtis sieht kräftigen KI-Rückenwind für den Hersteller von Equipment für die Halbleiterfertigung bis mindestens 2026 und zählt Broadcom, NVIDIA und KLA zu seinen besten Chip-Ideen. Broadcom hingegen sah nach den jüngsten Zahlen eine Kurskonsolidierung, doch Analystenreaktionen blieben deutlich positiv mit Anhebungen der Kursziele durch JP Morgan auf 475 Dollar und durch Barclays auf 500 Dollar.

Bei Broadcom verweisen Analysten auf neue Aufträge, etwa von Anthropic und einem fünften Datacom-Kunden, sowie auf angehobenes Umsatzwachstum und steigende EBITDA-Margen im kommenden Jahr, während der jüngste Kursdruck eher mit KI-Nervosität als mit Fundamentaldaten erklärt wird. Teradyne erhielt von Goldman Sachs ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy mit einem neuen Kursziel von 230 Dollar (zuvor 148 Dollar), da die Bank mit einem KI-getriebenen Nachfrageschub für Chip-Testgeräte rechnet. Zudem steht Micron im Fokus, das am Mittwoch nach Börsenschluss Quartalszahlen vorlegt: Die Messlatte gilt als „extrem hoch“, nachdem unter anderem Stifel und Wedbush ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, angehoben und auf stark steigende Speicherpreise sowie höhere durchschnittliche Verkaufspreise hingewiesen haben. Der gesamte Sektor bleibt damit eng mit den Erwartungen an den weiteren KI-Investitionszyklus verknüpft.

BTC & Gold – Saylor kauft den Dip, während Edelmetalle neue Höhen testen

Im Kryptomarkt bleibt der Druck hoch: Bitcoin (BTC) fiel um 0,19% auf 86.052,65 und liegt damit rund 30% unter dem Allzeithoch von etwas über 126.000 aus dem Oktober. Trotz der Schwäche setzt MicroStrategy-Gründer Michael Saylor seine aggressive Kaufstrategie fort und erwarb in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin. Dabei wurden jeweils mehr als 10.000 BTC hinzugekauft, finanziert durch Verkäufe der Class A-Stammaktien – ein Vorgehen, das Kritiker wegen Verwässerung der Altaktionäre skeptisch sehen.

Die Strategie von MicroStrategy hat Spekulationen ausgelöst, das Unternehmen könne aus wichtigen Aktienindizes entfernt werden, doch der Nasdaq 100 entschied sich bei seiner jährlichen Rekonstitution, den Titel im Index zu belassen. Die Aktie von MicroStrategy geriet dennoch unter Druck und verlor zuletzt rund 7%, während Bitcoin die Tiefs des Jahres testet. Auffällig ist, dass die Krypto-Schwäche in einem Umfeld stattfindet, in dem Aktien als Risk-Assets weiterhin gefragt sind, was die Debatte um die Rolle von Bitcoin als „digitales Gold“ neu anheizt.

Parallel dazu erlebt der Edelmetallsektor einen deutlichen Aufschwung: Gold nähert sich mit Kursen um 4.343 einem neuen Hoch und zeigt sich im Jahresverlauf „unstoppable“, während Silber mit einem Plus von über 115% seit Jahresbeginn glänzt. Auch Kupfer profitiert von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Hamsterkäufen in den USA sowie vom erwarteten Strom- und Rechenzentrumsbedarf durch KI-Anwendungen. Viele Strategen an der Wall Street bleiben für Gold in das nächste Jahr hinein bullisch und sehen in der Kombination aus Währungsabwertung, Geopolitik und dem sich abzeichnenden Vergleich zwischen Krypto und realen Assets einen Rückenwind für Edelmetalle. Damit zeichnet sich eine Divergenz ab: Während digitale Assets straucheln, gewinnen physische Wertaufbewahrungsmittel an Attraktivität.

US-MAKRO – Verzögerte Jobdaten, CPI und Fed-Pfad im Fokus

Die anstehende Woche bringt eine regelrechte Datenflut, nachdem mehrere Berichte aufgrund des US-Government Shutdowns verschoben werden mussten. Im Zentrum steht der kombinierte US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November, der am Dienstag vor Handelsstart veröffentlicht wird und erstmals seit dem Shutdown wieder ein umfassenderes Bild der Beschäftigungslage liefern soll. Für November erwarten Goldman Sachs und der Marktkonsens rund 50.000 bis 55.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,5% gesehen wird; der „Sweet Spot“ für den Aktienmarkt wird in einer Spanne von 40.000–80.000 neuen Jobs verortet.

