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Siemens Energy Quartal mit Rekordaufträgen und Gewinnsprung: Warum die Aktie nach Zahlen über 7% zulegt

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11.02.26 15:55 Uhr

Siemens Energy AG

Das aktuelle Siemens Energy Quartal sorgt für ein Ausrufezeichen am Markt: Starke Umsatz- und Gewinnzuwächse, ein Rekord-Auftragseingang und ein deutlich verbesserter Cashflow lassen die Aktie zweistellig im laufenden Jahr zulegen. Vor allem das boomende Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik profitiert vom globalen Stromhunger durch KI-Rechenzentren, während das Sorgenkind Windkraft erste Fortschritte zeigt. Anleger fragen sich nun, ob der jüngste Kurssprung erst der Anfang einer längeren Neubewertung sein könnte.

Siemens Energy Quartal: Wie stark war der Jahresauftakt?

Im ersten Geschäftsquartal 2025/26 steigerte die Siemens Energy AG ihren Umsatz auf vergleichbarer Basis um rund 12,8 Prozent auf knapp 9,7 Milliarden Euro. Das Siemens Energy Quartal profitierte dabei vor allem vom anhaltenden Boom im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik. Noch beeindruckender ist die Entwicklung beim Ergebnis: Das bereinigte operative Ergebnis sprang von 481 Millionen auf 1,16 Milliarden Euro, die Marge kletterte von gut 5 auf starke 12 Prozent – und liegt damit bereits über dem Jahresziel von 9 bis 11 Prozent.

Unter dem Strich verdreifachte sich der Nettogewinn auf 746 Millionen Euro. Analysten hatten sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim freien Cashflow deutlich weniger erwartet. Auf Basis der heute gehandelten Kurse legte die Aktie auf 161,45 Euro zu, ein Plus von rund 7,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit setzt Siemens Energy ihre Rally im DAX fort und notiert klar über dem bisherigen Jahreshoch.

Siemens Energy: Was treibt Aufträge und Margen?

Der Auftragseingang legte im Siemens Energy Quartal um rund ein Drittel auf 17,6 Milliarden Euro zu und markierte damit einen neuen Rekord. Der Auftragsbestand wuchs auf 146 Milliarden Euro – genug, um mehrere Jahre künftigen Umsatz zu untermauern. Haupttreiber ist das Segment Gas Services: Dort schossen die Bestellungen um mehr als 80 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro nach oben. Allein im Quartal sicherte sich Siemens Energy Aufträge für rund 100 bis 102 große Gasturbinen, ein Volumen, das früher für ein ganzes Branchenjahr typisch war.

Rückenwind kommt vom massiv steigenden globalen Strombedarf. Ein wesentlicher Teil entfällt auf Rechenzentren für KI-Anwendungen und Cloud-Computing. Unternehmensangaben zufolge sind inzwischen etwa ein Viertel der Gasturbinen-Aufträge direkt mit Data-Centern verbunden. Parallel dazu wächst die Netztechnik: Die Sparte Grid Technologies verbuchte beim Auftragseingang ein Plus von gut 20 Prozent, da Hochspannungsleitungen und Umspannwerke für die Integration erneuerbarer Energien und die Versorgung der Rechenzentren dringend benötigt werden.

Siemens Energy AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Siemens Energy AG: Wie läuft das Problemfeld Windkraft?

Das Sorgenkind des Konzerns, die Windtochter Siemens Gamesa, bleibt zwar belastend, zeigt im aktuellen Siemens Energy Quartal jedoch sichtbare Fortschritte. Der operative Verlust wurde nahezu halbiert und liegt deutlich unter dem Vorjahr. Während der Auftragseingang nach einem Großauftrag im Vorjahreszeitraum rückläufig war, legte der Umsatz der Sparte leicht auf rund 2,3 Milliarden Euro zu. Entscheidend ist aus Sicht des Managements die Ergebniswende: Siemens Energy strebt an, im laufenden Geschäftsjahr mit dem Windgeschäft die Gewinnschwelle zu erreichen.

Im Branchenvergleich zeigen sich ähnliche Trends: Auch Wettbewerber wie GE Vernova und der dänische Turbinenhersteller Vestas berichten über eine Erholung der Margen im Windgeschäft, wenn auch von niedrigem Niveau. Für Siemens Energy bedeutet dies, dass die Kapitalmärkte den Windbereich zunehmend weniger als existenzielles Risiko betrachten – vor allem, weil Gas und Netztechnik derzeit hohe zweistellige Renditen liefern und die Verluste im Windsegment immer stärker kompensieren.

Siemens Energy: Was sagen Analysten zum Quartal?

Die Reaktion der Analysten auf das Siemens Energy Quartal fällt ausgesprochen positiv aus. Jefferies-Analyst Lucas Ferhani spricht von einem „starken Jahresauftakt“, getragen von der Nachfrage im Gasturbinengeschäft, das aus eigener Kraft mehr als 80 Prozent Auftragswachstum erzielte. Zudem hebt er hervor, dass bereinigter Gewinn und freier Mittelzufluss weit über den Prognosen lagen. RBC-Analyst Colin Moody betont die „durch die Bank“ besser als erwarteten Resultate und sieht insbesondere die Auftragsdynamik und den Cashflow als Highlights.

Deutsche Bank Research verweist darauf, dass die bereits hohen Erwartungen an Siemens Energy mit den Zahlen noch übertroffen wurden. Für Anleger wichtig: Der bestätigte Ausblick bietet laut mehreren Häusern Spielraum für mögliche Anhebungen bei Margen und Cashflow im Jahresverlauf. Der Konzern plant zudem Investitionen von rund einer Milliarde US-Dollar in den Ausbau seiner US-Standorte für Netz- und Gasturbinenkomponenten, eingebettet in ein globales Investitionsprogramm von etwa sechs Milliarden Euro.

Der Start in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen. Besonders die anhaltend hohe Nachfrage im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik leistet einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung.
— Christian Bruch, CEO Siemens Energy AG

Fazit

Im Fazit lässt sich festhalten: Das Siemens Energy Quartal unterstreicht die neue Rolle des Konzerns als Profiteur des weltweiten Stromhunger- und KI-Booms. Für Anleger bleiben vor allem die hohe Visibilität durch den Rekord-Auftragsbestand und die über Plan liegende Marge entscheidende Pluspunkte. Gelingt es, die Windkraft-Sparte wie avisiert in die Gewinnzone zu führen, könnte Siemens Energy seine Erfolgsstory bei Umsatz, Ergebnis und Aktienkurs im weiteren Jahresverlauf fortschreiben.

Weiterführende Quellen