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Walmart Quartal Rekord: 191 Mrd. Umsatz und vorsichtige Prognose

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 126,56$ -0,05% 19.02.26 19:16 Uhr
Walmart Inc.

Kann das starke Walmart Quartal mit Rekordumsatz die verhaltene Prognose und die wachsenden Sorgen um den US-Konsum überstrahlen?

Wie stark war das Walmart Quartal wirklich?

Walmart Inc. hat im Schlussquartal 2025 die Erwartungen knapp übertroffen. Der Umsatz stieg um 5,6 % auf 190,7 Milliarden US-Dollar, leicht über den Prognosen von rund 190,6 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis legte sogar um 10,8 % zu – ein klares Signal, dass Effizienz und Margen im Fokus stehen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,74 Dollar nach 0,66 Dollar im Vorjahr und lag damit einen Cent über den Konsensschätzungen.

Auf Jahressicht setzte Walmart 713,2 Milliarden Dollar um, ein Plus von 4,7 %. Der operative Gewinn kletterte auf 29,8 Milliarden Dollar, während der auf die Aktionäre entfallende Überschuss um 12,6 % auf 21,9 Milliarden Dollar zulegte. Das Walmart Quartal bestätigt damit die Rolle des Konzerns als Gradmesser des US-Konsums – trotz hoher Zinsen, zäher Inflation und schwächerer Verbraucherstimmung.

Der Aktienkurs spiegelt die Spannung: Nach zwischenzeitlichen Ausschlägen im vorbörslichen Handel liegt Walmart aktuell bei 126,56 Dollar knapp unter dem Vortagsschluss von 126,62 Dollar (-0,05 %) und damit noch etwas unter dem 52‑Wochen-Hoch von 134,64 Dollar.

Was treibt Wachstum bei Walmart?

Das jüngste Walmart Quartal zeigt, dass der Konzern immer stärker zum Digital- und Datenplayer wird. Der globale E‑Commerce-Umsatz stieg um 24 %, in den USA sogar um 27 %. Rund 35 % der aus Filialen abgewickelten Online-Bestellungen werden inzwischen in weniger als drei Stunden geliefert – Geschwindigkeit und Bequemlichkeit werden zur zweiten Säule neben niedrigen Preisen.

Parallel wächst das Werbegeschäft rasant: Die globalen Werbeerlöse legten um 37 % zu, Walmart Connect in den USA sogar um 41 %. Im Gesamtjahr kommt Werbung bereits auf knapp 6,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zusammen mit Mitgliedsbeiträgen, die weltweit um gut 15 % zulegten, machen diese margenstarken Bereiche inzwischen fast ein Drittel des operativen Gewinns aus.

Strategisch setzt CEO John Furner stark auf KI und Automatisierung. Der Einkaufsassistent „Sparky“ in der App steigert laut Management den durchschnittlichen Warenkorbwert um rund 35 %, etwa die Hälfte der mobilen Nutzer interagiert bereits mit dem Agenten. Gleichzeitig stammen rund 60 % der Filialbelieferung in den USA aus automatisierten Verteilzentren, etwa die Hälfte des E‑Commerce-Volumens läuft über automatisierte Logistik – ein Hebel für weitere Margenverbesserungen.

Walmart Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warum verunsichert die vorsichtige Prognose?

Trotz des starken Walmart Quartal setzt das Management die Latte für das laufende Geschäftsjahr bewusst niedrig. Für das erste Quartal 2027 erwartet der Konzern ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,63 bis 0,65 Dollar – deutlich unter den zuvor erwarteten 0,69 Dollar. Beim Umsatz peilt Walmart ein Wachstum von 3,5 bis 4,5 % an.

Für das Gesamtjahr 2027 stellt der Einzelhändler ein Umsatzplus von 3,5 bis 4,5 % und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,75 bis 2,85 Dollar in Aussicht. Der Markt hatte im Schnitt mit knapp 5 % Umsatzwachstum und einem EPS von 2,97 Dollar gerechnet. Finanzchef John David Rainey begründet die verhaltene Guidance mit einem „unbeständigen und dynamischen“ makroökonomischen Umfeld, schwächerem Arbeitsmarkt, gedämpfter Konsumentenstimmung und handelspolitischen Risiken.

An der Börse sorgte der Ausblick zunächst für Abgabedruck: Vorbörslich verlor die Aktie rund 3 %, bevor sie sich im Tagesverlauf wieder deutlich erholte. Viele Anleger setzen darauf, dass Walmart wie in den vergangenen Jahren konservativ startet und die Ziele im Laufe des Jahres anhebt.

Wie reagieren Analysten auf Walmart?

An der Wall Street bleibt der Tenor trotz der vorsichtigen Prognose überwiegend positiv. Telsey Advisory Group bekräftigt ihr Kaufrating und sieht das Kursziel bei 135 Dollar. Rothschild & Co Redburn bleibt ebenfalls bei „Buy“ mit einem Kursziel von 150 Dollar. KeyBanc Capital Markets hält an „Overweight“ fest und hebt das Ziel auf 145 Dollar an – Begründung sind die starke Position von Walmart im aktuellen Konsumumfeld, die wachsende Bedeutung von E‑Commerce und KI sowie mögliche Rückenwinde durch eine lockerere Geldpolitik und höhere US‑Steuerrückerstattungen.

Auch JPMorgan-Analyst Christopher Horvers sieht weiteres Potenzial bei den Margen und hält in zwei bis drei Jahren einen Gewinn von bis zu 4 Dollar je Aktie für möglich. Die Citigroup spricht von einem soliden vierten Quartal und sieht Walmart gut für 2026 und darüber hinaus positioniert. Zugleich warnen einige Marktbeobachter vor der ambitionierten Bewertung: Nach dem starken Kursanstieg wird das Papier zeitweise mit einem KGV von über 40 gehandelt und liegt damit deutlich über historischen Durchschnittswerten.

„Wir halten es für klug, mit dem Ausblick derzeit etwas zurückhaltender zu sein, als wir es bisher waren“, erklärte Walmart-Finanzchef John David Rainey mit Blick auf das unsichere makroökonomische Umfeld.
— John David Rainey, CFO von Walmart

Fazit

Unterm Strich präsentiert das aktuelle Walmart Quartal ein beeindruckendes Bild: Umsatz, operativer Gewinn, E‑Commerce und Werbeerlöse wachsen deutlich, während ein 30‑Milliarden‑Rückkaufprogramm und eine Dividendenanhebung zusätzliche Aktionärsfreundlichkeit signalisieren. Die vorsichtige Prognose bremst zwar kurzfristig die Fantasie, doch viele Analysten wie Telsey Advisory, Rothschild & Co Redburn und KeyBanc trauen Walmart dank KI-Offensive, Digitalfokus und Preismacht weiteres Potenzial zu. Für langfristig orientierte Anleger bleibt das Walmart Quartal damit ein starkes Argument, Rücksetzer in einer schwankungsanfälligen Aktie genau zu beobachten und gegebenenfalls als Einstiegschance zu nutzen.

Weiterführende Quellen