Der Bericht dürfte allerdings durch Sondereffekte verzerrt sein, insbesondere im Oktober, wo der Abgang von Bundesbediensteten nach Abfindungsangeboten Anfang 2025 zu einem erwarteten Verlust von etwa 85.000 Jobs führen soll. Die Folge sind „komische Daten“, wie Marktbeobachter es nennen, da etwa die wichtige Haushaltsumfrage und damit die offizielle Arbeitslosenrate teilweise fehlen oder nachgeliefert werden. Parallel dazu rückt der Inflationsbericht (CPI) am Donnerstag in den Vordergrund, der nach Ansicht vieler Investoren sogar noch wichtiger ist als die Jobdaten, weil er unmittelbarer mit dem weiteren Zinspfad der Fed verknüpft wird. Fed-Chef Jay Powell hatte zuletzt betont, dass sowohl der Arbeits- als auch der Inflationsauftrag der Notenbank unter Druck stehen.

Innerhalb des geldpolitischen Diskurses wächst die Frage, ob die 2%-Inflationszielmarke in absehbarer Zeit realistisch erreichbar ist, zumal seit 2015 die Prognose für das Erreichen des Ziels immer wieder um zwei Jahre nach hinten verschoben wurde. Fed-Gouverneur Stephen Myron, von Präsident Trump berufen, argumentierte jüngst, dass die Preise nach einem Inflationsschub zwar nun wieder stabil, aber auf höherem Niveau seien und die Politik dies reflektieren müsse. Ökonomen, etwa bei BNP, rechnen angesichts von Zöllen und verzögerten Güterpreiseffekten mit einer Beschleunigung der Inflation in Richtung 3% bis 2026, was die Spielräume für weitere Zinssenkungen begrenzen könnte. Die Märkte werden daher in den kommenden Tagen genau darauf achten, ob die neuen Daten das Bild eines abkühlenden Arbeitsmarktes bei zugleich hartnäckiger Inflation bestätigen – ein Szenario, das die Fed zu schwierigen Priorisierungsentscheidungen zwischen Beschäftigungs- und Preisstabilitätsmandat zwingen würde.

