Kann die vorrangige FDA-Prüfung für Lynkuet und eine Milliardenfinanzierung den Kursrückgang der Bayer-Aktie aufhalten?
Vorrangige Prüfung für eine zusätzliche Anwendung
Die Bayer AG will Lynkuet (Elinzanetant) künftig auch gegen mittelschwere bis schwere vasomotorische Beschwerden einsetzen, die im Zusammenhang mit einer endokrinen Therapie bei Brustkrebs auftreten. Die FDA hat den ergänzenden Zulassungsantrag angenommen und eine Priority Review gewährt. Das bedeutet eine vorrangige Prüfung, ist aber noch keine Zulassung für die zusätzliche Anwendung. Der Antrag stützt sich auf Ergebnisse der Phase-III-Studie OASIS-4.
Die Nachricht liefert einen Fortschritt für das Medikament, das Bayer für eine weitere Patientengruppe erschließen möchte. Die FDA-Entscheidung über die Prüfung ist dabei vom tatsächlichen Ausgang des Verfahrens zu unterscheiden. Im vorliegenden Material wird kein Termin für eine endgültige Entscheidung genannt.
Bayer beschafft zwei Milliarden Euro über Hybrid-Anleihen
Zusätzlich hat der Konzern laut den vorliegenden Angaben zwei Hybrid-Anleihen über jeweils eine Milliarde Euro bei institutionellen Anlegern platziert. Die 30-jährigen Papiere tragen Kupons von 5,75 beziehungsweise 6,25 Prozent. Hybrid-Anleihen sind rechtlich Fremdkapital, können aber unter bestimmten Bedingungen von Rating-Agenturen und bilanziell teilweise als Eigenkapital behandelt werden. Die Finanzierung vermeidet eine Ausgabe neuer Aktien und damit eine Verwässerung der Stimmrechte; im Insolvenz- oder Liquidationsfall sind die Papiere gegenüber vorrangigen Gläubigern nachrangig.
Am Dienstag wurde außerdem gemeldet, dass Amundi seine zugerechneten Stimmrechte an Bayer auf 2,90 Prozent reduziert hat. Zuvor waren 3,04 Prozent ausgewiesen. Die Meldung bezieht sich auf eine Schwellenberührung am 23. September.
Rückgang trotz positiver Unternehmensmeldungen
Mit 49,32 Euro liegt der Kurs unter der psychologisch wichtigen Marke von 50 Euro und verlor gegenüber dem Vortag 2,72 Prozent. Damit fällt die aktuelle Börsenreaktion schwächer aus, als die positiven Unternehmensnachrichten allein vermuten lassen könnten. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich jedoch kein eindeutiger Grund für den Tagesrückgang ableiten.
Die FDA-Prüfung eröffnet eine weitere Entwicklungsperspektive für Lynkuet, während die Hybrid-Anleihen Bayer zusätzliches Kapital verschaffen. Dem stehen die Kuponkosten und die Nachrangigkeit der Papiere gegenüber. Die Stimmrechtsmeldung von Amundi ergänzt das aktuelle Unternehmensbild, belegt für sich genommen aber keine Ursache für die Kursbewegung.
Roundup-Rechtsstreit und Konzernumbau bleiben wichtige Themen
Die aktuelle Medikamentenentwicklung und Finanzierung ergänzen die längerfristigen Herausforderungen, die im Beitrag über Bayers Roundup-Verfahren und den KI-Umbau beleuchtet werden. Der Artikel zu Costcos Geschäftszahlen und dem Gewinn über den Erwartungen bietet einen separaten Blick auf die jüngste Entwicklung eines anderen börsennotierten Unternehmens.
Bayer verbindet den FDA-Prüfungsschritt für Lynkuet mit einer Finanzierung über zwei Milliarden Euro und einer gemeldeten Verringerung der Amundi-Stimmrechte. Für Anleger zählen neben dem möglichen zusätzlichen Einsatzgebiet auch die Kuponkosten und die Nachrangigkeit der Hybrid-Anleihen, während der Aktienkurs am Dienstag nachgibt. Entscheidend wird, ob die Prüfung in eine Zulassung mündet und wie der Konzern die Finanzierung künftig nutzt.



