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SAP Quartalszahlen: -15,7% Crash-Drama an der Börse

Wie kann die Aktie von SAP SE fast 16 % einbrechen, obwohl Gewinn und Cashflow deutlich steigen? Die neuen SAP Quartalszahlen sorgen für ein Kursbeben – vor allem wegen der Cloud-Ziele und des milliardenschweren Rückkaufprogramms.

SAP Quartalszahlen mit starkem Kurssturz der SAP Aktie und Fokus auf Cloud-Geschäft
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Stand: 16:54 MEZ

Wie stark überraschen die SAP Quartalszahlen?

SAP SE hat das Jahr 2025 mit einem kräftigen Wachstum abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg im Gesamtjahr um rund acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro, wobei Währungseffekte – insbesondere der schwache Dollar – den Zuwachs um rund drei Prozentpunkte gedrückt haben. Auf Basis konstanter Wechselkurse lag das Wachstum damit im niedrigen zweistelligen Bereich, was die solide Nachfrage nach Unternehmenssoftware und Cloud-Lösungen unterstreicht.

Das bereinigte operative Ergebnis legte dank Effizienzmaßnahmen und dem zuvor angekündigten Personalumbau um 28 % auf 10,4 Milliarden Euro zu und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen leicht. Unter dem Strich verdoppelte sich der Nettogewinn sogar auf 7,5 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr hohe Restrukturierungskosten belastet hatten. Die SAP Quartalszahlen für Q4 2025 zeigen damit klar: Profitabilität und Cashflow entwickeln sich deutlich besser als noch vor einem Jahr.

Im Kerngeschäft mit Cloud-Software blieb SAP wachstumsstark, verfehlte aber knapp die eigene Messlatte: Der Current Cloud Backlog (CCB), also der über die nächsten zwölf Monate vertraglich gesicherte Cloud-Umsatz, wuchs währungsbereinigt um rund 25 % – Erwartung und interne Zielgröße lagen bei etwa 26 %. Der Total Cloud Backlog legte um rund 22 % zu. Operativ ist das nach wie vor dynamisch, an der Börse zählt jedoch die kleine Abweichung vom Plan.

Warum stürzt die SAP Aktie nach den Zahlen ab?

Die SAP Quartalszahlen lösen eine der heftigsten Kursreaktionen seit der Corona-Pandemie aus. Die Aktie verliert im Tagesverlauf zeitweise fast 15 % und verzeichnet damit den größten Einbruch seit Oktober 2020. Auslöser ist nicht ein Gewinneinbruch, sondern eine Kombination aus Cloud-Bremse, hohen Erwartungen und einem ohnehin angeschlagenen Sektorumfeld für Software- und KI-Werte.

Einige große Cloud-Deals verschoben sich laut Finanzchef Dominik Asam wegen ihrer Komplexität in die Zukunft oder sind noch nicht vollständig im Vertragsbestand sichtbar. Gleichzeitig signalisiert SAP, dass der Zuwachs beim kurzfristigen Cloud-Backlog 2026 etwas langsamer ausfallen könnte als in den Rekordjahren zuvor. Das reicht im aktuellen Marktumfeld, um eine deutliche Neubewertung auszulösen.

Analysten heben hervor, dass es vor allem um die zukünftige Wachstumsdynamik geht. Goldman Sachs-Analyst Mohammed Moawalla rechnet zwar nur mit leicht sinkenden Umsatzerwartungen für 2026 und sieht den Ergebniskonsens weitgehend stabil, dennoch dominiert an der Börse die Sorge vor einer strukturellen Abkühlung im Enterprise-Software-Sektor. JPMorgan-Analyst Toby Ogg lobt den überraschend starken freien Cashflow, kritisiert aber ebenfalls den verfehlten Cloud-Vertragsbestand und die leicht unter Konsens liegende Cloud-Umsatzprognose.

SAP SE Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
SAP SE (SAP) – 252-Tage-Chart

Wie beeinflussen Rückkauf und Ausblick SAP SE?

Trotz des Kurssturzes senden Management und SAP Quartalszahlen ein offensives Wachstums- und Renditesignal. SAP-Chef Christian Klein bestätigt das Ziel, den Produktumsatz aus Cloud und klassischen Lizenzen bis 2026 währungsbereinigt um 12 bis 13 % zu steigern. Die Cloud-Umsätze allein sollen im gleichen Zeitraum sogar um 23 bis 25 % pro Jahr wachsen. Parallel dazu plant der Konzern, das bereinigte EBIT währungsbereinigt um 14 bis 18 % zu erhöhen, was eine weitere Margenverbesserung impliziert.

Zur Unterstützung des Aktienkurses und zur Ausschüttung überschüssiger Mittel kündigt SAP ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren an. Rund 1,5 bis 2 Milliarden Euro pro Jahr werden traditionell für aktienbasierte Vergütungen der Mitarbeitenden genutzt, der Rest kommt direkt den Aktionären zugute. Gerade große institutionelle Investoren bewerten solche Rückkaufprogramme meist positiv, da sie den Gewinn je Aktie erhöhen und als Vertrauensbeweis in die eigene Bewertung gelten.

Die SAP Quartalszahlen und der deutliche Kursrückgang haben zugleich eine Bewertungskorrektur ausgelöst: Nach dem Rücksetzer notiert die Aktie deutlich unter den Bewertungs-Medianen der vergangenen Jahre. Während manche Marktteilnehmer von einer anhaltenden Schwächephase von Softwarewerten ausgehen, sehen optimistische Analysten in der Kombination aus zweistelligem Cloud-Wachstum, steigender Profitabilität und massiven Rückkäufen eine potenziell attraktive Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger.

Fazit

Die aktuellen SAP Quartalszahlen zeigen ein profitables Cloud- und Softwaregeschäft mit klaren Wachstumsambitionen, werden aber von einem minimal verfehlten Cloud-Backlog und KI-Sorgen überlagert. Für Anleger steht nun die Frage im Raum, ob der Kurssturz nach dem Rückkaufprogramm und der bestätigten Wachstumsstrategie eher Übertreibung oder Vorbote einer längeren Neubewertungsphase ist. Die nächsten SAP Quartalszahlen und die Entwicklung des Cloud-Backlogs dürften entscheidend sein, ob sich die Aktie vom Crash erholt oder der Druck auf den Softwaresektor anhält.

3 Fakten zur Oelmarkt Geopolitik – kritischer Wendepunkt

Wie lange bleibt der Ölpreis dank Krisenherden und Förderdisziplin so stabil – und was bedeutet das für Produzenten wie Öl? Zwischen Iran-Spannungen, Ukraine-Krieg und OPEC+ Entscheidungen rückt die Oelmarkt Geopolitik und Foerderpolitik in den Fokus. Welche Risiken und Chancen sich daraus für Anleger ergeben, lesen Sie hier.

OEL-Oelfass vor Weltkarte, Oelmarkt Geopolitik mit Fokus auf Risiken und Chancen
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Stand: 16:29 MEZ

Wie treiben Iran und Ukraine die Oelmarkt Geopolitik?

