Der offizielle Berkshire Hathaway CEO-Wechsel von Warren Buffett zu Greg Abel markiert einen historischen Wendepunkt für das Konglomerat. Anleger fragen sich, wie sich Führung, Kapitalallokation und das gigantische Cash-Polster auf die künftige Rendite auswirken. Gleichzeitig rückt die Rolle des Versicherungsgeschäfts als zentrale Ertrags- und Finanzierungsquelle stärker in den Vordergrund. Der Artikel beleuchtet, was sich operativ ändert, wie das Aktienportfolio nach dem Führungswechsel angepasst wird und welche Chancen und Risiken sich für BRK.B-Aktionäre daraus ergeben.

Berkshire Hathaway CEO-Wechsel: Was ändert sich?
Mit dem offiziellen Rückzug von Warren Buffett aus der CEO-Rolle und dem Übergang zu Greg Abel rückt das Management des riesigen Konglomerats stärker in den Fokus. Der Berkshire Hathaway CEO-Wechsel bedeutet vor allem eine Verschiebung weg von der charismatischen Einzelperson hin zu einem Team- und Prozessansatz. Buffett bleibt zwar Chairman, die operative Verantwortung für das Tagesgeschäft und die Koordination der Tochtergesellschaften liegt nun bei Abel.
Berkshire gilt seit Jahren als dreimotoriges Konstrukt: Erstens das breite Industrie- und Dienstleistungsportfolio, zweitens das Aktien- und Beteiligungsdepot, drittens das Versicherungsgeschäft inklusive der mächtigen Versicherungsfloat. Unter Buffett hat diese Struktur den Konzern seit Mitte der 1960er Jahre auf ein Niveau gehoben, das die jährliche Rendite des S&P 500 nahezu verdoppelte. Während der Berkshire Hathaway CEO-Wechsel die Frage nach der „Buffett-Prämie“ aufwirft, bleibt der strategische Rahmen weitgehend erhalten.
Berkshire Hathaway Inc.: Fokus auf Cash und Versicherungs-Engine?
Zum Start ins Jahr 2026 sitzt Berkshire Hathaway Inc. auf einem Bargeldberg von deutlich über 300 Milliarden US-Dollar. Diese enorme Liquidität ist zugleich Chance und Herausforderung für Greg Abel. Marktbeobachter rechnen damit, dass der neue CEO an Buffetts strenger Disziplin bei großen Übernahmen festhält und nur dann zuschlägt, wenn Bewertungen klar attraktiv sind.
Im Zentrum steht weiterhin das Versicherungsgeschäft rund um GEICO und andere Einheiten. Buffett hatte GEICO einst zur eigentlichen Finanz-Engine von Berkshire gemacht: Die Prämieneinnahmen und die daraus entstehende Float dienten als extrem günstige Kapitalquelle für Investitionen in Aktien und ganze Unternehmen. Unter Abel bleibt diese Logik entscheidend – gleichzeitig wächst der Druck, die Float ertragsstark, aber risikoarm einzusetzen, zumal die Konkurrenz im Versicherungssektor zulegt.
Einige Investoren wünschen sich nach dem Berkshire Hathaway CEO-Wechsel eine stärkere Nutzung des Cash-Bestands durch Dividenden oder aggressivere Aktienrückkäufe. Buffett selbst hatte die Rückkäufe an klare Bewertungsgrenzen – beispielsweise rund 1,2-faches Buchwertniveau – geknüpft. Zuletzt wurde Berkshire etwa bei 1,5-mal Buchwert gehandelt, was Rückkäufe rechnerisch weniger attraktiv macht, aber die Debatte über Kapitalrückführung an die Aktionäre anheizt.