KURZNEWS

  • INTC – Intel: Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über eine geplante Übernahme von SambaNova Systems für rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden publik wurden. Das 2017 gegründete KI-Chip-Startup war 2021 noch mit 5 Milliarden Dollar bewertet; Intels CEO ist zugleich SambaNova-Vorsitzender und Frühinvestor über Walden International.
  • TSLA – Tesla: Die Papiere gehörten zu den Top-Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und stiegen zeitweise um etwa 3,5%, verpassten jedoch knapp ein neues Allzeithoch beim Schlusskurs. Analyst Dan Ives von Wedbush sieht Tesla als Top-Pick und hält eine Marktkapitalisierung von 2–3 Billionen Dollar bis 2026/27 für möglich, getrieben durch Robotaxis und FSD.
  • NVDA – NVIDIA: NVIDIA hat China in seinen Prognosen bereits auf null gesetzt, sodass alle potenziellen Verkäufe dort reines Upside wären. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot deutlich, das Unternehmen plant eine massive Ausweitung der Lieferungen von Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr; Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar.
  • KLAC – KLA Corp: Die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise rund 5% im Plus, nachdem Jefferies den Titel von Hold auf Buy hochgestuft hatte. Analyst Blaine Curtis nennt KLA einen der besten Chip-Stock-Ideen für 2026 und verweist auf kräftigen KI-Rückenwind im Bereich Halbleiter-Equipment.
  • AVGO – Broadcom: Nachzahlen-bedingter Kursdruck steht im Kontrast zu sehr positiven Analystenkommentaren, die mehrfach höhere Kursziele hervorbrachten. JP Morgan sieht Broadcom als Top-Halbleitertitel für das kommende Jahr mit Kursziel 475 Dollar, während Barclays auf 500 Dollar anhob und auf neue KI-Aufträge, unter anderem von Anthropic, sowie steigende EBITDA-Margen verweist.
  • MU – Micron: Micron legt am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen vor, wobei die Erwartungen der Analysten als extrem hoch gelten. Häuser wie Stifel und Wedbush hoben ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, an und verweisen auf weiter steigende Memory-Preise und höhere durchschnittliche Verkaufspreise.
  • TER – Teradyne: Goldman Sachs hob die Aktie gleich doppelt von Sell auf Buy an und erhöhte das Kursziel von 148 auf 230 Dollar. Die Analysten rechnen mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub für die Testausrüstung von Halbleiterchips.
  • LDOS – Leidos: Leidos wird als attraktives Investment im Technologiebereich herausgestellt, insbesondere nach der Ernennung eines neuen CTO. Der verstärkte Fokus auf künstliche Intelligenz wird als zentrale Chance gesehen, um vom Trend zur KI-Integration in sicherheits- und behördlichen Anwendungen zu profitieren.
  • COST – Costco: Im Einzelhandelssektor geriet Costco unter Druck, nachdem Roth Capital die Aktie auf Sell herabstufte. Die Titel gaben daraufhin um rund 3% nach und sorgten im defensiven Konsumsektor für Gesprächsstoff.
  • VIK – Viking: Kreuzfahrtanbieter Viking profitierte von einer Hochstufung auf Buy bei Jefferies. Die Analysten setzen auf eine anhaltend robuste Nachfrage im Kreuzfahrtsegment, wovon Viking als Premiumanbieter besonders profitieren soll.
  • IRBT – iRobot: Der Roomba-Hersteller hat Insolvenz nach Chapter 11 beantragt und plant, die Kontrolle an seinen chinesischen Hauptlieferanten zu übergeben. Nach Jahren sinkender Verkaufszahlen, Lieferkettenproblemen und einer gescheiterten Amazon-Übernahme droht den Aktionären damit nahezu ein Totalverlust.
  • LAZR – Luminar Technologies: Die Aktie brach um mehr als 60% ein, nachdem das Unternehmen Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hatte. Luminar einigte sich darauf, seine Halbleiter-Tochter für 110 Millionen Dollar in bar an Quantum Computing Inc. zu verkaufen, vorbehaltlich höherer Angebote; 91% der First-Lien-Gläubiger unterstützen den Schritt.
  • MSTR – MicroStrategy (Strategie): Das Unternehmen kaufte in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin, während die Kryptowährung deutlich fiel. Finanziert wurden die Käufe durch den Verkauf von Class-A-Aktien, was Kritik an der Verwässerung bestehender Aktionäre auslöste; die Aktie verlor zuletzt etwa 7%, während Bitcoin rund 30% unter seinem Allzeithoch notiert.
  • TLRY – Tilray: Tilray-Aktien sprangen um über 40%, nachdem Berichte aufkamen, dass Präsident Trump Marihuana als Schedule-III-Droge reklassifizieren könnte. CEO Irwin Simon sieht darin eine große Chance für das medizinische Cannabisgeschäft in den USA und beziffert den Markt auf etwa 10 Milliarden Dollar.
  • CGC – Canopy Growth & Cannabis-Sektor: Die geplante Umstufung von Marihuana von Schedule 1 auf Schedule 3 löste eine massive Rallye im Sektor aus, große Produzenten wie Canopy Growth und Tilray legten um rund 50% zu. Haupttreiber ist der erwartete Wegfall des Steuerparagrafen 280E, der bisher normale Betriebsausgaben nicht abzugsfähig machte und effektive Steuersätze von bis zu 80% verursachte; ein Cannabis-ETF verzeichnete mit über 54% seinen besten Handelstag überhaupt.
  • XAU – Gold & Silber: Gold notiert mit rund 4.343 nahe eines neuen Hochs, während Silber im laufenden Jahr um mehr als 115% gestiegen ist. Anleger setzen auf den „Debasement-Trade“ und nutzen Edelmetalle als Absicherung gegen Währungsabwertung und makroökonomische Unsicherheiten.
  • HG – Kupfer: Auch Kupfer zeigt sich stark, getrieben von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Lageraufbau in den USA. Zusätzlich befeuert der erwartete Strom- und Rechenzentrumsbedarf für KI-Anwendungen die Story, da der Ausbau von Stromnetzen und Infrastruktur kupferintensiv ist.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