Im Fokus der aktuellen Rallye stehen die eskalierenden Spannungen rund um Iran. US-Präsident Donald Trump drohte in einem Social-Media-Post mit weiteren Angriffen, falls Teheran kein neues Nuklearabkommen akzeptiert. Er betonte, eine US-Flotte sei bereit, ihren Einsatz „mit Geschwindigkeit und Gewalt“ durchzusetzen. Für den Ölmarkt ist das brisant: Als viertgrößter Produzent innerhalb der OPEC könnte ein militärischer Schlag gegen Iran erhebliche Teile des regionalen Angebots vom Markt nehmen. Die Risikoaufschläge auf den Ölpreis steigen damit deutlich, was die Rolle der Oelmarkt Geopolitik eindrucksvoll unterstreicht.

Parallel dazu belastet der Ukraine-Krieg weiter die Angebotsseite. Der Kreml erklärte, die territoriale Frage bleibe ungelöst und es gebe „keine Hoffnung auf eine langfristige Einigung“, solange Moskaus Gebietsansprüche nicht akzeptiert würden. Ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe trafen in den vergangenen fünf Monaten mindestens 28 russische Raffinerien und seit Ende November zudem mindestens sechs Tanker in der Ostsee. Zusammen mit neuen US- und EU-Sanktionen gegen russische Ölunternehmen und Tankerflotten werden Russlands Exportmöglichkeiten deutlich eingeschränkt – ein weiterer Faktor, der die Oelmarkt Geopolitik in den Vordergrund rückt.

Wie reagiert Oelmarkt Geopolitik und Foerderpolitik auf Öl?

Für Produzenten wie Öl schafft die Verknappung auf dem Weltmarkt ein konstruktives Preisumfeld. WTI notiert mit 65,16 US‑Dollar je Barrel so hoch wie seit vier Monaten nicht mehr, während auch Benzinpreise ein Zweimonatshoch markieren. Die US-Energiebehörde EIA meldete zudem unerwartete Lagerrückgänge: Die Rohölbestände sanken um 2,3 Millionen Barrel, obwohl Analysten mit einem Aufbau von 1,95 Millionen Barrel gerechnet hatten. Zugleich stiegen Benzinvorräte nur um 223.000 Barrel und damit deutlich geringer als erwartet. An dem US-Knotenpunkt Cushing schrumpften die Lager um weitere 278.000 Barrel.

Die Angebotsseite in den USA bleibt trotz hoher Produktion anfällig. Die Förderung lag in der Woche bis 23. Januar bei 13,696 Millionen Barrel pro Tag und damit leicht unter dem Rekordwert von 13,862 Millionen Barrel aus dem November. Zwar erhöhte sich die Zahl der aktiven Ölbohrungen nach Daten der Rig-Statistiken geringfügig auf 411, doch bleibt sie klar unter dem Zwischenhoch von 627 Bohrungen aus Dezember 2022. Für Unternehmen wie Öl bedeuten stabile oder steigende Preise bei begrenzten Investitionen in neue Kapazitäten ein attraktives Chance-Risiko-Profil.

Oelmarkt Geopolitik und Foerderpolitik Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Oelmarkt Geopolitik und Foerderpolitik (OIL) – 252-Tage-Chart

Welche Macht hat die OPEC+ Foerderpolitik aktuell?

Ein zweiter zentraler Treiber neben der Oelmarkt Geopolitik ist die koordinierte Foerderpolitik der OPEC+. Das Bündnis hatte bereits im November 2025 beschlossen, die zuvor angekündigte Erhöhung der Produktion um 137.000 Barrel pro Tag lediglich für Dezember umzusetzen und die weiteren Ausweitungen im ersten Quartal 2026 auszusetzen. Am 3. Januar bestätigte OPEC+ diese Linie: In Q1 2026 bleiben die Fördermengen stabil, obwohl das Kartell noch 1,2 Millionen Barrel pro Tag seiner in 2024 gestrichenen 2,2 Millionen Barrel nicht wiederhergestellt hat.

Im Dezember erhöhte sich die OPEC-Förderung nur leicht um 40.000 Barrel auf 29,03 Millionen Barrel pro Tag. Gleichzeitig senkte die Internationale Energieagentur ihre Prognose für den globalen Rohölüberschuss 2026 auf 3,7 Millionen Barrel pro Tag. Die EIA rechnet zwar inzwischen mit einer leicht höheren US-Produktion von 13,59 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2026, senkte aber parallel die erwartete Energie-Nachfrage. In Summe deutet dies auf einen moderaten, aber anfälligen Angebotsüberschuss hin, in dem schon kleine geopolitische Schocks kräftige Preissprünge auslösen können.

Was bedeutet die Oelmarkt Geopolitik für Anleger?

Die gemischte Lagerdatenlage – sinkende Rohölbestände bei gleichzeitig steigenden Destillatvorräten auf ein Zweijahreshoch – zeigt, dass der physische Markt zwar angespannt, aber nicht leergefegt ist. US-Rohölvorräte liegen 2,9 % unter dem saisonalen Fünfjahresschnitt, während Benzinbestände 4,1 % und Destillate 1,0 % darüber liegen. Ein starker US-Dollar begrenzt zwar kurzfristig das Aufwärtspotenzial, ändert aber wenig am strukturellen Einfluss von Konflikten und Foerderpolitik auf die Preisbildung.

Fazit

Die Kombination aus Oelmarkt Geopolitik, begrenzter OPEC+-Foerderausweitung und gezielten Angriffen auf russische Infrastruktur treibt den Ölpreis aktuell auf ein Vier-Monats-Hoch. Für Produzenten wie Öl entsteht damit ein Umfeld stabiler bis steigender Margen. Anleger sollten die nächsten OPEC+-Treffen und jede neue Eskalation im Iran- oder Ukraine-Konflikt genau verfolgen, da diese Faktoren den Trend am Ölmarkt in Q1 2026 maßgeblich vorgeben dürften.

ServiceNow Quartal: 3 KI-Deals als Turbo-Wendepunkt

Kann ServiceNow, Inc. mit starken Quartalszahlen, KI-Zukäufen und Milliarden-Auftragsbestand den nächsten Wachstumsschub zünden? Und was bedeutet die neue Rolle als „AI Control Tower“ für Bewertung und Anleger?

ServiceNow Quartal mit Fokus auf AI Control Tower, Plattform, KI-Deals und starkem Wachstum
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Stand: 13:15 MEZ

ServiceNow Quartal: Wie stark sind Umsatz und Gewinn?

Im jüngsten ServiceNow Quartal steigerte ServiceNow, Inc. den Umsatz auf 3,57 Milliarden Dollar und lag damit über den erwarteten 3,53 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von gut 20 % gegenueber 2,96 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die zentralen Abo-Erlöse zogen um 21 % auf rund 3,47 Milliarden Dollar an und übertrafen damit die Konsensschätzungen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,92 Dollar über den erwarteten 0,88–0,89 Dollar. Der Nettogewinn stieg leicht auf 401 Millionen Dollar beziehungsweise 0,38 Dollar je Aktie. Besonders ins Auge faellt die Profitabilitaet: Die nicht-GAAP-Operating-Marge erreichte 31 % und lag damit einen Punkt über der eigenen Prognose. Der Free-Cashflow-Sprung im ServiceNow Quartal war noch beeindruckender: Die Marge kletterte auf 57 % und lag damit knapp 10 Prozentpunkte über dem Vorjahr; im Gesamtjahr erreichte die Free-Cashflow-Marge 35 %. CFO Gina Mastantuono betonte, dass das Unternehmen damit klar innerhalb seiner vielzitierten „Rule of 57“ bleibt – also Wachstum von über 20 % kombiniert mit Free-Cashflow-Margen deutlich über 35 %.

