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Adidas Jahreszahlen: +4,6% Rallye nach Gewinnsprung

Wie schafft es die adidas AG, nach der Yeezy-Krise Rekordumsatz, steigende Margen und ein Milliarden-Aktienrückkaufprogramm zu vereinen? Und was steckt hinter dem Kurssprung der Aktie um 4,6 Prozent? Die Details der Adidas Jahreszahlen könnten die Story für 2026 praegen.

Adidas Jahreszahlen im Fokus mit hochwertig inszenierten Adidas Schuhen als Symbol fuer Rekordumsatz und Gewinnsprung
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Stand: 10:00 MEZ

Was treibt die starken Adidas Jahreszahlen an?

adidas AG hat 2025 so viel umgesetzt wie nie zuvor. Der Konzernumsatz stieg trotz negativer Währungseffekte von mehr als 1 Milliarde Euro von 23,7 auf rund 24,8 Milliarden Euro. Währungsbereinigt legten die Erlöse um etwa 10 bis 13 Prozent zu – und damit stärker, als das Management zu Jahresbeginn in Aussicht gestellt hatte. Besonders bemerkenswert: Das Wachstum zog sich über alle Regionen und Vertriebskanäle und basierte nicht primär auf hohen Rabatten, sondern auf solider Nachfrage zu Vollpreisen.

Das operative Ergebnis sprang um mehr als 700 Millionen Euro auf knapp 2,1 Milliarden Euro. Im Sommer hatte Adidas noch mit 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro gerechnet – die Adidas Jahreszahlen liegen damit klar über der eigenen Zielspanne. Im traditionell weniger wichtigen vierten Quartal verbesserten sich Umsatz und Ergebnis ebenfalls zweistellig, das Betriebsergebnis stieg dort von 57 auf 164 Millionen Euro.

Wie entwickeln sich Margen und Gewinn bei Adidas?

Ein Kernpunkt der Adidas Jahreszahlen ist die deutliche Margenverbesserung. Die Bruttomarge legte 2025 um 0,8 Prozentpunkte auf 51,6 Prozent zu. Damit zeigt sich, dass der Konzern die Phase aggressiver Rabattaktionen in der Branche genutzt hat, um seine eigene Preisdisziplin zu wahren. Laut Management ist es gelungen, die „Rabatte unter Kontrolle“ zu halten und einen hohen Durchverkauf zum vollen Preis zu erzielen.

Die operative Marge erreichte rund 8,3 Prozent und nähert sich damit dem mittelfristigen Ziel von 10 Prozent oder mehr, das Konzernchef Björn Gulden ausgegeben hat. Trotz Belastungen durch die US-Zollpolitik und ungünstige Wechselkurse konnte Adidas seine Profitabilität also spürbar steigern. Das Management wertet dies als Bestätigung, dass die strategische Neuausrichtung nach der Yeezy-Krise greift.

adidas AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
adidas AG (ADS) – 252-Tage-Chart

Wie wirkt der Milliarden-Aktienrückkauf von Adidas?

Parallel zu den Adidas Jahreszahlen kündigt der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm an. Ab Anfang Februar will adidas AG eigene Aktien im Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro über das Jahr verteilt zurückkaufen und anschließend einziehen. Ermöglicht wird der Schritt durch den starken Cashflow und die robuste Bilanz. Finanzvorstand Harm Ohlmeyer hatte Rückkäufe explizit erst wieder in Aussicht gestellt, wenn Adidas als „gesundes Unternehmen“ dasteht – diese Schwelle scheint nun überschritten.

Die Börse reagiert positiv: Die Aktie steigt am Freitagvormittag auf etwa 151,20 Euro und legt damit gegenüber dem Vortag um rund 4,6 Prozent zu. Gleichwohl befindet sich der Kurs mittelfristig noch in einem Abwärtstrend und weit unter früheren Hochs jenseits von 260 Euro. Das Rückkaufprogramm soll dem Papier zusätzlichen Rückenwind geben und die Kapitalrendite für Aktionäre erhöhen.

Wie bewerten Analysten die Adidas Jahreszahlen?

Die Adidas Jahreszahlen werden von Analysten überwiegend als klarer Vertrauensbeweis für die laufende Transformation gewertet. Die UBS, vertreten durch Analyst Robert Krankowski, hebt insbesondere hervor, dass Adidas den Sorgen um europäische Konsumschwäche, aggressive Rabattschlachten und die US-Zollpolitik getrotzt habe. Aus seiner Sicht unterstreicht das zweistellige Wachstum im vierten Quartal, dass die bisher kommunizierten Mittelfristziele eher konservativ sind als Ausdruck einer Wachstumsverlangsamung.

Positiv äußern sich auch Jefferies und Bernstein: Beide Häuser bestätigen ihre Kaufempfehlungen. Jefferies sieht das Kursziel bei 220 Euro, Bernstein bei 270 Euro. Im Fokus stehen hier das starke organische Wachstum, die steigenden Margen und die Rückkehr zu Aktienrückkäufen. Viele Investoren hatten darauf gewartet, dass Adidas nach den schwierigen Jahren wieder zu einer aktiven, aktionärsfreundlichen Kapitalpolitik übergeht.

Die nächste Wegmarke für den Kapitalmarkt ist der 4. März, wenn die endgültigen Zahlen und der Ausblick für 2026 vorgestellt werden. Der Markt rechnet derzeit mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Entscheidend wird sein, ob Adidas die Dynamik der Adidas Jahreszahlen 2025 in das WM- und Olympia-Jahr 2026 hinein verteidigen und weiter Marktanteile – insbesondere gegenüber Nike – gewinnen kann.

2025 ist für Adidas viel besser verlaufen, als zu Beginn des Jahres geplant und erwartet.
— Björn Gulden, CEO adidas AG
Fazit

Die Adidas Jahreszahlen 2025 zeigen einen Konzern im klaren Wiederaufwind mit Rekordumsatz, steigenden Margen und einem milliardenschweren Aktienrückkauf als Vertrauenssignal. Für Anleger bedeutet das eine verbesserte Ausgangslage nach einer langen Durststrecke. Ob sich daraus ein nachhaltiger Trend entwickelt, dürften die endgültigen Zahlen und der 2026er-Ausblick im März bestätigen – Adidas bleibt damit für wachstumsorientierte Investoren klar auf der Watchlist.

Rigetti Computing Roadmap: -9,8% Risiko-Wende

Kann die Rigetti Computing Technologieroadmap und Bewertung den jüngsten Kursrutsch von -9,8 % rechtfertigen? Zwischen 1.000+ Qubits bis 2027, neuem Indien-Großauftrag und hohem Cashburn stellt sich die Frage: Wie viel Zukunft ist im aktuellen Kurs schon eingepreist?

Rigetti Computing Roadmap mit Ankaa-3 Quantenchip im Fokus, technologischer Sprung zu 1.000+ Qubits bis 2027
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Stand: 19:34 MEZ

Was steckt technologisch in der Rigetti Computing Roadmap?

Rigetti Computing positioniert sich als Vollsortiment-Anbieter im Quantencomputing – vom Chip bis zur Cloud. Herzstück der Rigetti Computing Roadmap sind eigene Quantenprozessoren (QPUs) auf Basis supraleitender Schaltkreise, die in kryogenen Anlagen betrieben werden. Aktuell bietet das Unternehmen unter anderem das 84‑Qubit-System Ankaa‑3 auf einem nicht-modularen Chip sowie das 36‑Qubit-System Cepheus‑1‑36Q, das vier modulare 9‑Qubit‑Chips verbindet. Diese Systeme werden sowohl direkt an Forschungseinrichtungen verkauft als auch über die eigene Cloud-Plattform Forest als „Quantum‑Computing‑as‑a‑Service“ bereitgestellt.

