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NVIDIA H200-China: 5 Fakten zum KI-Wendepunkt

Wie verändert die Freigabe der H200-Chips den KI-Machtpoker zwischen den USA und China? Anleger blicken gespannt auf die NVIDIA H200 China-Genehmigung und CoreWeave-Deal – und auf die neue Vera-CPU. Welche Chancen und Risiken ergeben sich jetzt für die Aktie?

NVIDIA H200-China als KI-Beschleuniger in Rechenzentrum mit Blick auf chinesische Megacity
Erwähnte Aktien
NVDA NVIDIA
$191,64 +1.65%
Stand: 19:16 MEZ

NVIDIA H200-China: Wie stark ist Pekings Wende?

China hat erstmals die Einfuhr von NVIDIAs H200-Beschleunigern genehmigt und damit einen strategischen Kurswechsel vollzogen. Mehrere hunderttausend Chips sollen in einer ersten Welle an große Internetkonzerne wie ByteDance und Alibaba gehen, während weitere Unternehmen bereits für spätere Tranchen anstehen. Obwohl Washington den Export der H200-Chips zuvor freigegeben hatte, hing die Umsetzung an der chinesischen Seite, die jede Lieferung einzeln absegnen musste.

Der H200 ist NVIDIAs zweitstärkster KI-Chip und liefert laut Branchenkreisen ein Vielfaches der Leistung der bisher nach China verkauften H20-Variante. Damit wird NVIDIA H200-China zu einem Schlüsselthema im geopolitischen Machtpoker um KI-Rechenleistung. Peking versucht, den akuten Bedarf an High-End-GPUs mit industriepolitischen Zielen zu verknüpfen: Diskutiert werden Auflagen, nach denen Konzerne nur dann importieren dürfen, wenn sie parallel heimische Chips einkaufen.

Die jüngste Entscheidung fällt in eine Phase, in der Chinas Internet- und Cloud-Anbieter Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren stecken, um im KI-Wettrennen mit US-Anbietern mitzuhalten. Für NVIDIA sichert der Schritt einen wichtigen, wenn auch regulierten Absatzkanal – und entschärft zugleich die Belastung aus US-Exportbeschränkungen, die 2025 zeitweise auf den Margen lasteten.

Wie schärft NVIDIA mit CoreWeave seine KI-Rolle?

Parallel zur Öffnung für NVIDIA H200-China zündet der Konzern die nächste Stufe seiner Plattformstrategie. NVIDIA investiert rund 2 Milliarden US-Dollar in zusätzliche Aktien des Cloud-Spezialisten CoreWeave und erhöht seine Beteiligung damit auf etwa 12 Prozent. CoreWeave betreibt spezialisierte KI- und High-Performance-Computing-Rechenzentren und gilt als einer der dynamischsten Abnehmer von NVIDIA-Hardware.

Die frischen Mittel sollen direkt in den Ausbau von Kapazitäten fließen: Bis 2030 planen beide Partner gemeinsam Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von bis zu 5 Gigawatt – ein massiver Hebel, um die strukturell hohe Nachfrage nach GPU-Rechenleistung von Hyperscalern, Start-ups und Industriekunden zu bedienen. Marktbeobachter werten die vertiefte Kooperation als Bestätigung für NVIDIAs Ansatz, nicht nur Chips, sondern komplette KI-Infrastruktur inklusive Software-Stack und Netzwerk anzubieten.

Gleichzeitig erweitert CEO Jensen Huang den technologischen Fußabdruck mit der neuen Vera-CPU, die als eigenständige Komponente im KI-Stack neben GPUs und Netzwerktechnik positioniert wird. Ziel ist es, NVIDIA mittelfristig auch im CPU-Markt als führenden Anbieter neben Intel und AMD zu etablieren. Die DZ Bank spricht in diesem Zusammenhang von NVIDIA als „Spinne im KI-Netz“ und vergibt ein Kauf-Rating mit einem fairen Wert von 225 US-Dollar je Aktie.

NVIDIA H200 China-Genehmigung und CoreWeave-Deal Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
NVIDIA H200 China-Genehmigung und CoreWeave-Deal (NVDA) – 252-Tage-Chart

Was bedeutet NVIDIA H200-China für NVDA-Anleger?

An der Börse wird die Freigabe der H200-Exporte nach China als klarer Rückenwind interpretiert. NVIDIA notiert aktuell bei 191,64 US-Dollar, was einem Tagesplus von rund 1,65 Prozent entspricht. Charttechnisch bleibt die Aktie im Aufwärtstrend, auch wenn die Rallye der vergangenen Jahre zuletzt in eine Seitwärtsphase übergegangen ist. Modelle zur kurzfristigen Kursprognose sehen den Titel in den kommenden Wochen in einer Spanne zwischen 165 und 209 US-Dollar, was auf eine Konsolidierung auf hohem Niveau hindeutet.