Was treibt bei ServiceNow Wachstum und Auftragsbestand?

Das ServiceNow Quartal zeigt, dass das Plattformgeschaeft weiter skaliert. Die Current Remaining Performance Obligations (CRPO), also der kurzfristig wirksame Auftragsbestand, stiegen um 25 % auf 12,85 Milliarden Dollar; währungsbereinigt lag das Plus bei 21 % und damit etwa zwei Punkte über der eigenen Guidance. Die Gesamt-RPO erreichten rund 28,2 Milliarden Dollar mit über 22 % Wachstum in konstanter Währung. Im Neugeschaeft meldete ServiceNow 244 Deals mit mehr als 1 Million Dollar an neuem Vertragswert (NNACV), während inzwischen 603 Kunden mehr als 5 Millionen Dollar jährlichen Vertragswert generieren. Kunden mit über 20 Millionen Dollar ACV wuchsen um mehr als 30 %. Zudem legte die Nutzung spuerbar zu: Monatlich aktive Nutzer stiegen um 25 %, Workflows und Transaktionen kletterten jeweils um mehr als ein Drittel auf rund 80 Milliarden Workflows und 6,4 Billionen Transaktionen. Ein besonderer Wachstumstreiber war das KI-Angebot Now Assist, dessen Annual Contract Value im Jahresverlauf auf über 600 Millionen Dollar anschwoll und sich damit mehr als verdoppelte. Die Zahl der Deals über 1 Million Dollar mit Now Assist verdreifachte sich im Quartal nahezu.

Wie zahlt die KI-Offensive von ServiceNow sich aus?

Strategisch setzt ServiceNow, Inc. auf eine dreigleisige KI-Offensive: eigene Plattform, Zukaeufe und Partnerschaften. Das Unternehmen schloss die knapp 3 Milliarden Dollar schwere Übernahme des KI-Spezialisten Moveworks ab, der nach Unternehmensangaben rund 100 Basispunkte zum Abo-Umsatzwachstum beitragen soll. Zusätzlich will ServiceNow den Cybersecurity-Anbieter Armis für 7,75 Milliarden Dollar übernehmen und die Identity-Security-Plattform Veza integrieren, um seine Sicherheits- und Asset-Visibility-Lösungen zu stärken. Praesident und Produktchef Amit Zavery verweist darauf, dass die zugekauften Produkte über ein „universal agentic network“ in die ServiceNow-Plattform eingebettet werden, gebaut auf der Workflow Data Fabric und modernen Agentenarchitekturen. Parallel baut ServiceNow sein oekosystemorientiertes KI-Modell aus: Nach einem Drei-Jahres-Deal mit OpenAI wurde eine mehrjaehrige Partnerschaft mit Anthropic vereinbart, deren Claude-Modelle als bevorzugter Baustein für Workflows und KI-Agenten in der ServiceNow AI Platform dienen. Das Unternehmen positioniert sich damit als „AI Control Tower“, der verschiedene Large Language Models orchestriert und Kunden die freie Modellwahl ermoeglicht.

Rückkauf, Bewertung, Ausblick: Was müssen Anleger wissen?

Neben operativer Stärke praegt Kapitaldisziplin das aktuelle ServiceNow Quartal. Der Vorstand genehmigte ein zusaetzliches Aktienrueckkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden Dollar, davon 2 Milliarden Dollar in Form eines beschleunigten Rueckkaufs. Bereits im Quartal wurden 3,6 Millionen Aktien zurueckgekauft; aus dem bisherigen Programm waren zum Stichtag noch rund 1,4 Milliarden Dollar übrig. CEO Bill McDermott bezeichnet die Aktie angesichts eines Kursrueckgangs von rund 45 % vom Hoch als unterbewertet und sieht im Rückkauf eine attraktive Möglichkeit, Shareholder-Value zu heben. Für Q1 2026 stellt ServiceNow Abo-Umsätze von 3,65 bis 3,66 Milliarden Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von rund 19 % entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 werden 15,53 bis 15,57 Milliarden Dollar Abo-Umsatz angepeilt, ebenfalls mit knapp 20 % Wachstum, bei einer erwarteten Operating-Marge von 32 % und einer Free-Cashflow-Marge von 36 %. Analystenhäuser wie Zacks Investment Research werten die Zahlen positiv, verweisen aber zugleich auf die jüngste Kursschwäche der Aktie.

Unsere Akquisitionen sind zu 100 % kein Pivot weg vom organischen Wachstum – sie beschleunigen es.
— Gina Mastantuono, CFO von ServiceNow
Fazit

Das aktuelle ServiceNow Quartal kombiniert starkes Wachstum, hohe Cashflows und eine klare KI-Strategie mit Moveworks, Armis und führenden Modellpartnern wie OpenAI und Anthropic. Für Anleger bedeutet das eine storygetriebene Wachstumsaktie, die trotz Rueckkaufprogramm und solider Guidance an der Börse unter Druck steht. Entscheidend wird, ob die nächsten ServiceNow Quartal-Zahlen zeigen, dass die milliardenschwere KI- und Security-Offensive tatsaechlich in dauerhaft beschleunigtes organisches Wachstum umschlaegt.

Tesla Earnings Q4: 5 Fakten zum KI-Wendepunkt

Wie passen der erste Umsatzrückgang in der Geschichte von Tesla, Inc. und milliardenschwere Wetten auf Robotik und KI zusammen? Die aktuellen Tesla Earnings zeigen einen radikalen Strategiewechsel – doch was bedeutet das für Margen, Wachstum und Anleger?

Tesla Earnings mit Fokus auf schwächeres Autogeschäft und KI-Robotik-Wende in moderner Produktionshalle.
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Stand: 11:00 MEZ

Tesla Earnings: Warum sinkt der Umsatz erstmals?

Tesla setzte im vierten Quartal 2025 24,91 Milliarden US-Dollar um, rund drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf Jahressicht sanken die Erlöse um etwa drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar – der erste Rückgang in der Firmengeschichte. Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche im Autogeschäft: Die reinen Automotive-Umsätze brachen im Quartal um elf Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar ein, während die Fahrzeugauslieferungen 2025 insgesamt um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Einheiten fielen.

Trotzdem fielen die Tesla Earnings besser aus als befürchtet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,50 Dollar über den Erwartungen von 0,45 Dollar. Die operative Marge sank allerdings von 6,2 auf 5,7 Prozent, während die operativen Kosten um 39 Prozent anzogen – vor allem wegen höherer Ausgaben für KI, Robotik und Forschung. Der Free Cash Flow schrumpfte im Quartal um 30 Prozent auf 1,42 Milliarden Dollar.

Wie stützen Energie und Services die Tesla Earnings?

Während das Autogeschäft schwächelt, liefern andere Sparten zunehmend den Rückenwind für die Tesla Earnings. Der Bereich Energieerzeugung und -speicherung steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal um 25 Prozent auf 3,84 Milliarden Dollar. Auch das Service- und Sonstiges-Segment legte mit einem Plus von 18 Prozent auf 3,37 Milliarden Dollar zu. Die Konzernsicht zeigt: Tesla wird weniger zum reinen Autobauer, sondern entwickelt sich weiter in Richtung Energie- und Plattformanbieter.

