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Warner Bros. Discovery Übernahme: Bieter-Schock zwischen Netflix und Paramount

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Netflix

Droht die Warner Bros. Discovery Übernahme zum Showdown zwischen Netflix und Paramount zu werden – oder setzt sich der bestehende Deal durch?

Warner Bros. Discovery Übernahme: Wie steht der Deal heute?

Im Zentrum der Warner Bros. Discovery Übernahme steht aktuell ein bereits unterzeichneter Vertrag mit Netflix (NFLX). Der Streaming-Marktführer will das Studio- und HBO-Max-Streaminggeschäft von Warner Bros. Discovery (WBD) für knapp 83 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die TV-Sender wie CNN sollen in ein eigenständiges Unternehmen abgespalten werden. Die Vereinbarung gilt als bindend und sieht eine hohe Kündigungsgebühr vor, falls Warner den Deal abbricht.

Parallel dazu versucht Paramount Skydance, die Warner Bros. Discovery Übernahme in eine komplett andere Richtung zu lenken. Der Rivale bietet laut aktuellen Berichten rund 108,4 Milliarden US-Dollar für den gesamten Konzern inklusive der TV-Sender. Damit liegt das nominelle Gesamtvolumen klar über dem Netflix-Paket, das sich nur auf Studio- und Streaming-Sparten konzentriert.

An der Börse zeigt sich die Unsicherheit: Die WBD-Aktie notiert bei rund 27,99 US-Dollar76,87 US-Dollar rund 1,3 % im Plus liegt. Beide Titel handeln spürbar unter ihren 52-Wochen-Hochs, was signalisiert, dass der Markt regulatorische Risiken und Integrationsfragen bereits einpreist.

Netflix oder Paramount – wer bietet strategisch mehr?

Paramounts jüngste Offerte bringt neue Dynamik in die Warner Bros. Discovery Übernahme. Der Konzern hat seine Bedingungen so überarbeitet, dass er eine Kündigungsgebühr von rund 2,8 Milliarden US-Dollar übernehmen würde, die Warner Bros. Discovery an Netflix zahlen müsste, falls der bestehende Deal gekippt wird. Teilweise ist von 2,7 Milliarden Dollar die Rede; in jedem Fall würde Paramount diese Strafzahlung vollständig schultern.

Zusätzlich sieht das neue Paramount-Paket laut Berichten finanzielle Zusatzzahlungen für Verzögerungen nach 2026 vor und Unterstützung bei der Schuldenrefinanzierung von WBD. Damit adressiert Paramount gleich mehrere Sorgen der Warner-Führung: die hohe Verschuldung, die Dauer des Genehmigungsprozesses und die Gefahr, dass Investoren bei einem langen Hängepartie-Szenario abspringen.

Netflix setzt hingegen auf die strategische Logik einer vertieften Streaming-Konsolidierung. Mit den Warner-Studios und HBO Max würde der Konzern seine Inhalte-Basis massiv ausbauen. Analystenhäuser wie Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen zu Netflix auf die langfristigen Skalenvorteile im Content- und Werbegeschäft, weisen aber zugleich auf erhebliche regulatorische Hürden bei einer so großen Transaktion hin. Diese Hürden gelten als einer der größten Unsicherheitsfaktoren für das Netflix-Angebot.

Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines eskalierenden Bieterkampfs zwischen Netflix und Paramount Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warner Bros. Discovery und die Rolle der Großaktionäre

Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery prüft derzeit intensiv, ob das nachgebesserte Paramount-Angebot zu einem überlegenen Deal führen könnte – oder zumindest Netflix zu einer Angebotserhöhung zwingt. Einige Board-Mitglieder sollen weiterhin Bedenken gegen Paramount haben, sehen in der aggressiven Offerte jedoch ein wirksames Druckmittel im Bieterkampf.

Parallel dazu mischen sich einflussreiche Investoren ein: Der aktivistische Hedgefonds Sachem Head Capital Management hat seinen Anteil an WBD im vierten Quartal erhöht, nachdem der Netflix-Deal angekündigt wurde. Zudem spricht Paramount mit Investoren wie Pentwater Capital über mögliche Kandidaten für den Verwaltungsrat, um den Netflix-Deal zu torpedieren. Damit verlagert sich die Warner Bros. Discovery Übernahme teilweise auf das Feld der Corporate Governance – mit potenziellen Proxy Fights auf der nächsten Hauptversammlung.

Für Anleger erhöht das den Druck auf den WBD-Kurs, da Unsicherheit über den finalen Käufer, die Struktur des Deals und den Zeitpunkt des Closings zunimmt. Netflix wiederum leidet bereits unter einem deutlich gefallenen Aktienkurs seit Bekanntgabe der Transaktion, auch wenn Häuser wie Citigroup und RBC Capital weiterhin Chancen auf signifikante Kursgewinne sehen, sollte eine bereinigte, regulatorisch tragfähige Struktur gefunden werden.

Fazit

Die Warner Bros. Discovery Übernahme bleibt ein Hochrisiko-Hochpotenzial-Szenario. Für WBD-Aktionäre könnte ein Bieterwettstreit kurzfristig Mehrwert schaffen, während für Netflix- und Paramount-Investoren Integrationsrisiken und Regulierung im Mittelpunkt stehen. Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob Paramount mit seinem Angebot die Führung übernimmt oder Netflix mit einem verbesserten, genehmigungsfähigen Paket kontert – für aktive Anleger bieten die Volatilität und die klar definierten News-Trigger attraktive, aber spekulative Trading-Chancen.

Weiterführende Quellen