Die Rigetti Computing Roadmap sieht den nächsten deutlichen Technologiesprung noch für dieses Jahr vor: Ein 108‑Qubit‑Cepheus-System sowie ein weiteres System mit mehr als 150 Qubits sollen in Betrieb gehen. Bis Ende 2027 plant Rigetti den Sprung auf Systeme mit über 1.000 Qubits. Ein zentrales Leistungsmerkmal bleibt dabei die Gate Fidelity. Während klassische Chips nahezu fehlerfrei arbeiten, liegt die Zwei-Qubit-Gattergenauigkeit bei Rigetti bislang bei rund 99 %. Das klingt hoch, führt bei Milliarden von Operationen pro Sekunde jedoch zu schnell kumulierenden Fehlern, was den kommerziellen Einsatz noch bremst.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Rigetti-Systemen?

Der bislang noch enge Kundenkreis von Rigetti Computing besteht vor allem aus staatlichen Forschungslaboren, Universitäten und wenigen Hightech-Unternehmen. Entsprechend niedrig fällt der Umsatz aus: Die Erlöse der vergangenen zwölf Monate lagen bei rund 7,5 bis 7,6 Mio. US‑Dollar, nachdem die Einnahmen 2023, 2024 und 2025 teilweise rückläufig waren. Belastend wirkten vor allem unregelmäßige Regierungsaufträge und das Auslaufen eines Vertrags mit der US‑National Quantum Initiative.

Frischen Rückenwind bringt nun ein neuer Großauftrag: Indiens Centre for Development of Advanced Computing hat eine 108‑Qubit‑Anlage im Wert von 8,4 Mio. US‑Dollar bestellt. Damit übersteigt ein einzelner Auftrag die jüngsten Jahresumsätze von Rigetti. Gleichzeitig unterstreicht er, dass Länder mit eigener Digitalstrategie bereit sind, frühzeitig in Quanteninfrastruktur zu investieren. Analysten erwarten, dass sich der Umsatz von Rigetti bis 2027 auf rund 45,4 Mio. US‑Dollar mehr als versechsfacht, sofern die Systeme wie geplant ausgerollt und weitere Regierungs- und Forschungskunden gewonnen werden.

Reicht der Finanzpuffer von Rigetti Computing aus?

Die Kehrseite der Rigetti Computing Roadmap sind die massiven Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt einen Nettoverlust von rund 351 Mio. US‑Dollar innerhalb von zwölf Monaten – bei nur einstelligen Millionenumsätzen. Zwar verfügt Rigetti noch über etwa 450 Mio. US‑Dollar an liquiden Mitteln, doch der jährliche Cashburn bleibt hoch.

Um diese Lücke zu schließen, setzte Rigetti Computing in den vergangenen Jahren stark auf Kapitalerhöhungen: Die Aktienzahl hat sich nahezu verdreifacht. Für bestehende Anleger bedeutet das fortlaufende Verwässerung, während die Profitabilität weiterhin in weiter Ferne liegt. Trotz des jüngsten Kursrückgangs auf 19,85 US‑Dollar bringt es Rigetti auf eine Marktkapitalisierung von rund 7,2 bis 7,3 Mrd. US‑Dollar – mehr als etablierte Unternehmen wie ADT, Mattel oder CarMax. Bezogen auf die für 2027 erwarteten Umsätze entspricht das einem Vielfachen von rund 160 des prognostizierten Jahreserlöses.

Wie teuer ist die Rigetti Computing Bewertung aktuell?

Die ambitionierte Rigetti Computing Roadmap liefert einen klaren Fahrplan für technologische Meilensteine – vom heutigen 84‑Qubit‑System bis zu 1.000+ Qubits im Jahr 2027. Gleichzeitig spiegeln die aktuellen Bewertungskennzahlen bereits einen erheblichen Teil dieses Zukunftspotenzials wider. Mit einem Kursrückgang von 22,01 auf 19,85 US‑Dollar am Donnerstag bleibt die Aktie trotz der Korrektur hoch bewertet.

Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup oder RBC Capital Markets haben die Branche Quantencomputing als spekulatives Wachstumsfeld auf dem Radar, konkrete Einstufungen oder Kursziele zu Rigetti stehen jedoch im Schatten der geringen Unternehmensgröße und der noch winzigen Umsatzbasis. Für viele professionelle Investoren bleibt entscheidend, ob Rigetti seine Roadmap technisch einhält und gleichzeitig neue Großaufträge über Regierungsprogramme und Industriekunden sichern kann. Die Rigetti Computing Roadmap adressiert klar dieses Spannungsfeld aus technologischem Fortschritt, Skalierung der Umsätze und langfristiger Finanzierung.

Fazit

Rigetti kombiniert einen sichtbaren Technologiepfad mit hohem Cashburn und extremer Bewertung. Für risikobereite Anleger kann die Rigetti Computing Roadmap ein spannendes, aber spekulatives Langfristthema sein. Entscheidend werden die nächsten System-Releases und Vertragsgewinne sein, die zeigen, ob das Unternehmen vom Forschungsobjekt zum tragfähigen Geschäftsmodell skalieren kann.

Broadcom AI-Wachstum: 74%-Turbo für Dividenden

Kann ein Chipkonzern gleichzeitig vom AI-Boom profitieren und seine Dividende Jahr für Jahr steigern? Broadcom AI-Wachstum und Dividendenstrategie liefern beeindruckende Zahlen – doch wie belastbar ist dieses Modell wirklich für Langfrist-Anleger?

Broadcom AI-Wachstum mit Hochleistungs-Chip und Netzwerkhardware für Rechenzentren
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Stand: 21:00 MEZ

Broadcom AI-Wachstum: Wie stark ist der AI-Turbo?

Broadcom positioniert sich im AI-Superzyklus mit einem anderen Ansatz als Nvidia oder AMD: Statt Standard-GPUs setzt der Konzern auf kundenspezifische Hochleistungs-Chips und Networking-Lösungen für die großen Hyperscaler. Im jüngsten Quartal stiegen die AI-Halbleiterumsätze auf rund 6,5 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von etwa 74 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit stammen bereits rund 36 % des Konzernumsatzes von insgesamt 18 Milliarden US-Dollar aus dem AI-Segment.

Für das laufende erste Quartal 2026 erwartet das Management einen weiteren Sprung: Die AI-Halbleitererlöse sollen auf etwa 8,2 Milliarden US-Dollar zulegen – ein Plus von rund 100 % im Jahresvergleich. Insgesamt peilt Broadcom hier rund 19,1 Milliarden US-Dollar Umsatz an, womit AI-Chips auf gut 43 % Anteil kämen. Das Broadcom AI-Wachstum verschiebt damit das Geschäftsprofil zunehmend vom klassischen Netzwerk- und Softwareanbieter hin zu einem der zentralen Profiteure des globalen AI-Infrastruktur-Ausbaus.

Zu den Wachstumstreibern zählen neben den Custom-Chips für Hyperscaler auch Schlüsselbausteine für AI-Training und Inferenz, darunter spezialisierte Beschleuniger und Hochgeschwindigkeits-Netzwerktechnik für Rechenzentren.

Broadcom Dividende: Warum wird der Konzern unterschätzt?

Trotz der Kursrallye und des Fokus auf Wachstum zeichnet sich Broadcom durch eine konsequente Dividendenphilosophie aus. Seit Einführung der Ausschüttung im Geschäftsjahr 2011 hat der Konzern die Dividende 15 Jahre in Folge erhöht – zuletzt im Dezember um 10 %. Über die vergangenen zehn Jahre ist die quartalsweise Dividende von weniger als 0,05 US-Dollar (splitbereinigt) auf rund 0,65 US-Dollar explodiert, was einer Steigerung um den Faktor 13 entspricht.