Positiv sticht zudem die Bruttomarge hervor: Mit 20,1 Prozent lag sie deutlich über den erwarteten 17,1 Prozent und erreichte den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren. Analysten wie Morgan Stanley verweisen hier insbesondere auf eine Verbesserung der Automotive-Margen und den starken Beitrag des Energiegeschäfts. Dennoch bleibt das Bild gemischt, da unterm Strich der Nettogewinn im Quartal um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar einbrach und der Jahresgewinn 2025 um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar fiel.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Tesla, Inc. (TSLA) – 252-Tage-Chart

Schwenkt Tesla, Inc. wirklich von Autos zu Robotern?

Der Kern der aktuellen Tesla Earnings liegt weniger in den Zahlen als im Strategiewechsel. Elon Musk betont, dass die Zukunft von Tesla nicht mehr im klassischen Autoverkauf, sondern in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Optimus-Robotern liege. Im Zuge dessen stellt das Unternehmen die Produktion der traditionsreichen Modelle S und X im Werk Fremont ein. Die frei werdenden Kapazitäten sollen in eine Fabrik für Optimus-Roboter mit einem langfristigen Ziel von bis zu einer Million Einheiten pro Jahr umgewandelt werden.

Parallel treibt Tesla die Robotaxi-Offensive voran. In Austin und Kalifornien laufen Testflotten auf Basis des Model Y, in Austin zum Teil bereits ohne Sicherheitsfahrer. Für das speziell entwickelte Robotaxi-Fahrzeug Cybercab – ein zweisitziges Auto ohne Lenkrad und Pedale – startet die Produktion 2026, mit dem Anspruch, langfristig das volumenstärkste Modell im Konzern zu werden. Damit wird klar: Die Tesla Earnings werden künftig immer stärker von wiederkehrenden Software-Erlösen aus Full Self-Driving (FSD) und Robotaxi-Diensten abhängen.

Wie verändert der 2-Milliarden-xAI-Deal Tesla?

Ein weiterer Fokuspunkt der Tesla Earnings ist der Einstieg in Musks KI-Unternehmen xAI. Tesla, Inc. investiert rund 2 Milliarden US-Dollar in Vorzugsaktien von xAI, eingebettet in ein breiteres Kooperationsmodell rund um KI-Software, Training und Infrastruktur. Ziel ist es, die Entwicklung von FSD, Robotaxis, Optimus und weiterer sogenannter “Physical AI” massiv zu beschleunigen. Der Konzern plant zugleich ein Rekord-Capex von über 20 Milliarden Dollar im Jahr 2026, unter anderem für sechs Fabriken, AI-Compute und eine eigene Chipfertigung.

Damit verschiebt sich die Wahrnehmung an der Börse: Tesla Earnings werden von vielen Investoren nicht mehr als klassische Auto-Bilanz, sondern als Zwischenstand einer KI- und Robotikstory gelesen. Häuser wie Morningstar haben ihr Bewertungsmodell bereits angepasst und einen größeren Anteil des fairen Werts aus Robotaxis, Abo-Software und humanoiden Robotern abgeleitet. Zugleich warnen Analysten von Citigroup, Goldman Sachs und RBC Capital Markets vor hohen Investitionsrisiken, politischem Gegenwind und harter Konkurrenz durch BYD, Waymo und chinesische Robotik-Anbieter.

Wir bewegen uns in eine Zukunft, die vollständig auf Autonomie und Physical AI ausgerichtet ist – Autos zahlen heute die Rechnungen, aber Roboter und Robotaxis sollen morgen den Wert schaffen.
— Elon Musk, CEO von Tesla
Fazit

Der Markt scheint den Kurswechsel zunächst zu akzeptieren: Die Aktie legte nachbörslich um rund zwei bis drei Prozent zu und notiert aktuell bei etwa 442,60 Dollar. Für Anleger bleiben die Tesla Earnings damit ein Spagat zwischen rückläufigem Autogeschäft und der Wette auf eine hochkapitalintensive, aber potenziell extrem margenstarke Zukunft im Bereich Robotik und KI.

Meta Quartal Q4: 24%-Wachstum als Meilenstein

Wie schafft es Meta Platforms, Inc., zweistellig zu wachsen und gleichzeitig Milliarden in KI zu stecken? Das neue Meta Quartal zeigt starke Zahlen, aber auch enorme Risiken. Was müssen Anleger jetzt wirklich wissen?

Stilisierter Kursverlauf von Meta nach starkem Meta Quartal mit 24 Prozent Umsatzwachstum
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META Meta Platforms
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Stand: 10:57 MEZ

Wie stark war das Meta Quartal operativ?

Im vierten Quartal 2025 erzielte Meta einen Umsatz von 59,89 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag der Social-Media-Konzern klar über den Markterwartungen von rund 58,4 bis 58,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 8,88 Dollar, ebenfalls deutlich über dem Konsens von gut 8,2 Dollar. Das Meta Quartal profitierte vor allem vom boomenden Werbegeschäft auf Facebook, Instagram und WhatsApp: Die Werbeerlöse stiegen auf 58,1 Milliarden Dollar, angetrieben von 18 Prozent mehr Anzeigeneinblendungen und einem um 6 Prozent höheren durchschnittlichen Preis pro Anzeige.

Auch die Nutzerzahlen unterstreichen die Stärke des Ökosystems. Täglich greifen 3,58 Milliarden Menschen auf mindestens eine App von Meta zu, sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diese enorme Reichweite bildet die Basis für weiteres Umsatzwachstum, zumal KI-gestützte Features wie Advantage+ die Werbeaussteuerung verbessern und die Monetarisierung von Reels und WhatsApp beschleunigen.

Was treibt Metas KI-Offensive wirklich an?

Der eigentliche Paukenschlag des Meta Quartal liegt jedoch im Investitionsplan: Für 2026 plant Meta Kapitalausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar, nach 72,2 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Der Großteil fließt in Rechenzentren, Server und Netzwerkinfrastruktur für Künstliche Intelligenz und die neu aufgestellten Meta Superintelligence Labs. CEO Mark Zuckerberg spricht von „persönlicher Superintelligenz“, die Milliarden Nutzern und Unternehmen zur Verfügung stehen soll.

Ein Schlüsselbaustein dieser Strategie ist der Umbau der KI-Organisation. Nach verhaltenem Feedback auf Llama 4 investierte Meta 14,3 Milliarden Dollar in Scale AI, um Gründer Alexandr Wang und sein Team zu gewinnen. Sie leiten nun die Spezialeinheit „TBD“, die am Frontier-Modell „Avocado“ arbeitet, das bereits in der ersten Jahreshälfte erscheinen soll. Finanzchefin Susan Li betont zugleich, dass Meta trotz des massiven CapEx-Anstiegs im Gesamtjahr 2026 ein operatives Ergebnis über Vorjahr erwartet – das starke Werbegeschäft soll die KI-Wette tragen.

Meta Platforms, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Meta Platforms, Inc. (META) – 252-Tage-Chart

Wo liegt der Haken im aktuellen Meta Quartal?

Trotz aller Euphorie zeigt das Meta Quartal auch Schattenseiten. Die Metaverse-Sparte Reality Labs bleibt ein Milliardengrab: Im Schlussquartal verbuchte die Einheit einen operativen Verlust von 6,02 Milliarden Dollar bei lediglich 955 Millionen Dollar Umsatz. Seit Ende 2020 summieren sich die Verluste hier auf knapp 80 Milliarden Dollar. Meta reagiert mit Stellenstreichungen und der Verlagerung von Ressourcen hin zu KI-Geräten wie den Ray-Ban Meta Smart Glasses, hält aber an der langfristigen Vision fest.