Gleichzeitig bleibt die Entwicklung rund um NVIDIA H200-China ein wichtiger Treiber für die Story einer anhaltenden KI-Investitionswelle. Chipwerte insgesamt profitieren: Starke Auftragseingänge bei ASML und eine konstruktive Prognose von Texas Instruments haben die Stimmung im Sektor zusätzlich gehoben. Forbes sieht auf Basis historischer Kursmuster Raum für neue Allzeithochs von NVIDIA in 2026, während Analysten auf die weiterhin außergewöhnlich hohen Wachstumsraten im Data-Center-Geschäft verweisen.

Zuletzt legte NVIDIA im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 57 Milliarden US-Dollar vor – ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von Rekorden im Data-Center-Bereich. Jim Cramer betont angesichts dieser Zahlen und des CoreWeave-Deals, die Kritik an angeblich „zirkulären“ Umsätzen sei „Nonsense“, und empfiehlt, die Aktie zu halten statt sie nur zu traden. Gleichzeitig mahnen skeptischere Stimmen wie Jim Chanos vor einer zunehmenden Finanzierung der KI-Infrastruktur über hoch gehebelte „GPU-Schulden“, was das Risiko zyklischer Rückschläge erhöht.

NVIDIA ist die zentrale Spinne im KI-Netz und damit für viele Kunden und Partner nahezu unverzichtbar.
— DZ Bank Research
Fazit

Die Kombination aus China-Genehmigung für H200, CoreWeave-Ausbau und Vera-CPU stärkt NVIDIAs Rolle als Taktgeber der KI-Industrie und macht NVIDIA H200-China zum Symbol für den nächsten Expansionsschub. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Hebel auf das globale KI-Wachstum, auch wenn höhere Volatilität und regulatorische Risiken einkalkuliert werden müssen. Entscheidend wird sein, ob NVIDIA die hohe Nachfrage in China und im Rest der Welt nachhaltig in Margen und Cashflows übersetzen kann.

3 NVIDIA CoreWeave-Fakten mit KI-Revolution

Wie verändert der Milliarden-Deal zwischen NVIDIA Corporation und CoreWeave die Machtverhältnisse im KI-Zeitalter? Der Ausbau von KI-Fabriken und der Start der Vera-CPU könnten den Markt für Rechenzentren und Halbleiter grundlegend verschieben.

Hochmodernes KI-Rechenzentrum symbolisiert NVIDIA CoreWeave AI-Factories und massive GPU-Infrastruktur.
Erwähnte Aktien
NVDA NVIDIA
$186,73 -0.50%
Stand: 18:22 MEZ

Was steckt hinter dem NVIDIA CoreWeave-Deal?

NVIDIA Corporation investiert weitere 2 Milliarden US‑Dollar in den Spezialisten für KI-Rechenzentren CoreWeave, indem sie Stammaktien der Klasse A zu 87,20 US‑Dollar je Anteil erwirbt. Das Volumen verdoppelt den bisherigen Anteil nahezu und macht NVIDIA zum zweitgrößten Einzelaktionär. Ziel ist es, den Ausbau von mehr als 5 Gigawatt zusätzlicher KI-Rechenleistung – intern als „AI-Factories“ bezeichnet – bis 2030 zu finanzieren. Dieses Leistungsvolumen entspricht etwa fünf großen Kernkraftwerken und zeigt, in welchen Dimensionen der KI-Infrastruktur-Boom inzwischen spielt.

CoreWeave gilt als Vorreiter im Bereich „Neocloud“, also auf KI optimierten Cloud-Angeboten, die speziell auf GPU-intensive Workloads zugeschnitten sind. Bereits bestehende Abnahmeverpflichtungen von Dienstleistungen im Milliardenbereich werden durch den neuen Schritt vertieft. Kritiker verweisen zwar auf eine mögliche Zirkularität – NVIDIA investiert in Kunden, die im Gegenzug NVIDIA-Chips kaufen –, doch CEO Jensen Huang betont, der NVIDIA CoreWeave-Deal stelle lediglich einen kleinen Teil der insgesamt geplanten CoreWeave-Investitionen dar und sei vor allem ein Vertrauensbeweis in Management und Geschäftsmodell.

Wie treibt NVIDIA CoreWeave die KI-Fabriken voran?