Aktuell liegt die Dividendenrendite bei etwa 0,8 % und wirkt damit auf den ersten Blick wenig spektakulär. Historische Investoren profitieren jedoch von einem enormen Yield on Cost: Wer Broadcom vor rund zehn Jahren zu etwa 15 US-Dollar pro Aktie kaufte, kam damals auf rund 1,3 % Anfangsrendite – heute liegt die persönliche Rendite auf den Einstandskurs bei gut 17 %, zusätzlich zu einer rund 20-fachen Kurssteigerung.

Dieses Renditeprofil verdeutlicht, wie stark wachstumsorientierte Dividendenwerte langfristig zu passiven Einkommensmaschinen werden können. Das Broadcom AI-Wachstum fungiert dabei als Katalysator für weitere Ausschüttungssteigerungen – ohne dass die Investitionen in F&E, neue Chipplattformen oder Softwareintegration ausgebremst werden müssen.

Broadcom AI-Wachstum und Dividendenstrategie Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Broadcom AI-Wachstum und Dividendenstrategie (AVGO) – 252-Tage-Chart

Broadcom AI-Wachstum: Ist die Dividende wirklich sicher?

Ein entscheidender Punkt für Dividendeninvestoren ist die Frage, ob das Broadcom AI-Wachstum tatsächlich in nachhaltige Ertragskraft übersetzt wird. Die aktuellen Zahlen sprechen dafür: Broadcom generiert rund 5,55 US-Dollar Free Cashflow je Aktie und deckt damit die Dividende komfortabel mehr als doppelt ab. Analystenschätzungen sehen die Gewinne je Aktie im Geschäftsjahr 2026 bei etwa 10,29 US-Dollar und 2027 bei rund 14,22 US-Dollar – getrieben von weiter wachsenden AI-Umsätzen, stabilen Netzwerkgeschäften und dem Softwarebereich.

Das ermöglicht es dem Management, die Dividende weiter zweistellig pro Jahr zu erhöhen, ohne den finanziellen Spielraum für strategische Zukäufe oder hohe Investitionen in die AI-Infrastruktur zu beschneiden. Auf Basis heutiger Kurse um die 330 US-Dollar und einer hypothetischen jährlichen Dividendenerhöhung von 15 % könnte die laufende Rendite auf den Einstandskurs binnen zehn Jahren Richtung 3 % steigen – bei weiterem Potenzial für Kursgewinne.

Gleichzeitig bleibt das Bewertungsniveau mit einem Forward-KGV von rund 31 im AI-Sektor moderat. Das Chance-Risiko-Profil wird durch die Mischung aus AI-Hochwachstum und solider Ausschüttungspolitik abgefedert, auch wenn Broadcom historisch wiederholt kräftige Kurskorrekturen von über 30 % innerhalb weniger Wochen erlebt hat.

Broadcom Aktie: Wie ist das Chance-Risiko-Profil?

Das starke Broadcom AI-Wachstum und die verlässliche Dividendenpolitik schlagen sich auch in den Einschätzungen der Research-Häuser nieder. Analysten heben besonders hervor, dass Broadcom als Lieferant kritischer Hardware für AI-Training und Inferenz in Hyperscale-Rechenzentren eine Schlüsselrolle einnimmt und damit eine attraktive Alternative zu Nvidia darstellt. Mehrere Häuser verweisen zudem auf die stabilen Cashflows aus dem Infrastruktur-Software- und Netzwerkgeschäft, die als Puffer in zyklischen Phasen dienen.

Gleichzeitig warnen skeptischere Stimmen vor der hohen Bewertung nach der jahrelangen Kursrallye und den stark gestiegenen Erwartungen an das AI-Wachstum. Rückschläge bei Großkunden, Verzögerungen bei der Umstellung auf neue Fertigungstechnologien oder eine Abkühlung der Investitionen in AI-Rechenzentren könnten zu erneuten, deutlichen Korrekturen führen. Für langfristig orientierte Anleger bleibt Broadcom dennoch ein Kernkandidat, um strukturell vom AI-Superzyklus zu profitieren und parallel eine wachsende Dividende zu vereinnahmen.

Fazit

Das Broadcom AI-Wachstum macht den Konzern zum klaren Profiteur des globalen AI-Infrastruktur-Ausbaus und stützt zugleich eine beeindruckende Serie kräftiger Dividendenerhöhungen. Für Anleger, die Wachstum und laufende Ausschüttungen kombinieren wollen, bietet Broadcom damit einen spannenden Mix aus AI-Fantasie und Dividendenstärke. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob der AI-Umsatzschub anhält und die Aktie ihre Rolle als Dividenden-Star im Technologiesektor weiter festigt.

Bitcoin Marktkorrektur: -5,6% Crash-Warnung

Droht Bitcoin nach dem -5,6%-Rutsch endgültig aus der Seitwärtsrange zu fallen, während Gold und Silber neue Höhen testen? Bitcoin vs. Edelmetalle und Makro-Stress zeigt, wie brutal Derivateflüsse und ETF-Einstiegspreise jetzt auf BTCUSD einwirken.

Bitcoin Marktkorrektur mit Fokus auf BTCUSD vor Gold- und Silberbarren im Hintergrund
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Stand: 21:00 MEZ

Bitcoin Marktkorrektur: Kippt jetzt die 80.000?

Bitcoin vs. Edelmetalle und Makro-Stress zeigt sich derzeit ungewohnt klar zugunsten der Edelmetalle. Während Gold zeitweise erstmals über 5.600 US‑Dollar stieg und Silber über 120 US‑Dollar je Unze kletterte, steckt die Leitwährung der Kryptomärkte in einer deutlichen Bitcoin Marktkorrektur. Der Kurs von BTCUSD liegt inzwischen rund 16 % unter dem Vorjahresniveau und testet die Unterkante einer zehnwöchigen Seitwärtsrange zwischen 94.000 und 84.000 US‑Dollar. Die Verkaufswelle wurde maßgeblich durch Derivate getrieben: Innerhalb von nur zwei Stunden schnellte das Taker-Sell-Volumen über alle Börsen auf etwa 4,1 Milliarden US‑Dollar hoch, während bullishe Hebelpositionen im Volumen von mehr als 650 Millionen US‑Dollar zwangsliquidiert wurden. Für institutionelle Anleger bleibt Bitcoin damit vorerst ein hochvolatiles Risk-Asset, das in Phasen makroökonomischer Stressreaktionen eher verkauft als als Absicherung genutzt wird.

Warum schlagen Gold und Silber Bitcoin aus?

Parallel zur Bitcoin Marktkorrektur fließt Kapital in klassische Edelmetalle. In der vergangenen Woche verzeichneten Fonds für Gold und Silber Zuflüsse von rund 1,4 Milliarden US‑Dollar, während Bitcoin-nahe Produkte Abflüsse von etwa 300 Millionen US‑Dollar hinnehmen mussten. Der Goldpreis überstieg kurzzeitig 5.550 US‑Dollar, Silber zog dynamisch nach. Besonders bemerkenswert: Innerhalb von 30 Minuten verlor Gold in einem scharfen Rücksetzer 400 US‑Dollar je Unze und damit mehr an Marktwert, als die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin beträgt. Trotz dieser extremen Schwankungen sehen viele Marktteilnehmer Edelmetalle als direkte Wette auf einen Vertrauensverlust in den US‑Dollar, der auf einem Vierjahrestief notiert. Krypto-Börsen spielen dabei eine neue Rolle: Auf Plattformen wie Hyperliquid wurden Silber-Futures im Wert von über 1 Milliarde US‑Dollar gehandelt, und auf Ostium entfallen inzwischen rund 80 % des offenen Interesses auf Rohstoff-Perpetuals – nur noch etwa 5 % auf klassische Krypto-Assets.