Gleichzeitig warnt das Management vor erheblichen rechtlichen und regulatorischen Risiken in den USA und Europa, insbesondere rund um Jugendschutz und Datenschutz. Neue, weniger personalisierte Werbeangebote in der EU könnten das Wachstum dämpfen, ebenso wie ein nachlassender Währungsschub. Dennoch signalisiert der Ausblick Rückenwind: Für das laufende erste Quartal stellt Meta einen Umsatz zwischen 53,5 und 56,5 Milliarden Dollar in Aussicht – deutlich über den Konsensschätzungen um 51,3 Milliarden Dollar.

Wie reagiert der Markt auf das Meta Quartal?

Anleger honorierten das Meta Quartal und vor allem den starken Ausblick mit deutlichen Kursgewinnen im nachbörslichen Handel. Berichten zufolge stieg die Aktie zeitweise um rund 8 bis 10 Prozent, nachdem der KI-CapEx klar oberhalb der ohnehin hohen Erwartungen bestätigt wurde. Während andere Tech-Schwergewichte wie Microsoft für ihre hohe KI-Kostenbasis abgestraft wurden, sehen Investoren bei Meta einen klaren Zusammenhang zwischen KI-Ausgaben und unmittelbar steigenden Werbeerlösen.

Externe Beobachter sehen die Strategie überwiegend positiv: Analysen bei Morningstar heben die starke Marktstellung von Meta und weiteres Wachstumspotenzial hervor, auch wenn die hohen KI-Kosten als zentrales Risiko gelten. Marktdaten von Finbold und FXEmpire zeigen, wie die optimistische Umsatzprognose und der Fokus auf KI den Kurs nach den Zahlen antrieben. Im Vergleich zu den übrigen „Magnificent Seven“ bleibt Meta damit einer der deutlichsten Profiteure des aktuellen KI-Booms.

Fazit

Das Meta Quartal vereint beeindruckendes Umsatzwachstum mit einem aggressiven KI-Investitionsplan, der den Konzern endgültig als Infrastruktur-Schwergewicht im AI-Zeitalter positionieren soll. Für Anleger bedeutet das eine seltene Kombination aus robustem Kerngeschäft und großer, wenn auch teurer Zukunftswette. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob das Meta Quartal den Beginn einer neuen Wachstumsphase markiert – oder ob die KI-Milliarden zunächst stärker auf die Margen drücken als auf den Gewinn je Aktie einzahlen.

IBM Quartal: 5 Fakten zum KI-Rekord-Wendepunkt

Wie schafft es International Business Machines Corp., im aktuellen IBM Quartal das stärkste Wachstum seit Jahren zu liefern und gleichzeitig den freien Cashflow auf ein Rekordniveau zu heben? Und welche Rolle spielen KI, Software-Deals und Mainframes dabei? Die spannendsten Kennzahlen im Überblick.

IBM Quartal mit starkem Aktienanstieg, KI-Wachstum und Rekord-Cashflow im Fokus eines dynamischen Börsencharts.
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IBM IBM
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Stand: 09:29 MEZ

IBM Quartal: Wie stark zieht das Wachstum an?

Im jüngsten IBM Quartal legte der Umsatz auf 19,69 bis 19,7 Milliarden Dollar zu und lag damit klar über den erwarteten rund 19,2 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von rund 9 bis 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der höchste Quartalszuwachs seit mehr als drei Jahren. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 4,52 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von etwa 4,30 Dollar deutlich.

Auf Jahressicht erzielte International Business Machines Corp. 2025 Erlöse von 67,5 Milliarden Dollar, ein Plus von rund sechs bis acht Prozent. Besonders beeindruckend fiel der freie Cashflow aus: 14,7 Milliarden Dollar bedeuten einen Anstieg um 16 Prozent und den höchsten Wert seit über einem Jahrzehnt. Allein im vierten Quartal lag der freie Cashflow bei 7,55 Milliarden Dollar und damit klar über den Prognosen.

Die Profitabilität zog im IBM Quartal ebenfalls an. Die operative Marge vor Steuern weitete sich um rund 100 Basispunkte aus, getrieben von höheren Segmentmargen in Software, Consulting und Infrastruktur. Das Management verweist zudem auf Produktivitätsgewinne mit einer jährlichen Einsparungsrate von 4,5 Milliarden Dollar, die bis Ende 2026 auf etwa 5,5 Milliarden Dollar steigen soll.

IBM: Was treibt Software- und KI-Geschäft wirklich?

Wachstumsmotor im aktuellen IBM Quartal ist klar die Software-Sparte. Der Software-Umsatz sprang im vierten Quartal um rund 11 bis 14 Prozent auf knapp über 9 Milliarden Dollar. Drei von vier Subsegmente erzielten zweistellige Zuwachsraten, besonders dynamisch entwickelten sich Data-Lösungen mit plus 19 Prozent und Automation mit plus 14 Prozent. Die wiederkehrenden Software-Erlöse (ARR) stiegen auf 23,6 Milliarden Dollar, gut zwei Milliarden mehr als im Vorjahr.

Das generative KI-Geschäft ist inzwischen fester Bestandteil der Wachstumsstory. Die kumulierten KI-Buchungen von IBM überstiegen seit Mitte 2023 die Marke von 12,5 Milliarden Dollar, davon mehr als 10,5 Milliarden im Consulting und über 2 Milliarden in der Software. Das spiegelt wider, dass Großkunden nicht mehr nur testen, sondern KI-Anwendungen im großen Stil ausrollen und dabei auf die Hybrid-Cloud- und Sicherheitskompetenz von IBM setzen.

Parallel stärkt IBM seinen Software-Fokus durch Übernahmen. Akquisitionen wie HashiCorp und Confluent bringen zwar kurzfristig mehrere Hundert Millionen Dollar Ergebnisdilution, sollen aber bereits im ersten vollen Jahr zur bereinigten EBITDA-Marge beitragen und ab dem zweiten Jahr den freien Cashflow erhöhen. Damit verschiebt sich der Geschäfts-Mix weiter zu margenstarken, wiederkehrenden Software-Umsätzen.

International Business Machines Corp. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
International Business Machines Corp. (IBM) – 252-Tage-Chart

IBM: Wie performen Infrastruktur und Consulting?

Neben Software lieferte auch die Infrastruktur-Sparte ein Rekordquartal. Die Erlöse stiegen im Gesamtjahr um rund 10 Prozent, im vierten Quartal sogar um bis zu 17 bis 21 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Dollar. Haupttreiber sind die IBM Z-Mainframes der z17-Generation, deren Umsatz im Quartal um 61 bis 67 Prozent zulegte – der höchste Jahresumsatz der Plattform seit etwa 20 Jahren. Viele Kunden nutzen die neuen Systeme, um KI-Workloads direkt in ihre geschäftskritischen On-Premise-Infrastrukturen zu integrieren.

