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Nahaufnahme eines futuristischen Alibaba KI-Chips mit leuchtenden Schaltkreisen auf dunklem Hintergrund.
BABA
AktienChina-ADRs

Alibaba KI: -5% Schock trotz neuer Chip-Offensive und 20-Gigawatt-Plan

BABA Alibaba Group Holding Limited
$110.87 -5.44 (-4.68%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
Yield
52W High
112.28

Trotz massiver Investitionen in KI und einer ehrgeizigen Infrastruktur-Offensive verliert die Alibaba-Aktie deutlich an Wert – was steckt hinter diesem Paradoxon?

Erwähnte Aktien
BABA
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Kurs bei Erstellung · 110,68$ -4,99%
Alibaba Group Holding Limited

Was steckt hinter dem neuen Chip und der 20-Gigawatt-Offensive?

Alibaba hat auf seiner Technologiekonferenz in Hangzhou einen neuen KI-Chip vorgestellt, der nach Angaben des Konzerns für das Training sogenannter Frontier-Modelle ausgelegt ist. Der als Zenwu V900 präsentierte Prozessor soll die dreifache Leistung seines erst im Mai vorgestellten Vorgängers Zenwu M890 erreichen und auf Modelle mit Billionen Parametern ausgelegt sein. Beobachter vergleichen die Leistungsfähigkeit mit Nvidias H200 – also einer Generation, die mehrere Iterationen hinter der aktuellen Blackwell-Architektur liegt.

Flankiert wird der Chip durch einen massiven Ausbau der Cloud-Infrastruktur. In den kommenden zwölf Monaten will der Konzern erstmals Cloud-Regionen in der Türkei, Finnland und den Niederlanden eröffnen. Auch in Deutschland, Malaysia, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich und Hongkong soll die Rechenzentrumskapazität wachsen. Bis 2032 peilt Alibaba ein weltweites Netzwerk mit einer Leistung von 20 Gigawatt an – zum Vergleich: OpenAIs ursprüngliches Ziel lag bei 10 Gigawatt bis 2029.

Citigroup hebt Capex-Schätzungen deutlich an

Die Citigroup hat ihre Schätzungen für die Investitionsausgaben von Alibaba in den Jahren 2027 bis 2029 deutlich nach oben korrigiert. Die Analysten um Alicia Yap gehen davon aus, dass der Konzern die notwendigen Investitionen teilweise gemeinsam mit Branchenpartnern stemmen wird. Sie berufen sich dabei auf Aussagen von CEO Eddie Wu während der Apsara-Konferenz, wonach Alibaba bei den Investitionen auf Zusammenarbeit setzen wolle.

Konkret rechnet die Citigroup nun für 2027 mit Investitionsausgaben von umgerechnet 38,5 Milliarden US-Dollar, für 2028 mit 42,2 Milliarden Dollar und für 2029 mit 42,0 Milliarden Dollar. Damit liegen die Prognosen 13, 41 beziehungsweise 57 Prozent über den bisherigen Schätzungen. Goldman Sachs bestätigte unterdessen in einem Research-Bericht vom 23. September 2026 seine Erwartung starker Impulse durch Model-as-a-Service und Cloud-Computing.

Alibaba Group Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - September 2026

Warum gerät die Aktie trotz guter Nachrichten unter Druck?

Die Freude über die Technologieoffensive währte nur kurz. In Hongkong verlor die Aktie am Mittwoch zeitweise 4,6 Prozent, in New York notierte sie zuletzt bei 110,68 Dollar – ein Minus von knapp fünf Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser ist ein Medienbericht, wonach chinesische Aufsichtsbehörden eine Untersuchung zu Datensicherheitsfragen bei Entwicklern großer Sprachmodelle eröffnet haben, darunter DeepSeek und Moonshot AI.

Hintergrund sind Vorwürfe des US-Unternehmens Anthropic, wonach chinesische Labore sensible Daten über die eigenen Claude-Modelle geleitet haben sollen. Peking wiederum prüft offenbar, ob die betroffenen Firmen militärische oder polizeiliche Daten preisgegeben und damit chinesisches Datenschutzrecht verletzt haben. Für die Behörden ist das ein Balanceakt: Sie wollen Leitplanken für KI setzen, gleichzeitig aber die technologische Vorherrschaft ausbauen.

Xi-Besuch in Washington sorgt für zusätzliche Unsicherheit

Zusätzlichen Druck erzeugt die Reise von Präsident Xi Jinping in die USA, wo er sich am Donnerstag mit Donald Trump treffen wird. Handel und künstliche Intelligenz stehen ganz oben auf der Agenda. Anders als bei seinem Staatsbesuch 2015, als Unternehmer wie Jack Ma mitreisten, soll Xi diesmal keine hochrangigen Konzernchefs begleiten – während auf US-Seite zahlreiche Silicon-Valley-Größen erwartet werden.

Der Konzern steht damit vor einem doppelten Spannungsfeld: Einerseits will er sich mit eigenen Chips, Modellen und Rechenzentren unabhängiger von US-Zulieferern machen und die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren. Andererseits verschärfen geopolitische Risiken, mögliche Sanktionen und wachsender Preisdruck durch kostengünstige US-Modelle von OpenAI und Anthropic die Lage. Der Ausbau der Kapazitäten könnte sich als lukrativ erweisen – die Citigroup schätzt das langfristige externe Cloud-Umsatzpotenzial auf mehr als 160 Milliarden US-Dollar –, doch steigende Finanzierungskosten und mögliche Überkapazitäten bleiben ein Risiko.

Zwischen Kursplus und Kontroverse: Alibaba bleibt in Bewegung

Erst vor wenigen Tagen sorgte der Konzern für Schlagzeilen, als die Aktie trotz schwerer Vorwürfe aus den USA und juristischem Gegenwind zulegte – wie die Alibaba-Aktie trotz US-Kontroverse und Sammelklagen ein Kursplus von 4,5 Prozent erzielte. Im breiteren Halbleitersektor richtet sich der Blick derweil auf die anstehenden Quartalszahlen von Micron Technology, die vor einem erwarteten Gewinnsprung eine Rallye von fünf Prozent auslösten. Beide Entwicklungen zeigen, wie stark die Stimmung im Technologiesektor derzeit zwischen Optimismus und Risikoaversion schwankt.

Fazit

Alibaba treibt seine KI-Offensive mit eigenem Chip und gigantischem Rechenzentrumsausbau voran, doch regulatorische Untersuchungen und geopolitische Spannungen belasten die Aktie spürbar. Für Anleger bedeutet das eine Mischung aus langfristigem Wachstumspotenzial und kurzfristig hoher Unsicherheit. Die nächsten Signale aus Washington und die Reaktion der chinesischen Behörden dürften entscheiden, ob sich der Kurs wieder stabilisiert.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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