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thyssenkrupp Quartal mit hohem Verlust: Wie gefährlich werden Stahl-Sanierung und Auftragsflaute für die Aktie?

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Schlusskurs 12,07€ -1,71% 12.02.26 12:09 Uhr
ThyssenKrupp AG

Die thyssenkrupp AG hat ein verlustreiches Quartal vorgelegt – und dennoch die Erwartungen beim operativen Ergebnis übertroffen. Hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft reißen ein tiefes Loch in die Bilanz, während das bereinigte EBIT zulegt. Anleger fragen sich nun, wie belastbar der Aufwärtstrend der Aktie ist und ob der Konzernumbau tatsächlich auf Kurs liegt.

thyssenkrupp Quartal: Wie groß ist das Loch in der Bilanz?

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 meldet die thyssenkrupp AG einen Nettoverlust von 353 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Minus noch bei 51 Millionen Euro gelegen. Analysten hatten im Konsens mit einem Nettogewinn von rund 32 Millionen Euro gerechnet – die tatsächlichen Zahlen verfehlten diese Erwartung damit deutlich. Wichtigster Belastungsfaktor sind Restrukturierungskosten im Stahlsegment Steel Europe in Höhe von 401 Millionen Euro, die direkt auf das Konzernergebnis durchschlagen. Hinzu kommen Wertberichtigungen von 30 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Kerngeschäfts von Automation Engineering.

Beim Umsatz verzeichnete das thyssenkrupp Quartal einen Rückgang um acht Prozent auf knapp 7,2 Milliarden Euro. Grund sind eine schwächere Nachfrage und niedrigere Preise in wichtigen Endmärkten. Der Auftragseingang sackte sogar um 38 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro ab. Hier wirkt vor allem der starke Basiseffekt aus dem Vorjahr, in dem Großaufträge beim Marineschiffbauer TKMS die Zahlen deutlich nach oben getrieben hatten.

thyssenkrupp AG: Operativ besser als gedacht?

Trotz der hohen Sondereffekte zeigt sich das operative Geschäft robuster als die Schlagzeile zum Verlust im thyssenkrupp Quartal vermuten lässt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro und lag damit über den Markterwartungen von rund 198 Millionen Euro. CEO Miguel López wertet dies als klares Signal, dass Effizienzprogramme und Kostensenkungen greifen.

Besonders die Stahlsparte lieferte einen starken operativen Beitrag: Steel Europe steigerte das bereinigte EBIT von 168 auf 216 Millionen Euro, obwohl Absatzmengen rückläufig waren. Positive Effekte kamen von gesunkenen Rohstoffkosten und den eingeleiteten Effizienzmaßnahmen. Dennoch wird der Umbau der Sparte weiter massiv auf die GuV drücken, da Rückstellungen für Abfindungen und Strukturmaßnahmen anfallen. Bis 2030 sollen im Stahlbereich bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen abgebaut oder ausgelagert werden.

thyssenkrupp AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

thyssenkrupp AG: Wie reagiert die Aktie?

An der Börse sorgten die Zahlen des neuen thyssenkrupp Quartal zunächst für Gewinnmitnahmen. Die Aktie von ThyssenKrupp (TKA.DE) notiert am Donnerstagmittag rund 1,7 Prozent im Minus bei 12,06 Euro, nachdem sie im frühen Handel zeitweise deutlicher abgerutscht war. Damit korrigiert der Kurs einen Teil der kräftigen Rally der vergangenen Monate: Seit Anfang 2025 hatte sich die Aktie mehr als verdoppelt und den MDAX deutlich outperformt.

Charttechnisch bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Der Kurs liegt weiterhin klar über der 200-Tage-Linie, die bei knapp 10 Euro verläuft. Kurzfristig setzen aber die Nachrichten zu den hohen Sanierungskosten, dem schwachen Auftragseingang und dem negativen freien Barmittelzufluss Akzente auf der Risiko-Seite. Das spiegelt sich auch im vorsichtigen Ton der Analysten wider.

thyssenkrupp AG: Was sagen die Analysten?

Das besser als erwartete bereinigte EBIT im aktuellen thyssenkrupp Quartal hat zwar Bestätigung gebracht, aber keinen Stimmungsumschwung. Die Investmentbank Jefferies bleibt bei ihrer Einstufung “Hold” für die Aktie und sieht das Kursziel unverändert bei 12,50 Euro. Begründung: Trotz operativer Fortschritte überwiegen aus Sicht der Analysten weiterhin strukturelle Herausforderungen und Unsicherheiten rund um den weiteren Konzernumbau.

Im Fokus steht vor allem die Zukunft des Stahlgeschäfts. Thyssenkrupp verhandelt mit dem indischen Konzern Jindal Steel über einen möglichen Verkauf von Steel Europe. Die laufende Due-Diligence-Prüfung wird als entscheidender Schritt für die strategische Neuausrichtung betrachtet. Parallel arbeitet das Management weiter daran, den Konzern in eine Finanzholding mit eigenständigen, teils börsennotierten Töchtern wie TKMS und thyssenkrupp nucera umzubauen.

Die Jahresprognose bleibt trotz des kräftigen Fehlbetrags im ersten Quartal bestehen. Thyssenkrupp erwartet für 2025/26 ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro, unter dem Strich aber weiterhin einen Jahresverlust von 400 bis 800 Millionen Euro, maßgeblich getrieben durch den Stahlumbau und den geplanten Ausstieg bei HKM, der ebenfalls einen Verlust im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich verursachen dürfte.

Trotz marktbedingter Umsatzrückgänge haben wir das bereinigte Ebit gesteigert – ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur.
— Miguel López, CEO thyssenkrupp AG

Fazit

Das aktuelle thyssenkrupp Quartal macht deutlich, wie teuer der radikale Umbau des Stahlgeschäfts ist, aber auch, dass die operative Basis des Konzerns stabiler wird. Für Anleger bleibt die Aktie ein Balanceakt zwischen kurzfristigem Bilanzdruck und mittelfristigem Turnaround-Potenzial. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung werden die nächsten Schritte beim Stahlverkauf an Jindal und die Bestätigung des operativen Trends in den kommenden Quartalen sein.

Weiterführende Quellen