Bitcoin vs. Edelmetalle und Makro-Stress Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Bitcoin vs. Edelmetalle und Makro-Stress (BTCUSD) – 252-Tage-Chart

Nutzen Institutionelle den Bitcoin-Dip?

Im Zentrum der aktuellen Bitcoin Marktkorrektur steht eine psychologisch wichtige Marke: Rund 84.100 US‑Dollar gelten als durchschnittlicher Einstandspreis der Käufer der US‑Spot-ETFs. BTCUSD pendelt nur knapp darüber. Ein Bruch auf Tagesschlussbasis würde den Blick auf 80.000 US‑Dollar und darunter auf 76.000 US‑Dollar lenken, die als nächste Unterstützungszonen genannt werden. Gleichzeitig signalisieren Stimmungsindikatoren wie der Crypto Fear & Greed Index mit einem Wert von 26 von 100 klaren Angstbereich. Auf der Derivateseite sind die Funding-Rates bei Schwergewichten wie Ether, Solana und XRP in negatives Terrain gerutscht – historisch häufig ein Hinweis auf eine nähere Bodenbildung, da überhebelte Long-Positionen bereits bereinigt wurden. Eine aktuelle Umfrage unter 75 institutionellen Investoren zeigt, dass 71 % Bitcoin im Bereich von 85.000 bis 95.000 US‑Dollar für unterbewertet halten, während etwa 80 % ihre Positionen halten oder bei weiteren Rücksetzern um 10 % aufstocken würden. Das deutet auf einen Konflikt zwischen kurzfristigem Derivate-Druck und langfristiger Überzeugung hin.

Wie verstärkt Makro-Stress den BTCUSD-Druck?

Makroökonomisch prallen mehrere Faktoren aufeinander, die die Bitcoin Marktkorrektur verstärken. Sorgen um einen möglichen US‑Government-Shutdown, schwache Quartalszahlen sowie Spannungen im Nahen Osten belasten die Risikobereitschaft. Gleichzeitig hat der schwächelnde Dollar den EUR/USD-Kurs über 1,20 gehoben, was klassische Inflations- und Währungs-Hedges wie Gold und Silber zusätzlich attraktiv macht. Hedgefonds-Manager Ray Dalio spricht von einem Zusammenbruch der „monetären Ordnung“ und empfiehlt Privatanlegern, etwa 15 % ihres Vermögens in Gold oder Bitcoin zu halten. In der Praxis scheint der Fokus aktuell stärker auf physischen und derivativen Edelmetallpositionen zu liegen. Krypto-native Trader nutzen Wallets zunehmend, um Gold- und Silber-Perpetuals zu handeln; die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold ist auf etwa -0,18 gedreht, was die Abkopplung unterstreicht. Während Zinssenkungshoffnungen, ein pro-krypto-freundlicher Präsident, steigende globale Liquidität und Aktien auf Rekordständen Bitcoin bislang nicht nachhaltig stützen konnten, bleibt der anstehende Monatsschluss entscheidend: Ein Close über 87.500 US‑Dollar, dem Jahreseröffnungskurs, würde die Bullen stärken, ein Schluss darunter könnte den Weg Richtung „Bearadise“ und damit zu tieferen Kursen ebnen.

Get excited about metals, but realise these buys are essentially insurance.
— Unabhängiger Marktstratege für digitale Vermögenswerte
Fazit

Im Fazit bleibt die Bitcoin Marktkorrektur ein Stresstest für das Narrativ der Kryptowährung als digitales Gold und zwingt Anleger, die Rolle von BTCUSD im Portfolio neu zu justieren. Für kurzfristig orientierte Trader dominieren Derivateflüsse und die Gefahr weiterer Liquidationswellen, während langfristige Investoren die aktuelle Schwächephase als mögliche Einstiegs- oder Aufstockungsgelegenheit sehen. Wer auf die nächste Bewegung setzt, sollte die 80.000‑Dollar-Marke, die Entwicklung an den Spot-ETFs und die Kapitalströme zwischen Krypto und Edelmetallen genau im Blick behalten.

Honeywell Quartal: +4,9% Rallye dank HONA-Coup

Kann das neue Honeywell Quartal den Kursanstieg von 4,9 Prozent rechtfertigen? Rekordauftragsbestand, HONA-Spin-off und Quantinuum-Fantasie sorgen für Gesprächsstoff – doch was steckt wirklich hinter dem optimistischen Ausblick bis 2026?

Honeywell Quartal im Fokus mit hochwertig inszenierten Aerospace- und Industrieprodukten
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Stand: 21:02 MEZ

Honeywell Quartal: Wie stark sind Umsatz und Gewinn?

Honeywell International Inc. meldet für das jüngste Honeywell Quartal ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,59 US‑Dollar und liegt damit über den Konsensschätzungen von rund 2,54 US‑Dollar. Damit setzt der Konzern seine Serie solider Ergebnisüberraschungen fort, auch wenn der ausgewiesene GAAP‑Gewinn durch Sondereffekte, darunter Vergleichszahlungen, deutlich niedriger ausfällt. Auf der Umsatzseite werden etwa 9,8 Milliarden US‑Dollar ausgewiesen, bereinigt sind es 10,1 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über den Markterwartungen. Besonders stark präsentiert sich die Luftfahrtsparte, deren Nachfrage nach Wartung, Ersatzteilen und Systemlösungen die Schwäche in anderen Segmenten ausgleicht.

Operativ profitiert Honeywell International Inc. von anhaltend hoher Nachfrage nach Automatisierung, Gebäude‑ und Sicherheitstechnik. Margenseitig zeigt sich das Honeywell Quartal resilient: Produktivitätsprogramme und Preiserhöhungen kompensieren Kosteninflation und Lieferkettenaufwand weitgehend. Die operative Marge bleibt damit in einem Band, das Investoren als komfortabel einstufen. Zugleich signalisiert das Management, dass der Rekordauftragseingang im Schlussquartal die Visibilität für 2026 deutlich verbessert.

Honeywell International: Trägt der Rekordauftragsbestand?

Ein Kernpunkt im Honeywell Quartal ist der Auftragsbestand, der auf über 37 Milliarden US‑Dollar klettert. Getrieben wird dieses Niveau vor allem durch die Luftfahrtaktivitäten mit starken Service‑ und Aftermarket‑Bestellungen. Für Anleger fungiert dieser Backlog als eine Art Puffer: Selbst bei konjunkturellen Schwankungen bleibt die Auslastung der Werke damit absehbar hoch. Zudem verzeichnet Honeywell International Inc. ein organisches Auftragswachstum von über 20 Prozent im Schlussquartal, was die Qualität des Book-to-Bill-Verhältnisses unterstreicht.

Der Konzern nutzt die robuste Auftragslage, um einen ambitionierten Ausblick zu formulieren. Für 2026 stellt das Management ein bereinigtes Ergebnis je Aktie in einer Spanne von etwa 10,35 bis 10,65 US‑Dollar in Aussicht, was einem Zuwachs von rund 6 bis 9 Prozent entspricht. Diese Guidance liegt über vielen bisherigen Marktannahmen und verleiht dem Honeywell Quartal zusätzlichen Rückenwind. Der Konzern rechnet damit, dass insbesondere die Segmente Luftfahrt, Gebäudetechnik und digitale Industrieplattformen weiter zulegen.

