Kann Stifels optimistische Intel Prognose den Kursdruck wirklich drehen, obwohl JPMorgan weiter skeptisch bleibt?
Warum hebt Stifel das Kursziel an?
Stifel-Analyst Ruben Roy hält an der „Hold“-Einstufung fest, erhöht aber das Kursziel für Intel Corporation von 75 auf 120 Dollar – ein Sprung um 60 Prozent. Die Begründung: Stärkere als erwartete Umsatzdynamik in den AI-getriebenen Segmenten, sechs aufeinanderfolgende Quartalsübertreffungen und ein deutlicher Anstieg der Non-GAAP-Marge auf 41,0 Prozent im Q1 2026. Zudem stieg der Umsatz der Data Center and AI Group um 22 Prozent auf 5,05 Milliarden Dollar. Stifel sieht die Foundry-Initiative als glaubwürdig an, besonders nach den strategischen Partnerschaften mit NVIDIA (5 Milliarden Dollar Eigenkapital) und Alphabet (Multi-Jahres-ASIC-Vertrag). Die Intel Prognose für 2026 wird damit zunehmend durch operative Fortschritte untermauert – nicht nur durch Spekulation.
Warum bleibt JPMorgan skeptisch?
JPMorgan sieht die aktuelle Bewertung als zu optimistisch – und nennt Intel in seiner Q3-Top-Short-Liste. Analyst Harlan Sur argumentiert, dass der Markt bereits wie nach einem erfolgreichen Turnaround bewertet, obwohl die Foundry-Einheit weiterhin Verluste macht, externe Kundenumsätze unter 200 Millionen Dollar liegen und die 18A-Produktion erst 2027 profitabel werden soll. Gleichzeitig verliert Intel weiter Marktanteile in Server-CPUs – AMD erzielte im Q1 2026 mit 5,8 Milliarden Dollar mehr Data-Center-Umsatz als Intel mit 5,1 Milliarden Dollar. Diese Disparität ist nicht nur quantitativ, sondern auch strukturell: AMD profitiert von der Kombination aus EPYC-Prozessoren und Instinct-AI-Beschleunigern, während Intel noch auf die Skalierung seiner eigenen AI-Chips und Packaging-Lösungen wie XBM (Cross-Batch Memory) wartet – ein Patent, das laut Yahoo News Canada erst nach 2030 kommerziell wird.
Wie steht es um die Intel Prognose für Q2?
Die kommende Quartalsmeldung am 23. Juli gilt als entscheidender Prüfstein. Analysten erwarten 19 Cent EPS und 14,4 Milliarden Dollar Umsatz – ein Anstieg um 11 Prozent zum Vorjahresquartal. Entscheidend ist die Segmentaufschlüsselung: Wächst die Data Center and AI Group weiter überproportional? Steigt der Foundry-Umsatz über 500 Millionen Dollar? Und wie entwickeln sich Client Computing und Mobileye? CFO David Zinsner betonte kürzlich, dass AI-getriebene Geschäfte mittlerweile 60 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen und um 40 Prozent jährlich wachsen. Das unterstreicht die strategische Neuausrichtung – doch die Intel Prognose bleibt abhängig von der Umsetzung, nicht vom Plan.
Welche externen Faktoren drücken auf den Kurs?
Intel’s collective AI-driven businesses now represent 60% of revenue and grew 40% year-over-year.— David Zinsner, CFO von Intel Corporation
Neben der internen Turnaround-Dynamik wirken externe Kräfte: Der gesamte Halbleitersektor zeigte am Freitag, 10. Juli, eine risk-off-Stimmung – Nasdaq-Futures sanken um 0,36 Prozent. Intel fiel vorbörslich um 2,77 Prozent auf 109,42 Dollar. Auch der bevorstehende SK Hynix-Börsengang könnte zu einer Kapitalrotation aus Speicheraktien wie Intel führen. Zudem sorgt die wieder aufflammende Nahost-Spannung für Vorsicht in Tech-Werten. Gleichzeitig stützen langfristige Trends: Microns 250-Milliarden-Dollar-US-Investitionsplan und die Ankündigung von HSBC, das Kursziel auf 200 Dollar zu heben, zeigen, dass der Glaube an die strategische Neupositionierung nach wie vor breit getragen wird.



