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+5% Kurssprung: Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum rockt

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Die Deutsche Telekom startet in München ein milliardenschweres KI-Rechenzentrum und positioniert sich damit als europäische Alternative zu US-Hyperscalern. Für Anleger rückt die Frage in den Fokus, wie sich die neue KI-Fabrik auf die Wettbewerbsposition und den Aktienkurs der Telekom auswirkt – zumal die Aktie aktuell deutlich im Plus notiert.

Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum in München im Abendlicht, moderne Firmenzentrale mit Fokus auf souveräne Cloud und Nvidia-GPUs
Erwähnte Aktien
DTE
Schlusskurs 30,38€ +5,71% 04.02.26 17:39 Uhr
Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: Was hinter der KI-Fabrik in München steckt

Das neue Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum ist als Cloud-Drehscheibe für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz konzipiert. Herzstück sind rund 10.000 Grafikprozessoren von Nvidia, darunter die besonders leistungsstarken Blackwell-GPUs. Mit einer Gesamtinvestition von etwa 1 Milliarde Euro stößt Deutsche Telekom in die Spitzengruppe der europäischen Rechenzentren vor. Zum Vergleich: Der derzeit größte deutsche Supercomputer Jupiter in Jülich verfügt über 24.000 GPUs und dient vor allem der Forschung, während die neue KI-Fabrik in München klar auf kommerzielle Anwendungen von Großkonzernen und Mittelständlern ausgerichtet ist.

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Der Aufbau ging ungewöhnlich schnell über die Bühne: Nur drei Monate lagen zwischen Ankündigung und Inbetriebnahme. Möglich wurde dies, weil Deutsche Telekom ein bestehendes, vollständig renoviertes Rechenzentrumsgebäude der früheren Hypovereinsbank im Münchner Tucherpark nutzt. Die Infrastruktur erstreckt sich über sechs unterirdische Stockwerke und bleibt von außen nahezu unsichtbar – ein Pluspunkt für Sicherheit und Stadtbild gleichermaßen.

Warum setzt Deutsche Telekom auf München als KI-Standort?

München gilt als einer der dichtesten Industriestandorte Europas – genau hier setzt das Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum an. Unternehmen wie BMW, Siemens, Airbus, das KI-Unternehmen Perplexity sowie Robotik-Start-ups wie Agile Robots benötigen extrem niedrige Latenzen für Simulationen, autonome Systeme und generative KI-Anwendungen. Durch die Platzierung der KI-Server mitten in der Stadt und nicht in einem entfernten Gewerbegebiet kann Deutsche Telekom diese Latenzanforderungen präzise erfüllen.

Hinzu kommt das Thema Datensouveränität. Viele deutsche Unternehmen und Behörden zögern, besonders sensible Daten in US-Clouds auszulagern – nicht zuletzt wegen Regulierungen wie dem US Cloud Act, der einen Zugriff amerikanischer Behörden theoretisch ermöglicht. Deutsche Telekom setzt dem eine „Souveräne Cloud“ entgegen, bei der Daten physisch in Deutschland bleiben und europäischem sowie deutschem Recht unterliegen. Gemeinsam mit SAP entsteht ein „Deutschland-Stack“ aus KI-Anwendungen, bei denen Sicherheit, Compliance und Datenhoheit im Vordergrund stehen.

Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Was leistet das Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum für Kunden?

Die neue KI-Fabrik ist bereits mit den ersten Kunden über ein Drittel ausgelastet. Neben Großkunden aus Industrie und Mittelstand gehört auch die Wissenschaft zur Zielgruppe. Ein zentrales Projekt ist SOOFI (Sovereign Open Source Foundation Models), bei dem die Leibniz Universität Hannover die technische Infrastruktur von Deutsche Telekom nutzt, um ein neues europäisches Large Language Model zu entwickeln. Ziel ist, offene, souveräne KI-Modelle zu schaffen, die unabhängig von US-Hyperscalern betrieben und weiterentwickelt werden können.

Operativ wird das Rechenzentrum vor allem von T-Systems verantwortet. Geschäftsführer Ferri Abolhassan betont, dass auf Basis „deutscher Daten und deutschen Wissens“ KI-Modelle für Industrie, Mittelstand und Start-ups entstehen sollen. Genau hier sieht der Konzern seine Nische im Wettbewerb gegen AWS, Microsoft Azure und Google Cloud: Hochsicherheitsrechenzentren in direkter Nähe zu den Produktionsstandorten, kombiniert mit lokaler Beratung und Integrations-Know-how.

Nachhaltigkeit und Ausblick für die Deutsche Telekom Aktie

Technisch setzt das Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum auf ein anspruchsvolles Energie- und Kühlkonzept. Der Standort im Tucherpark wird nach Unternehmensangaben vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben und ist auf maximale Energieeffizienz ausgelegt. Die enorme Abwärme der Nvidia-GPUs wird nicht nur über das kalte Wasser des nahegelegenen Eisbachs abgeführt, sondern künftig in das lokale Fernwärmenetz eingespeist, um das gesamte Quartier zu beheizen. Damit verbindet Deutsche Telekom den steigenden Energiehunger von KI-Anwendungen mit einem stadtverträglichen, nachhaltigen Nutzungskonzept.

Für Anleger ist spannend, dass das Unternehmen gleichzeitig in Wachstum und in die Stärkung seines Profils als europäischer Souveränitätsanbieter investiert. Während klassische Analystenhäuser wie Morgan Stanley bei der US-Utility DTE Energy (NYSE: DTE) zuletzt ihr Kursziel auf 143 Dollar angehoben und ein „Overweight“-Rating bestätigt haben, rückt bei Deutsche Telekom vor allem das KI-Potenzial in den Fokus institutioneller Investoren. Die Aktie legt am Tag der Eröffnung des Rechenzentrums mit +5,71 Prozent deutlich zu – ein Hinweis darauf, dass der Markt den strategischen Schritt honoriert.

Wir schaffen mit deutschen Daten und deutschem Wissen die KI-Modelle der Zukunft für Groß- und Mittelstandskunden sowie Start-ups.
— Ferri Abolhassan, CEO T-Systems
Fazit

Das Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum in München markiert für den Konzern den Eintritt in eine neue Leistungsklasse im KI-Cloud-Geschäft. Für Industrie, Mittelstand und Forschung entsteht eine lokal gehostete Alternative zu US-Hyperscalern mit Fokus auf Datensouveränität und Nachhaltigkeit. Für Anleger bleibt die Entwicklung der Auslastung und der Skalierung weiterer Standorte entscheidend – gelingt hier der Wachstumskurs, könnte der KI-Boost die Story der Telekom-Aktie langfristig positiv prägen.

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