Kann die Deutsche Telekom mit KI Milliarden einsparen und gleichzeitig den Umsatz steigern – oder sind die ambitionierten Ziele zu optimistisch?
Milliardenentlastungen durch KI und Automatisierung
Die Deutsche Telekom AG stellte die Ziele am Montag bei einem Investorentag vor und bestätigte zugleich ihre Prognose für das Gesamtjahr sowie die mittelfristigen Ziele. Bereits 2027 sollen KI und Automatisierung außerhalb der USA rund 1,1 Milliarden Euro Bruttoeinsparungen gegenüber 2023 ermöglichen. Die Ziele beziehen sich auf Kosten und Umsätze außerhalb der Vereinigten Staaten, soweit der Konzern diese ausdrücklich so ausgewiesen hat.
Die Einsparungen sollen vor allem dort entstehen, wo viele wiederkehrende Tätigkeiten anfallen: im Netzbetrieb, im Kundenservice, in der Softwareentwicklung und in Verwaltungsprozessen. KI könne etwa dabei helfen, die Auslastung von Mobilfunknetzen früher zu erkennen und Beschäftigte im Kundenservice zu unterstützen. Der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges sagte: „KI verändert die Telekom von Grund auf. Sie macht unsere Netze noch besser und intelligenter, unseren Service persönlicher und eröffnet neue Geschäftsmodelle.“
Neue Angebote sollen zusätzliche Erlöse bringen
Auf der Umsatzseite arbeitet der Konzern an einer Plattform, mit der Unternehmen wiederkehrende Aufgaben automatisieren können. Auch für Privatkunden sind neue Angebote vorgesehen: Ein KI-Assistent soll Telefongespräche in Echtzeit übersetzen, Fragen beantworten und Inhalte zusammenfassen. Daraus könnten zusätzliche Dienste und neue Tarife entstehen.
Dow Jones berichtete ebenfalls über die Ziele für Einsparungen und Erlöse. Die Deutsche Telekom beziffert die angestrebten indirekten Kosteneinsparungen bis 2030 auf rund 2,5 Milliarden Euro; für den KI-bezogenen Umsatz mit Unternehmenskunden außerhalb der USA nennt sie rund 800 Millionen Euro. Die Mitteilung enthält keine Aufschlüsselung, welcher Anteil der geplanten Einsparungen nach Abzug der Kosten für Entwicklung und Einsatz der KI verbleibt.
Wie reagiert die Aktie auf die Pläne?
Die Aktie notierte am Montag bei 26,86 Euro und damit 1,11 Prozent über dem Vortagesschluss von 26,56 Euro. Die vorgestellten Ziele liefern damit einen konkreten Rahmen, an dem sich die Umsetzung künftig messen lässt. Entscheidend wird sein, ob die geplanten Einsparungen und zusätzlichen Erlöse tatsächlich in den Geschäftszahlen sichtbar werden.
Infineon bleibt im Halbleitersektor im Fokus
Auch bei Infineon sorgte zuletzt eine Stimmrechtsmitteilung von Goldman Sachs für Aufmerksamkeit, während die Aktie unter Druck stand. Der Beitrag zeigt einen weiteren Blick auf Entwicklungen im deutschen Technologiesektor.
Die Deutsche Telekom verbindet ihre KI-Strategie mit dem Ziel, bis 2030 sowohl Milliarden bei indirekten Kosten einzusparen als auch den Umsatz mit KI-Angeboten für Unternehmen außerhalb der USA deutlich auszubauen. Für Anleger sind die konkreten Ziele ein Maßstab, an dem sich der Fortschritt des Konzerns künftig beurteilen lässt. Die nächsten Geschäftszahlen werden zeigen, ob die angekündigten Effizienzgewinne und neuen Erlöse tatsächlich umgesetzt werden.



