Warum gerät die Deutsche Telekom nach einem Frequenzkauf von SpaceX in den USA unter Druck und welche Auswirkungen hat das auf den Mobilfunkmarkt?
Warum gerät die Deutsche Telekom unter Druck?
Auslöser ist ein Frequenzkauf in den USA: SpaceX hat Lizenzen für ein Niedrigbandspektrum erworben und will gemeinsam mit seinen Starlink-Satelliten landesweite Mobilfunkdienste anbieten. Damit könnte der Konzern von Elon Musk künftig direkt mit etablierten Anbietern konkurrieren.
Die dpa-AFX-Berichterstattung nennt die verschärfte Wettbewerbsaussicht als Belastungsgrund für die Aktien von Deutsche Telekom AG und ihrer US-Tochter T-Mobile US. Ein Händler verwies demnach auf den SpaceX-Deal und die mögliche Verschärfung des Wettbewerbs auf dem lukrativen US-Markt. Die Muttergesellschaft ist über T-Mobile US dort als zweitgrößter Mobilfunkanbieter aktiv.
Was bedeutet der Einstieg für den US-Markt?
Der Kursrückgang der Telekom fiel mit Verlusten bei T-Mobile US zusammen. Auch die Aktien von AT&T und Verizon standen unter Druck. Die dpa-AFX-Meldung beziffert die Verluste bei der Deutschen Telekom und T-Mobile US auf rund sieben Prozent; die aktuelle Notierung der deutschen Aktie weist ein Minus von 7,32 Prozent aus.
Der mögliche Markteintritt ist bislang ein Wettbewerbsszenario: Die vorliegenden Angaben beschreiben SpaceX’ Pläne, nennen aber weder einen konkreten Starttermin für den Mobilfunkdienst noch Details zu einem fertigen Angebot. Für die etablierten Anbieter steht damit zunächst die Erwartung zusätzlicher Konkurrenz im Raum. Besonders relevant ist, ob SpaceX seine Frequenzlizenzen und Satelliteninfrastruktur tatsächlich zu einem landesweiten Mobilfunkangebot verbinden kann.
Die Börsenreaktion zeigt, dass Anleger das Risiko bereits einpreisen. Für die Telekom ist die Entwicklung vor allem wegen ihrer Beteiligung am US-Geschäft von Bedeutung. Wie groß die tatsächliche Konkurrenz wird, hängt davon ab, ob aus dem Frequenzkauf ein marktfähiger Dienst entsteht.
Der geplante Einstieg von SpaceX in den US-Mobilfunk hat die Deutsche Telekom und ihre Tochter T-Mobile US belastet, während der tatsächliche Umfang der neuen Konkurrenz noch offen ist. Für Anleger rückt damit das US-Geschäft als möglicher Risikofaktor stärker in den Blick, ohne dass die Pläne bereits einem gestarteten Angebot gleichkommen. Entscheidend wird sein, ob SpaceX seine Frequenzlizenzen und Satelliten zu einem landesweiten Dienst verbinden kann.