  • LENNAR (LEN): Q4-Zahlen – Dienstag nach US-Börsenschluss
  • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwoch nach US-Börsenschluss

MAKRO

  • US-ARBEITSMARKTBERICHT OKTOBER/NOVEMBER: USA – Dienstag vor US-Börsenöffnung
  • US-RETAIL SALES OKTOBER: USA – Dienstag im Laufe des Tages
  • US-CPI (VERBRAUCHERPREISE): USA – Donnerstag im Laufe des Tages
  • WEITERE US-ARBEITSMARKTDATEN ANFANG JANUAR: USA – nachgelagerte Veröffentlichung, sofern kein weiterer Shutdown

IM BLICKPUNKT

  • Goldman Sachs zu LVS: Las Vegas Sands wird von Neutral auf Buy hochgestuft, das Kursziel steigt von 64 auf 80 Dollar. Goldman sieht den Casino-Betreiber als bevorzugten Namen im Sektor dank starker Bilanz und der Exponierung in Macau und Singapur, wobei das Wachstum in Macau ab 2026 an Dynamik gewinnen soll.
  • KeyBank zu TT: Trane Technologies wird auf Overweight hochgestuft, mit einem Kursziel von 500 Dollar. Die Analysten sehen den jüngsten Kursrückgang als seltene Einstiegschance in einen qualitativ hochwertigen HLK-Betreiber und erwarten starke Nachfrage aus Rechenzentren mit KI-Fokus, auch wenn der genaue Marktanteil noch unklar ist.
  • Goldman Sachs zu TER: Teradyne erhält ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy, das Kursziel wird von 148 auf 230 Dollar angehoben. Goldman rechnet mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub nach Chip-Testequipment und sieht Teradyne entsprechend gut positioniert.
  • Bank of America zu BMY: Bristol-Myers Squibb wird von Neutral auf Buy hochgestuft. BofA verweist auf die Stärke der F&E-Pipeline und ein attraktives Chance-Risiko-Profil, da das Unternehmen auf ein katalysatorreiches Jahr 2026 zusteuert.
  • Goldman Sachs zu MAR/HLT/LVS: Goldman wird für mehrere konsumnahe Titel bullischer und stuft Marriott, Hilton und Las Vegas Sands von Neutral auf Buy hoch. Marriott profitiert laut Einschätzung von einer hohen Exponierung zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft, Hilton gilt als Profiteur eines weiterhin starken Hochpreiskonsumenten, und Las Vegas Sands soll in Macau anhaltend steigende Brutto-Spielerlöse bis 2026 sehen.
  • Jefferies zu KLAC: KLA Corp wird von Hold auf Buy hochgestuft. Analyst Blaine Curtis sieht KLA neben Broadcom und NVIDIA als eine der besten Chip-Aktienideen für 2026, getrieben von strukturellem KI-Rückenwind im Halbleiter-Equipment-Markt.
  • JP Morgan/Barclays/Bernstein zu AVGO: Broadcom erhält mehrere Kurszielanhebungen, unter anderem setzt JP Morgan das Ziel auf 475 Dollar und nennt die Aktie Top-Pick im Halbleitersektor für das kommende Jahr, während Barclays auf 500 Dollar erhöht. Bernstein betont, der jüngste Kursdruck sei auf KI-Nervosität und nicht auf Fundamentaldaten zurückzuführen, die weiterhin als solide gelten.
  • Ariel Investments zu ORCL: Charlie Bobrinskoy von Ariel Investments bleibt trotz zwischenzeitlicher Überbewertung grundsätzlich positiv für Oracle. Nach einem Anstieg von 118 auf 350 Dollar hatte er zum Trimmen geraten, sieht nun aber bei zurückgekommenem Kurs und einem vervierfachten KI-Auftragsbestand zweistelliges Gewinnwachstum bis 2026 und eine starke Position im KI-Markt durch Oracles Unternehmensdaten-Software.

Meta dreht am Metaverse-Sparturbo – Nvidia als geopolitischer Kursgewinner

KURZ & KNAPP

Meta schockt den Markt mit möglichen Kürzungen von bis zu 30% beim verlustreichen Metaverse-Bereich und lenkt Kapital in profitablere KI-Projekte um. Anleger werten das als klares Margen- und Cashflow-Signal. Parallel bleibt Nvidia im Fokus, weil abgeschwächte Exportkontroll-Pläne die geopolitischen Risiken vorerst entschärfen. Beide Stories prägen heute das Bild bei US-Tech und Wachstumswerten.