Honeywell International Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Honeywell International Inc. (HON) – 252-Tage-Chart

HONA-Spin-off: Was plant Honeywell International?

Strategisch im Mittelpunkt steht die geplante Aufspaltung: Honeywell International Inc. will seine Aerospace‑Aktivitäten in die neue Gesellschaft Honeywell Aerospace ausgliedern, die im dritten Quartal 2026 unter dem Ticker HONA an die Nasdaq gehen soll. Die Einheit erzielte 2024 mehr als 15 Milliarden US‑Dollar Umsatz und gilt damit als Schwergewicht im globalen Luftfahrtzuliefermarkt. Mit Jim Currier als künftigen CEO und Josh Jepsen als CFO sind zentrale Managementpositionen bereits besetzt.

Die beschleunigte Umsetzung des Spin-offs kommt bei Investoren gut an, weil sie sich eine klarere Bewertung der einzelnen Geschäftsbereiche erhoffen. Das bestehende Konglomerat‑Discount könnte sich dadurch reduzieren. Kurzfristig bringt der Umbau zwar Transaktions- und Organisationsaufwand, doch das Management betont, dass die operative Performance im laufenden Honeywell Quartal und darüber hinaus nicht leiden soll. Der Kursanstieg auf 227,24 US‑Dollar (+4,89 Prozent) signalisiert, dass der Markt die Trennung als wertschaffend einpreist.

Quantinuum & Ausblick: Was treibt Honeywell Aktie?

Zusätzliche Fantasie erhält das Honeywell Quartal durch die Quantencomputing‑Beteiligung Quantinuum. Das Unternehmen wird in privaten Finanzierungsrunden mit rund 10,6 Milliarden US‑Dollar bewertet und hat namhafte Partner wie JPMorgan und Nvidia an Bord. Ein künftiger Börsengang könnte weiteren Wert für die Aktionäre von Honeywell International Inc. heben, auch wenn konkrete Zeitpläne offen bleiben. Anleger sehen in der Kombination aus klassischem Industriebusiness und Hochtechnologie einen seltenen Mix.

Auf der Analystenseite zeigt sich zunehmender Optimismus: JPMorgan hatte die Aktie zuletzt auf „Overweight“ hochgestuft und ein Kursziel von 255 US‑Dollar ausgegeben, was zusätzliches Aufwärtspotenzial signalisiert. Charttechnisch hat die Aktie mit dem Sprung auf über 227 US‑Dollar den hartnäckigen Widerstandsbereich zwischen 220 und 235 US‑Dollar erneut attackiert, der bis 2021 zurückreicht. Eine erste Unterstützung liegt nun im Bereich des 20‑Tage‑Durchschnitts um 210 US‑Dollar. Das Honeywell Quartal bestätigt damit den laufenden Aufwärtstrend, zumal Dividendenzahlungen und das stabile Industrie‑Portfolio in den Bereichen Sicherheit, Medizintechnik und Gerätebau für zusätzliche Stabilität sorgen.

Fazit

Im Fazit steht das Honeywell Quartal für einen Mix aus soliden Zahlen, starkem Auftragseingang und klarer strategischer Agenda mit HONA‑Spin-off und Quantinuum‑Option. Für Anleger bedeutet das eine verbesserte Visibilität beim Gewinnwachstum bis 2026 und die Chance auf zusätzliche Bewertungsfantasie. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Honeywell International Inc. die ambitionierte Guidance halten und die Transformation planmäßig umsetzen kann – wer an dieses Szenario glaubt, findet jetzt eine spannend positionierte Qualitätsaktie.

Apple Quartal: 5 Fakten zum historischen Triumph

Wie stark war das jüngste Apple Inc. Quartal wirklich – und was steckt hinter den Rekordzahlen? Zwischen iPhone-17-Boom, China-Comeback und steigenden Speicherpreisen: Wo lauern Chancen, wo Risiken für Anleger?

Edles iPhone 17 Pro im Fokus, Symbol für starkes Apple Quartal und Rekordumsatz
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Stand: 22:36 MEZ

Wie stark war das Apple Quartal im Überblick?

Apple Inc. meldet für das jüngste Apple Quartal ein echtes Blowout-Ergebnis. Der Konzernumsatz steigt um 16 Prozent auf 143,76 Milliarden Dollar und liegt damit klar über den prognostizierten rund 138,4 Milliarden. Der Gewinn je Aktie klettert auf 2,84 Dollar, nachdem der Markt mit etwa 2,68 Dollar gerechnet hatte. Das operative Ergebnis wächst um mehr als 8 Milliarden Dollar, während die laufenden Kosten nur um rund 3 Milliarden zulegen.

Die Bruttomarge bleibt mit rund 48 Prozent beeindruckend robust, obwohl Investoren im Vorfeld befürchtet hatten, dass die massiv gestiegenen Preise für DRAM- und andere Speicherchips die Profitabilität deutlich schmälern könnten. Die Aktie von Apple reagiert nachbörslich zunächst mit einem Plus von rund 2 bis 3 Prozent und notiert zuletzt um 258,28 Dollar, ein Tagesgewinn von 0,72 Prozent.

Wie treibt das iPhone 17 das Apple Wachstum?

Herzstück des starken Apple Quartal sind die iPhone-Verkäufe. Der Umsatz im iPhone-Segment springt um 23 Prozent auf 85,27 Milliarden Dollar und markiert damit einen historischen Bestwert. Erwartet hatten Analysten lediglich rund 78 Milliarden Dollar. CEO Tim Cook spricht von „atemberaubender“ beziehungsweise „staggering“ Nachfrage nach dem iPhone 17, insbesondere nach dem iPhone 17 Pro.

Marktforscher gehen davon aus, dass Apple den langjährigen Marktführer Samsung im Smartphone-Markt vom Thron gestoßen hat. Neben Kamera‑Upgrades und Leistungsgewinnen profitiert das Unternehmen von einer Upgrade-Welle vieler Nutzer, die lange an älteren Modellen festgehalten haben. Parallel wächst die Basis aktiver Geräte auf 2,5 Milliarden – ein wichtiger Hebel für künftiges Service-Wachstum.

Apple Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Apple Inc. (AAPL) – 252-Tage-Chart

Wie wichtig ist der China-Turnaround für Apple?

Eine der größten positiven Überraschungen im Apple Quartal ist China. Nach mehreren schwachen Perioden drehen die Umsätze dort deutlich nach oben: Der Erlös in der Region steigt um 38 Prozent auf 25,53 Milliarden Dollar und übertrifft die Erwartungen von gut 21,8 Milliarden klar. Tim Cook verweist auf eine Rekordzahl an Bestandskunden, die auf neue Modelle wechseln, sowie zweistellige Zuwächse bei Umsteigern von Android.

Auch in Europa und den USA meldet Apple zweistellige Zuwächse. Die Servicesparte wächst um rund 14 Prozent auf etwa 30 Milliarden Dollar Umsatz und erzielt damit einen neuen Rekord. Für viele Analysten festigt das die Sicht auf Apple als reifes, relativ defensives Tech-Unternehmen mit stabilen Cashflows und enormer Marktmacht – durchaus vergleichbar mit Konsumriesen wie Coca‑Cola.

Apple Quartal: Wie belastbar bleiben die Margen?

