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The Trade Desk Quartal: -15% Einbruch nach schwacher Prognose
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The Trade Desk Quartal: -15% Einbruch nach schwacher Prognose

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The Trade Desk, Inc.

Bricht die Wachstumsgeschichte von The Trade Desk nach der schwachen Prognose und dem Kurssturz nun dauerhaft ein?

Wie fielen Umsatz und Gewinn bei The Trade Desk aus?

The Trade Desk, Inc. meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatz von rund 847 Mio. US‑Dollar, was einem Wachstum von 14 % im Jahresvergleich entspricht. Damit konnte das Unternehmen die Markterwartungen nur leicht übertreffen, der Umsatz lag etwa 6 Mio. US‑Dollar über den Konsensschätzungen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wurden 0,59 US‑Dollar ausgewiesen, exakt auf Höhe der durchschnittlichen Analystenprognose und unverändert gegenüber dem Vorjahresquartal.

Auf Jahressicht erzielte The Trade Desk 2025 rund 2,9 Mrd. US‑Dollar Umsatz und konnte nach eigenen Angaben weiterhin deutliche Profitabilität und Cashflows generieren. Dennoch zeigt der Blick auf den Verlauf der einzelnen Quartale, dass das Wachstum klar an Schwung verloren hat: Nach 25 % Umsatzplus im ersten Quartal 2025 verlangsamte sich das Wachstum auf 19 % in Q2, 18 % in Q3 und nun 14 % im vierten Quartal. Dieser Trend ist der Kern der aktuellen Wachstums-Skepsis rund um das The Trade Desk Quartal.

Warum verunsichert die Guidance von The Trade Desk?

Für das laufende erste Quartal 2026 stellt The Trade Desk einen Umsatz von mindestens 678 Mio. US‑Dollar in Aussicht. Das entspricht nur etwa 10 % Wachstum im Jahresvergleich und liegt klar unter den bisherigen Markterwartungen von rund 699 Mio. US‑Dollar. Für ein Unternehmen, das lange als struktureller Gewinner des digitalen Werbemarktes galt, wirkt dieser Ausblick enttäuschend.

Noch problematischer ist die Prognose für das bereinigte EBITDA. The Trade Desk rechnet im ersten Quartal 2026 mit einem Wert von etwa 195 Mio. US‑Dollar und damit unter den 208 Mio. US‑Dollar des Vorjahres. Einige Marktbeobachter hatten zuvor mit einem sehr deutlichen Plus gerechnet. Die Kombination aus langsamerem Umsatzwachstum und rückläufiger Profitabilität signalisiert, dass steigende Kosten und Wettbewerbsspannungen stärker auf die Marge drücken als bislang erhofft.

CEO Jeff Green verweist zwar auf ein schwieriges makroökonomisches Umfeld und Zurückhaltung insbesondere bei Kunden aus der Auto- und Konsumgüterbranche. Zugleich zeigt der Vergleich mit Schwergewichten wie Meta, deren Werbeumsätze momentan deutlich schneller wachsen, dass The Trade Desk in dieser Phase nicht mehr als klarer Outperformer wahrgenommen wird.

The Trade Desk, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielen Bewertung, CFO-Wechsel und Konkurrenz?

Nach dem nachbörslichen Einbruch auf rund 21 US‑Dollar je Aktie liegt das KGV von The Trade Desk auf Basis des 2025er GAAP-Gewinns von 0,90 US‑Dollar bei etwa 23. Für ein Qualitätsunternehmen ist das kein extremes Bewertungsniveau, es wirkt aber ambitioniert, wenn das Wachstum im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich verharren sollte. Genau hier setzt derzeit die Kritik der eher vorsichtigen Analysten an.

Zusätzliche Unsicherheit bringt ein erneuter Wechsel auf der Finanzseite: The Trade Desk arbeitet aktuell mit einem Interim-CFO, während nach einem dauerhaften Nachfolger gesucht wird. Ein Interimsmanager ist zwar kein unmittelbares Alarmzeichen, schwächt aber in einer Phase schwächerer Kennzahlen das Vertrauen mancher institutioneller Investoren.

Auch der Wettbewerb verschärft sich. Große Plattformen wie Meta oder andere geschlossene Werbe-Ökosysteme bündeln ihre Angebote und ziehen Ad-Budgets in eigene Kanäle. Analystenhäuser wie Wedbush verweisen auf diese Entwicklung und sehen darin einen Grund, bei The Trade Desk zunächst vorsichtig zu bleiben. Gleichzeitig gibt es positive Stimmen, etwa von Zacks Investment Research, die weiterhin auf die technologische Stärke – etwa im CTV-Bereich und mit der Ventura-Plattform – und die langfristige Marktposition setzen.

Fazit

Für Anleger bleibt der Blick auf das nächste The Trade Desk Quartal entscheidend: Gelingt es, das Wachstum wieder zu beschleunigen und gleichzeitig die Profitabilität zu stabilisieren, könnte das aktuelle Bewertungsniveau im Rückblick attraktiv erscheinen. Bleibt das Wachstum jedoch in der aktuellen Spanne, dürften viele Investoren eine noch günstigere Einstiegsgelegenheit abwarten.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.