Daneben steht Snowflake mit schwächerem Margenausblick stellvertretend für den Druck auf Software- und AI-Anbieter. Die starken Updates von Dollar General und Dollar Tree unterstreichen den Boom im Value-Retail-Segment. Alphabet setzt mit Gemini und eigenen TPUs den nächsten Akzent im KI-Megatrend.

In Europa sorgen ASML, Schneider Electric, Siemens Energy und STMicroelectronics für Rückenwind bei Industrie- und Halbleiterwerten, während Roche schwächelt. Zugleich richten sich die Blicke auf schwächere US-Jobdaten und die bevorstehende Fed-Zinsentscheidung. Die Kombination aus Arbeitsmarkt-Signalen und erwarteter Zinssenkung könnte die nächste Marktbewegung auslösen.

RÜCKBLICK Handelstag

US-Handelstag

Die US-Märkte schlossen überwiegend höher, getragen von starken Bewegungen in den großen Technologie- und Konsumwerten; der Dow Jones legte dabei mehr als 400 Punkte zu, während S&P 500 und Nasdaq ebenfalls zulegten und die «Magnificent Seven» weiter das Bild bestimmen. Die Marktstimmung war von der wachsenden Erwartung an eine Fed-Zinssenkung in der kommenden Woche und gemischten Unternehmensberichten geprägt. Anleger reagierten besonders auf Gewinnmitteilungen und Tech-spezifische Nachrichten zu KI-Chips und Kostensenkungen.

Meta Platforms: Ein Bloomberg-Bericht, wonach Meta bis zu 30% der Mittel für Reality Labs/Metaverse streichen oder Personal reduzieren könnte, trieb die Aktie deutlich nach oben; die Märkte bewerten den Schritt als Retour zur Profitabilität, da Reality Labs seit Jahren hohe Verluste verursacht.
Nvidia: CEO-Besuche in Washington und Gespräche über Exportkontrollen sorgten für Schlagzeilen; Berichte deuten allerdings darauf hin, dass restriktive Maßnahmen im kürzlich diskutierten Gesetzesentwurf nicht enthalten sind, was Sorgen über Zulieferbeschränkungen entschärfte.
Snowflake: Trotz solider Quartalszahlen belastete ein enttäuschender Ausblick für die operative Marge den Kurs deutlich, Anleger sehen hier Risiken für die Profitabilität neuer AI-Angebote.
Dollar General / Dollar Tree: Beide Discounter präsentierten robuste Ergebnisse und angehobene Ausblicke, was die Titel in der Vorbörse kräftig nach oben brachte und das Thema „Value-Retail“ erneut in den Fokus rückte.
Alphabet (Google) / AI-Chips: Die Marktreaktion auf Googles Gemini-Entwicklung und TPUs fiel weiter positiv aus; Partnerschaften (z. B. mit Replit) und die wachsende Verbreitung eigener KI-Chips erhöhen die Aufmerksamkeit für Alphabet.

Auf Makroebene drückten gemischte Arbeitsmarktdaten – darunter schwächere ADP-Zahlen und rückläufige Initial Jobless Claims in einigen Berichten – zusätzlich auf die Stimmung, wobei die Wette auf eine Fed-Zinssenkung nächste Woche die Aktien stützte.

Deutschland Europa

Europäische Leitindizes präsentierten sich gemischt bis freundlich: Der DAX zeigte sich stabil, der Euro Stoxx 50 wurde von Industrie- und Halbleitern gestützt, und der CAC 40 blieb in Reichweite der Vortagsniveaus. Gewinnwarnungen oder -überraschungen einzelner Sektoren prägten das Bild, während Broker-Notizen zu Kapitalgütern und Halbleitern Rückenwind gaben.

ASML: Nach einer Aufstufung und positiven Analystenkommentaren zog die Aktie an und wirkte unterstützend für den Halbleitersektor in Europa.
Schneider Electric: JP Morgan zeigte sich sehr bullisch für europäische Kapitalgüter, was Schneider und ähnliche Titel heute höher führte.
Siemens Energy: Ebenfalls von der positiven Einschätzung für Kapitalgüter profitierend, zeigte Siemens Energy deutliche Kursgewinne.
STMicroelectronics: Der Halbleiterwert legte rund drei Prozent zu und gehörte zu den stärkeren Titeln in Europa, gestützt von der Chip-Nachfrage.
Roche: Im Gegenzug stand Roche unter Druck und trug zur sektoriellen Divergenz im Gesundheitssektor bei.