Im Fokus der Investoren steht im Apple Quartal die Frage, wie stark steigende Speicherpreise die Margen künftig einengen. Seit Herbst sind die Spotpreise für DRAM um fast 400 Prozent nach oben geschossen, weil KI-Rechenzentren enorme Kapazitäten binden. Laut IDC machen Speicherchips 10 bis 20 Prozent der Hardwarekosten eines Smartphones aus; die Marktforscher sprechen bereits von einer „Krise“ für Hardware-Hersteller.

Apple kann dank seiner Marktmacht bessere Konditionen verhandeln und einen Teil der Mehrkosten über höhere Verkaufspreise weitergeben. Doch die Spielräume sind begrenzt: Höhere Preise könnten die Nachfrage dämpfen, während eine komplette Kostenübernahme die Bruttomargen angreifen würde. Analysten wie Jay Goldberg von Seaport Research Partners sehen die Bruttomarge daher als zentrale Kennzahl für die zweite Jahreshälfte 2026.

Parallel dazu verfolgt Apple bei Künstlicher Intelligenz eine deutlich andere Strategie als Microsoft oder Meta. Statt zweistellige Umsatzanteile in KI-CapEx zu stecken, investiert Apple nur rund 3 Prozent des Umsatzes in Sachanlagen und setzt auf Partnerschaften. Kern ist die Integration von Googles Gemini in „Apple Intelligence“. Das ermöglicht KI-Funktionen auf iPhone und Co., ohne dass der Konzern selbst gigantische Rechenzentren aufbauen muss.

Apple Quartal: Bewertung, Kursziele und Ausblick?

Während das operative Bild im aktuellen Apple Quartal glänzt, sorgt die Bewertung für Diskussionen. Der Konzern wird mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber dem Gesamtmarkt und auch gegenüber anderen „Magnificent Seven“ gehandelt. Kommentatoren bei Seeking Alpha sehen angesichts der moderaten Wachstumsdynamik außerhalb des iPhone‑Segments nur begrenzten Aufwärtsspielraum und warnen davor, das Ergebnis zu überbezahlen.

Gleichzeitig bleiben viele Häuser konstruktiv. Seaport-Analyst Jay Goldberg hält trotz Speicherchip-Risiken an seinem Kaufrating mit einem Kursziel von rund 310 Dollar fest. Charttechnisch gilt der Bereich um 278 Dollar als wichtige Hürde: Ein Ausbruch darüber würde ein prozyklisches Kaufsignal mit Potenzial Richtung 316 Dollar liefern. Auf der Unterseite wäre ein Tagesschluss unter 244 Dollar, also unter der 200‑Tage-Linie, ein Warnsignal mit Risiko in Richtung 214 Dollar.

iPhone had its best-ever quarter driven by unprecedented demand, with all-time records across every geographic segment.
— Tim Cook, CEO von Apple Inc.
Fazit

Für Anleger lässt sich das Bild so zusammenfassen: Das Apple Quartal bestätigt die enorme Ertragskraft und den globalen Markteinfluss des Konzerns, doch Speicherchip-Kosten und hohe Bewertung bleiben Risikofaktoren. Wer bereits investiert ist, findet in den Zahlen eine robuste Bestätigung. Neueinstiege sollten genau beobachten, ob Apple in den kommenden Quartalen seine Margen trotz Speicherpreisschock stabil halten und die KI-Story glaubhaft weiterentwickeln kann – erst dann dürfte das nächste starke Apple Quartal die aktuelle Rallye nachhaltig fortschreiben.

Caterpillar Quartal: +2,5% Rallye dank KI-Boost

Kann das starke Caterpillar Inc. Quartal den KI-Boom in bare Münze verwandeln? Die neuen Zahlen zeigen Rekorde bei Umsatz und Auftragsbestand – doch Zölle und Margenrisiken bleiben ein Bremsfaktor. Wie ist die Aktie jetzt einzuordnen?

Caterpillar Quartal im Fokus mit CAT-Stromgenerator für KI-Rechenzentren als Wachstumstreiber
Erwähnte Aktien
CAT CAT
$659,02 +2.45%
Stand: 20:00 MEZ

Caterpillar Quartal: Wie stark fallen die Zahlen aus?

Im abgelaufenen Caterpillar Quartal Q4 2025 legte der Baumaschinen- und Industriekonzern einen klaren Ergebnisschlag vor. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) lag bei 5,16 US‑Dollar und damit deutlich über den erwarteten rund 4,7 US‑Dollar. Der Umsatz kletterte auf 19,13 Milliarden US‑Dollar und übertraf die Konsensschätzungen von etwa 18 Milliarden US‑Dollar klar. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch höhere Volumina und eine verschobene Nachfrage hin zu margenträchtigen Energie- und Stromlösungen.

An der Börse sorgten die Daten für eine starke Reaktion: Die Aktie von Caterpillar Inc. stieg im Handel um mehr als 5 % und markierte in der Folge neue Allzeithochs im Bereich von rund 680 US‑Dollar, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Aktuell notiert die Aktie bei 659,02 US‑Dollar, was einem Tagesplus von 2,45 % entspricht. Charttechnisch sehen einige Marktbeobachter die Region um 680 US‑Dollar zunächst als kurzfristiges Top und blicken auf den 50‑Tage‑Durchschnitt als wichtige Unterstützungszone bei möglichen Rücksetzern.

Wie treibt der KI-Boom das Geschäft von Caterpillar?

Das aktuelle Caterpillar Quartal macht deutlich, dass der KI-Superzyklus längst in der Realwirtschaft angekommen ist. Besonders das Segment Power & Energy stach hervor: Der Umsatz stieg auf 9,4 Milliarden US‑Dollar, was einem Plus von rund 23 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn dieses Bereichs legte um etwa 25 % zu und machte Power & Energy zum größten und am schnellsten wachsenden Segment des Konzerns.

Treiber ist die rasant steigende Stromnachfrage von KI-Rechenzentren. Betreiber von Cloud- und KI-Infrastruktur sichern sich langfristig Diesel- und Gasmotoren, Generatoren und weitere Stromerzeugungsanlagen von Caterpillar Inc., um ihre Rechenzentren abzusichern und auszubauen. Diese Entwicklung spiegelt sich direkt im Auftragsbuch wider: Der Auftragsbestand sprang im Quartal um 11,3 Milliarden US‑Dollar auf den Rekordwert von 51,2 Milliarden US‑Dollar. Analysten sehen darin ein starkes Indiz, dass der KI-Infrastrukturzyklus noch weit vom Höhepunkt entfernt ist.

Im Zuge dieses Trends positionieren zahlreiche Investoren Caterpillar als indirektes „KI-Play“: Nicht durch Chips oder Software, sondern über die physische Infrastruktur, ohne die große Sprachmodelle und Datenanalysen nicht laufen können. Das Unternehmen selbst peilt bis Ende des Jahrzehnts ein jährliches Umsatzwachstum von 5 bis 7 % an – ein Ziel, das bei anhaltend hoher Nachfrage nach Energieausrüstung realistisch erscheint.

Caterpillar Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Caterpillar Inc. (CAT) – 252-Tage-Chart

Caterpillar Inc.: Wie drücken Zölle auf die Margen?

So glänzend das Caterpillar Quartal bei Umsatz und Gewinn ausfällt, ganz ohne Gegenwind ist die Story nicht. Die Zölle schlagen spürbar auf die Profitabilität durch: Für das Jahr 2025 beziffert das Management die Belastung auf rund 1,7 Milliarden US‑Dollar, für 2026 werden sogar etwa 2,6 Milliarden US‑Dollar erwartet. Parallel drückten höhere Kosten und Restrukturierungsaufwendungen auf die operativen Margen, obwohl die absoluten Gewinne neue Bestmarken erreichten.