Die Beratungssparte kehrte nach einem schwächeren ersten Halbjahr im vierten Quartal wieder auf Wachstumskurs zurück. Der Umsatz im Consulting erreichte rund 5,3 Milliarden Dollar, ein Plus von etwa einem Prozent, während der Auftragsbestand auf 32 Milliarden Dollar anwuchs. Bemerkenswert: GenAI macht mittlerweile über ein Drittel der Consulting-Buchungen und mehr als ein Viertel des Backlogs aus – ein solides Fundament für weiteres Wachstum.

Die Börse honorierte den breiten Wachstumsschub: Nach Vorlage des IBM Quartal schoss die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um rund 8 Prozent auf 318,94 Dollar nach oben. Aktuell wird IBM bei 317,48 Dollar gehandelt, was einem leichten Tagesplus von 0,10 Prozent entspricht und die Nähe zum Jahreshoch von 324,90 Dollar unterstreicht.

IBM: Welcher Ausblick bis 2026 für Anleger?

Für 2026 peilt International Business Machines Corp. ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent an und liegt damit über dem aktuellen Analystenkonsens, der bei rund 4,6 Prozent Wachstum veranschlagt wird. Die Software-Sparte soll sogar um etwa 10 Prozent zulegen. Gleichzeitig erwartet das Management einen Anstieg des freien Cashflows um rund 1 Milliarde Dollar gegenüber den 14,7 Milliarden Dollar des Vorjahres.

Strategisch setzt IBM weiterhin auf eine Kombination aus Hybrid-Cloud, generativer KI und – mit Blick auf die zweite Hälfte des Jahrzehnts – Quantentechnologie. Das Unternehmen skizziert eine Zukunft, in der Quantencomputer eng mit klassischen High-Performance-Systemen kooperieren und so neue Rechenmodelle für KI- und Simulationsanwendungen ermöglichen. Vorstandschef Arvind Krishna betont, dass IBM bis 2029 den ersten großskaligen Quantencomputer liefern will, was die technologische Langfriststory zusätzlich stützt.

Bewertungsseitig wird IBM derzeit mit rund dem 24-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – kein Schnäppchen, aber angesichts beschleunigten Wachstums, rekordhohen Cashflows und einer weiterhin attraktiven Dividende für viele Anleger ein vertretbares Niveau. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die anvisierte Wachstumsrate von über fünf Prozent halten und die Marge weiter ausbauen kann.

Fazit

Das aktuelle IBM Quartal bestätigt die erfolgreiche Neuausrichtung hin zu Software, Hybrid-Cloud und KI und untermauert die Rolle von IBM als solide, cashflow-starke Tech-Adresse. Für Anleger, die KI-Exposure mit geringerer Volatilität als bei klassischen High-Growth-Werten suchen, bleibt die Aktie damit interessant. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob IBM die hohe Dynamik im KI- und Softwaregeschäft halten und damit den Kurssprung nachhaltig absichern kann.

LVMH Jahreszahlen: -7,9% Kursrutsch als Wendepunkt?

Wie konnte die Aktie von LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE nach den neuen Jahreszahlen fast 8 Prozent verlieren? Welche Signale senden Umsatz, Gewinn und Ausblick jetzt an Anleger – und wo liegen die Chancen im Luxussegment?

Luxusaktien im Fokus nach LVMH Jahreszahlen und Kursrutsch an der Börse
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€542,80 -7.89%
Stand: 17:39 MEZ

LVMH Jahreszahlen: Warum brechen Umsatz und Gewinn ein?

LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE hat für das Geschäftsjahr 2025 einen spürbaren Dämpfer hinnehmen müssen. Der Umsatz sank um rund fünf Prozent auf knapp 81 Milliarden Euro. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, ergibt sich ein Minus von einem Prozent. Besonders der starke Euro und die schwächelnde Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten drückten auf die Bilanz. Das bereinigte operative Ergebnis fiel um neun Prozent auf etwa 17,8 Milliarden Euro, die operative Marge blieb mit rund 22 Prozent aber auf hohem Niveau. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von fast 10,9 Milliarden Euro – ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die LVMH Jahreszahlen zeigen damit klar, wie stark geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und eine eingetrübte Konsumstimmung den Luxuskonzern belasten.

Louis Vuitton & Dior: Wie schwach ist das Kerngeschäft?

Im Kerngeschäft Mode und Lederwaren mit Marken wie Louis Vuitton und Dior verzeichnete LVMH 2025 rückläufige Umsätze und prozentual zweistellige Ergebnisrückgänge. Vor allem im zweiten Halbjahr brach die Nachfrage in Europa spürbar ein. Auch das Wein- und Spirituosensegment, traditionell ein Profitbringer, litt deutlich: Cognac und andere Premium-Spirituosen fanden in Kernmärkten wie China und den USA weniger Abnehmer, viele Kunden ließen die teuren Flaschen im Regal stehen. Im vierten Quartal gelang dem Konzern organisch zwar ein leichtes Umsatzplus von einem Prozent, doch gerade im Mode- und Ledergeschäft fielen die Zahlen schwächer aus als erhofft. Positiv stach dagegen das Geschäft mit Uhren und Schmuck hervor, das besser abschnitt als von Branchenexperten erwartet. Insgesamt unterstreichen die LVMH Jahreszahlen jedoch, dass das bisherige Erholungsmomentum im Luxussegment ins Stocken geraten ist.

LVMH Management: Welche Strategie folgt auf den Dämpfer?

Konzernchef Bernard Arnault sprach von einem weiterhin schwierigen operativen Umfeld. Handelskonflikte, volatile Nachfrage und ungünstige Währungseffekte dürften LVMH auch 2026 begleiten. Konkrete Prognosen für das laufende Jahr vermeidet das Management, kündigt aber an, die Ausgaben diszipliniert zu begrenzen. Das soll die Profitabilität stabilisieren, auch wenn das Wachstum schwächelt. Trotz des Gewinnrückgangs sollen die Anteilseigner insgesamt 13 Euro Dividende je Aktie erhalten, inklusive bereits gezahlter Zwischendividende von 5,50 Euro. Für Einkommensinvestoren bleibt die Aktie damit attraktiv, auch wenn der aktuelle Kurseinbruch einen Teil der Dividendenrendite optisch erhöht. Die zurückhaltenden Kommentare des Managements verstärken allerdings die Nervosität am Markt und verstärken den Druck auf den Kurs.

LVMH Bewertung: Wie reagieren Analysten jetzt?

Die Reaktionen der Analysten auf die LVMH Jahreszahlen fallen gemischt aus. Chiara Battistini von JPMorgan lobt die strikte Kostenkontrolle, die das operative Ergebnis leicht über ihre Erwartungen gehoben hat, spricht insgesamt aber von einer „durchwachsenen“ Bilanz. James Grzinic von Jefferies betont, das Zahlenwerk sei für den Luxussektor kein „Erweckungserlebnis“ und warnt vor anhaltend hoher Nachfragevolatilität sowie Gegenwind durch Währungen. Die aktuelle Bewertung der Branche biete neuen Käufern aus seiner Sicht wenig Anlass zum Einstieg. Etwas optimistischer zeigt sich Charles-Louis Scotti von Kepler Cheuvreux: Er sieht LVMH als wichtigen Gradmesser für eine mögliche sektorweite Erholung, senkt aber sein Kursziel wegen höherer Steuern, finanzieller Aufwendungen und negativer Währungseinflüsse leicht ab, hält jedoch an seiner Kaufempfehlung fest. Auch andere Häuser wie Citigroup und RBC Capital Markets beobachten die zunehmenden Risiken im Luxussegment und passen ihre Modelle vorsichtiger an, ohne den Qualitätsstatus von LVMH grundsätzlich infrage zu stellen.