Makro

Die makroökonomische Agenda stand ganz im Zeichen der US-Geldpolitik und Arbeitsmarktdaten: ADP meldete eine deutlich schwächere Entwicklung der privaten Stellen im November als erwartet, und Initial Jobless Claims kamen in einigen Berichten niedriger aus, was die Interpretation der Daten komplizierter macht. Parallel ist der Markt stark auf eine bevorstehende Fed-Zinssenkung eingestellt; das CME-FedWatch-Tool signalisiert hohe Wahrscheinlichkeiten für eine Kürzung in der nächsten Woche.

Warum relevant: Schwächere Beschäftigungsdaten stützen die Erwartung für eine geldpolitische Lockerung, was Bond- und Aktienmärkte bewegt; zugleich erzeugen widersprüchliche Signale Unsicherheit über die Geschwindigkeit weiterer Zinssenkungen und darüber, wie nachhaltig die Risikoaversion gegenüber bestimmten Sektoren (z. B. AI-Datacenter) bleibt.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Meta: Rückzug vom Metaverse, Fokusverschiebung auf KI und Sparprogramm

Ein Bloomberg-Bericht, wonach Meta plant, die Mittel für Reality Labs/Metaverse im Zuge der Budgetplanung 2026 deutlich zu kürzen — teilwiese von bis zu 30% —, löste eine starke Marktreaktion aus. Vorbörslich und im regulären Handel sprang die Aktie spürbar an, da Investoren den Schritt als signalhafte Abkehr von verlustreichen Zukunftsexperimenten hin zu profitableren Prioritäten und AI-Investitionen werteten. Mark Zuckerberg hatte bereits konzernweit Einsparungen von rund 10% gefordert; die Metaverse-Einheit soll deutlich härter getroffen werden als der Rest des Konzerns. Hintergrund ist die jahrelange Belastung durch Reality Labs und der wachsende Druck, Kapital in Bereiche mit direkterer Ertragswirkung — vor allem KI — zu verlagern.

Die Entwicklung verlief in Etappen: Zuerst die Berichte über Management-Anweisungen und mögliche Stellenkürzungen, dann die Marktreaktion mit einem spürbaren Kurssprung; Analysten und Marktteilnehmer bewerten das als kurzfristig positiv für die Margenperspektive. Für Anleger ist das wichtig, weil ein klarer Shift weg von kapitalintensiven Metaverse-Projekten die Cash-Generierung und Bewertung von Meta entlasten kann. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie schnell frei werdende Mittel in AI-Strategien fließen und ob diese Reallokation die Profitabilität nachhaltig verbessert. Kurzfristig haben die Nachrichten bereits Milliarden an Marktkapitalisierung freigesetzt; mittel- bis langfristig wird Anlegerinteresse davon abhängen, ob Meta die angekündigten Einsparungen in echte Ergebnisverbesserungen umsetzt und zugleich im KI-Wettbewerb Anschluss hält.

Nvidia in Washington: Exportkontrollen, Lobbying und die politische Dimension der Chips

Nvidia sorgte erneut für Schlagzeilen: CEO-Besuche in Washington und Gespräche mit Präsident und Gesetzgebern wurden berichtet, und Quellen deuten an, dass ein ursprünglich radikalerer Vorschlag zu Exportbeschränkungen nicht in die jüngste Gesetzgebung aufgenommen wurde. Das nahm den Druck von einer schnellen und weitreichenden Beschränkung der Chip-Exporte nach China, gleichzeitig bleibt die politische Risikoagenda präsent. Finanzvorstands-Kommentare von Nvidia betonen zudem, dass von einer AI-Spekulationsblase bislang nicht gesprochen werden sollte, was die Narrative um nachhaltiges Geschäftsmodell und Nachfrage nach GPUs stützt.