Dennoch bleibt der übergeordnete Trend intakt: Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 Rekordumsätze von rund 67,6 Milliarden US‑Dollar, die Cashflows bleiben robust, und die starke Nachfrage im Energiegeschäft kompensiert derzeit den Margendruck. Für Anleger entscheidend wird sein, ob es Caterpillar gelingt, einen Teil der Zollkosten über Preisanpassungen weiterzugeben und gleichzeitig die Lieferfähigkeit im Power-&-Energy-Segment hoch zu halten, um den Rekord-Auftragsbestand effizient abzuarbeiten.

Wie bewerten Analysten das Caterpillar Quartal?

Das starke Caterpillar Quartal hat die Wahrnehmung des Titels an der Wall Street weiter verbessert. Die Citigroup führt die Aktie mit einer Kaufempfehlung („Buy“) und verweist insbesondere auf den Rekord-Backlog von 51,2 Milliarden US‑Dollar sowie die exponierte Position im KI-Infrastrukturzyklus. Auch andere Häuser betonen, dass das Risiko nicht im operativen Geschäft, sondern zunehmend in der ambitionierten Bewertung liegt, nachdem die Marktkapitalisierung die Marke von 300 Milliarden US‑Dollar überschritten hat.

Während kurzfristig nach der Rallye Gewinnmitnahmen nicht überraschen würden, bleibt der mittelfristige Ausblick positiv: Steigende Stromnachfrage, wachsendes Servicegeschäft von inzwischen über 24 Milliarden US‑Dollar jährlich und das klare Managementziel eines soliden organischen Wachstums stützen die Investmentstory. Für langfristig orientierte Anleger dürfte das aktuelle Caterpillar Quartal daher vor allem die Rolle des Konzerns als zentraler Profiteur der KI-Energiewende bestätigen.

Fazit

Das Caterpillar Quartal Q4 2025 kombiniert Rekordergebnisse, einen sprunghaft gestiegenen Auftragsbestand und ein dynamisches KI-getriebenes Energiegeschäft, während Zölle vor allem die Margen bremsen. Für Anleger bleibt Caterpillar Inc. damit ein Kerninvest im globalen Infrastruktur- und KI-Stromthema, auch wenn die hohe Bewertung kurzfristig für Volatilität sorgen kann. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob das Unternehmen den Rückenwind aus dem KI-Boom in dauerhaftes Wachstum und weiter steigende Gewinne übersetzen kann.

Deutsche Bank Rekordgewinn: 3 Fakten als Meilenstein

Wie schafft es die Deutsche Bank AG, nach Jahren des Umbaus einen Rekordgewinn zu melden – und gleichzeitig mit einer Geldwaesche-Razzia konfrontiert zu sein? Welche Zahlen, Chancen und Risiken jetzt wirklich zählen, lesen Sie hier.

Deutsche Bank Rekordgewinn mit Fokus auf Dividende und Aktienrückkauf für Anleger
Erwähnte Aktien
DBK Deutsche Bank
€32,45 -1.25%
Stand: 17:38 MEZ

Deutsche Bank Rekordgewinn: Wie stark fiel das Ergebnis aus?

Nach mehreren Jahren des Umbaus meldet die Deutsche Bank AG für 2025 einen Deutschen Bank Rekordgewinn. Das Institut erzielte den höchsten Jahresueberschuss seit der Finanzkrise und erfuellt damit das selbst gesteckte Renditeziel: Die Eigenkapitalrendite lag bei 10,3 Prozent und damit leicht über der anvisierten Marke von mehr als 10 Prozent. Bereits 2024 hatte die Bank vor Steuern rund 5,3 Milliarden Euro erwirtschaftet, der auf Aktionäre entfallende Überschuss lag damals bei 2,7 Milliarden Euro, war aber von Sonderaufwendungen für die Entschaedigung frueherer Postbank-Aktionäre gebremst.

2025 zogen die Erträge in nahezu allen Geschaeftsbereichen an. Besonders stark praesentierte sich die hauseigene Investmentbank, die ihr Vorsteuerergebnis um rund ein Fuenftel auf gut 4 Milliarden Euro steigerte. Die Unternehmensbank legte beim Ergebnis um knapp ein Viertel auf 2,6 Milliarden Euro zu, während die Privatkundenbank inklusive Postbank und Norisbank ihr Resultat auf 2,3 Milliarden Euro nahezu verdoppelte. Auch die Fondstochter DWS profitierte von freundlicheren Märkten und Zufluessen im Asset Management.

Deutsche Bank AG: Wie attraktiv sind Dividende und Rückkauf?

Vor diesem Hintergrund dreht der Vorstand um Konzernchef Christian Sewing an der Kapitalschraube zugunsten der Anteilseigner. Die Dividende soll auf 1,00 Euro je Aktie steigen – rund eineinhalb Mal so viel wie im Vorjahr. Parallel plant die Deutsche Bank AG ein neues Aktienrueckkaufprogramm im Umfang von 1 Milliarde Euro. Zusammen signalisiert das Management damit Vertrauen in die eigene Ertragskraft und den Fortschritt des Konzernumbaus.

Operativ stützt sich der Deutsche Bank Rekordgewinn unter anderem auf ein starkes Handelsgeschaeft, insbesondere im Fixed-Income-Bereich, das die Erwartungen übertraf. Finanzvorstand James von Moltke betonte zudem die Unabhaengigkeit der hauseigenen Analyseabteilung – ein wichtiges Signal an institutionelle Investoren, die auf objektive Research-Leistungen angewiesen sind. An der Börse wird damit gerechnet, dass die Kombination aus höhere Dividende, Rückkauf und verbesserten Kennzahlen den Bewertungsabschlag zur internationalen Konkurrenz mittelfristig verringern könnte.

Deutsche Bank AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Deutsche Bank AG (DBK) – 252-Tage-Chart

Deutsche Bank AG: Wie gefährlich ist die Geldwaesche-Razzia?

Überschattet wird der Deutsche Bank Rekordgewinn von erneuten Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Geldwaesche. Ermittler durchsuchten kurz vor der Bilanzpraesentation die Zentrale in Frankfurt sowie Standorte in Berlin. Im Fokus stehen fruehere Verbindungen zu auslaendischen Gesellschaften, die wiederum im Umfeld des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch verortet werden und zwischen 2013 und 2018 aktiv waren.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen der Deutsche Bank AG mit Behörden und Aufsehern ein, bei denen es wiederholt um unzureichende Geldwaeschepraevention und verspaetete Verdachtsmeldungen ging. Die Finanzaufsicht Bafin hatte deshalb bis Ende 2024 einen Sonderaufpasser installiert, der den Fortschritt der Bank überwachte. Sewing versicherte intern, man werde umfassend mit den Behörden kooperieren, sich aber vom Weg hin zu einem „europaeischen Champion“ nicht abbringen lassen.

Deutsche Bank Rekordgewinn: Was heisst das für Anleger?

Trotz der guten Zahlen reagiert der Markt zurückhaltend: Die Aktie der Deutsche Bank (DBK) liegt aktuell knapp zwei Prozent unter Vortag, nachdem die Meldungen zur Razzia die Hoffnungen auf eine reine Jubelbilanz daempften. Viele Investoren fuerchten zusätzliche Rechtskosten oder Bußgelder. Gleichzeitig sprechen der Deutsche Bank Rekordgewinn, die klare Kapitalrueckfuehrungsstrategie und die ambitionierten Renditeziele – über 13 Prozent Eigenkapitalrendite in den kommenden Jahren – für weiteres Potenzial, falls keine neuen Belastungen auftauchen.