Aktuell notiert die Aktie bei rund 542,80 Euro und liegt damit fast acht Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn hat das Papier etwa 100 Euro eingebüßt und bereits einen großen Teil der Erholungsgewinne des Vorjahres wieder abgegeben. Die gesamte Branche steht nach den LVMH Jahreszahlen unter Druck, wie parallele Kursabschläge bei Wettbewerbern wie Kering zeigen.

Das schwächere Wachstum im vierten Quartal hat die Sorge geweckt, dass es mit dem ganzen Erholungs-Momentum schon wieder vorbei ist.
— ein Händler aus dem EuroStoxx-Umfeld
Fazit

Die LVMH Jahreszahlen signalisieren klar, dass selbst Marktführer im Luxussegment in einem Umfeld aus Handelskonflikten, schwacher Konsumlaune und Währungseffekten an Grenzen stoßen. Für Anleger bleibt die Aktie ein Qualitätswert, doch die nächsten Quartale müssen beweisen, dass sich Nachfrage und Margen wieder stabilisieren. Wer einsteigt, setzt auf die langfristige Markenstärke von LVMH und wartet auf den Moment, in dem eine nachhaltige Erholung der Luxusnachfrage den aktuellen Kursdruck in neue Chancen verwandelt.

Volkswagen China-Offensive: 5 Fakten als Wendepunkt

Kann die Volkswagen China-Strategie und Modelloffensive den Verlust der Marktführerschaft in China stoppen? Mit 30 neuen Modellen, Billig-Stromern und neuer Elektronikarchitektur setzt der Konzern zu einem riskanten Neustart im wichtigsten Automarkt der Welt an.

Volkswagen Elektroauto in moderner chinesischer Stadtlandschaft als Symbol der China-Offensive
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Stand: 17:37 MEZ

Volkswagen China-Offensive: Was steckt dahinter?

Im chinesischen Kerngeschäft steckt Volkswagen in einer kritischen Phase. Der Absatz in der Volksrepublik ist seit dem Höchststand 2019 um rund ein Drittel auf zuletzt unter 2,7 Millionen Fahrzeuge gefallen. Gleichzeitig verlor der Konzern die Rolle als langjähriger Marktführer und rangiert bei Neuzulassungen inzwischen hinter BYD und der Geely-Gruppe nur noch auf Platz drei. Mit der Volkswagen China-Offensive will der Konzern diese Position zumindest absichern und zugleich die Nummer eins unter den internationalen Herstellern bleiben.

Kern der Strategie ist eine massive Modellflut: Bereits 2026 und 2027 sollen zusammen rund 30 neue, lokal entwickelte Fahrzeuge in den Handel kommen, insgesamt sind bis 2030 etwa 50 neue Modelle geplant. Alle diese Fahrzeuge sind „elektrifiziert“, also als reine Stromer, Hybride oder Verbrenner mit Reichweitenverlängerer konzipiert. Gerade im preisgetriebenen Volumensegment will sich Volkswagen mit aggressiv kalkulierten E-Autos neu positionieren.

Volkswagen Billig-Stromer: Gamechanger im Preiskampf?

Symbol für den Neustart ist die elektrische Limousine ID.Aura, die als Volumenmodell der Volkswagen China-Offensive dienen soll. Das Fahrzeug kombiniert moderne, fließende Linienführung, neue Fahrassistenzsysteme sowie schnelles Laden mit einem Einstiegspreis von umgerechnet etwa 14.000 Euro. Damit zielt Volkswagen direkt auf das hart umkämpfte Einstiegssegment, das bislang von heimischen Herstellern dominiert wird.

Parallel läuft mit dem ID.Unyx 07 das erste Modell vom Band, das komplett in China entwickelt wurde – inklusive der neuen Elektronikarchitektur. Dieses Fahrzeug soll als „Techpionier“ zeigen, dass Volkswagen in der Lage ist, softwaredefinierte Autos nach chinesischem Geschmack zu bauen. Die Wolfsburger arbeiten dafür eng mit lokalen Partnern wie Horizon Robotics zusammen, etwa bei Chips für Fahrerassistenz- und teilautonome Systeme.

China-Vorstand Ralf Brandstätter betont, dass sich die Preisspirale im Land ihrem Tiefpunkt nähert. Nach Jahren eines brutalen Preissturzes erwartet Volkswagen nun eine Stabilisierung: Die Preise dürften weder signifikant weiter fallen noch rasch steigen. Der Konzern hat seine Kostenstrukturen auf dieses Umfeld ausgerichtet und will mit den neuen Plattformen die Herstellkosten laut Management um bis zu 50 Prozent senken.

Volkswagen China-Strategie und Modelloffensive Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Volkswagen China-Strategie und Modelloffensive (VOW3) – 252-Tage-Chart

Neue China Electronic Architecture: VW-Vorteil?

Ein zentrales Element der Volkswagen China-Offensive ist die sogenannte „China Electronic Architecture“. Diese zonale Elektronikplattform reduziert die Zahl der Zentralrechner im Fahrzeug und ermöglicht Funktionen wie autonomes Fahren, Over-the-Air-Updates und ein schnelleres Software-Rollout. In China sind die Entwickler dem Konzern zufolge rund anderthalb Jahre weiter als bei der parallel entstehenden Architektur für westliche Märkte.

Bereits im zweiten Quartal soll die neue Architektur im ID.Unyx in Serie gehen. Volkswagen sieht darin nicht nur einen technologischen, sondern auch einen finanziellen Hebel, da vereinfachte Elektronikstrukturen die Komplexität senken und Margen verbessern können. Zudem eröffnen sich Exportchancen: Aus chinesischen Werken werden bereits Fahrzeuge in Regionen wie Nahost, Usbekistan und Kasachstan geliefert, weitere Märkte in Südamerika und Afrika werden geprüft.

Für Anleger ist dabei wichtig, dass der Umbau Zeit benötigt. Das Management rechnet erst ab 2027 mit deutlicher Wirkung der Modelloffensive auf Absatz und Ergebnis. Kurzfristig bleibt das Chinageschäft ein Übergangsszenario mit hohem Investitionsbedarf, aber noch verhaltenen Erträgen.

Volkswagen Aktie: Wie wirkt die China-Offensive?

Die Vorzugsaktie von Volkswagen (VOW3) notiert aktuell um 102,85 Euro und liegt damit deutlich unter dem jüngsten Jahreshoch von 114,20 Euro. Der Kurs spiegelt die Skepsis vieler Investoren gegenüber der Profitabilität im chinesischen E-Auto-Geschäft und den insgesamt hohen Transformationskosten wider. Zugleich bleibt Volkswagen mit starken Verbrenner-Marktanteilen in China und soliden Positionen in Europa eine zentrale Größe der globalen Autoindustrie.

In China entscheidet sich, wer in der Transformation vorne mitfährt. Nur wer in China besteht, wird auch woanders auf der Welt erfolgreich sein.
— Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender Volkswagen
Fazit

Größere internationale Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital haben den strategischen Fokus auf China in den vergangenen Monaten wiederholt als entscheidend für die Bewertung der Aktie hervorgehoben. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die Volkswagen China-Offensive ausreicht, um gegen Wettbewerber wie BYD, Geely und andere heimische Marken nachhaltige Marktanteilsgewinne zu erzielen. Gelingt der Turnaround, könnte dies sowohl Margen als auch Bewertungsniveau spürbar nach oben verschieben. Bleibt der Erfolg aus, droht anhaltender Druck auf Umsatz, Gewinne und den Aktienkurs.

