Wie schafft es die adidas AG, nach der Yeezy-Krise Rekordumsatz, steigende Margen und ein Milliarden-Aktienrückkaufprogramm zu vereinen? Und was steckt hinter dem Kurssprung der Aktie um 4,6 Prozent? Die Details der Adidas Jahreszahlen könnten die Story für 2026 praegen.

Was treibt die starken Adidas Jahreszahlen an?
adidas AG hat 2025 so viel umgesetzt wie nie zuvor. Der Konzernumsatz stieg trotz negativer Währungseffekte von mehr als 1 Milliarde Euro von 23,7 auf rund 24,8 Milliarden Euro. Währungsbereinigt legten die Erlöse um etwa 10 bis 13 Prozent zu – und damit stärker, als das Management zu Jahresbeginn in Aussicht gestellt hatte. Besonders bemerkenswert: Das Wachstum zog sich über alle Regionen und Vertriebskanäle und basierte nicht primär auf hohen Rabatten, sondern auf solider Nachfrage zu Vollpreisen.
Das operative Ergebnis sprang um mehr als 700 Millionen Euro auf knapp 2,1 Milliarden Euro. Im Sommer hatte Adidas noch mit 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro gerechnet – die Adidas Jahreszahlen liegen damit klar über der eigenen Zielspanne. Im traditionell weniger wichtigen vierten Quartal verbesserten sich Umsatz und Ergebnis ebenfalls zweistellig, das Betriebsergebnis stieg dort von 57 auf 164 Millionen Euro.
Wie entwickeln sich Margen und Gewinn bei Adidas?
Ein Kernpunkt der Adidas Jahreszahlen ist die deutliche Margenverbesserung. Die Bruttomarge legte 2025 um 0,8 Prozentpunkte auf 51,6 Prozent zu. Damit zeigt sich, dass der Konzern die Phase aggressiver Rabattaktionen in der Branche genutzt hat, um seine eigene Preisdisziplin zu wahren. Laut Management ist es gelungen, die „Rabatte unter Kontrolle“ zu halten und einen hohen Durchverkauf zum vollen Preis zu erzielen.
Die operative Marge erreichte rund 8,3 Prozent und nähert sich damit dem mittelfristigen Ziel von 10 Prozent oder mehr, das Konzernchef Björn Gulden ausgegeben hat. Trotz Belastungen durch die US-Zollpolitik und ungünstige Wechselkurse konnte Adidas seine Profitabilität also spürbar steigern. Das Management wertet dies als Bestätigung, dass die strategische Neuausrichtung nach der Yeezy-Krise greift.

Wie wirkt der Milliarden-Aktienrückkauf von Adidas?
Parallel zu den Adidas Jahreszahlen kündigt der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm an. Ab Anfang Februar will adidas AG eigene Aktien im Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro über das Jahr verteilt zurückkaufen und anschließend einziehen. Ermöglicht wird der Schritt durch den starken Cashflow und die robuste Bilanz. Finanzvorstand Harm Ohlmeyer hatte Rückkäufe explizit erst wieder in Aussicht gestellt, wenn Adidas als „gesundes Unternehmen“ dasteht – diese Schwelle scheint nun überschritten.
Die Börse reagiert positiv: Die Aktie steigt am Freitagvormittag auf etwa 151,20 Euro und legt damit gegenüber dem Vortag um rund 4,6 Prozent zu. Gleichwohl befindet sich der Kurs mittelfristig noch in einem Abwärtstrend und weit unter früheren Hochs jenseits von 260 Euro. Das Rückkaufprogramm soll dem Papier zusätzlichen Rückenwind geben und die Kapitalrendite für Aktionäre erhöhen.
Wie bewerten Analysten die Adidas Jahreszahlen?
Die Adidas Jahreszahlen werden von Analysten überwiegend als klarer Vertrauensbeweis für die laufende Transformation gewertet. Die UBS, vertreten durch Analyst Robert Krankowski, hebt insbesondere hervor, dass Adidas den Sorgen um europäische Konsumschwäche, aggressive Rabattschlachten und die US-Zollpolitik getrotzt habe. Aus seiner Sicht unterstreicht das zweistellige Wachstum im vierten Quartal, dass die bisher kommunizierten Mittelfristziele eher konservativ sind als Ausdruck einer Wachstumsverlangsamung.
Positiv äußern sich auch Jefferies und Bernstein: Beide Häuser bestätigen ihre Kaufempfehlungen. Jefferies sieht das Kursziel bei 220 Euro, Bernstein bei 270 Euro. Im Fokus stehen hier das starke organische Wachstum, die steigenden Margen und die Rückkehr zu Aktienrückkäufen. Viele Investoren hatten darauf gewartet, dass Adidas nach den schwierigen Jahren wieder zu einer aktiven, aktionärsfreundlichen Kapitalpolitik übergeht.
Die nächste Wegmarke für den Kapitalmarkt ist der 4. März, wenn die endgültigen Zahlen und der Ausblick für 2026 vorgestellt werden. Der Markt rechnet derzeit mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Entscheidend wird sein, ob Adidas die Dynamik der Adidas Jahreszahlen 2025 in das WM- und Olympia-Jahr 2026 hinein verteidigen und weiter Marktanteile – insbesondere gegenüber Nike – gewinnen kann.
2025 ist für Adidas viel besser verlaufen, als zu Beginn des Jahres geplant und erwartet.— Björn Gulden, CEO adidas AG
Die Adidas Jahreszahlen 2025 zeigen einen Konzern im klaren Wiederaufwind mit Rekordumsatz, steigenden Margen und einem milliardenschweren Aktienrückkauf als Vertrauenssignal. Für Anleger bedeutet das eine verbesserte Ausgangslage nach einer langen Durststrecke. Ob sich daraus ein nachhaltiger Trend entwickelt, dürften die endgültigen Zahlen und der 2026er-Ausblick im März bestätigen – Adidas bleibt damit für wachstumsorientierte Investoren klar auf der Watchlist.














