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TSMC KI-Rally im Nvidia-Sog: Boomchance oder Überhitzungs-Warnung?
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TSMC KI-Rally im Nvidia-Sog: Boomchance oder Überhitzungs-Warnung?

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Taiwan Semiconductor Manufacturing

Steht die TSMC KI-Rally vor einem langen Superzyklus – oder kippt der Nvidia-Boom schneller als Anleger hoffen?

TSMC KI-Rally: Wie stark ist der Nvidia-Effekt?

Die jüngste Prognoseanhebung von Nvidia hat den gesamten Halbleitersektor erneut befeuert. Vor allem Aktien, die unmittelbar vom Ausbau der KI‑Rechenzentren profitieren, legten zu – darunter TSMC, Dell Technologies und Micron. Nvidia stellte für das laufende Quartal Erlöse von rund 78 Milliarden US‑Dollar in Aussicht, deutlich über den bisherigen Konsensschätzungen. An der Wall Street sorgt das für die Hoffnung, dass der massive KI‑Capex der Hyperscaler länger anhält als bislang unterstellt. Davon profitiert TSMC direkt, da ein großer Teil der modernsten KI‑Beschleuniger von Nvidia und anderen Kunden in den taiwanischen High‑End‑Fabs gefertigt wird. Entsprechend gilt die TSMC KI-Rally vielen Investoren als Stellvertreter für den gesamten KI‑Ausbau in Asien.

Gleichzeitig bleibt die Reaktion auf Nvidia‑Zahlen an der Börse auffallend nervös. Analysten verweisen darauf, dass die Erwartungen inzwischen extrem hoch sind und jeder kleinste Dämpfer bei Auftrags- oder Capex‑Guidance unmittelbar auf die Bewertung von Zulieferern wie TSMC durchschlagen könnte. Der Kurs von TSMC liegt zwar klar im Aufwärtstrend, bewegt sich aber nach den jüngsten Rekorden der Taiwan‑Börse in einem technisch überkauften Bereich.

TSMC im Zentrum des asiatischen KI-Ökosystems

In Asien gilt TSMC als Herzstück des globalen KI‑Ökosystems. Marktbeobachter verweisen darauf, dass praktisch alle großen Anbieter von KI‑Chips – Nvidia, AMD, aber auch spezialisierte Start‑ups – auf die Fertigungskapazitäten des Konzerns angewiesen sind. Ein Teil der jüngsten Kursgewinne geht auf die Erwartung zurück, dass neue Chip-Generationen wie Nvidias Rubin‑Plattform den Bedarf an modernsten 3‑nm‑ und künftig 2‑nm‑Strukturen weiter in die Höhe treiben werden. Für TSMC bedeutet das langfristig hohe Auslastung, aber kurzfristig einen enormen Investitionsdruck.

Genau hier setzen zunehmend auch warnende Stimmen an. Fondsmanager, die sich auf das globale KI‑Thema spezialisiert haben, betonen, dass die Kapitalintensität des Sektors historische Höchststände erreicht. Der Capex der großen Cloud‑Konzerne liegt gemessen am Umsatz deutlich über früheren Zyklen. Sollte es zu einer Abkühlung der Investitionsbereitschaft kommen, wäre TSMC als zentraler Auftragsfertiger besonders sensibel. Die TSMC KI-Rally preist nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer daher bereits einen sehr langen, nahezu störungsfreien KI‑Superzyklus ein.

Wie schätzen Analysten TSMC aktuell ein?

Investmentbanken verweisen übereinstimmend auf die starke strategische Position von TSMC, mahnen aber zur Vorsicht bei kurzfristigen Rücksetzern. Die Citigroup hebt vor allem hervor, dass TSMC der strukturelle Gewinner des Übergangs zu KI‑zentrierten Rechenzentren bleibt, da sowohl GPUs als auch spezialisierte TPUs und Netzwerk‑Chips auf hochmoderne Fertigung angewiesen sind. Das Chance‑Risiko‑Verhältnis sei weiterhin attraktiv, wenngleich nach dem starken Lauf der Aktie eine Konsolidierung nicht überraschen würde.

RBC Capital Markets verweist in seinen Einschätzungen auf das bessere Risiko‑Profil im Vergleich zu reinen KI‑Plays wie Nvidia. Während Entwickler‑Aktien sehr stark von einzelnen Produkteinführungen und Margen im Chipdesign abhängen, partizipiert TSMC breiter an der gesamten Nachfrage nach Spitzentechnologie – von KI‑Beschleunigern über High‑Bandwith‑Memory bis zu Co‑Package‑Optics‑Lösungen. Auch Morgan Stanley sieht TSMC als Kernbaustein in Portfolios, die auf eine Fortsetzung der TSMC KI-Rally sowie auf den Ausbau der asiatischen Halbleiter‑Wertschöpfungsketten setzen.

Überhitzung oder Einstiegschance bei TSMC?

Für kurzfristige Trader ist die Ausgangslage ambivalent. Auf der einen Seite stützen starke Zahlen aus dem KI‑Sektor und positive Signale zu kommenden Nvidia‑Generationen die Fantasie für weitere Auftragszuwächse bei TSMC. Auf der anderen Seite deuten Indikatoren wie der Relative‑Stärke‑Index des taiwanischen Leitindex darauf hin, dass der Markt überkauft ist und bereits viel Optimismus eingepreist wurde. Rückschläge bei Nvidia oder ein unerwartet vorsichtiger Capex‑Ausblick der großen Hyperscaler könnten rasch Gewinnmitnahmen in der TSMC KI-Rally auslösen.

Für langfristig orientierte Anleger bleibt der strategische Investment‑Case dennoch intakt. TSMC ist der zentrale Fertigungspartner für praktisch alle führenden KI‑Chipdesigns, profitiert von der Verlagerung westlicher Chipproduktion nach Asien und baut seine technologische Führungsposition mit jeder neuen Strukturbreite aus. Kursschwankungen im Zuge von KI‑Euphorie und Überhitzungssignalen dürften daher eher Einstiegs- als Ausstiegschancen markieren – vorausgesetzt, der globale KI‑Investitionszyklus bricht nicht abrupt ab.

TSMC ist der zentrale Gewinner des globalen KI-Investitionszyklus – aber eben auch einer der sensibelsten Titel, falls der Capex-Pfad der Hyperscaler ins Stocken gerät.
— Ein asiatischer Technologie-Stratege

Fazit

Die TSMC KI-Rally spiegelt die zentrale Rolle des Konzerns im globalen KI‑Ausbau wider, bringt aber zugleich wachsende Bewertungs- und Zyklusrisiken mit sich. Während Citigroup, RBC Capital Markets und Morgan Stanley TSMC weiterhin als Kernprofiteur der KI‑Welle sehen, sollten Anleger kurzfristige Rücksetzer in dem volatilen Umfeld einplanen. Wer an einen anhaltenden Ausbau von Rechenzentren glaubt, kann Kursdellen in der TSMC KI-Rally als Gelegenheit nutzen, um Positionen in dem asiatischen Chip-Champion schrittweise aufzubauen.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.