Wie schafft es die Northrop Grumman Corporation, Umsatz, Gewinn und Auftragsbestand im jüngsten Quartal gleichzeitig auf Kurs zu halten – und warum reagiert die Börse trotzdem nur verhalten auf den Ausblick? Ein Blick in die Zahlen liefert spannende Antworten.

Wie stark war das Northrop Grumman Quartal wirklich?
Northrop Grumman Corporation steigerte den Umsatz im Schlussquartal 2025 auf rund 11,71 Milliarden US-Dollar, ein Plus von etwa 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 6,39 auf 7,23 Dollar und lag damit über den Schätzungen vieler Analysten. Die Aktie legte im US-Handel zuletzt um rund 2,7 Prozent auf 678,49 Dollar zu und markierte damit nahe einem 12-Monats-Hoch ein deutlich festeres Niveau als noch zu Jahresbeginn.
Im Gesamtjahr 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 42 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von etwa zwei bis drei Prozent entspricht. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von rund 4,18 Milliarden Dollar, nur knapp über dem Vorjahr, was vor allem an hohen Anlauf- und Projektkosten in Schlüsselprogrammen lag. Bereinigt schaffte Northrop Grumman jedoch einen leichten EPS-Anstieg auf 26,34 Dollar je Aktie und übertraf damit das eigene, im Jahresverlauf angehobene Ziel.
Getrieben wurde das Northrop Grumman Quartal von einer breiten Nachfrage nach Wehrtechnik in Luft-, See- und Raumfahrt sowie Elektronik. Der Auftragseingang summierte sich 2025 auf über 46 Milliarden Dollar, die Book-to-Bill-Ratio lag bei rund 1,17 und untermauert das Wachstumstempo der kommenden Jahre.
Welche Sparten trieben Northrop Grumman im Quartal?
Besonders stark präsentierte sich der Bereich Aeronautics Systems, in dem der Konzern unter anderem den neuen Tarnkappenbomber B‑21 Raider und Rümpfe für Lockheed Martins F‑35 fertigt. Hier legten die Umsätze im vierten Quartal um 18 Prozent auf etwa 3,9 Milliarden Dollar zu. Die hohe Nachfrage nach Kampfflugzeugen und Langstreckenplattformen profitierte von der verschärften geopolitischen Lage im Nahen Osten sowie dem andauernden Russland-Ukraine-Krieg.
Auch das Segment Mission Systems, das Kommunikations- und elektronische Kriegssysteme vor allem für US-Verteidigungs- und Geheimdienste liefert, wuchs zweistellig. Der Umsatz stieg im Quartal um 10 Prozent, gestützt durch einen Hochlauf streng geheimer Luftüberwachungsprogramme und starke Nachfrage nach F‑35-Komponenten. Die Bereiche Defense Systems und Space meldeten Zuwächse von sieben beziehungsweise fünf Prozent, wobei Raumfahrt im Gesamtjahr schwächer als ursprünglich geplant abschnitt und die frühere Umsatzprognose nach unten gedrückt hatte.
Belastend wirkten im Northrop Grumman Quartal die hohen Anlaufkosten des B‑21-Programms sowie Investitionen in Raketen- und Satellitenkapazitäten. Zudem erschweren Sanktionen Chinas als Reaktion auf geplante US-Waffenlieferungen an Taiwan das internationale Geschäft, auch wenn die weltweiten Rüstungsbudgets insgesamt klar nach oben zeigen.

Warum spaltet der Ausblick zum Northrop Grumman Quartal?
Für 2026 stellt Northrop Grumman einen Umsatz von 43,5 bis 44 Milliarden Dollar in Aussicht. Das entspricht einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, liegt aber knapp unter den bisherigen Markterwartungen von rund 44,1 bis 44,24 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Management 27,40 bis 27,90 Dollar an – weniger als die im Vorfeld von Analysten erwarteten knapp 29 Dollar.
Analystenhäuser wie Zacks Investment Research betonen trotz dieser Enttäuschung beim Ausblick die starke operative Entwicklung, den Rekord-Auftragsbestand von rund 95,7 bis 96 Milliarden Dollar und die anhaltende Nachfrage nach Raketen, Radaren und Luftverteidigungssystemen. Marktportale wie MarketBeat berichten von einem durchschnittlichen Analysten-Rating im Bereich „Moderate Buy“ mit einem mittleren Kursziel um 650 bis 660 Dollar. Einzelne Investmentbanken wie UBS haben ihre Kursziele zuletzt auf bis zu 777 Dollar angehoben, während Institute wie Truist Securities die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurückstufen und damit die Bewertungsrisiken nach der starken Rallye unterstreichen.
Finanziell plant Northrop Grumman 2026 mit einem freien Cashflow von 3,1 bis 3,5 Milliarden Dollar, steigenden Investitionen von rund 1,65 Milliarden Dollar in Kapazitätsausbau und Technologie sowie einer vorübergehenden Pause bei Aktienrückkäufen. Die Dividende von derzeit 2,31 Dollar je Quartal soll beibehalten und im Jahresverlauf erneut überprüft werden.
Unser Rekordauftragsbestand stützt unsere Prognose für 2026 mit Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich, und wir sind zuversichtlich, weiterhin starke Leistungen zu erbringen.— Kathy Warden, CEO Northrop Grumman
Im Fazit zeigt das jüngste Northrop Grumman Quartal, dass der Konzern operativ von der weltweiten Aufrüstungsoffensive profitiert, während konservative Ziele für 2026 kurzfristig auf die Stimmung drücken. Für Anleger bleibt die Aktie ein wachstumsstarker, aber inzwischen ambitioniert bewerteter Rüstungswert mit solider Dividende und sichtbarer Visibilität durch den Rekord-Auftragsbestand. Die kommenden Quartale werden entscheiden, ob Programme wie B‑21, Sentinel und neue Satellitenaufträge den vorsichtigen Ausblick übertreffen und weiteres Kurspotenzial freisetzen können.