Intel KI-Strategie: +10,5% Rallye als Wendepunkt?

Kann die Intel Corporation mit ihrer neuen KI-Strategie das Blatt im Chip-Wettlauf wenden? Nvidia- und Apple-Aufträge, 18A-Technologie und ein Kursplus von über 10 % sorgen für Aufsehen – doch reicht das für ein nachhaltiges Comeback?

Hightech-Halbleiterfertigung und Rechenzentrum im Fokus der Intel KI-Strategie
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Stand: 20:23 MEZ

Intel KI-Strategie: Startet jetzt die KI-Wende?

Unter CEO Lip-Bu Tan versucht Intel Corporation, seine Rolle im KI-Zeitalter neu zu definieren. Nach Jahren, in denen Wettbewerber wie AMD, Nvidia und TSMC technologisch vorbeizogen, setzt die Intel KI-Strategie nun auf eine Kombination aus eigenen KI-Chips, Foundry-Dienstleistungen und engen Partnerschaften mit Branchenführern. Der Markt honoriert diese Neuausrichtung: Die Aktie hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt und legt heute zweistellig zu.

Im Zentrum stehen neue GPU-Lösungen für Rechenzentren, ein auf KI ausgerichtetes PC-Ökosystem sowie der Ausbau der Fertigungskapazitäten in den USA und Europa. Gleichzeitig bleibt Intel operativ noch im Umbau: 2025 stagnierte der Umsatz bei rund 53 Milliarden US‑Dollar, unter dem Strich stand dennoch ein Verlust von 267 Millionen US‑Dollar. Dennoch sehen viele Investoren die aktuelle Schwächephase als Investitionszyklus, der die Basis für zukünftiges KI-Wachstum legen soll.

Intel und Nvidia/Apple: Wie stark sind die Aufträge?

Für Rückenwind sorgt ein Bericht, wonach Nvidia und Apple ab dem Ende dieses Jahrzehnts Teile ihrer Chipfertigung zu Intel verlagern wollen. Demnach könnten zunächst “low volume, low-tier, non-core” Chips sowie Packaging-Aufträge bei Intel landen, während TSMC Kernprodukte weiter fertigt. Speziell bei Nvidia ist von Arbeiten an der Nachfolgegeneration der Rubin-GPUs, den Feynman-Chips, die Rede – inklusive eines möglichen Intel-Anteils von bis zu 25 % bei Packaging und I/O-Die-Fertigung.

Parallel dazu hat Nvidia bereits rund 5 Milliarden US‑Dollar in Intel investiert, was als strategisches Signal zugunsten eines zweiten großen Foundry-Partners interpretiert wird. Börsianer werten diese Entwicklungen als Bestätigung dafür, dass die Intel KI-Strategie im Foundry-Bereich ernst genommen wird und das Unternehmen künftig eine wichtigere Rolle in globalen KI-Lieferketten spielen könnte.

Allerdings bleibt der finanzielle Effekt kurzfristig begrenzt: Größere Umsätze aus diesen Kooperationen werden eher nach 2027 erwartet. Analysten verweisen zudem darauf, dass Intel derzeit noch unprofitabel ist und weiterhin Cash verbrennt – ein Risiko, das Anleger im Blick behalten müssen.

Intel Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Intel Corporation (INTC) – 252-Tage-Chart

Intel 18A und AI-PCs: Reicht das für Wachstum?

Technologisch setzt die Intel KI-Strategie stark auf den neuen 18A-Prozess. Auf der CES in Las Vegas präsentierte Intel seine erste AI-PC-Plattform auf Basis dieser Technologie. Dank Backside-Power-Delivery-Architektur verspricht der Konzern einen Effizienzvorteil gegenüber Chips, die bei TSMC gefertigt werden. Ziel ist es, KI-Funktionen wie lokale Sprachmodelle, Bildgenerierung und Videobearbeitung direkt auf dem Endgerät zu beschleunigen – ein Markt, in dem Intel seine PC-Dominanz in die KI-Ära übertragen will.

Im Rechenzentrum adressiert Intel mit der GPU-Familie “Crescent Island” insbesondere KI-Inferenz-Workloads, also das Ausführen bereits trainierter Modelle. Die Kombination aus hoher Speicherbandbreite und energieeffizientem Design soll Hyperscaler ansprechen, die nach Alternativen zum Nvidia-Duopol suchen. Dennoch verliert Intel im klassischen CPU- und Servergeschäft weiter Marktanteile, während AMD und Nvidia im KI-Training dominieren. Ob die Intel KI-Strategie hier mittelfristig Boden gutmacht, hängt von der Akzeptanz der neuen Produkte und der Stabilisierung der Lieferketten ab, nachdem Kapazitätsengpässe zuletzt das Wachstum gebremst hatten.

Intel Aktie: Wie urteilen Anleger und Analysten?

Die heutige Kursrally von über 10 % reiht sich in eine Phase hoher Volatilität ein. Optionsdaten zeigen verstärkte Aktivität großer Adressen, die sowohl auf weiter steigende Kurse als auch auf Rücksetzer setzen. Für zusätzlichen Vertrauensschub sorgt ein Aktienkauf von CFO David Zinsner, der laut Meldungen rund 250.000 US‑Dollar in Intel-Papiere investiert hat. Insiderkäufe dieser Größenordnung werden häufig als positives Signal gewertet, dass das Management an die eigene Intel KI-Strategie glaubt.

Auf der Analystenseite bleiben die Einschätzungen gemischt. Truist Financial führt Intel mit einem Hold-Rating und signalisiert damit Zurückhaltung angesichts begrenzten Wachstums und anhaltender Verluste. Andere Häuser verweisen auf die im Branchenvergleich niedrige Bewertungskennzahl beim Kurs-Umsatz-Verhältnis, sehen aber operative Risiken, falls große Foundry-Aufträge von Nvidia oder Apple doch kleiner ausfallen oder sich verzögern. Insgesamt bewegt sich der Konsens derzeit zwischen “Halten” und selektiven Kaufempfehlungen für langfristig orientierte Investoren.

Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die Intel KI-Strategie in den kommenden Quartalen zu messbarem Umsatz- und Margenwachstum führt. Gelingt es, die 18A-Technologie zu skalieren, Foundry-Aufträge großer Kunden zu verankern und gleichzeitig im KI-CPU- und GPU-Markt wieder Marktanteile zu gewinnen, könnte der aktuelle Kursanstieg der Beginn einer nachhaltigen Neubewertung sein. Andernfalls droht nach der starken Rally eine längere Phase der Konsolidierung.

Fazit

Im Fazit zeigt sich: Die Intel KI-Strategie verbindet technologische Erneuerung mit strategischen Partnerschaften und macht den Konzern wieder zu einem ernstzunehmenden Spieler im globalen KI-Ökosystem. Für Anleger eröffnet sich damit ein chancenreiches, aber nicht risikofreies Turnaround-Szenario. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Intel die hohen Erwartungen erfüllt und die Aktie ihren neu gewonnenen Schwung halten kann.