Kann eine Milliardeninvestition in den USA Bayer aus der Krise helfen – oder ist der Markt skeptischer als die Unternehmensführung?
US-Geschäft gewinnt weiter an Gewicht
Der Standort soll Wirkstoffe und fertige Arzneimittel produzieren und zunächst die Bereiche Onkologie sowie Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen unterstützen. Das erste Modul für die Wirkstoffherstellung soll 2031 anlaufen, die Fertigung fertiger Medikamente ist für 2034 vorgesehen. Bayer-Chef Bill Anderson bezeichnete die Vereinigten Staaten als wichtigen Produktionsstandort und Innovationszentrum und erklärte, die Investition bekräftige das langfristige Engagement des Unternehmens im Land.
Die USA stehen inzwischen für 35 Prozent des weltweiten Umsatzes der Pharmasparte; 2018 waren es 20 Prozent. Bayer will den US-Umsatz bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppeln. In den vergangenen fünf Jahren investierte der Konzern dort bereits mehr als sieben Milliarden US-Dollar in Pharma-Forschung, Entwicklung und Produktion. Als Wachstumstreiber nannte das Unternehmen unter anderem Kerendia, Nubeqa und den Wirkstoffkandidaten Asundexian.
Produktion vor Ort im politischen Spannungsfeld
Der Ausbau erfolgt, während US-Präsident Donald Trump niedrigere Medikamentenpreise in den Vereinigten Staaten fordert. Die Investition bündelt damit zusätzliche Produktionskapazitäten näher am wichtigen US-Markt. Zugleich soll der neue Campus Patienten in den Vereinigten Staaten und weltweit mit Arzneimitteln versorgen. Eine mögliche Wirkung auf Zölle oder politische Entscheidungen lässt sich aus den vorliegenden Unternehmensangaben nicht ableiten.
Wie reagiert die Aktie auf die Nachricht?
Die Bayer-Aktie notierte am Montag bei 44,48 Euro, nach 44,94 Euro am Vortag; das entspricht einem Minus von 1,02 Prozent. Die milliardenschwere Ankündigung steht damit neben einem schwächeren Tageskurs. Der geplante Produktionsstart liegt allerdings noch mehrere Jahre entfernt: Erst wenn die Module 2031 und 2034 anlaufen, wird sich zeigen, wie die neuen Kapazitäten zur Versorgung und zum Geschäft beitragen.
Bayer erweitert Pharma-Pipeline und Finanzierung
Der Ausbau in Ohio ergänzt die jüngsten Entwicklungen rund um den Konzern: Im Beitrag zur vorrangigen FDA-Prüfung für Lynkuet und zur Finanzierung durch Anleihen stehen ein weiteres Arzneimittelprojekt und die Kapitalbeschaffung im Mittelpunkt. Ein Branchenvergleich bietet der Bericht über den Nordex-Auftrag für ein Windkraftprojekt in Österreich, der eine andere Form des Unternehmensausbaus beleuchtet.
Diese wegweisende Investition bekräftigt unser langfristiges Engagement in den USA.— Bill Anderson
Bayer baut seine Pharmaproduktion in Ohio mit einer Investition von 2,2 Milliarden US-Dollar aus und richtet den Standort auf wichtige Wachstumsbereiche sowie den US-Markt aus. Für Anleger stehen den geplanten Arbeitsplätzen und Kapazitäten lange Vorlaufzeiten bis zu den Produktionsstarts gegenüber. Entscheidend wird sein, ob Bayer die neuen Anlagen ab 2031 und 2034 erfolgreich in Betrieb nimmt und das angestrebte Wachstum unterstützt.



