Trotz neuer Großaufträge aus der Türkei gibt die Nordex-Aktie nach – spiegelt der Kurs die langfristigen Ertragsperspektiven wider oder überwiegen kurzfristige Bedenken?
Was umfassen die neuen Türkei-Aufträge?
Die im September vereinbarten Aufträge sehen die Lieferung und Errichtung von 56 Windenergieanlagen der Delta4000-Serie vor. Die einzelnen Konfigurationen wurden nach den jeweiligen Windbedingungen und Standortanforderungen ausgewählt; auch Energiespeicherung ist Teil der Lösungen. Kundennamen und konkrete Projektstandorte wurden nicht veröffentlicht.
„Diese neuen Aufträge unterstreichen das anhaltende Vertrauen unserer Kunden in Nordex und stärken unsere marktführende Position in der Türkei, einem unserer Schlüsselmärkte“, sagte Ender Özatay, Vice President Region Türkiye and Middle East. Die Verträge enthalten zudem mehrjährige Service- und Wartungsleistungen. Damit reichen die Geschäftsbeziehungen über die Lieferung und Errichtung der Anlagen hinaus.
Serviceverträge ergänzen die künftigen Erlöse
Die schrittweise Errichtung und Inbetriebnahme ist für 2027 bis 2028 vorgesehen. Die Servicevereinbarungen sollen laut Unternehmen eine hohe Anlagenverfügbarkeit und einen langfristig effizienten Betrieb unterstützen. Damit verbindet Nordex das Projektgeschäft mit wiederkehrenden Leistungen über die Betriebsdauer der Anlagen.
Finanznachrichten bezifferte den möglichen Umsatz aus Lieferung und Errichtung auf rund 350 Millionen Euro und verwies zusätzlich auf langfristige Serviceerlöse. Diese Angabe ist eine Einschätzung des Mediums, keine von Nordex veröffentlichte Auftragssumme. Ebenfalls berichtete Finanznachrichten, dass der Konzern am Vortag Aufträge über 228 MW aus Süd-, Mittel- und Osteuropa gemeldet hatte.
Die Aktie gibt trotz der Meldung nach
Die Nordex-Aktie schloss bei 35,62 Euro und verlor 1,87 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit spiegelt sich die positive Auftragsmeldung am Mittwoch nicht im Kurs wider. Finanznachrichten nannte einen kumulierten Marktanteil von 34 Prozent in der Türkei und verwies auf eine solide Wachstumspipeline. Die von Nordex gemeldeten Projekte sollen über mehrere Jahre umgesetzt werden; die Namen der Auftraggeber bleiben bislang unbekannt.
Die Nordex Auftragseingänge aus der Türkei erweitern den Auftragsbestand und verbinden Anlagenlieferungen mit langfristigen Wartungsleistungen. Für Anleger ist entscheidend, dass die Projekte erst ab 2027 schrittweise umgesetzt werden und mögliche Erlöse daher zeitversetzt anfallen. Ob die starke Nachfrage in weiteren Aufträgen mündet und sich im Geschäft niederschlägt, wird sich an der weiteren Projektumsetzung zeigen.
Auftragsstärke trifft auf eine schwächere Kursreaktion
Bereits am Vortag standen bei Nordex starke Bestellungen und positive Analystenstimmen einer nachgebenden Aktie gegenüber; der Bericht zur Diskrepanz zwischen Auftragslage und Kurs ordnet diese Entwicklung ein. Im weiteren Industriekontext zeigt der Start der Satellitenproduktion bei Rheinmetall, wie Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen.
Nordex hat in der Türkei Aufträge über 389 MW für 56 Anlagen gewonnen und verbindet die Umsetzung mit mehrjährigen Serviceleistungen. Für Anleger stärkt das die Perspektive auf künftige Erlöse, auch wenn die Projekte erst ab 2027 schrittweise anlaufen und die Aktie am Meldungstag nachgab. Die weitere Umsetzung und neue Aufträge werden zeigen, ob der Konzern das Momentum aus dem türkischen Markt ausbauen kann.