Für Anleger bedeutet das: Kurzfristig mildert die Aussicht auf weniger strikte Exportbeschränkungen das operative Risiko für Nvidia und seine Zulieferkette; politisch bleibt das Thema jedoch latent und kann bei erneuter Eskalation schnell die Bewertung belasten. Zudem unterstreicht die Debatte die strategische Rolle von GPUs im KI-Ökosystem und die daraus resultierende geopolitische Bedeutung des Halbleitersektors.

Snowflake: Solide Zahlen, aber Margenausblick belastet die Aktie

Snowflake lieferte erneut Quartalszahlen, die zwar in vielen Kennziffern solide erschienen — etwa beim Ertrag pro Aktie —, doch der Ausblick zur operativen Marge enttäuschte die Anleger. Managementhinweise, dass die bereinigte operative Marge im kommenden Quartal deutlich unter den Erwartungen der Street liegen wird, lösten einen starken Kursrückgang aus. Marktteilnehmer interpretierten die verhaltene Marge als Hinweis darauf, dass das schnelle Wachstum bei Produktumsätzen und AI-Angeboten nicht unmittelbar in hohe Profitabilität übersetzt wird.

Die Relevanz für den Handelstag liegt darin, dass Snowflake stellvertretend für das Spannungsfeld vieler Software- und AI-lastiger Anbieter steht: Wachstum bleibt vorhanden, aber Investitionen und Margendruck dämpfen kurzfristig die Bewertung. Anleger werden genau beobachten, ob Snowflake seine Produktumsätze wieder beschleunigen oder weitere Effizienzmaßnahmen ankündigen kann, um die Margenerwartungen zu erfüllen.

Dollar Stores profitieren: Dollar General und Dollar Tree als Gewinner im Konsumklima

Dollar General und Dollar Tree lieferten positive Quartalsberichte und hoben jeweils ihre Ausblicke an, was die Aktien in der Vorbörse kräftig nach oben brachte. Die Titel profitieren von anhaltenden makroökonomischen Tailwinds, bei denen auch mittlere Einkommen verstärkt zu Discount-Anbietern greifen. Marktkommentare sehen Dollar General als Self-Help-Story nach jahrelanger Schwäche, während Dollar Tree nach der Abspaltung von Family Dollar auf eigenen Füßen steht und vom derzeitigen Konsumverhalten profitiert.

Für Investoren ist das wichtig, weil die Outperformance der Discount-Kategorie eine klare Sektorrotation im Einzelhandel widerspiegelt — Anleger suchen Qualität in einem Umfeld, in dem Konsumenten zunehmend preissensitiv agieren.

Alphabet legt nach: Gemini, TPUs und Partnerschaften treiben Momentum

Alphabet profitiert weiter von der starken Resonanz rund um Gemini 3 und der Ausweitung seiner TPU-Chips: Marktkommentare heben hervor, dass TPUs in bestimmten Anwendungsfällen Marktanteile gegenüber GPUs gewinnen und Alphabet dadurch ein starkes Werkzeug für die Integration von KI in Produkte und Entwickler-Workflows hat. Partnerschaften wie jene mit Replit schaffen eine direkte Brücke, damit Gemini-Modelle in der praktischen Softwareentwicklung genutzt werden können.

Die Bedeutung für Anleger besteht darin, dass Alphabet sowohl auf Hardware- als auch auf Softwareseite aktiv ist — eine Doppelstrategie, die das Unternehmen in eine günstige Position für die weitere Monetarisierung von KI bringen könnte. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb mit OpenAI, Anthropic und anderen ein zentraler Unsicherheitsfaktor.

