Wie will BMW mit KI und einem Stellenabbau die Effizienz steigern und gleichzeitig seine Elektroauto-Strategie neu ausrichten?
BMW setzt auf KI und eine schlankere Führung
BMW-Chef Milan Nedeljković sagte, die meisten betroffenen Stellen lägen in der Münchner Konzernzentrale. Der Umbau soll auch weitere Organisationsebenen erfassen. Finanzvorstand Walter Mertl erklärte, der Einsatz von KI-Agenten könne die Produktentwicklung effizienter machen, Strukturen vereinfachen und Entscheidungen beschleunigen.
Zusätzlich hatte BMW im Juli den Abbau von 8.000 Stellen bis Ende 2027 angekündigt. Die Verkleinerung der Belegschaft soll durch natürliche Fluktuation und ein freiwilliges Abfindungsprogramm erfolgen. Beschäftigte an deutschen Fahrzeugmontagelinien sollen davon nach den Angaben im Bericht nicht betroffen sein. BMW zählt knapp 154.000 Beschäftigte weltweit, davon rund 84.000 in Deutschland.
Wie verändern sich die Elektromodelle?
Der Umbau geht mit einem Wechsel im Elektroportfolio einher. Die Produktion des i4 soll bis Ende 2026 auslaufen; an seine Stelle tritt eine neue Elektroauto-Generation auf Basis der Neuen Klasse. Als möglicher Nachfolger wird eine elektrische i3-Limousine genannt. Auch der iX wird durch ein Modell der nächsten Generation ersetzt. In den USA soll der iX3 die Händler erreichen, während der bisherige iX in Europa weiter angeboten wird.
BMW erklärte, der Start der Neuen Klasse markiere den Beginn einer neuen Phase der Elektrifizierung. Die Modelle sollen laut Unternehmensangaben Leistung steigern und Kosten senken. Damit verbindet der Konzern die organisatorische Neuausrichtung mit einem umfassenden Produktwechsel.
Analysten bleiben unterschiedlich optimistisch
Die Analystenurteile fallen trotz der angekündigten Maßnahmen unterschiedlich aus. JPMorgan bestätigte „Overweight“ und ein Kursziel von 82 Euro. Deutsche Bank Research senkte das Kursziel von 78 auf 71 Euro, hält aber an „Buy“ fest. UBS beließ die Einstufung bei „Neutral“ und das Kursziel bei 70 Euro.
Die jüngsten Zulassungszahlen zeigen zugleich Gegenwind: BMW lag im September 2,4 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Der Konzern muss daher beweisen, dass die schlankere Organisation und die neue Modellgeneration die Geschäftsentwicklung tatsächlich stützen.
Der konsequente Einsatz von KI-Agenten in allen Unternehmensbereichen wird unsere Möglichkeiten grundlegend verändern, Produkte flexibler und effizienter zu entwickeln, Strukturen zu vereinfachen und Entscheidungen schneller zu treffen.— Walter Mertl, BMW-Finanzvorstand
BMW verbindet den geplanten Abbau von Führungspositionen und weiteren Stellen mit einem stärkeren KI-Einsatz sowie dem Wechsel zu einer neuen Elektroauto-Generation. Für Anleger stehen den Effizienzplänen unterschiedliche Analystenurteile und rückläufige September-Zulassungen gegenüber, während die Aktie zuletzt nahezu unverändert notierte. Entscheidend wird sein, ob die organisatorischen Einschnitte und die Modelle der Neuen Klasse die Geschäftsentwicklung spürbar verbessern.