Berkshire Hathaway Inc.: Umschichtung bei Bank of America und Domino’s
Parallel zum Führungswechsel liefen im Aktienportfolio spürbare Umschichtungen, die Buffett noch vor seiner CEO-Abgabe angestoßen hat – und die Greg Abel nun fortführt und überwacht. Besonders auffällig: Der teilweisen Exit aus Bank of America. Zwischen Juli 2024 und September 2025 wurden rund 464,8 Millionen BofA-Aktien verkauft, was etwa 45 % der Position entspricht.
Bank of America war über Jahre ein Kerninvestment, profitierte stark von steigenden Zinsen und galt als Paradebeispiel für Buffetts Vorliebe für Finanzwerte. Beim Einstieg 2011 handelte die Aktie noch zu einem massiven Abschlag auf den Buchwert, zuletzt aber zu etwa 35 % Aufschlag. Gewinnmitnahmen bei gleichzeitig steigender Bewertungsstrenge und der Erwartung eines möglichen Zins-Senkungszyklus dürften eine wichtige Rolle gespielt haben.
Auf der Käuferseite stand ein neuer Favorit: Domino’s Pizza. Über fünf Quartale hinweg – von Q3 2024 bis Q3 2025 – baute Berkshire die Position schrittweise auf nahezu 3 Millionen Aktien aus. Damit setzt der Konzern auf einen global etablierten Konsumwert mit preisstabilem Geschäftsmodell und starker Marke. Diese Reallokation illustriert, wie das Portfolio unter dem neuen Führungsregime selektiver, aber weiterhin konzentriert auf wenige, überzeugende Qualitätswerte bleibt.
Wie positioniert sich Berkshire Hathaway Inc. nach Buffett?
Obwohl der Berkshire Hathaway CEO-Wechsel ein psychologischer Einschnitt ist, deuten viele Signale auf Kontinuität hin. Die Führungsriege um Greg Abel und Ajit Jain gilt als erfahrenes Duo mit tiefem Verständnis für das Versicherungs- und Beteiligungsgeschäft. Marktkommentare verweisen darauf, dass Berkshire als diversifiziertes Konglomerat eine Art „niedrigvolatiles Alternativprodukt“ zum US-Gesamtmarkt bleibt, das dank seiner inneren Zyklen eine gewisse Glättung gegenüber konjunkturellen Schwankungen bietet.
Gleichzeitig droht langfristig der schrittweise Abbau der „Buffett-Prämie“, also jenes Glaubensbonus, den Anleger dem Unternehmen allein wegen der Person Buffetts eingeräumt haben. Bislang hat die Aktie in einem Umfeld hoher US-Großkapitalisierungs-Bewertungen solide, aber nicht überragend performt und etwa zwei Drittel der Marktentwicklung erreicht. Ob die Neubewertung nach unten anhält oder sich stabilisiert, hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent Abel Cash, Float und Rückkäufe in den kommenden Jahren einsetzt.
Konkrete Analystenkommentare zu diesem Übergang bleiben bislang verhalten: Große Häuser wie Goldman Sachs, Citigroup oder RBC Capital Markets haben ihre generelle Sicht auf Qualitäts-Konglomerate und Versicherungswerte zuletzt eher neutral bis konstruktiv formuliert, ohne Berkshire radikal neu einzuordnen. Im Fokus stehen vor allem Kapitaldisziplin, Aktienrückkäufe und die weitere Entwicklung der Bewertungskennzahlen.
You really can’t force the opportunities. You have to find them along the way.— Greg Abel
Im Fazit zeigt sich: Der Berkshire Hathaway CEO-Wechsel zu Greg Abel bringt mehr Struktur in das Management des Konglomerats, ohne die bewährte DNA aus Versicherungsfloat, Qualitätsbeteiligungen und finanzieller Vorsicht zu zerstören. Für Anleger bleibt Berkshire Hathaway Inc. damit ein Schwergewicht, das vor allem durch kluge Kapitalallokation und mögliche Rückkäufe Wert schaffen kann. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Abel den enormen Cash-Puffer und das mächtige Versicherungsfundament in eine neue Wachstumsphase nach Buffett überführen kann.