TUI Quartal: Wie stark ist der Winterstart?
Im ersten Geschäftsquartal 2025/26 erwirtschaftete TUI einen Umsatz von rund 4,9 Milliarden Euro und bewegte sich damit auf Vorjahresniveau. Wechselkursbereinigt entspricht das einem leichten Plus von 1,3 Prozent. Deutlich dynamischer fällt die Ergebnisentwicklung aus: Das bereinigte EBIT stieg um 26 Millionen Euro auf 77 Millionen Euro und markiert damit das beste Winterquartal der Konzerngeschichte. Normalerweise schreibt der Reisekonzern in diesem Zeitraum operativ rote Zahlen.
Unter dem Strich steht für die Aktionäre zwar weiterhin ein Verlust von knapp 44 Millionen Euro, aber auch hier zeigen die Zahlen Fortschritte: Das Minus hat sich im Vergleich zum Vorjahr in etwa halbiert. Insgesamt reisten im TUI Quartal 7,1 Millionen Gäste mit dem Konzern, was einem Plus von zwei Prozent entspricht. Wachstumstreiber waren vor allem dynamisch paketierte Produkte und ein breiteres Angebot an Urlaubserlebnissen.
TUI: Was treibt Hotels, Kreuzfahrten und Airlines?
Besonders stark präsentierten sich die Segmente Hotels & Resorts sowie Kreuzfahrten. Operativ übertrafen die Hotels das bereits sehr hohe Vorjahresniveau, auch wenn Sondereffekte das bereinigte EBIT drückten. Ein Hurrikan auf Jamaika belastete das Ergebnis mit rund 10 Millionen Euro, hinzu kam der Wegfall eines positiven Bewertungseffekts von 15 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Trotz dieser Gegenläufer hält TUI an steigenden Preisen für Hotels und Resorts fest; im laufenden Jahr sollen die Raten um etwa drei Prozent zulegen.
Das Kreuzfahrtgeschäft profitierte von hoher Nachfrage, besseren Auslastungen und einer erweiterten Flotte. Das bereinigte EBIT der Sparte legte um mehr als 70 Prozent zu und erreichte einen Rekordwert. Im Bereich Märkte + Airline verbesserte sich das bereinigte EBIT zwar um knapp acht Prozent, blieb aber noch im Minus. Hier wirkt ein weiterhin wettbewerbsintensives Umfeld, zusätzlich belastet durch Hurrikan-Folgen in Höhe von rund 6 Millionen Euro.
TUI: Buchungen, Prognose und TUI Quartal im Marktumfeld
Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September bestätigt TUI seine Prognose. Währungsbereinigt soll der Umsatz um zwei bis vier Prozent zulegen, das bereinigte operative Ergebnis um sieben bis zehn Prozent wachsen. Der gebuchte Umsatz im Kerngeschäft Märkte + Airline liegt für den Winter 2025/26 aktuell ein Prozent und für den Sommer 2026 zwei Prozent unter dem Vorjahr. Diese Entwicklung entspricht den eigenen Planungen, da der Konzern seine feste Risikokapazität bewusst reduziert und stärker auf margenstarke, dynamische Produkte setzt.
Die Nachfrage gilt trotz höherer Preise als robust, zugleich buchen Kunden tendenziell später. Nach zeitweise geringerer Frequenz in den Reisebüros zu Jahresbeginn hat sich das Buchungsverhalten zuletzt normalisiert. Das TUI Quartal bestätigt damit den Trend: Entscheidend ist weniger reines Volumen, sondern die Qualität der Erlöse über höhere Durchschnittspreise und eine gute Auslastung.
TUI: Schuldenabbau, Dividendenpolitik und Analystenblick
Auf der Bilanzseite liefert das TUI Quartal ebenfalls positive Signale. Die Nettoverschuldung sank zum 31. Dezember 2025 um rund 0,5 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro. Verantwortlich sind ein höherer operativer Cashflow, Währungseffekte sowie vorzeitige Rückzahlungen von Schiffs-Leasingverbindlichkeiten und Flugzeugfinanzierungen. Zudem hat der Konzern über einen Schuldschein in Höhe von 295,5 Millionen Euro Vermögenswerte in das eigene Eigentum überführt.
Dank dieser Fortschritte wagt TUI das Dividenden-Comeback. Für das Geschäftsjahr 2025 ist eine Starter-Dividende von 0,10 Euro je Aktie vorgesehen. Ab 2026 soll eine Ausschüttungsquote von 10 bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie gelten. Analysten zeigen sich geteilter Meinung: JPMorgan-Experte Karan Puri bewertet das erste Geschäftsquartal als solide, verweist aber darauf, dass die aktuelle Geschäftsentwicklung etwas schwächer laufe, auch wenn die Jahresziele bestätigt wurden. Die Börse reagierte zunächst verhalten; nach einem Kursanstieg auf ein Mehrjahreshoch um 9,56 Euro setzten am Morgen Gewinnmitnahmen ein.
TUI bleibt auf Wachstumskurs. Wir sind mit dem ersten Quartal zufrieden.
— Sebastian Ebel, Vorstandschef TUI
Fazit
Insgesamt unterstreicht das TUI Quartal die operative Erholung: Rekord-EBIT im Winter, sinkende Schulden und eine zurückkehrende Dividende treffen auf ein anspruchsvolles, aber tragfähiges Marktumfeld.
Weiterführende Quellen
- TUI Q1 2026 Zwischenmitteilung (TUI Group)
- Tui steigert operativen Gewinn zum Winterstart (dpa-AFX)
- Aktuelle Kursinformationen zur TUI-Aktie (Deutsche Börse Xetra)
- TUI AG bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)