International verfolgen Analystenhaeuser wie Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley die Entwicklung der größten deutschen Bank genau und verweisen in ihren Bewertungsmodellen vor allem auf die Kombination aus verbesserter Profitabilitaet, Kapitalquote und Rechtsrisiken. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein klassischer Turnaround- und Re-Rating-Case: Der Markt honoriert Fortschritte im Kerngeschaeft und bei den Renditen, preist aber weiterhin einen Risikoabschlag für mögliche Rechtsfolgen der Geldwaescheermittlungen ein.

Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen.
— Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank AG
Fazit

Der Deutsche Bank Rekordgewinn, eine deutlich erhöhte Dividende und der Milliarden-Rückkauf unterstreichen den gelungenen Kurswechsel des Konzerns. Für langfristige Anleger könnte die Kombination aus wachsender Ertragskraft und Aktionaersfreundlichkeit trotz juristischer Unsicherheiten attraktiv sein. Entscheidend wird sein, ob die Bank die Geldwaeschevorwuerfe schnell abarbeitet und ihre Renditeziele von mehr als 13 Prozent in den kommenden Jahren tatsaechlich erreicht.

Microsoft Quartal: -12,1% Absturz nach KI-Boom

Wie kann die Microsoft Corporation Rekordzahlen melden – und die Aktie stuerzt trotzdem um über 12 % ab? Im neuen Microsoft Quartal prallen KI-Boom, Azure-Wachstum und explodierende Investitionen frontal aufeinander.

Microsoft Quartal mit starkem Azure-Wachstum und KI-Investitionen im Rechenzentrum
Erwähnte Aktien
MSFT Microsoft
$423,48 -12.10%
Stand: 17:30 MEZ

Microsoft Quartal: Chance oder Kursabsturz?

Im jüngsten Microsoft Quartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um rund 15 % auf etwa 81,3 Milliarden US-Dollar, das Ergebnis je Aktie kletterte auf 4,14 US-Dollar und lag damit klar über den Erwartungen. Die Cloud-Sparte erreichte erstmals die Marke von mehr als 50 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz. Operativ liefert Microsoft Corporation damit weiterhin Wachstum auf hohem Niveau und profitiert sichtbar vom KI-Schub in Azure und im Software-Portfolio.

An der Börse dominiert dennoch die Enttäuschung: Die Aktie rauscht nach den Zahlen zeitweise um über 11 % in die Tiefe und notiert aktuell bei 423,48 US-Dollar, ein Rückgang von 12,10 % zum Vortag. Ausschlaggebend sind vor allem das nur leicht nachlassende, aber hochkritisch beäugte Azure-Wachstum und der aggressive Anstieg der Investitionsausgaben.

Azure wuchs im Jahresvergleich um 38–39 %, nach knapp 40 % im Vorquartal. Für sich genommen bleibt das ein hohes Tempo, doch der Markt hatte auf eine Beschleunigung durch KI-Effekte spekuliert. Stattdessen deutet sich eine langsame Normalisierung an – bei gleichzeitig explodierenden Kosten.

Microsoft: Wie teuer wird der KI-Vorsprung wirklich?

Im Fokus steht die Kapitalintensität des KI-Kurses. Die Investitionsausgaben (CapEx) von Microsoft Corporation schnellten im jüngsten Microsoft Quartal um rund 66 % nach oben und erreichten fast 38 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil fließt in Rechenzentren, GPUs und Speicher, um die Kapazitätsengpässe in Azure und im OpenAI-Geschäft zu entschärfen. Parallel steigen die Preise für Speicherchips wie DRAM und NAND, was die Cloud-Margen zusätzlich belastet.

Analysten wie Rishi Jaluria von RBC Capital Markets verweisen darauf, dass die CapEx-Dynamik deutlich über dem Wachstum der Cloud-Umsätze liegt und kurzfristig auf die freien Cashflows drückt. Zugleich weist das Management darauf hin, dass Azure eigenen Angaben zufolge über 40 % gewachsen wäre, wenn alle verfügbaren GPUs sofort hätten eingesetzt werden können. Das unterstreicht zwar die enorme Nachfrage, erklärt aber nicht, wann sich die gigantischen Ausgaben in nachhaltig höheren Margen niederschlagen.

Im Vergleich zu Meta, das für seine massiven KI-Investitionen zunächst mit Kursgewinnen belohnt wurde, wird Microsoft Corporation aktuell abgestraft. Der Markt ringt um eine Neubewertung: Hoher KI-Hebel ja – aber zu welchem Preis und mit welchem Zeithorizont für den Return on Investment?

Microsoft Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Microsoft Corporation (MSFT) – 252-Tage-Chart

Microsoft und OpenAI: Wie gross ist das Klumpenrisiko?

Ein zentrales Thema im Microsoft Quartal ist die Rolle von OpenAI. Rund 45 % des kommerziellen Cloud-Auftragsbestands von mehr als 600 Milliarden US-Dollar entfallen inzwischen auf den ChatGPT-Entwickler und verbundene KI-Workloads. OpenAI trägt bereits Milliarden zum Nettoergebnis von Microsoft Corporation bei, doch zugleich muss Microsoft den Großteil der benötigten Infrastruktur vorfinanzieren.

Parallel laufen Gespräche über eine neue Mega-Finanzierungsrunde von bis zu 100 Milliarden US-Dollar, in deren Rahmen NVIDIA, Amazon und Microsoft zusammen zwischen 40 und 60 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren könnten. Microsoft, das bereits rund 27 % an OpenAI hält, dürfte dabei erneut mehrere Milliarden bereitstellen, um seinen strategischen Vorsprung im KI-Ökosystem zu sichern.

Für Investoren wirft diese enge Verflechtung Fragen auf: Wie stabil ist ein Geschäftsmodell, das stark von einem einzelnen, noch immer nicht profitablen Partner abhängt? Und wie hoch ist das Risiko einer „Kreislauffinanzierung“, bei der Microsoft OpenAI Infrastruktur bereitstellt, Gewinne verbucht, aber zugleich immer neue Mittel nachschießen muss?

Microsoft Aktie: Wie reagieren Analysten und Anleger?

Das Microsoft Quartal spaltet die Analystenszene. Häuser wie Citigroup und RBC Capital Markets verweisen auf das weiterhin robuste Wachstum im Cloud- und KI-Geschäft und sehen den Kursrückgang eher als Bewertungskorrektur nach einer starken Rally. Andere Beobachter, etwa bei Seeking Alpha, heben dagegen die nicht offensichtlichen Risiken hervor: sinkende Konzernmargen durch hardwarelastige KI-Infrastruktur, langfristig unterschätzte Erneuerungsinvestitionen in GPUs und die starke OpenAI-Konzentration im Orderbuch.

Charttechnisch nähern sich die Aktien von Microsoft Corporation wichtigen Unterstützungszonen um 425 US-Dollar. Einige Marktteilnehmer sehen bei Rücksetzern in den Bereich von 385 bis 400 US-Dollar potenzielle Einstiegsgelegenheiten für langfristig orientierte Anleger, sofern sich die KI-Strategie operativ auszahlt.

Fazit

Das aktuelle Microsoft Quartal zeigt ein Spannungsfeld aus beeindruckendem KI-Wachstum und massiv steigenden Kosten. Für Anleger bleibt Microsoft Corporation ein KI-Schwergewicht mit strukturellem Rückenwind, doch der Markt verlangt nun klare Beweise, dass Azure, OpenAI und Co-Pilot die Rekordinvestitionen mittelfristig in höhere Margen und Cashflows drehen. Die kommenden Quartale werden entscheiden, ob der heutige Kursrückgang eine Chance oder eine Vorwarnung für ein länger anhaltendes Repricing der KI-Euphorie ist.