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BASF Quartal mit +50% Ebitda-Sprung: Konzern hebt Prognose an
BAS.DE
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RohstoffeGlobal

BASF Quartal mit +50% Ebitda-Sprung: Konzern hebt Prognose an

BAS.DE BASF SE
€48.41 +0.47 (+0.98%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
Yield
52W High

Kann der überraschende Gewinnsprung im jüngsten BASF Quartal die Zweifel der Skeptiker endgültig wegfegen, oder bremst der schwache Cashflow die Aktie wieder aus?

Erwähnte Aktien
BAS
Schlusskurs 48,34€ +0,95% 16.07.26 17:25 Uhr MESZ
BASF SE

Wie schlug sich die BASF im abgelaufenen Quartal?

Die vorläufigen Ergebnisse für das zweite Quartal übertrafen die durchschnittlichen Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich. Der Umsatz von BASF SE (BAS.DE) kletterte auf 17,2 Milliarden Euro und lag damit spürbar über der Konsensschätzung von 16,5 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Treiber für dieses Wachstum waren Preiserhöhungen von durchschnittlich rund elf Prozent sowie ein erfreuliches Mengenplus von sieben Prozent. Diese beiden Faktoren konnten negative Währungseffekte im abgelaufenen BASF Quartal mehr als kompensieren.

Noch beeindruckender entwickelte sich das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Dieses sprang um satte 50 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro nach oben, während Analysten im Vorfeld lediglich mit 2,1 Milliarden Euro gerechnet hatten. Besonders stark präsentierten sich dabei die Segmente Materials, Industrial Solutions und Agriculture Solutions. Lediglich der Kernbereich Chemicals blieb hinter den hohen Erwartungen zurück. Aufgrund dieser starken Entwicklung im BASF Quartal hob der Vorstand die Ebitda-Prognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro auf nun 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an.

Warum reagierten die Anleger dennoch verhalten?

Trotz der hervorragenden operativen Kennzahlen aus dem jüngsten BASF Quartal reagierte die Aktie im nachbörslichen Handel zunächst mit leichten Verlusten. Ein Grund für die Skepsis am Markt ist die Entwicklung des freien Cashflows. Während der operative Gewinn glänzte, hinkte der Free Cashflow im zweiten Quartal hinterher. Da das Management den Ausblick für den freien Cashflow für das Gesamtjahr unverändert ließ, kamen bei einigen Investoren Zweifel auf, ob die Ertragsstärke von dauerhafter Natur ist. Zudem sorgt die geopolitische Lage im Nahen Osten für Unsicherheit. Höhere Ölpreise führen zu steigenden Frachtraten, was die Lieferketten des Chemiekonzerns belasten könnte. Auf der anderen Seite führt die Verknappung von Rohstoffen jedoch auch dazu, dass die Preise für chemische Basisstoffe steigen, wovon BASF wiederum direkt profitiert.

Wie bewerten Analysten die Aktie nach den Zahlen?

Die Reaktionen aus den Analystenhäusern fielen gemischt, aber tendenziell konstruktiv aus. Das Analysehaus MWB Research reagierte prompt auf das starke BASF Quartal und stufte die Aktie von “Halten” auf “Kaufen” hoch. Gleichzeitig hoben die Experten das Kursziel von 52,00 auf 55,00 Euro an. Zur Begründung verwiesen sie auf die verbesserte operative Ausgangslage und die angehobene Jahresprognose. Demgegenüber äußerte sich die Investmentbank Berenberg etwas vorsichtiger und kappte ihr Kursziel leicht, da die Analysten die Nachhaltigkeit des aktuellen Gewinnsprungs und die Schwäche beim Cashflow hinterfragen.

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich die Aktie von BASF weiterhin in einer langfristigen Seitwärtsspanne. Positiv ist jedoch zu werten, dass der Titel seit rund einem Jahr kontinuierlich steigende Tiefpunkte ausbildet. Solange diese kurzfristige Aufwärtstrendlinie verteidigt werden kann, bleibt ein Anstieg in Richtung der Marke von 54 bis 55 Euro ein realistisches Szenario für die kommenden Monate. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 48,34 Euro, was einem Tagesplus von 0,95 % entspricht.

Welche strategischen Schritte plant der Konzern?

Um den Konzern langfristig krisenfester und profitabler aufzustellen, treibt das Management den Konzernumbau konsequent voran. Im Fokus steht dabei die Fokussierung auf das margenstarke Kerngeschäft. Dazu beitragen soll die geplante Abspaltung der Agrarsparte (Agriculture Solutions), die über einen eigenen Börsengang an den Markt gebracht werden soll. Zudem steht der Verkauf des Beschichtungsgeschäfts (Coatings) auf der Agenda. Durch diese Maßnahmen wird das Unternehmen schlanker, fokussierter und für Investoren transparenter. Gepaart mit der traditionell attraktiven Dividendenpolitik könnte diese Neuausrichtung das Vertrauen der Aktionäre nachhaltig stärken.

Fazit

Das jüngste BASF Quartal hat gezeigt, dass der Chemieriese operativ auf dem richtigen Weg ist. Die angehobene Prognose liefert ein starkes Signal an den Markt, auch wenn der schwache Cashflow ein kleiner Wermutstropfen bleibt. Für langfristig orientierte Anleger bietet die Aktie auf dem aktuellen Niveau eine solide Dividendenrendite und die Chance auf eine erfolgreiche Restrukturierung.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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