Die erweiterte Zusammenarbeit soll sowohl Hardware- als auch Softwareebene adressieren. CoreWeave verpflichtet sich, „mehrere Generationen“ von NVIDIA-Systemen in seinen Rechenzentren einzusetzen, darunter künftige Plattformen wie Rubin, neue Speichersysteme und BlueField-basierte Lösungen für Datenzugriff und Storage. Zudem wird CoreWeaves KI-native Software in Referenzarchitekturen von NVIDIA integriert, um Kunden den Aufbau eigener KI-Fabriken zu erleichtern.

NVIDIA-CEO Jensen Huang spricht von der „größten Infrastruktur-Offensive in der Geschichte der Menschheit“ und verweist darauf, dass KI-Rechenzentren zunehmend zur Basis einer neuen industriellen Revolution werden. Parallel dazu zeigen andere Initiativen, wie die Earth‑2-Klimamodelle für Wetter- und Klima-Simulationen, wie breit die Anwendungspalette der NVIDIA-Plattform bereits ist. Während der Kurs von NVIDIA zuletzt mit 186,73 US‑Dollar leicht um rund 0,5 % korrigierte, sprangen CoreWeave-Aktien im vorbörslichen Handel zweistellig an – ein Indiz dafür, dass der Markt die Kapitalzufuhr als Entlastung für das hochinvestive Geschäftsmodell wertet.

NVIDIA Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
NVIDIA Corporation (NVDA) – 252-Tage-Chart

Wie greift die Vera-CPU Intel und AMD an?

Strategisch noch spannender als das frische Kapital ist der technologische Hebel der Partnerschaft: CoreWeave wird Erstkunde für die neue Vera-CPU, mit der NVIDIA Corporation erstmals einen Hauptprozessor als eigenständiges Produkt anbietet. Bislang wurden NVIDIA-CPUs fast ausschließlich in integrierten Systemen gemeinsam mit GPUs verkauft. Mit Vera greift das Unternehmen nun direkt die Domänen von Intel und AMD an – ebenso wie Eigenentwicklungen großer Hyperscaler wie Amazons Graviton.

Im Rahmen der NVIDIA CoreWeave-Kooperation erhält der Neocloud-Anbieter frühzeitigen Zugang zu Vera und kann die CPU in großskaligen KI-Workloads testen und optimieren. Huang bezeichnet Vera als „revolutionär“ und positioniert sie als Baustein, um komplexe KI-Stacks effizienter und energieärmer zu betreiben. Der Schritt passt in ein breiteres Bild: Parallel baut NVIDIA seine Lieferkette aus, unter anderem mit neuen HBM4-Speicherchips von Samsung, während Kunden wie Microsoft und andere Hyperscaler an eigenen Beschleunigern arbeiten, um zumindest Teile ihrer Abhängigkeit von NVIDIA-Hardware zu reduzieren.

Wie bewerten Analysten NVIDIA und CoreWeave?

An der Wall Street bleibt NVIDIA Corporation der zentrale Stimmungsindikator für den KI-Boom. Die Aktie hat sich seit Ende 2022 mehr als verzehnfacht, wird aktuell aber „nur“ mit dem 24‑Fachen der erwarteten Gewinne bewertet – leicht über dem KGV des S&P 500. Große Häuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen auf den massiven Investitionszyklus der Hyperscaler und die dominante Marktstellung von NVIDIA im Bereich der KI-GPUs.

Während einige Strategen vor Übertreibungen und einer möglichen „AI-Bubble“ warnen, betonen andere, dass die jetzt aufgesetzte Infrastruktur – von KI-Fabriken wie bei NVIDIA CoreWeave bis hin zu spezialisierten Supercomputern für Branchenriesen wie Eli Lilly – erst den Grundstein für künftige Produktivitätsgewinne lege. Kurzfristig könnte die Aktie durch Gewinnmitnahmen und die anstehende Zahlenvorlage am 25. Februar volatil bleiben, strukturell bleibt NVIDIA für viele Analysten jedoch eines der Kernassets im KI-Ökosystem.

AI ist in der nächsten Phase angekommen und treibt den größten Infrastrukturaufbau in der Geschichte der Menschheit.
— Jensen Huang, CEO NVIDIA
Fazit

Jensen Huang verweist zudem auf die makroökonomische Dimension: KI-Fabriken benötigen enorme Mengen günstiger Energie und treiben damit Investitionen in Netzausbau und Erzeugung an. Zugleich erwartet er erhebliche Beschäftigungseffekte – auch im Blue-Collar-Segment –, da neue Rechenzentren gebaut, betrieben und gewartet werden müssen.