Kann der neue Applied Digital Hyperscaler-Deal den nächsten Wachstumsschub auslösen, obwohl die Finanzierung schon jetzt Milliarden bindet?
Was bedeutet der neue Applied Digital Hyperscaler-Deal?
Der jüngste Vertrag mit Delta Forge 2 ist nicht nur der fünfte AI-Fabrik-Vertrag von Applied Digital Corp., sondern auch der dritte mit demselben investmentgraden US-Hyperscaler – einem Partner, der bereits Delta Forge 1 und Polaris Forge 3 nutzt. Der Vertrag umfasst eine take-or-pay-Struktur über 15 Jahre mit Optionen auf zwei weitere 15-Jahres-Verlängerungen. Bei vollständiger Ausübung aller Optionen steigt das potenzielle Gesamtvolumen auf 12,7 Milliarden Dollar. Der Campus liegt in einem südlichen Bundesstaat, der aus strategischen Gründen nicht genannt wird. Der operative Start ist für das erste Quartal 2028 geplant. Damit wächst das gesamte kontrahierte Portfolio von Applied Digital Corp. auf rund 36 Milliarden Dollar – oder 86 Milliarden Dollar bei vollständiger Nutzung aller Erneuerungsoptionen. Über 70 Prozent der Einnahmen stammen von US-basierten, investmentgraden Hyperscalern – darunter auch Kunden, die mit NVIDIA-Hardware und Apple-AI-Workloads arbeiten.
Wie finanziert Applied Digital Corp. den nächsten Ausbau?
Zur Finanzierung des vierten Gebäudes (ELN-04) am Polaris Forge 1-Campus in Ellendale, North Dakota, plant die Tochtergesellschaft APLD ComputeCo 3 LLC die Platzierung von 1,59 Milliarden Dollar Senior Secured Notes mit Fälligkeit 2031. Die Anleihen werden in einer privaten Platzierung an qualifizierte institutionelle Investoren (Rule 144A) und außerhalb der USA an nicht-US-amerikanische Anleger (Regulation S) vertrieben. Die Mittel dienen primär dem Bau von 150 Megawatt kritischer IT-Leistung, der Rückzahlung eines Bridge-Darlehens von Goldman Sachs Bank USA sowie der Einrichtung von Debt-Service-Reserven. Der Deal unterstreicht die steigende Kapitalmarktreife des Unternehmens – gerade vor dem Hintergrund, dass Applied Digital Corp. erst kürzlich eine 350-Millionen-Dollar-Rückstellungs-Fazilität mit Goldman Sachs Lending Partners LLC abgeschlossen hat, die um bis zu 200 Millionen Dollar erweitert werden kann.
Wie reagieren Analysten auf den Applied Digital Hyperscaler-Deal?
Die Marktreaktion ist deutlich positiv: Die Aktie stieg intraday um über 10 Prozent auf 45,44 Dollar – nachdem sie bereits am Montagabend um 9 Prozent nachgegeben hatte. Besonders bemerkenswert ist die Bewertungsanhebung durch Needham: Die Investmentbank hob ihr Kursziel für Applied Digital Corp. auf 83 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Damit liegt das neue Ziel fast 85 Prozent über dem aktuellen Kurs. Needham betont die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells und die steigende Verankerung bei Top-Hyperscalern – auch im Kontext der wachsenden Nachfrage nach energieeffizienten, kernenergiebasierten Rechenzentren, an denen Applied Digital Corp. mit Partnern wie Tesla-affinen Energieanbietern arbeitet. Die Short-Interest-Rate liegt aktuell bei 30 Prozent, bei einer Cover-Periode von nur 3,5 Tagen – ein klares Signal für hohe Nachfrage und begrenzte Verkaufspositionen.
Wie steht es um die technische Entwicklung?
Zwei Jahre ago, wir haben uns bewusst entschieden, ein Unternehmen zu bauen, das skaliert – nicht nur Rechenzentren baut.— Wes Cummins, CEO von Applied Digital Corp.
Technisch zeigt die Aktie von Applied Digital Corp. ein klares bullisches Momentum: Der Kurs von 43,97 Dollar (Vortag) liegt deutlich über dem 52-Wochen-Hoch von 42,10 Dollar – ein neues Allzeithoch wurde damit erreicht. Der Anstieg von 7,39 Prozent auf 43,97 Dollar am Vortag und der weitere Sprung auf 45,44 Dollar am heutigen Tag unterstreichen die Stärke. Widerstände liegen bei 48 Dollar und anschließend bei 50 Dollar – beide Niveaus könnten bereits in den kommenden Handelstagen getestet werden. Die Volumina sind deutlich gestiegen, was die Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends stützt. Mit der neuen Finanzierung und den langfristigen Verträgen ist Applied Digital Corp. nun besser positioniert als je zuvor, um die steigende Nachfrage nach AI-Infrastruktur zu bedienen – insbesondere im Wettbewerb mit anderen Data-Center-Anbietern, die noch an der Skalierung ihrer Kapazitäten arbeiten.