KURZNEWS

  • META – Meta Platforms: Bloomberg-Berichte über mögliche Kürzungen von bis zu 30% in Reality Labs/Metaverse ließen die Aktie deutlich steigen; der Markt wertet das als Schritt zur Profitabilitätsverbesserung.
  • NVDA – Nvidia: CEO-Besuche in Washington und Gespräche über Exportkontrollen sowie Berichte, dass ein restriktiver Vorschlag nicht Teil jüngster Gesetzesvorhaben ist, beeinflussten die Stimmung rund um den Chipkonzern.
  • SNOW – Snowflake: Quartalszahlen zeigten solide Erträge, doch ein enttäuschender Ausblick für die operative Marge belastete den Kurs deutlich.
  • DG – Dollar General: Starkes Quartal und Anhebung des Ausblicks führten zu einem Vorbörs-Pop; die Aktie profitiert vom anhaltenden Trend zu Discount-Anbietern.
  • DLTR – Dollar Tree: Ebenfalls positive Zahlen und angehobene Guidance, nach Abspaltung von Family Dollar nun als eigenständiger Gewinner im Discount-Segment.
  • GOOGL – Alphabet: Gemini 3 und TPUs sorgen weiter für Momentum; Partnerschaften (z. B. mit Replit) stärken die Position im AI-Entwickler-Ökosystem.
  • AMZN – Amazon: Erwähnungen neuer Produkte und Chip-Initiativen unterstreichen Amazons Doppelrolle bei Hardware- und Cloud-Ausrichtung für AI.
  • CRM – Salesforce: Besser als erwartete Quartalszahlen und eine wachsende Zahl von Kunden für das AI-Agent-Angebot stützten den Titel.
  • COST – Costco: Shares reagieren negativ, nachdem die November-komps schwächer als erwartet ausfielen und geringere Kundenfrequenz signalisierten.
  • NFLX – Netflix: Im Medienbieterwettbewerb um Warner Bros. Discovery wird Netflix als führender Bieter berichtet; die Aktie reagierte anfänglich negativ auf die Unsicherheit.
  • ORCL – Oracle: Oracle meldet Ergebnisse nach dem Closing am Mittwoch; Investoren achten auf Remaining Purchasing Obligations (RPOs) und Cashflow-Perspektiven.
  • HPE – Hewlett Packard Enterprise: Ergebnismeldungen werden nach Börsenschluss erwartet; HPE steht zusammen mit Ulta auf der Agenda.
  • ULTA – Ulta Beauty: Berichtete Quartalsergebnisse erscheinen nach Börsenschluss und gehören zu den heutigen wichtigen Nachbörs-Terminen.
  • WMT – Walmart: Äußerte, dass die Weihnachtsumsätze gemäß Erwartungen verlaufen, was die Einschätzung zur Konsumnachfrage stützt.
  • RIO – Rio Tinto: Kostensenkungsmaßnahmen und Reduzierung im Lithium-Engagement wurden angekündigt; das Unternehmen plant Produktivitätsgewinne und mögliche Kapitalmaßnahmen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
nachbörslichUlta Beauty (—)Ergebnisse (nachbörslich)Ulta Beauty berichtet die Quartalszahlen nach Börsenschluss
nachbörslichHewlett Packard Enterprise (HPE)Ergebnisse (nachbörslich)HPE veröffentlicht Zahlen nach dem Handelsschluss
nachbörslichOracleOracle Qx EarningsErgebnisse werden am Mittwoch nach dem Close erwartet; Fokus auf RPOs und verfügbaren Cashflow
nachbörslichBroadcomBroadcom Qx EarningsErgebnisse am Donnerstag nach dem Close; hohe Erwartungen an Umsatzwachstum

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
USAUS Initial Jobless ClaimsWichtig für die Arbeitsmarktbeurteilung vor der Fed-Sitzung
USAADP Employment Change (November)Daten zur Privatbeschäftigung, relevant für Fed-Erwartungen
USAPCE (Personal Consumption Expenditures) – HinweisZentrale Inflationskennzahl, wichtig für Fed-Entscheidungen
USAFederal Reserve – erwartete Zinsentscheidung (Markterwartung)Markt preist hohe Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung ein; größte Relevanz für Renditen und Risikoassets

IM BLICKPUNKT

  • ROBINHOOD – Robinhood: Mizuho bestätigt Outperform und hebt das Kursziel von 145 auf 172.
  • TJX – The TJX Companies: Barclays hat das Kursziel auf 172 angehoben (genannte Bank: Barclays).
  • LLY – Eli Lilly: BMO Capital erhöhte das Kursziel auf 1.200 (genannte Bank: BMO Capital).
  • PYPL – PayPal: JP Morgan stuft auf Neutral ab und senkt das Kursziel von 85 auf 70 (genannte Bank: JP Morgan).
  • MARV – Marvell Technology: Barclays hat das Kursziel angehoben (neues Ziel in der Aussage genannt), Analystenstimme: Barclays.
  • COMMERZBANK – Commerzbank / SOCGEN – Societe Generale: Upgrade durch Goldman Sachs verzeichnet, was die Papiere heute stützte (genannte Bank: Goldman Sachs).