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Mercedes-Benz Quartalszahlen: Gewinn bricht um 17% ein
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Mercedes-Benz Quartalszahlen: Gewinn bricht um 17% ein

MBG.DE Mercedes-Benz
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52W High

Kann Mercedes-Benz trotz Gewinnrückgang und China-Schwäche seine Umbaupläne durchziehen – oder kippt die Strategie im Abschwung?

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Schlusskurs 48,66€ -0,76% 29.04.26 17:17 Uhr MESZ
Mercedes-Benz

Wie fallen die Mercedes-Benz Quartalszahlen aus?

Die Mercedes-Benz Quartalszahlen für Q1 2026 zeichnen das Bild eines Konzerns im Übergang. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank im Jahresvergleich um knapp 17 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz lag bei 31,6 Milliarden Euro und damit rund fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders stark unter Druck stand erneut das Pkw-Geschäft: Die bereinigte operative Marge der Sparte fiel von 7,3 auf 4,1 Prozent. Damit lag Mercedes zwar innerhalb des für 2026 ausgegebenen Zielkorridors von drei bis fünf Prozent, die Ertragskraft bleibt aber deutlich schwächer als in früheren Jahren.

Belastend wirkten ein rückläufiger Absatz, sinkende Verkaufspreise, Wechselkurseffekte und US-Zölle. Hinzu kommt ein intensiver Wettbewerb in China, wo lokale Hersteller wie Tesla-Herausforderer BYD sowie weitere Anbieter technologisch und preislich an Boden gewinnen. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Auto sank im Quartal auf rund 66.700 Euro nach 72.300 Euro ein Jahr zuvor.

Warum hält Mercedes-Benz an der Prognose fest?

Trotz der schwächeren Kennzahlen bestätigte Mercedes die Jahresprognose. Finanzchef Harald Wilhelm sprach von einer soliden operativen Leistung und verwies auf eine starke Nachfrage nach neuen Produkten sowie gut gefüllte Auftragsbücher. Das Management setzt im weiteren Jahresverlauf auf neue Modelle in der Kompaktklasse, auf die aufgefrischte S-Klasse und auf anziehende Bestellungen bei Elektroautos in Europa.

Für Zuversicht sorgt vor allem der Mittelzufluss im Industriegeschäft ohne Finanzdienstleistungen. Dieser lag im ersten Quartal bei 1,86 Milliarden Euro und damit zwar gut ein Fünftel unter Vorjahr, aber über den Erwartungen vieler Marktteilnehmer. Gerade diese Kennzahl ist wichtig, weil sie Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe signalisiert. Die Mercedes-Benz Quartalszahlen fielen damit unter dem Strich robuster aus, als es die Gewinn- und Margenrückgänge zunächst vermuten lassen.

An der Börse zeigte sich entsprechend ein wechselhaftes Bild. Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie im intraday-Handel ins Minus. Aktuell notiert MBG.DE bei 48,66 US-Dollar nach 49,26 US-Dollar am Vortag, ein Rückgang um 0,76 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch von 62,34 Euro ist der Wert damit weiterhin deutlich entfernt, bewegt sich aber nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 47,90 Euro.

Mercedes-Benz Group AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - April 2026

Wo bleibt der größte Druck bei Mercedes-Benz?

Der größte Bremsfaktor bleibt China. Weltweit ging der Pkw-Absatz im ersten Quartal um sechs Prozent auf 419.400 Fahrzeuge zurück. In China sackten die Verkäufe sogar um 27 Prozent ab. Die Kaufzurückhaltung wohlhabender Kunden, die Krise im Immobiliensektor und die zunehmende Konkurrenz chinesischer Hersteller treffen das Premiumsegment direkt. Marken wie Apple spielen im Auto zwar noch keine operative Rolle, doch der Wettbewerb verschiebt sich klar in Richtung Software, Batterie und vernetztes Fahrzeug.

Analysten sahen die Zahlen differenziert. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem soliden Jahresauftakt oberhalb der Markterwartungen. Goldman Sachs-Experte Christian Frenes verwies dagegen darauf, dass ein überraschend starker Wert in der Pkw-Sparte auch durch einen Einmalertrag aus Forderungen gegenüber Zulieferern gestützt worden sei. Genau diese Mischung erklärt, warum die Mercedes-Benz Quartalszahlen zwar Erleichterung auslösten, aber keine nachhaltige Kursrally trugen.

Was bedeutet das jetzt für Mercedes-Benz?

Mercedes-Benz Group AG steckt weiter in einer schwierigen Umbauphase. Nach dem Gewinneinbruch 2025 und einem bereits schwachen Jahr 2024 soll eine Modelloffensive die Wende bringen. Parallel trennt sich der Konzern mit dem Athlon-Verkauf an BNP Paribas von einem Geschäftsteil außerhalb des Kernautomobilgeschäfts. Das kann den Fokus schärfen, ändert aber kurzfristig nichts daran, dass Margen, Absatz und Preisdurchsetzung unter Druck stehen.

Die Ergebnisse des ersten Quartals bestätigen, dass wir auf Kurs sind, unsere Jahresprognose zu erreichen.
— Harald Wilhelm
Fazit

Die Mercedes-Benz Quartalszahlen liefern damit kein Befreiungssignal, aber ein wichtiges Stabilitätssignal. Entscheidend wird nun, ob neue Modelle, Elektroauto-Nachfrage in Europa und eine mögliche Entspannung im zweiten Halbjahr die bestätigte Prognose stützen. Für Anleger bleibt Mercedes ein Wert zwischen Restrukturierung und Erholung. Wenn die operative Dynamik tatsächlich anzieht, könnte die aktuell gedrückte Bewertung wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

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Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.

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